Wirtschaft bekennt sich klar zu Diversität und Inklusion

Vielfalt bleibt für deutsche Unternehmen ein wichtiger Erfolgsfaktor: Weder politische Kampagnen gegen Diversität noch wirtschaftliche Unsicherheiten führen zu einem Rückzug bei entsprechenden Initiativen. Laut einer aktuellen Bitkom-Umfrage unter mehr als 600 Unternehmen setzen viele Betriebe weiterhin auf Diversität und Inklusion – und bauen ihre Maßnahmen teilweise sogar aus.
Vielfalt als Zukunftsfaktor: Viele Unternehmen in Deutschland setzen weiterhin auf Diversität und Inklusion und stärken damit ihre Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit. Foto: ©KI-gestützter Inhalt

01.06.2026

„Diversität und Inklusion sind keine Schönwetterthemen. Sie sind in vielen Unternehmen gelebter Alltag – das zeigt sich gerade in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten.“
Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder

Unternehmen bauen Maßnahmen für mehr Diversität und Inklusion aus

Jedes vierte Unternehmen (26 Prozent) hat als Reaktion auf Stimmungsmache gegen Diversität und Inklusion Maßnahmen zu deren Förderung ausgebaut. Fast zwei Drittel (65 Prozent) haben nichts verändert, kein Unternehmen hat Maßnahmen wegen solcher Stimmungsmache zurückgefahren. Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter mehr als 600 Unternehmen in Deutschland anlässlich des internationalen Pride Month im Juni.

Wer Stimmung gegen Minderheiten macht, gefährdet den gesellschaftlichen Zusammenhalt und schwächt zugleich den Wirtschaftsstandort Deutschland. Die Wirtschaft lebt von Vielfalt – sie braucht unterschiedliche Erfahrungen, Hintergründe und Perspektiven, um ihre Innovationskraft und Leistungsfähigkeit zu erhalten.

Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder

Auch politischer Druck durch die US-Regierung lässt die allermeisten deutschen Unternehmen bislang unbeeindruckt. So haben 82 Prozent ihre Maßnahmen zur Förderung von Diversität und Inklusion trotz des Drucks der US-Regierung unverändert fortgeführt, 4 Prozent haben sie ausgebaut. Lediglich 6 Prozent der Unternehmen haben ihre entsprechenden Aktivitäten in Reaktion auf die Aktivitäten der US-Regierung zurückgefahren. Auch die schwierige Konjunktur hat bislang nicht zu weniger Förderung von Diversität und Inklusion geführt. 74 Prozent der Unternehmen haben ihre Maßnahmen trotz der schwierigen konjunkturellen Lage nach eigenen Angaben unverändert gelassen, 13 Prozent haben sie weiter ausgebaut, nur 7 Prozent haben sie reduziert.

Dass Diversität in vielen Unternehmen Teil der Unternehmenskultur ist, zeigt auch die strategische Verankerung entsprechender Ziele. So haben 4 von 10 Unternehmen (39 Prozent) das Ziel verankert, die Diversität in der Belegschaft zu erhöhen. Dabei geben 6 Prozent der Unternehmen an, entsprechende Ziele bereits erreicht zu haben, 12 Prozent verfolgen konkret definierte Ziele mit Zeitplan und 21 Prozent wollen die Diversität allgemein erhöhen. Weitere 4 von 10 Unternehmen (39 Prozent) haben entsprechende Ziele noch nicht gesetzt, planen oder diskutieren dies allerdings. Dabei hat fast jedes achte Unternehmen dafür konkrete Pläne (13 Prozent), weitere 26 Prozent diskutieren darüber. Lediglich für 19 Prozent der Unternehmen ist die Verankerung von Diversitätszielen derzeit kein Thema. 

Diversität steht im Fokus des weltweiten Pride Month. Der Aktionsmonat der LGBTQ+ Community findet jährlich vom 1. bis 30. Juni statt.

Hinweis zur Methodik

Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 603 Unternehmen ab 20 Beschäftigten in Deutschland telefonisch befragt. Die Umfrage ist repräsentativ. Die Interviews wurden mit der Führungsebene, Entscheiderinnen und Entscheidern und Personalchefinnen und -chefs durchgeführt. Die Befragung fand im Zeitraum von KW 50 2025 bis KW 6 2026 statt. Die Fragestellungen lauteten: „Inwieweit haben folgende Entwicklungen Ihre Maßnahmen zur Förderung von Diversität und Inklusion beeinflusst?“ und „Hat sich Ihr Unternehmen interne Ziele gesteckt in Bezug auf die Erhöhung der Diversität?“

pm / mm