Uhren aus Pforzheim – Ickler fertigt seit 100 Jahren

Bei seinem Unternehmensbesuch bei der Ickler GmbH hat Pforzheims Oberbürgermeister Peter Boch zum 100-jährigen Beststehen des Unternehmens gratuliert. „Schön, sie hier am Standort zu haben. Das ist nicht selbstverständlich bei so einer langen Firmengeschichte“, sagte Oberbürgermeister Peter Boch, der zusammen mit Oliver Reitz, Direktor des städtischen Eigenbetriebs Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim (WSP) und Markus Epple, Geschäftsbereichsleiter der WSP-Wirtschaftsförderung bei der Ickler GmbH vorbeischaute.
Pforzheims Oberbürgermeister Peter Boch (zweiter von rechts), Oliver Reitz (rechts), Direktor des städtischen Eigenbetriebs Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim (WSP) und Markus Epple, Geschäftsbereichsleiter der WSP-Wirtschaftsförderung gratulieren Lisa Ickler zum 100-jährigen Bestehen der Ickler GmbH. Foto: Tilo Keller

18.06.2024

von Claudia Keller

Im Gepäck hatten sie eine Ehrenplakette, die feierlich an Lisa Ickler überreicht wurde. Die junge Unternehmerin leitet den Betrieb bereits in vierter Generation. Ihr Urgroßvater Karl Ickler hat das Familienunternehmen als Uhrgehäuse-Manufaktur im Jahr 1924 gegründet. Dessen Söhne Heinz und Kurt Ickler brachten die Produktion nach dem Krieg wieder in Schwung. In der dritten Generation führte Thomas Ickler ab 1978 den Betrieb, den er vor zwei Jahren an seine Tochter übergab. Lisa Ickler hat Mandarin und BWL studiert und war ein Jahr in Peking, ehe sie sich schließlich entschied, in das Familienunternehmen einzusteigen.

Lisa Ickler präsentiert Oberbürgermeister Peter Boch (rechts) und WSP-Direktor Oliver Reitz einige Uhrenmodelle. Foto: Tilo Keller

Made in Pforzheim

„Wir produzieren schon immer direkt hier in Pforzheim und nicht irgendwo in der Welt“, so Lisa Ickler über ihr Unternehmen. „Wir machen die Gehäuse für unsere Uhren selber und produzieren auch für andere Uhrenhersteller.“ Die Hauptmarke des Hauses ist Archimede. Die mechanischen Uhren mit Automatik- oder Handaufzug werden in Pforzheim designt, konstruiert und gefertigt. Das Ickler-Team besteht aus zehn Mitarbeitern, die alle schon seit vielen Jahren zum Unternehmen gehören. Zum Einsatz kommen moderne CNC-Bearbeitungsmaschinen, wobei bei der Oberflächenbearbeitung, dem Zusammenbau der Uhren sowie der Kontrolle nach wie vor auf manuelle Facharbeit gesetzt wird.
Boch, Reitz und Epple begutachteten interessiert eine Auswahl von Uhren. „Klassische Uhren gehen eigentlich immer, aber auch sportliche Uhren sind sehr gefragt“, erklärte Ickler. Zu ihren Kunden gehören vor allem Männer, aber auch für Frauen sind die Uhren interessant, da es jedes Modell in vier Gehäusegrößen gibt. „Wir vertreiben ausschließlich online oder verkaufen direkt“, erklärte die Unternehmerin. Auf Bestellung werden die ausgewählten Komponenten der Uhr zusammengefügt.

CNC-Dreher und -Fräser Vladimir Dudkin (rechts) zeigt Oberbürgermeister Peter Boch, wie die einzelnen Werkstücke kontrolliert werden. Foto: Tilo Keller

Handarbeit gefragt

Als die Smartwatches vor einigen Jahren aufkamen, hatte Ickler zunächst Bedenken, dass es für das Unternehmen schwierig werden könnte. Doch inzwischen habe sich gezeigt, dass speziell die Manufakturware aus kleineren Unternehmen gefragt ist. „Die Leute wechseln, tragen tagsüber die Smartwatch und am Abend die Manufakturware“, stellte Ickler fest. Sie führte die Besucher direkt in die Produktion, wo noch alte, funktionstüchtige Fertigungsmaschinen stehen. Interessant war aber der Blick in die modernen CNC-Maschinen, mit denen die Uhrgehäuse hergestellt werden.

Drei Fertigungsschritte eines Uhrengehäuses.