20.04.2026
von Claudia Keller
„Kommt die Inflation oder kommt sie nicht, was passiert mit den Energiepreisen, wie wird sich die Wirtschaft weiterentwickeln?“, so Vincenzo Giuliano, Vorstand der Sparkasse Pforzheim Calw bei der Begrüßung der Zuhörer im ausgebuchten Saal des Pforzheimer TurmQuartiers. „Heute ist der richtige Abend, um ihnen zu helfen, die Situation an den Kapitalmärkten zu verstehen und ein besseres Gefühl dafür zu bekommen.“ Moderator Andreas Franik erinnerte an die Turbulenzen dieses Jahres. „Wenn wir die ersten drei Monate Revue passieren lassen, wer hätte vor einem Jahr gedacht, dass wir eventuell Grönland vor den Amerikanern verteidigen müssen“, sage Franik und erwähnte außerdem die Entführung von Venezuelas Staatspräsident Nicolas Maduro und den Krieg im nahen Osten. „Inmitten dieser Zeit wollen wir natürlich auch über die Kapitalmärkte sprechen.“

Der erste Referent, Dirk Heuser, Leiter Portfoliomanagement Vermögensverwaltung der Deka Investments, sagte, dass die Nachrichtenlage schon seit mindestens einem Jahr Herausfordernd sei. „Man muss aufpassen, dass man sich nicht von jeder Meldung verrückt machen lässt“, sagte er und riet, einen klaren Blick zu behalten. Die Zeit sei geprägt von Unsicherheiten und vielen Themen, die traditionelle Anlagemöglichkeiten in Frage stellen können. In seinem Vortrag legte Heuser dar, wie man in so einer Zeit Chancen nutzen kann. Er empfahl das Thema Staatsschulden global im Blick zu behalten, ebenso geopolitische Themen sowie die Notenbanken. Er legte aber auch dar, dass die Kapitalmärkte langfristig Perspektiven bieten und globales Wachstum verzeichnet werden. Das zeigte der Blick auf die Aktienmärkte der letzten sechs Jahre mit Ereignissen wie Pandemie, Lieferengpässen, Ukraine-Krieg, Inflation, drastischen Zinssteigerungen, Zollpolitik und dem neuen geopolitischen Konflikt in Nahost. „Über lange Sicht ist es trotz aller Schwierigkeiten und Herausforderungen sinnvoll, investiert zu sein“, sagte er und empfahl als Kern der Anlage ein breit diversifiziertes Portfolio, um gut über alle Kapitalmarktphasen zu kommen. Als Ergänzung schlug er sogenannte Satelliten vor zu Themen wie künstliche Intelligenz (KI), Cyber Security oder Rüstung.

Referent Michael Hünseler, Mitglied der Geschäftsführung der LBBW Asset Management, legte in seinem Vortrag den Fokus auf Anlagetrends, wie KI, Verteidigung und Energieversorgungssouveränität. Hierzu legte er unter anderem die rasante Entwicklung von KI dar, was zu hohen Investments in diesem Bereich geführt habe. In der Summe gehe es darum abzuschätzen, welche Aufgaben KI als nächstes übernehmen könne.
„Verteidigung war bis vor nicht allzu langer Zeit ein sehr unangenehmes Thema. Aber wir wissen mittlerweile, die Zeitenwende hat stattgefunden“, sagte Hünseler. „Wir werden als Europa nicht umhinkommen, uns auf eigene Füße zu stellen.“ Er legte dar, dass man auch über konventionelle Wege hinausdenken müsse. „Was in der Vergangenheit Verteidigung ausgemacht hat, ist sicher nicht mehr das, was es heute ausmacht und sicher nicht mehr das, wie es morgen ausschauen wird“, hob er unter anderem mit Blick auf KI hervor. Sicherheit bedeute aber nicht nur sich verteidigen zu können, sondern sich auch sicher in seiner Umgebung zu fühlen, weshalb auch Themen wie Gefahrenmelder, smarte Schlösser und Sicherheitskameras einen Wachstumsmarkt darstellen. Für Investments sorge auch der Aufbau von neuen Energiegewinnungsformen, nicht zuletzt angesichts der Klimaerwärmung. „Nachhaltige Investments sind da gefragt“, stellte Hünseler fest. „Wir wollen CO2-Intensität vermeiden, das heißt Branchen, die sehr viel CO2 verbrauchen oder produzieren, wollen wir gerne vermeiden.“ Dass sich Investitionen in Unternehmen lohnen, die umweltfreundliche Technologien unterstützen, führte er an einem Beispiel vor Augen. „Für eine solche Portfoliostrategie war seit 2007 ein Gewinn für den Anleger von 422 Prozent möglich, eine Vervierfachung seines Investments“, sagte Hünseler. „Und das, obwohl viele denken, Nachhaltigkeit sei eher ein Performancedämpfer.“

Zu der anschließenden Diskussionsrunde mit den beiden Referenten stieß Stefan Saile dazu, Bereichsdirektor S-Vermögen der Sparkasse Pforzheim Calw. Er machte bei den Kunden ein verstärktes Bedürfnis nach Information aus, das aber nicht zu Panikverkäufen oder Nachkäufen führte. „Es finden Ausbalancierungen statt“, stellte Saile fest. „Man sieht Gewinnmitnahmen im Technologiebereich, man sieht in den letzten Wochen verstärkte Investments im Goldbereich und im Bereich Verteidigung.“ Die derzeitige Schwankungsintensität an den Märkten führe außerdem zu attraktiven aktienbasierten Anlagenzertifikaten. Unterm Strich stellte er fest, dass Diversifikation am besten funktioniere, anstatt Angst davor zu haben, einen Trend zu verpassen, oder zu viel auf ein Pferd zu setzen. Mit einem gemütlichen Beisammensein und Gelegenheit zum persönlichen Austausch klang der spannende Abend aus
20.04.2026
von Claudia Keller
„Kommt die Inflation oder kommt sie nicht, was passiert mit den Energiepreisen, wie wird sich die Wirtschaft weiterentwickeln?“, so Vincenzo Giuliano, Vorstand der Sparkasse Pforzheim Calw bei der Begrüßung der Zuhörer im ausgebuchten Saal des Pforzheimer TurmQuartiers. „Heute ist der richtige Abend, um ihnen zu helfen, die Situation an den Kapitalmärkten zu verstehen und ein besseres Gefühl dafür zu bekommen.“ Moderator Andreas Franik erinnerte an die Turbulenzen dieses Jahres. „Wenn wir die ersten drei Monate Revue passieren lassen, wer hätte vor einem Jahr gedacht, dass wir eventuell Grönland vor den Amerikanern verteidigen müssen“, sage Franik und erwähnte außerdem die Entführung von Venezuelas Staatspräsident Nicolas Maduro und den Krieg im nahen Osten. „Inmitten dieser Zeit wollen wir natürlich auch über die Kapitalmärkte sprechen.“

Der erste Referent, Dirk Heuser, Leiter Portfoliomanagement Vermögensverwaltung der Deka Investments, sagte, dass die Nachrichtenlage schon seit mindestens einem Jahr Herausfordernd sei. „Man muss aufpassen, dass man sich nicht von jeder Meldung verrückt machen lässt“, sagte er und riet, einen klaren Blick zu behalten. Die Zeit sei geprägt von Unsicherheiten und vielen Themen, die traditionelle Anlagemöglichkeiten in Frage stellen können. In seinem Vortrag legte Heuser dar, wie man in so einer Zeit Chancen nutzen kann. Er empfahl das Thema Staatsschulden global im Blick zu behalten, ebenso geopolitische Themen sowie die Notenbanken. Er legte aber auch dar, dass die Kapitalmärkte langfristig Perspektiven bieten und globales Wachstum verzeichnet werden. Das zeigte der Blick auf die Aktienmärkte der letzten sechs Jahre mit Ereignissen wie Pandemie, Lieferengpässen, Ukraine-Krieg, Inflation, drastischen Zinssteigerungen, Zollpolitik und dem neuen geopolitischen Konflikt in Nahost. „Über lange Sicht ist es trotz aller Schwierigkeiten und Herausforderungen sinnvoll, investiert zu sein“, sagte er und empfahl als Kern der Anlage ein breit diversifiziertes Portfolio, um gut über alle Kapitalmarktphasen zu kommen. Als Ergänzung schlug er sogenannte Satelliten vor zu Themen wie künstliche Intelligenz (KI), Cyber Security oder Rüstung.

Referent Michael Hünseler, Mitglied der Geschäftsführung der LBBW Asset Management, legte in seinem Vortrag den Fokus auf Anlagetrends, wie KI, Verteidigung und Energieversorgungssouveränität. Hierzu legte er unter anderem die rasante Entwicklung von KI dar, was zu hohen Investments in diesem Bereich geführt habe. In der Summe gehe es darum abzuschätzen, welche Aufgaben KI als nächstes übernehmen könne.
„Verteidigung war bis vor nicht allzu langer Zeit ein sehr unangenehmes Thema. Aber wir wissen mittlerweile, die Zeitenwende hat stattgefunden“, sagte Hünseler. „Wir werden als Europa nicht umhinkommen, uns auf eigene Füße zu stellen.“ Er legte dar, dass man auch über konventionelle Wege hinausdenken müsse. „Was in der Vergangenheit Verteidigung ausgemacht hat, ist sicher nicht mehr das, was es heute ausmacht und sicher nicht mehr das, wie es morgen ausschauen wird“, hob er unter anderem mit Blick auf KI hervor. Sicherheit bedeute aber nicht nur sich verteidigen zu können, sondern sich auch sicher in seiner Umgebung zu fühlen, weshalb auch Themen wie Gefahrenmelder, smarte Schlösser und Sicherheitskameras einen Wachstumsmarkt darstellen. Für Investments sorge auch der Aufbau von neuen Energiegewinnungsformen, nicht zuletzt angesichts der Klimaerwärmung. „Nachhaltige Investments sind da gefragt“, stellte Hünseler fest. „Wir wollen CO2-Intensität vermeiden, das heißt Branchen, die sehr viel CO2 verbrauchen oder produzieren, wollen wir gerne vermeiden.“ Dass sich Investitionen in Unternehmen lohnen, die umweltfreundliche Technologien unterstützen, führte er an einem Beispiel vor Augen. „Für eine solche Portfoliostrategie war seit 2007 ein Gewinn für den Anleger von 422 Prozent möglich, eine Vervierfachung seines Investments“, sagte Hünseler. „Und das, obwohl viele denken, Nachhaltigkeit sei eher ein Performancedämpfer.“

Zu der anschließenden Diskussionsrunde mit den beiden Referenten stieß Stefan Saile dazu, Bereichsdirektor S-Vermögen der Sparkasse Pforzheim Calw. Er machte bei den Kunden ein verstärktes Bedürfnis nach Information aus, das aber nicht zu Panikverkäufen oder Nachkäufen führte. „Es finden Ausbalancierungen statt“, stellte Saile fest. „Man sieht Gewinnmitnahmen im Technologiebereich, man sieht in den letzten Wochen verstärkte Investments im Goldbereich und im Bereich Verteidigung.“ Die derzeitige Schwankungsintensität an den Märkten führe außerdem zu attraktiven aktienbasierten Anlagenzertifikaten. Unterm Strich stellte er fest, dass Diversifikation am besten funktioniere, anstatt Angst davor zu haben, einen Trend zu verpassen, oder zu viel auf ein Pferd zu setzen. Mit einem gemütlichen Beisammensein und Gelegenheit zum persönlichen Austausch klang der spannende Abend aus
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