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Oliver Reitz

Direktor des Eigenbetriebs Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim (WSP)

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Stellenabbau bei Schaeffler - auch Standort in Bühl betroffen

Der international agierende Auto- und Industriezulieferer Schaeffler hat am Dienstag (08.11.2022) mitgeteilt, bis zum Jahr 2026, 1300 Stellen weltweit abzubauen. Das Herzogenauracher Unternehmen will mit dieser Maßnahme Kosten in Höhe von 100 Millionen Euro pro Jahr einsparen. Der Stellenabbau betrifft sowohl das Inland als auch das Ausland. In Deutschland sind im Wesentlichen die Standorte Herzogenaurach, Bühl und Homburg betroffen.
Schaeffler-Standort Bühl. Bild: © Schaeffler

08.11.2022

Der Vorstand der Schaeffler AG, hat nach eigenen Angaben, auf den sich beschleunigenden Wandel im Bereich der Antriebstechnologien reagiert. Der Konzern soll umgebaut werden und das bedeutet auch die Streichung von 1300 Stellen weltweit.

Es reicht künftig nicht aus, nur technologisch führend zu sein. Vielmehr sind wettbewerbsfähige Kostenstrukturen entscheidend, um die Transformation weiter zu beschleunigen und Schaeffler konsequent auf die Elektrifizierung des Antriebsstrangs auszurichten. Dies bedeutet im Umkehrschluss auch, die Kostenbasis zu reduzieren und Überkapazitäten abzubauen.


Matthias Zink, CEO der Sparte Automotive Technologies der Schaeffler AG

Die beschleunigte Transformation der Fahrzeugantriebe hin zur Elektromobilität führe zu Überkapazitäten bei Produkten für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor und somit zu einem weiteren Anpassungsbedarf. Hinzu kommt, dass Automobilhersteller ihre Entwicklungsaktivitäten für Verbrenner kontinuierlich reduzieren, was auch bei Schaeffler zusätzliche Anpassungen erforderlich mache.

Trotz einem starken dritten Quartal sollen insgesamt 1300 Stellen abgebaut werden. Knapp drei Viertel des Kapazitätsabbaus entfallen auf Stellen in der Verwaltung sowie zentralen Funktionen im Bereich Forschung und Entwicklung für Verbrennungsmotoren, der Rest auf Stellen in der Produktion. 1000 Stellen sollen in Deutschland bis 2026 gestrichen werden. Im Wesentlichen betreffe dies die Standorte Herzogenaurach, Bühl (Baden) und Homburg.

Die vom Kapazitätsabbau betroffenen deutschen Standorte sollen, nach Angaben des Unternehmens, durch Investitionen in neue Technologien gestärkt werden.

So will Schaeffler beispielsweise am Standort Bühl seinen Entwicklungs- und Fertigungscampus für die Elektromobilität ausbauen. Das Werk soll zum weltweiten Leitwerk für die E-Motoren-Fertigung umgebaut werden.

„Die vom Vorstand definierten Maßnahmen stellen einen konkreten Beitrag zur Sicherung von zukünftigem Wachstum dar, um die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit von Schaeffler nachhaltig weiter zu stärken und hierdurch zugleich langfristig Arbeitsplätze in Deutschland zu erhalten“, sagt Sascha Zaps, Regional CEO Europa der Schaeffler AG. Die Maßnahmen sollen zu jährlichen Einsparungen von voraussichtlich bis zu 100 Millionen Euro führen. Dem stehen Transformationsaufwendungen in Höhe von rund 130 Millionen Euro gegenüber, von denen voraussichtlich der Großteil als Rückstellung im 4. Quartal 2022 gebildet wird.

Trotz schwieriger Umstände lieferte der Auto- und Industriezulieferer ein starkes drittes Quartal 2022. Nach eigenen Angaben des Unternehmens stiegen die Umsatzerlöse währungsbereinigt um 20,2 Prozent auf 4.242 Millionen Euro (Vorjahr: 3.332 Millionen Euro). Für die ersten neun Monate des Jahres 2022 lag der Umsatz der Schaeffler Gruppe bei 11.790 Millionen Euro (Vorjahr: 10.346 Millionen Euro). Das entspricht einem Wachstum von 8,7 Prozent verglichen mit dem Vorjahreszeitraum.

Mit rund 83.000 Mitarbeitenden ist die Schaeffler Gruppe eines der weltweit größten Familienunternehmen. Mit mehr als 1.800 Patentanmeldungen belegte Schaeffler im Jahr 2021 laut DPMA (Deutsches Patent- und Markenamt) Platz drei im Ranking der innovationsstärksten Unternehmen Deutschlands.

pm/tm

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