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Oliver Reitz

Direktor des Eigenbetriebs Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim (WSP)

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Pforzheim will Korridor für Öffnung aufzeigen

Unter dem Motto "Perspektiven mit Augemaß" hat die Stadt Pforzheim ein Konzept für eine neue Öffnungsstrategie beim Land Baden-Württemberg eingereicht und hofft nun auf positive Signale aus Stuttgart.
Pforzheim Innenstadt Luftbild Foto: © Pforzheimer Zeitung/ Thomas Meyer

„Auch wenn die Prognosen für die nächsten Wochen alles andere als ermutigend sind, müssen wir dringend neue Wege jenseits des Dauerlockdowns wagen. Handel, Gastronomie, Kultur und Bevölkerung brauchen diese Perspektive dringend.

"Am Ende können wir sagen: Ja, das Konzept hat Hand und Fuß und wird so funktionieren, vorausgesetzt die Inzidenzwerte bleiben unter 100.“
Peter Boch, Oberbürgermeister Pforzheim
Peter Boch, Oberbürgermeister Stadt Pforzheim

Raus aus der Dauer-Lockdown-Schleife. Mit dem Konzept soll der Weg für eine Öffnungsstrategie freigemacht werden. Bedingung dafür ist allerdings, dass die Inzidenzwerte stabil unter 100 liegen.

Ein Nachweis über einen tagesaktuellen negativen Schnelltest soll es dann den Menschen erlauben, Handel, Gastronomie, kulturelle Angebote oder Sporteinrichtungen zu besuchen. Der Besuch von Restaurants oder Cafés soll in der Außengastronomie mit negativem Test ohne Terminvereinbarung möglich sein. In geschlossenen Räumen ist zusätzlich zu einem negativen Test ein Termin erforderlich. Ergänzend zu den bereits ohnehin möglichen Friseurdienstleistungen dürfen mit negativem Schnelltest auch sogenannte körpernahe Dienstleistungen angeboten werden. Auch die Ausübung von Sportarten, bei denen mehrere Personen zusammentreffen, soll mit negativem Testergebnis möglich sein. In diesem Fall sind Kontaktsportarten wie etwa Fußball im Außenbereich möglich. Kontaktfreie Sportarten dürften auch im Innenbereich ausgeübt werden – das wäre ein wichtiges Signal auch für Fitness-Studios.

Die Stadt Pforzheim hat das unter Federführung des Eigenbetriebs Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim erstellte Konzept, am Mittwochnachmittag, beim Land eingereicht.

„In zehn Punkten nehmen wir Bezug auf die spezifische Situation vor Ort in Pforzheim und zeigen auf, wo ein Korridor für eine Öffnung bestehen könnte und nach unserer Einschätzung bestehen sollte“, sagt WSP-Direktor Oliver Reitz.

Die medizinische Begleitung des Konzeptes, sei insbesondere durch die enge Einbindung der Leitungsebene des Gesundheitsamtes, mehrerer Apotheker und verschiedener niedergelassener Ärzte gegeben. Zudem würde das Projekt von der Hochschule Pforzheim wissenschaftlich begleitet werden.

Klar sei aber auch, dass die Umsetzung jederzeit ausgesetzt werden könne, wenn das Infektionsgeschehen es notwendig mache.

Die Entwicklung der Pandemie beobachte man „sehr sorgfältig und täglich sowohl im Raum Pforzheim als auch auf Landes- und Bundesebene. „Selbstverständlich nehmen auch wir die derzeit kontinuierlich steigenden Werte zur Kenntnis. Wir werden beraten von Medizinern und dem Gesundheitsamt und wir werden nichts Unvernünftiges vorschlagen, aber: wir wollen vorbereitet sein für den Moment, an dem wir Optionen anbieten können. Ich bin überzeugt davon, dass die Menschen das von uns auch erwarten nach einem schwierigen Jahr für alle“, so der Oberbürgermeister.

Ein Start könne – nach erfolgter Freigabe durch die Landesregierung – dann sehr schnell gehen. Die schriftliche Ausarbeitung des Konzepts, dürfte nun den Verantwortlichen in Stuttgart vorliegen und die Entscheidung wird in Pforzheim mit Spannung erwartet.

So sieht die Schnelltest-Infrastruktur aus:

Das Testzentrum auf dem Pforzheimer Messplatz verfügt über eine Kapazität von bis zu 26.000 Testungen pro Woche. Auch neun Apotheken, 15 Arztpraxen und die Arcus-Klinik werden in dem Konzept als Stützen der sich über das gesamte Stadtgebiet erstreckenden Test-Landschaft genannt. Ergänzend nimmt die Drogeriemarkt-Kette „dm“ in diesen Tagen den Schnelltest-Betrieb in einer Filiale in der Pforzheimer Oststadt auf.

„Der Corona-Verwaltungsstab hat sich intensiv mit dem unter Federführung des Eigenbetriebs Wirtschaft- und Stadtmarketing erarbeiteten Konzepts auseinandergesetzt. Am Ende können wir sagen: Ja, das Konzept hat Hand und Fuß und wird so funktionieren, vorausgesetzt die Inzidenzwerte bleiben unter 100„, sagt der Rathhauschef.

Damit sei gewährleistet, dass das Konzept, das unter dem Motto ‚Perspektiven mit Augenmaß‘ stehe, eng an das Infektionsgeschehen gekoppelt ist.

pm/tm

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