Oliver Reitz
Direktor des Eigenbetriebs Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim (WSP)
18.10.2024
von Andreas Wagner und Lothar Neff / mm
Die Pforzheimer Wirtschaftspreise gingen in der Kategorie „Innovation und Idee“ an Andreas Kämpfe, Vorsitzender der Geschäftsführung der Witzenmann GmbH, in der Kategorie „Marke und Image“ an Dr. Ulrich Schulze, Direktor des Siloah St. Trudpert Klinikums sowie in der Kategorie „Lebenswerk“ an Herbert Mohr-Mayer, langjähriger Inhaber und Geschäftsführer der Schmuckmanufaktur Victor Mayer.
„Gerade in Zeiten, in denen unseren Mittelstand konjunkturelle Sorgen plagen, ist solch ein Abend ein Ausrufezeichen, welches wir gerne mit der Leistungsfähigkeit unseres Wirtschaftsstandorts verknüpfen möchten“, betonte Reitz, der sich über die große Resonanz mit 350 Gästen erfreut zeigte. Seitdem das Format – zunächst pandemiebedingt – in Gala-Form umgesetzt wird und die Kostenbeteiligung bei 60 Euro liegt, sei dies der bislang beste Zuspruch, rund 70 Gäste mehr als im Vorjahr.
Jahrzehntelang hat die Wirtschaft in Deutschland und auch hier vor Ort Rückenwind gehabt. Dies haben wir häufig als Normalzustand wahrgenommen. Doch derzeit herrscht in Branchen wie der Automobil- und der Automobil-Zulieferindustrie Flaute, mitunter auch Gegenwind.
Oliver Reitz, WSP-Direktor
Reitz ging in seiner Begrüßung auf die aktuellen Herausforderungen für die Wirtschaft am Standort Pforzheim ein. Er machte zugleich deutlich, dass er keinen Zweifel daran habe, dass die regionalen Unternehmen weitgehend krisenfest seien und gerade jetzt „entschlossen und kraftvoll in die Pedale treten wollen und können“.
Moderator Georg Bruder führte die Gäste durch den Abend. Der von ihm geleitete Wirtschaftstalk mit Sophie von der Tann, Korrespondentin im ARD-Studio Tel Aviv, war aufgrund der aktuellen Lage in Israel nur via Liveschaltung möglich. So gab die Journalistin, die an diesem Abend gern vor Ort in Pforzheim gewesen wäre, den Gästen im CCP aus der Ferne von ihrem Büro in einem Bunker Einblicke in ihre Arbeit, in die Wichtigkeit von sozialen Medien in ihrem Beruf als TV-Korrespondentin sowie in ihren Podcast „Lost in Nahost“. Die 33-Jährige, 2024 ausgezeichnet mit dem Förderpreis beim Deutschen Fernsehpreis, berichtete von ihrer Arbeit am „Konfliktherd“ Nahost. Seit dem brutalen Überfall der Hamas im Oktober 2023 habe sich nicht nur für sie persönlich einiges geändert, sagte sie. „Ich habe sehr viel Arbeit, war anfangs täglich fast in jeder Sendung der ARD.“ Es habe sich auch die allgemeine Sicherheitslage in Israel verändert – erst recht, nachdem auch der Konflikt mit der Hisbollah im Norden des Landes eskalierte.
Für die Berichterstattung gelte es, Risiken abzuwägen und die richtige Balance zu finden, um einerseits Empathie aufzubringen bei der Begegnung mit Menschen, die unermessliches Leid erfahren, und andererseits eine professionelle Distanz zu wahren.
Auskunft gab von der Tann, die unter anderem Theologie und Orientalistik studierte und Hebräisch und Arabisch spricht, auch über das wirtschaftliche Leben in Israel, das sich gravierend verändert hat. Fast alle Branchen seien betroffen. Im Norden sei es aufgrund des Beschusses durch die Hisbollah schwierig, landwirtschaftliche Flächen zu bestellen, Arbeitskräfte fehlten, weil Israelis zum Militär eingezogen wurden oder Palästinenser nicht mehr aus den besetzten Gebieten heraus dürfen. Und der Tourismus sei ohnehin „sehr hart“ getroffen. Deprimierend sei es gewesen, durch Bethlehem zu laufen, sagte die ARD-Korrespondentin. „Es ist schlimmer als während der Corona-Zeit. Damals gab es wenigstens Inlandstourismus.“
„Die Firma Witzenmann ist nicht irgendein Unternehmen, sondern einer der größten Arbeitgeber in Pforzheim mit aktuell über 1600 Mitarbeitern am Stammsitz und überdies ein wichtiger Impulsgeber für die gesamte Wirtschaftsregion“, sagte Professor Ulrich Jautz, Rektor der Hochschule Pforzheim in seiner Laudatio auf den Preisträger in der Kategorie „Innovation und Idee“. Der Begründer des US-Unternehmens IBM, Thomas Watson, habe einmal gesagt: „Innovation ist keine Garantie gegen das Scheitern, aber ohne Innovation ist das Scheitern garantiert.“
Die Bereitschaft, neue Wege zu gehen, sei tief in der DNA der Firma Witzenmann verwurzelt. 1885 erfand Heinrich Witzenmann mit seinem Geschäftspartner Eugène Levasseur einen flüssigkeitsdichten und robusten Metallschlauch. Wenig später begann Witzenmann mit der Serienfertigung dieses vielseitig einsetzbaren Bauteils in seiner Schmuckwarenfabrik.
Seither habe sich der Familienbetrieb in fünfter Generation kontinuierlich weiterentwickelt und sei zu einem Weltunternehmen mit 4600 Mitarbeitern und Niederlassungen in 21 Ländern geworden. Als technologischer Vordenker und unermüdlicher Treiber wirke Andreas Kämpfe, der vor acht Jahren die Leitung übernommen hat. Das neue Stammhaus entstehe nicht etwa im Ausland, wo die Löhne- und Produktionskosten vermeintlich geringer seien, sondern im Gewerbegebiet Pforzheim-Buchbusch. „Ich bin sicher, dass Witzenmann das selbst formulierte Ziel erreichen wird, zu den Gewinnern des technologischen, kulturellen und digitalen Transformationsprozesses zu gehören.“
1884 wurde das Kinderspital Siloah mit sechs Betten am Altstädter Kirchenweg 21 eröffnet. „Heute erblicken jährlich bis zu 1400 Kinder im Siloah das Licht der Welt“, erinnerte der frühere IHK-Hauptgeschäftsführer Martin Keppler, Vorsitzender des Verwaltungsrates des evangelischen Diakonissenvereins Siloah. Er würdigte dabei den Pforzheimer Wirtschaftspreisträger in der Kategorie „Marke und Image“– das Siloah St. Trudpert Klinikum.
Der evangelische Diakonissenverein besteht seit 152 Jahren und ist nach der Stadt Pforzheim die zweitälteste Körperschaft, die im Register eingetragen ist. 75 000 Menschen werden jährlich medizinisch versorgt. Rund 500 Menschen leben in den Heimen. Rund 40 000 Notfälle finden erste Hilfe in der Notaufnahme des Krankenhauses. Damit sei „das Siloah“ heute der größte Allgemeinversorger in der Region.
All das, was im Siloah-Verbund geleistet wird, werde von Menschen getragen: 1400 Mitarbeitende sind im Krankenhaus und 800 in den Heimen tätig, sagte Keppler. Dort böten sich nicht nur High-Tech Medizin und Betreuung auf höchstem Niveau, sondern eben auch ein Gebilde mit Seele und menschlicher Wärme. Die Recruitingkampagne „Komm nach Siloah!“ wurde von der Werbeagentur UNIT08 umgesetzt, einer Tochterfirma des PZ-Medienhauses, die sich vor allem auf mittelständische Unternehmen spezialisiert hat. „Komm nach Siloah!“ sei ein Aufruf, Siloah mit allen Einrichtungen kennenzulernen. Mit der Imagekampagne werden die Menschen sichtbar gemacht, die sich tagtäglich für die Patienten einbringen. „Wir haben uns angehört wie die Arbeit hier stattfindet und warum die Menschen hier und nicht anderswo arbeiten“, so Marcel Ihle, Geschäftsführer von UNIT08. Dass in diesem Jahr das Siloah mit dem Wirtschaftspreis ausgezeichnet wurde ist somit auch gleichzeitig eine Auszeichnung für Unit08.
Von den 400 Mitarbeitern, die wir in den vergangen 18 Monaten eingestellt haben, gaben mehr als die Hälfte an, die Kampagne positiv wahrgenommen zu haben.
Dr. Ulrich Schulze, Direktor des Siloah St. Trudpert Klinikums
Mit der Siloah International Academy sei es seit 2018 gelungen, 160 ausländische Pflegekräfte zu gewinnen. „Über 80 Prozent sind bis heute im Haus beschäftigt. Nicht nur beschäftigt, sondern integriert!“
Der Wirtschaftspreis in der Kategorie „Lebenswerk“ geht an Herbert Mohr-Mayer. „Obwohl die Goldstadt 1945 in Trümmern lag, erlebte dieser als Jugendlicher, wie Vater und Onkel durch starke Design- und Vertriebsorientierung das Schmuckunternehmen Victor Mayer in den Wirtschaftswunderjahren wieder zu neuer Blüte führen konnten“, erläuterte Laudator Burkhard Thost.
Als dann in den 1980er Jahren globaler Wettbewerb die Märkte streitig machte und eine überaus erfolgreiche Branche in eine schwere Strukturkrise stürzte, bewies Herbert Mohr seine Fähigkeit, aus gewohnten Bahnen heraus anders zu denken, Chancen neu zu sehen.
Herbert Mohr-Mayer
Für die Zukunft des Familienunternehmens, Mohr war mittlerweile Alleingesellschafter, mussten neue Wege beschritten werden. Die russische Kunstgeschichte in Erinnerung, wurden Kontakte zum Hause Fabergé geknüpft und 70 Jahre nach Schließung der Firma des großen europäischen Goldschmiede- und Hofjuweliers der Zaren, Peter-Carl Fabergé, in Russland 1919 ein neuer Ansatz in Pforzheim gewagt: Schmuck im Stile Fabergés, nicht vorrangig zum Tragen, sondern als herausragendes Kunstobjekt zum Anschauen und Eintauchen in eine Welt von Größe, Bedeutung und Glanz.
Herbert Mohr-Mayer habe in unsicherer Zeit mit herausragenden Ideen und seinen internationalen Aktivitäten mit Fabergé die Goldstadt weltweit ins Gespräch gebracht. Durch den Eintrag ins OECD-Register als immaterielles deutsches Kulturerbe habe dies große Anerkennung gefunden.
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„Pforzheim hat mit seinem breit aufgestellten und leistungsfähigen Mittelstand bewiesen, dass es auf schwierige Situationen mit Entschlossenheit, Innovationskraft und Kreativität reagieren kann.“
von Andreas Wagner und Lothar Neff / mm
Die Pforzheimer Wirtschaftspreise gingen in der Kategorie „Innovation und Idee“ an Andreas Kämpfe, Vorsitzender der Geschäftsführung der Witzenmann GmbH, in der Kategorie „Marke und Image“ an Dr. Ulrich Schulze, Direktor des Siloah St. Trudpert Klinikums sowie in der Kategorie „Lebenswerk“ an Herbert Mohr-Mayer, langjähriger Inhaber und Geschäftsführer der Schmuckmanufaktur Victor Mayer.
„Gerade in Zeiten, in denen unseren Mittelstand konjunkturelle Sorgen plagen, ist solch ein Abend ein Ausrufezeichen, welches wir gerne mit der Leistungsfähigkeit unseres Wirtschaftsstandorts verknüpfen möchten“, betonte Reitz, der sich über die große Resonanz mit 350 Gästen erfreut zeigte. Seitdem das Format – zunächst pandemiebedingt – in Gala-Form umgesetzt wird und die Kostenbeteiligung bei 60 Euro liegt, sei dies der bislang beste Zuspruch, rund 70 Gäste mehr als im Vorjahr.
Jahrzehntelang hat die Wirtschaft in Deutschland und auch hier vor Ort Rückenwind gehabt. Dies haben wir häufig als Normalzustand wahrgenommen. Doch derzeit herrscht in Branchen wie der Automobil- und der Automobil-Zulieferindustrie Flaute, mitunter auch Gegenwind.
Oliver Reitz, WSP-Direktor
Reitz ging in seiner Begrüßung auf die aktuellen Herausforderungen für die Wirtschaft am Standort Pforzheim ein. Er machte zugleich deutlich, dass er keinen Zweifel daran habe, dass die regionalen Unternehmen weitgehend krisenfest seien und gerade jetzt „entschlossen und kraftvoll in die Pedale treten wollen und können“.
Moderator Georg Bruder führte die Gäste durch den Abend. Der von ihm geleitete Wirtschaftstalk mit Sophie von der Tann, Korrespondentin im ARD-Studio Tel Aviv, war aufgrund der aktuellen Lage in Israel nur via Liveschaltung möglich. So gab die Journalistin, die an diesem Abend gern vor Ort in Pforzheim gewesen wäre, den Gästen im CCP aus der Ferne von ihrem Büro in einem Bunker Einblicke in ihre Arbeit, in die Wichtigkeit von sozialen Medien in ihrem Beruf als TV-Korrespondentin sowie in ihren Podcast „Lost in Nahost“. Die 33-Jährige, 2024 ausgezeichnet mit dem Förderpreis beim Deutschen Fernsehpreis, berichtete von ihrer Arbeit am „Konfliktherd“ Nahost. Seit dem brutalen Überfall der Hamas im Oktober 2023 habe sich nicht nur für sie persönlich einiges geändert, sagte sie. „Ich habe sehr viel Arbeit, war anfangs täglich fast in jeder Sendung der ARD.“ Es habe sich auch die allgemeine Sicherheitslage in Israel verändert – erst recht, nachdem auch der Konflikt mit der Hisbollah im Norden des Landes eskalierte.
Für die Berichterstattung gelte es, Risiken abzuwägen und die richtige Balance zu finden, um einerseits Empathie aufzubringen bei der Begegnung mit Menschen, die unermessliches Leid erfahren, und andererseits eine professionelle Distanz zu wahren.
Auskunft gab von der Tann, die unter anderem Theologie und Orientalistik studierte und Hebräisch und Arabisch spricht, auch über das wirtschaftliche Leben in Israel, das sich gravierend verändert hat. Fast alle Branchen seien betroffen. Im Norden sei es aufgrund des Beschusses durch die Hisbollah schwierig, landwirtschaftliche Flächen zu bestellen, Arbeitskräfte fehlten, weil Israelis zum Militär eingezogen wurden oder Palästinenser nicht mehr aus den besetzten Gebieten heraus dürfen. Und der Tourismus sei ohnehin „sehr hart“ getroffen. Deprimierend sei es gewesen, durch Bethlehem zu laufen, sagte die ARD-Korrespondentin. „Es ist schlimmer als während der Corona-Zeit. Damals gab es wenigstens Inlandstourismus.“
„Die Firma Witzenmann ist nicht irgendein Unternehmen, sondern einer der größten Arbeitgeber in Pforzheim mit aktuell über 1600 Mitarbeitern am Stammsitz und überdies ein wichtiger Impulsgeber für die gesamte Wirtschaftsregion“, sagte Professor Ulrich Jautz, Rektor der Hochschule Pforzheim in seiner Laudatio auf den Preisträger in der Kategorie „Innovation und Idee“. Der Begründer des US-Unternehmens IBM, Thomas Watson, habe einmal gesagt: „Innovation ist keine Garantie gegen das Scheitern, aber ohne Innovation ist das Scheitern garantiert.“
Die Bereitschaft, neue Wege zu gehen, sei tief in der DNA der Firma Witzenmann verwurzelt. 1885 erfand Heinrich Witzenmann mit seinem Geschäftspartner Eugène Levasseur einen flüssigkeitsdichten und robusten Metallschlauch. Wenig später begann Witzenmann mit der Serienfertigung dieses vielseitig einsetzbaren Bauteils in seiner Schmuckwarenfabrik.
Seither habe sich der Familienbetrieb in fünfter Generation kontinuierlich weiterentwickelt und sei zu einem Weltunternehmen mit 4600 Mitarbeitern und Niederlassungen in 21 Ländern geworden. Als technologischer Vordenker und unermüdlicher Treiber wirke Andreas Kämpfe, der vor acht Jahren die Leitung übernommen hat. Das neue Stammhaus entstehe nicht etwa im Ausland, wo die Löhne- und Produktionskosten vermeintlich geringer seien, sondern im Gewerbegebiet Pforzheim-Buchbusch. „Ich bin sicher, dass Witzenmann das selbst formulierte Ziel erreichen wird, zu den Gewinnern des technologischen, kulturellen und digitalen Transformationsprozesses zu gehören.“
1884 wurde das Kinderspital Siloah mit sechs Betten am Altstädter Kirchenweg 21 eröffnet. „Heute erblicken jährlich bis zu 1400 Kinder im Siloah das Licht der Welt“, erinnerte der frühere IHK-Hauptgeschäftsführer Martin Keppler, Vorsitzender des Verwaltungsrates des evangelischen Diakonissenvereins Siloah. Er würdigte dabei den Pforzheimer Wirtschaftspreisträger in der Kategorie „Marke und Image“– das Siloah St. Trudpert Klinikum.
Der evangelische Diakonissenverein besteht seit 152 Jahren und ist nach der Stadt Pforzheim die zweitälteste Körperschaft, die im Register eingetragen ist. 75 000 Menschen werden jährlich medizinisch versorgt. Rund 500 Menschen leben in den Heimen. Rund 40 000 Notfälle finden erste Hilfe in der Notaufnahme des Krankenhauses. Damit sei „das Siloah“ heute der größte Allgemeinversorger in der Region.
All das, was im Siloah-Verbund geleistet wird, werde von Menschen getragen: 1400 Mitarbeitende sind im Krankenhaus und 800 in den Heimen tätig, sagte Keppler. Dort böten sich nicht nur High-Tech Medizin und Betreuung auf höchstem Niveau, sondern eben auch ein Gebilde mit Seele und menschlicher Wärme. Die Recruitingkampagne „Komm nach Siloah!“ wurde von der Werbeagentur UNIT08 umgesetzt, einer Tochterfirma des PZ-Medienhauses, die sich vor allem auf mittelständische Unternehmen spezialisiert hat. „Komm nach Siloah!“ sei ein Aufruf, Siloah mit allen Einrichtungen kennenzulernen. Mit der Imagekampagne werden die Menschen sichtbar gemacht, die sich tagtäglich für die Patienten einbringen. „Wir haben uns angehört wie die Arbeit hier stattfindet und warum die Menschen hier und nicht anderswo arbeiten“, so Marcel Ihle, Geschäftsführer von UNIT08. Dass in diesem Jahr das Siloah mit dem Wirtschaftspreis ausgezeichnet wurde ist somit auch gleichzeitig eine Auszeichnung für Unit08.
Von den 400 Mitarbeitern, die wir in den vergangen 18 Monaten eingestellt haben, gaben mehr als die Hälfte an, die Kampagne positiv wahrgenommen zu haben.
Dr. Ulrich Schulze, Direktor des Siloah St. Trudpert Klinikums
Mit der Siloah International Academy sei es seit 2018 gelungen, 160 ausländische Pflegekräfte zu gewinnen. „Über 80 Prozent sind bis heute im Haus beschäftigt. Nicht nur beschäftigt, sondern integriert!“
Der Wirtschaftspreis in der Kategorie „Lebenswerk“ geht an Herbert Mohr-Mayer. „Obwohl die Goldstadt 1945 in Trümmern lag, erlebte dieser als Jugendlicher, wie Vater und Onkel durch starke Design- und Vertriebsorientierung das Schmuckunternehmen Victor Mayer in den Wirtschaftswunderjahren wieder zu neuer Blüte führen konnten“, erläuterte Laudator Burkhard Thost.
Als dann in den 1980er Jahren globaler Wettbewerb die Märkte streitig machte und eine überaus erfolgreiche Branche in eine schwere Strukturkrise stürzte, bewies Herbert Mohr seine Fähigkeit, aus gewohnten Bahnen heraus anders zu denken, Chancen neu zu sehen.
Herbert Mohr-Mayer
Für die Zukunft des Familienunternehmens, Mohr war mittlerweile Alleingesellschafter, mussten neue Wege beschritten werden. Die russische Kunstgeschichte in Erinnerung, wurden Kontakte zum Hause Fabergé geknüpft und 70 Jahre nach Schließung der Firma des großen europäischen Goldschmiede- und Hofjuweliers der Zaren, Peter-Carl Fabergé, in Russland 1919 ein neuer Ansatz in Pforzheim gewagt: Schmuck im Stile Fabergés, nicht vorrangig zum Tragen, sondern als herausragendes Kunstobjekt zum Anschauen und Eintauchen in eine Welt von Größe, Bedeutung und Glanz.
Herbert Mohr-Mayer habe in unsicherer Zeit mit herausragenden Ideen und seinen internationalen Aktivitäten mit Fabergé die Goldstadt weltweit ins Gespräch gebracht. Durch den Eintrag ins OECD-Register als immaterielles deutsches Kulturerbe habe dies große Anerkennung gefunden.
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