Das Hohenwart Forum ist für viele mehr als ein Tagungshotel. Seit Jahren kommen hier Unternehmen, Hochschulen, Bildungsträger und viele weitere Organisationen zusammen, um zu lernen, zu diskutieren und neue Ideen zu entwickeln. Doch was diesen Ort wirklich ausmacht, sind die Menschen hinter den Kulissen. Vier von ihnen erzählen, warum sich das Hohenwart Forum manchmal wie ein zweites Zuhause anfühlt – und warum hier Räume für eine offene Gesellschaft entstehen.
Das Hohenwart Forum aus der Vogelperspektive. Foto: LOOK! Fotodesign
Das Hohenwart Forum aus der Vogelperspektive. Foto: LOOK! Fotodesign
23.03.2026
von Tanja Meckler
Über Trinkgeld und weiße Socken
Maria Hapy ist 38 Jahre alt und arbeitet im Service des Hohenwart Forums. Seit fast 10 Jahren ist sie Teil des Teams. Sie sagt einen Satz der im Zusammenhang mit einem Arbeitsplatz im ersten Moment skurril klingt. „Wir sind hier ein bisschen wie in einer Beziehung.“ Maria Hapy lacht, aber sie meint es ernst. „Wenn es schwierig wird und man gleich alles hinschmeißt, dann war es keine echte Beziehung. Bei uns ist das anders. Wenn es mal knirscht, halten wir erst recht zusammen.“
Maria Hapy arbeitet seit fast 10 Jahren im Hohenwart Forum. Foto: BrandFactory
Maria Hapy beschreibt sich selbst gern augenzwinkernd als „ungelernt talentiert“. Eine klassische Ausbildung in der Branche hat sie nicht. Was sie mitgebracht hat, sind Erfahrungen aus ganz unterschiedlichen Stationen der Gastronomie – und aus dem Stuttgarter Nachtleben. Vor fast zehn Jahren kam sie der Liebe wegen nach Neuhausen und bewarb sich im Hohenwart Forum. Sie hat hier Hochzeiten erlebt, Seminare, Firmenfeiern und Geburtstage. Und einen Abend, den sie nie vergessen wird. Einen 80ten Geburtstag. Am Ende der Feier kommt die Gastgeberin zu ihr, nimmt sie in den Arm – und weint. Vor Freude über den gelungenen Abend. „Das war mehr wert als jedes Trinkgeld“, sagt Maria. Vielleicht erzählt diese Szene mehr über das Hohenwart Forum als jede Statistik.
Im Hohenwart Forum wird viel gefeiert. Rund ums Jahr finden verschiedene Veranstaltungen und private Feiern statt. Foto: BrandFactoryDie Bar ist abends ein beliebter Treffpunkt. Foto: BrandFactory
In den vergangenen zehn Jahren hat Maria Hapy viele Veränderungen erlebt: neue Räume, eine modernere Gastronomie, die Bar im Foyer. Und auch eine neue Geschäftsführerin. Als Johanna Iskenius 2023 die Leitung übernahm, war Maria schnell überzeugt. „Sie ist ein Jackpot für dieses Haus“, sagt sie.
Im Mai steht für Maria Hapy ein besonderes Ereignis an: Zehn Jahre Hohenwart Forum. Gefeiert werden soll das , aber mit einer ungewöhnlichen Bitte.
Kein Blumenstrauß.
„Ich wünsche mir weiße Socken mit dem Logo vom Hohenwart Forum“, sagt sie und lacht. Die wolle sie auch in ihrer Freizeit tragen. Als Statement. Denn Maria Hapy ist stolz, Teil des 65-köpfigen Teams aus 15 Nationen zu sein. „Es muss wirklich schlimm sein, wenn man irgendwo arbeiten muss, wo man sich nicht wohlfühlt“, sagt sie.
Dann wird sie kurz ernst.
„Ich bin einfach dankbar für meinen Arbeitsplatz.“
Das Hohenwart Forum ist ein Haus das verbindet. Foto: Sandra Gallian
Am Rand des kleinen Ortes Hohenwart, eingebettet in die sanfte Landschaft des Enzkreises, liegt das Hohenwart Forum, das Tagungs- und Bildungshaus der Evangelischen Kirche Pforzheim. Schon die Anfahrt wirkt entschleunigend – wer hier ankommt, lässt den Alltag meist ein Stück hinter sich.
Das Hohenwart Forum besticht durch seine Lage, seine Architektur und den Menschen die hier arbeiten. Foto: LOOK! Fotodesign
Vielleicht liegt es an der Ruhe der Umgebung, vielleicht an der markanten Zeltarchitektur mit ihren großzügigen Fensterflächen und dem weiten Blick ins Grüne. Vielleicht aber auch an den Menschen, die diesen Ort prägen.
Es gibt auch barrierefreie Zimmer. Foto: BrandFactory
Mit 100 Zimmern, Platz für bis zu 400 Gäste und 18 flexibel nutzbaren Tagungsräumen zwischen 30 und 200 Quadratmetern hat sich das Hohenwart Forum weit über die Region hinaus als Adresse für Seminare, Klausuren und Weiterbildungen etabliert. Gleichzeitig wird hier großer Wert auf Barrierefreiheit gelegt: 24 Zimmer sind speziell auf die Bedürfnisse von Menschen mit Mobilitätseinschränkungen ausgerichtet, alle öffentlichen Bereiche – vom Foyer über Restaurant und Tagungsräume bis zu den Zugängen ins Freie – sind ebenerdig und stufenlos erreichbar. Mehrere barrierefreie WCs stehen im öffentlichen Bereich zur Verfügung. Die Barrierefreiheit des Hauses wurde von der Gesellschaft zur Förderung des Tourismus in Baden-Württemberg (GTF) geprüft und mit der Kategorie A ausgezeichnet.
Reel: Sandra Gallian
Auf dem rund 50.000 Quadratmeter großen Gelände liegen Zimmer, Tagungsräume und das zentrale Foyer mit Bar nur wenige Schritte voneinander entfernt. Ein weitläufiger Garten mit Labyrinth und Sportmöglichkeiten ergänzt das Ensemble.
Im Hohenwart Forum wird frisch gekocht. Regionale Zutaten spielen in der Küche eine große Rolle. Foto: BrandFactory
Viele Gäste sagen, es fühle sich an wie eine kleine Auszeit. Hier kommen Menschen zusammen, um zu diskutieren, zu lernen und Perspektiven zu wechseln. Oder, wie Geschäftsführerin Johanna Iskenius es formuliert: ein Ort, an dem Menschen wachsen können.
Ein Ort zum Arbeiten. Zum Denken. Zum Durchatmen.
Aber vor allem: ein Ort für Begegnungen.
Im Hohenwart Forum spielen viele Details eine Rolle. Dazu gehören auch frische Blumen. Foto: Sandra Gallian
Die Visitenkarte des Hauses
Sabine Leutz kennt diesen Ort länger als viele Gäste. Sie arbeitet hier seit fast 25 Jahren, also ein viertel Jahrhundert. Angefangen hat alles mit einer Aushilfsstelle im Service. Heute leitet sie Reservierung und Rezeption.
Sabine Leutz, hat eine klassische Hotelausbildung und ist als Leitung Reservierung und Empfang im Hohenwart Forum tätig. Foto: Sandra Gallian
Wenn Sabine Leutz über ihre Arbeit spricht, fällt ein Wort immer wieder: Überblick. „Ich schaue morgens als Erstes: Wer kommt heute? Welche Seminare finden statt? Wer sind die Referentinnen und Referenten?“ Die Rezeption, sagt sie, sei die Visitenkarte des Hauses. „Die ersten Minuten entscheiden.“ Der Moment, wenn Gäste ankommen. Wenn sie unsicher in der Lobby stehen. Wenn jemand fragt: Wo muss ich hin?
Sabine Leutz versucht dann oft schon zu wissen, wer vor ihr steht. „Idealerweise erkenne ich die Referenten schon, bevor sie ihren Namen sagen.“
Während den Veranstaltungen und Seminaren werden die Teilnehmer mit Pausensnacks versorgt. Foto: BrandFactory
Das Publikum im Hohenwart Forum ist bunt: junge Menschen, Familien, Führungskräfte, kirchliche Gruppen, internationale Gäste. Viele kommen regelmäßig. „Manche begrüßt man irgendwann fast wie Freunde.“ Für Sabine Leutz ist das Hohenwart Forum längst mehr als ein Arbeitsplatz.
„Es ist ein Stück Lebensinhalt geworden“, sagt sie. Dann überlegt sie kurz. „Ein zweites Zuhause trifft es eigentlich ganz gut.“ Und genau dieses Gefühl möchte sie weitergeben – an ihr Team. „Die Freude an der Arbeit mit unseren Gästen begleitet mich jeden Tag“, sagt sie. „Und genau das ist es, was diese Aufgabe so erfüllend macht.“
„Hier ist man nicht nur ein kleines Rädchen“
Sarah Völk ist 26 Jahre alt, während der Corona-Zeit war sie auf der Suche nach einem Praxispartner für ihr duales Studium und stieß dabei auf das Haus. Ihre erste Bewerbung blieb jedoch ohne Erfolg.
Für viele wäre das das Ende gewesen. Nicht für sie. „Ich habe nochmal nachgehakt“, erzählt sie und lacht. „Ich wollte zumindest die Chance auf ein Vorstellungsgespräch bekommen.“
Obwohl das Hohenwart Forum bis dahin noch keine duale Studentin beschäftigt hatte, bekam Sarah Völk schließlich die Möglichkeit, einzusteigen.
„Es ist ein besonderer Ort. Klar, es ist ein Tagungshaus – aber es hat auch etwas Spirituelles, ohne dass man selbst religiös sein muss. Man spürt hier einfach ein Gefühl von Wohlbefinden.“
Sarah Völk an ihrem Arbeitsplatz. Das Hohenwart Forum und sie haben eine besondere Anziehung. Foto: Sandra Gallian.
Nach ihrem dualen Studium übernahm sie zunächst für ein Jahr die Assistenz von Johanna Iskenius. Noch bevor diese Zeit endete, eröffnete sich für sie eine neue Perspektive: Heute ist Sarah Völk Assistentin des theologischen Leiters und Geschäftsführers der Bildungs gGmbH Uwe Roßwag-Hofmann und organisiert die Fortbildungen, Trainings und Seminare der gGmbH.
Zu ihrem Arbeitsalltag gehört es, Seminare zu planen, Teilnehmende zu koordinieren, Referenten zu betreuen und die Abläufe mit Küche, Technik und Rezeption abzustimmen.
„Ich bin so ein bisschen der Dreh- und Angelpunkt zwischen den Teams.“ Sarah Völk hat ihren Platz gefunden. „Irgendwie gibt es immer wieder etwas, das mich hier hält“, sagt sie. Sie spricht von einer Art Anziehungskraft. „Ich habe manchmal das Gefühl, das Haus zieht mich an – und ich ziehe auch ein bisschen zum Haus.“
Neben ihrer Arbeit macht sie berufsbegleitend einen Master. In der Teamleiterrunde sitzt sie ebenfalls – obwohl sie formal keine klassische Teamleiterin ist. Sie hat das Gefühl, etwas bewegen zu können.„Hier ist man nicht nur ein kleines Rädchen in einem großen Unternehmen. Ideen und Vorschläge werden gehört – und oft auch umgesetzt.“
Ein Ort, an den man zurückkehrt
Dass viele Menschen immer wieder nach Hohenwart kommen, zeigt sich auch in den Stimmen der Gäste.
Seit Jahren nutzen Unternehmen, Hochschulen, kirchliche Organisationen und Bildungsträger das Haus für Seminare und Weiterbildungen. Für viele ist das Hohenwart Forum mehr als nur ein Veranstaltungsort.
Ilka Steck fühlt sich im Hohenwart Forum wohl. Foto: privat
Seit vielen Jahren komme ich regelmäßig als Referentin für die Mitarbeitervertretungen der Evangelischen Heimstiftung ins Hohenwart Forum. Und es fühlt sich jedes Mal an, wie nach Hause zu kommen. Besonders schätze ich die herzliche und professionelle Betreuung durch das engagierte Team vor Ort, die gemütlichen Seminarräume mit perfekter Ausstattung sowie die idyllische Lage am Waldrand, die zwischen den Seminarzeiten zu erholsamen Pausen in der Natur einlädt. Das abwechslungsreiche Buffet und die angenehme Atmosphäre in der Bar runden den Aufenthalt ab. Die Organisation – von der Buchung bis zur Rechnung – ist stets unkompliziert, transparent und serviceorientiert. Für mich hebt sich das Hohenwart Forum durch diese persönliche Note und das spürbare Engagement aller Mitarbeitenden deutlich von anderen Tagungshotels ab.
Ilka Steck, Vorsitzende der Konzernmitarbeitervertretung der Evangelischen Heimstiftung
Dr. Thomas D’Souza hat schon viele Veranstaltungen im Hohenwart Forum durchgeführt. Foto: privat
Auch Hochschulen arbeiten seit Jahrzehnten mit dem Haus zusammen.
Seit nunmehr fast 30 Jahren haben wir bisher ca. 420 hochschuldidaktische Weiterbildungen für Hochschullehrende im Hohenwart Forum veranstaltet. Die Herzlichkeit des Personals, die reibungslose Organisation im Vorfeld und vor Ort, die Lage im Grünen und die offene Architektur machen das Hohenwart Forum für mich zu einem idealen Veranstaltungsort. Die angenehme Atmosphäre dort ermöglicht ein konstruktives und intensives Arbeiten abseits von der Hektik des Berufsalltags. Dies, das hervorragende Essen und den professionellen und trotzdem persönlichen Hotel- und Tagungsbetrieb schätzen auch unsere Teilnehmenden sehr. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit in den nächsten Jahren.
Dr. Thomas D’Souza, Geschäftsstelle der Studienkommission für Hochschuldidaktik an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg (GHD)
Unser Eindruck vom Tagungshaus ist durchweg sehr positiv. Besonders hervorheben möchten wir die hervorragende und unkomplizierte Kommunikation bei der Reservierung und Management unserer Veranstaltungen. Die Abstimmung verlief jederzeit reibungslos und sehr kundenorientiert. Auf Anfragen wurde schnell reagiert und alle Anliegen wurden zuverlässig bearbeitet. Auch die Rechnungstellung war stets korrekt und transparent. Darüber hinaus haben wir das gesamte Team als durchgehend freundlich, hilfsbereit und professionell erlebt. Dadurch wurde die Planung und Durchführung unserer Veranstaltungen deutlich erleichtert.
Angelika Grossmann, Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg Inklusions- und Integrationsamt
Für die Mitarbeitenden im Haus sind solche Rückmeldungen Bestätigung – und Antrieb zugleich.
Eduard Oprea ist 22 Jahre alt und absolviert im Hohenwart Forum eine Ausbildung zum Hotelfachmann. Foto: Sandra Gallian
Ein Tagungshotel? Kannte Eduard Oprea vorher nicht. „Ich kannte Hotels und Restaurants“, sagt er. „Aber ein Tagungshaus hatte ich noch nie gesehen.“ Auch nicht von YouTube oder aus dem Fernsehen, sagt der Auszubildende grinsend. In seiner dreijährigen Ausbildung durchläuft er alle Abteilungen des Hauses – aktuell, ist er im Service tätig. Fünf verschiedene Schichten, unterschiedliche Veranstaltungen, immer neue Gäste. Vieles wiederholt sich – und doch ist kein Tag wie der andere. „Man trifft ständig neue Menschen. Das bricht die Routine.“
Besonders beeindruckt Eduard Oprea die Kultur im Haus. „Viele Betriebe schauen zuerst auf Noten“, sagt er. „Hier war wichtiger, was ich für ein Mensch bin.“ Als Azubi fühlt er sich ernst genommen. Für die Veranstaltungsreihe „Vollmondbar“ durfte er sogar eigene Ideen einbringen. „Da merkt man: Man wird gehört.“
Im Hohenwart Forum lernen derzeit sechs Auszubildende in verschiedenen Berufen – von Hotelfachleuten über Köche bis hin zu dual Studierenden.
Für Eduard Oprea ist klar: „Es ist nicht nur Arbeit. Es bringt Farbe ins Leben.“
Ein Haus im Wandel
Johanna Iskenius, Geschäftsführerin Hohenwart Forum. Foto: Sandra Gallian
Seit September 2023 leitet Johanna Iskenius das Hohenwart Forum gemeinsam mit Pfarrer Uwe Roßwag-Hofmann. Ihre Idee: das Haus nicht nur organisatorisch weiterzuentwickeln – sondern auch kulturell. Seit rund anderthalb Jahren arbeitet das Führungsteam intensiv an der Unternehmenskultur. Vor kurzem gab es dafür einen besonderen Tag: einen sogenannten Kulturtag. Das Haus wurde geschlossen. Alle Mitarbeitenden kamen zusammen.
Ein Graphic Recorder hielt den Tag in einem großen Bild fest.
Grafik: Björn Pertoft
Heute hängt das Bild im modernen Restaurant. Als Erinnerung. Und als Einladung für Gäste zu fragen: Was steckt dahinter?
Am Ende landen wir nochmal bei Maria Hapy. „Wir sind hier schon ein bisschen Quatschköpfe“, sagt sie. Sie meint das liebevoll. Das Team sei bunt, laut, unterschiedlich. Aber genau deshalb funktioniere es.
Vielleicht bleiben deshalb viele länger, als sie ursprünglich geplant haben. Vielleicht ist das Hohenwart Forum deshalb mehr als ein Tagungshaus. Vielleicht ist es tatsächlich ein bisschen wie eine Beziehung.
Eine, die funktioniert, weil Menschen sie jeden Tag neu gestalten.
Hohenwart Forum GmbH Schönbornstraße 25 75181 Pforzheim
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Maria Hapy ist 38 Jahre alt und arbeitet im Service des Hohenwart Forums. Seit fast 10 Jahren ist sie Teil des Teams. Sie sagt einen Satz der im Zusammenhang mit einem Arbeitsplatz im ersten Moment skurril klingt. „Wir sind hier ein bisschen wie in einer Beziehung.“ Maria Hapy lacht, aber sie meint es ernst. „Wenn es schwierig wird und man gleich alles hinschmeißt, dann war es keine echte Beziehung. Bei uns ist das anders. Wenn es mal knirscht, halten wir erst recht zusammen.“
Maria Hapy arbeitet seit fast 10 Jahren im Hohenwart Forum. Foto: BrandFactory
Maria Hapy beschreibt sich selbst gern augenzwinkernd als „ungelernt talentiert“. Eine klassische Ausbildung in der Branche hat sie nicht. Was sie mitgebracht hat, sind Erfahrungen aus ganz unterschiedlichen Stationen der Gastronomie – und aus dem Stuttgarter Nachtleben. Vor fast zehn Jahren kam sie der Liebe wegen nach Neuhausen und bewarb sich im Hohenwart Forum. Sie hat hier Hochzeiten erlebt, Seminare, Firmenfeiern und Geburtstage. Und einen Abend, den sie nie vergessen wird. Einen 80ten Geburtstag. Am Ende der Feier kommt die Gastgeberin zu ihr, nimmt sie in den Arm – und weint. Vor Freude über den gelungenen Abend. „Das war mehr wert als jedes Trinkgeld“, sagt Maria. Vielleicht erzählt diese Szene mehr über das Hohenwart Forum als jede Statistik.
Im Hohenwart Forum wird viel gefeiert. Rund ums Jahr finden verschiedene Veranstaltungen und private Feiern statt. Foto: BrandFactoryDie Bar ist abends ein beliebter Treffpunkt. Foto: BrandFactory
In den vergangenen zehn Jahren hat Maria Hapy viele Veränderungen erlebt: neue Räume, eine modernere Gastronomie, die Bar im Foyer. Und auch eine neue Geschäftsführerin. Als Johanna Iskenius 2023 die Leitung übernahm, war Maria schnell überzeugt. „Sie ist ein Jackpot für dieses Haus“, sagt sie.
Im Mai steht für Maria Hapy ein besonderes Ereignis an: Zehn Jahre Hohenwart Forum. Gefeiert werden soll das , aber mit einer ungewöhnlichen Bitte.
Kein Blumenstrauß.
„Ich wünsche mir weiße Socken mit dem Logo vom Hohenwart Forum“, sagt sie und lacht. Die wolle sie auch in ihrer Freizeit tragen. Als Statement. Denn Maria Hapy ist stolz, Teil des 65-köpfigen Teams aus 15 Nationen zu sein. „Es muss wirklich schlimm sein, wenn man irgendwo arbeiten muss, wo man sich nicht wohlfühlt“, sagt sie.
Dann wird sie kurz ernst.
„Ich bin einfach dankbar für meinen Arbeitsplatz.“
Das Hohenwart Forum ist ein Haus das verbindet. Foto: Sandra Gallian
Am Rand des kleinen Ortes Hohenwart, eingebettet in die sanfte Landschaft des Enzkreises, liegt das Hohenwart Forum, das Tagungs- und Bildungshaus der Evangelischen Kirche Pforzheim. Schon die Anfahrt wirkt entschleunigend – wer hier ankommt, lässt den Alltag meist ein Stück hinter sich.
Das Hohenwart Forum besticht durch seine Lage, seine Architektur und den Menschen die hier arbeiten. Foto: LOOK! Fotodesign
Vielleicht liegt es an der Ruhe der Umgebung, vielleicht an der markanten Zeltarchitektur mit ihren großzügigen Fensterflächen und dem weiten Blick ins Grüne. Vielleicht aber auch an den Menschen, die diesen Ort prägen.
Es gibt auch barrierefreie Zimmer. Foto: BrandFactory
Mit 100 Zimmern, Platz für bis zu 400 Gäste und 18 flexibel nutzbaren Tagungsräumen zwischen 30 und 200 Quadratmetern hat sich das Hohenwart Forum weit über die Region hinaus als Adresse für Seminare, Klausuren und Weiterbildungen etabliert. Gleichzeitig wird hier großer Wert auf Barrierefreiheit gelegt: 24 Zimmer sind speziell auf die Bedürfnisse von Menschen mit Mobilitätseinschränkungen ausgerichtet, alle öffentlichen Bereiche – vom Foyer über Restaurant und Tagungsräume bis zu den Zugängen ins Freie – sind ebenerdig und stufenlos erreichbar. Mehrere barrierefreie WCs stehen im öffentlichen Bereich zur Verfügung. Die Barrierefreiheit des Hauses wurde von der Gesellschaft zur Förderung des Tourismus in Baden-Württemberg (GTF) geprüft und mit der Kategorie A ausgezeichnet.
Reel: Sandra Gallian
Auf dem rund 50.000 Quadratmeter großen Gelände liegen Zimmer, Tagungsräume und das zentrale Foyer mit Bar nur wenige Schritte voneinander entfernt. Ein weitläufiger Garten mit Labyrinth und Sportmöglichkeiten ergänzt das Ensemble.
Im Hohenwart Forum wird frisch gekocht. Regionale Zutaten spielen in der Küche eine große Rolle. Foto: BrandFactory
Viele Gäste sagen, es fühle sich an wie eine kleine Auszeit. Hier kommen Menschen zusammen, um zu diskutieren, zu lernen und Perspektiven zu wechseln. Oder, wie Geschäftsführerin Johanna Iskenius es formuliert: ein Ort, an dem Menschen wachsen können.
Ein Ort zum Arbeiten. Zum Denken. Zum Durchatmen.
Aber vor allem: ein Ort für Begegnungen.
Im Hohenwart Forum spielen viele Details eine Rolle. Dazu gehören auch frische Blumen. Foto: Sandra Gallian
Die Visitenkarte des Hauses
Sabine Leutz kennt diesen Ort länger als viele Gäste. Sie arbeitet hier seit fast 25 Jahren, also ein viertel Jahrhundert. Angefangen hat alles mit einer Aushilfsstelle im Service. Heute leitet sie Reservierung und Rezeption.
Sabine Leutz, hat eine klassische Hotelausbildung und ist als Leitung Reservierung und Empfang im Hohenwart Forum tätig. Foto: Sandra Gallian
Wenn Sabine Leutz über ihre Arbeit spricht, fällt ein Wort immer wieder: Überblick. „Ich schaue morgens als Erstes: Wer kommt heute? Welche Seminare finden statt? Wer sind die Referentinnen und Referenten?“ Die Rezeption, sagt sie, sei die Visitenkarte des Hauses. „Die ersten Minuten entscheiden.“ Der Moment, wenn Gäste ankommen. Wenn sie unsicher in der Lobby stehen. Wenn jemand fragt: Wo muss ich hin?
Sabine Leutz versucht dann oft schon zu wissen, wer vor ihr steht. „Idealerweise erkenne ich die Referenten schon, bevor sie ihren Namen sagen.“
Während den Veranstaltungen und Seminaren werden die Teilnehmer mit Pausensnacks versorgt. Foto: BrandFactory
Das Publikum im Hohenwart Forum ist bunt: junge Menschen, Familien, Führungskräfte, kirchliche Gruppen, internationale Gäste. Viele kommen regelmäßig. „Manche begrüßt man irgendwann fast wie Freunde.“ Für Sabine Leutz ist das Hohenwart Forum längst mehr als ein Arbeitsplatz.
„Es ist ein Stück Lebensinhalt geworden“, sagt sie. Dann überlegt sie kurz. „Ein zweites Zuhause trifft es eigentlich ganz gut.“ Und genau dieses Gefühl möchte sie weitergeben – an ihr Team. „Die Freude an der Arbeit mit unseren Gästen begleitet mich jeden Tag“, sagt sie. „Und genau das ist es, was diese Aufgabe so erfüllend macht.“
„Hier ist man nicht nur ein kleines Rädchen“
Sarah Völk ist 26 Jahre alt, während der Corona-Zeit war sie auf der Suche nach einem Praxispartner für ihr duales Studium und stieß dabei auf das Haus. Ihre erste Bewerbung blieb jedoch ohne Erfolg.
Für viele wäre das das Ende gewesen. Nicht für sie. „Ich habe nochmal nachgehakt“, erzählt sie und lacht. „Ich wollte zumindest die Chance auf ein Vorstellungsgespräch bekommen.“
Obwohl das Hohenwart Forum bis dahin noch keine duale Studentin beschäftigt hatte, bekam Sarah Völk schließlich die Möglichkeit, einzusteigen.
„Es ist ein besonderer Ort. Klar, es ist ein Tagungshaus – aber es hat auch etwas Spirituelles, ohne dass man selbst religiös sein muss. Man spürt hier einfach ein Gefühl von Wohlbefinden.“
Sarah Völk an ihrem Arbeitsplatz. Das Hohenwart Forum und sie haben eine besondere Anziehung. Foto: Sandra Gallian.
Nach ihrem dualen Studium übernahm sie zunächst für ein Jahr die Assistenz von Johanna Iskenius. Noch bevor diese Zeit endete, eröffnete sich für sie eine neue Perspektive: Heute ist Sarah Völk Assistentin des theologischen Leiters und Geschäftsführers der Bildungs gGmbH Uwe Roßwag-Hofmann und organisiert die Fortbildungen, Trainings und Seminare der gGmbH.
Zu ihrem Arbeitsalltag gehört es, Seminare zu planen, Teilnehmende zu koordinieren, Referenten zu betreuen und die Abläufe mit Küche, Technik und Rezeption abzustimmen.
„Ich bin so ein bisschen der Dreh- und Angelpunkt zwischen den Teams.“ Sarah Völk hat ihren Platz gefunden. „Irgendwie gibt es immer wieder etwas, das mich hier hält“, sagt sie. Sie spricht von einer Art Anziehungskraft. „Ich habe manchmal das Gefühl, das Haus zieht mich an – und ich ziehe auch ein bisschen zum Haus.“
Neben ihrer Arbeit macht sie berufsbegleitend einen Master. In der Teamleiterrunde sitzt sie ebenfalls – obwohl sie formal keine klassische Teamleiterin ist. Sie hat das Gefühl, etwas bewegen zu können.„Hier ist man nicht nur ein kleines Rädchen in einem großen Unternehmen. Ideen und Vorschläge werden gehört – und oft auch umgesetzt.“
Ein Ort, an den man zurückkehrt
Dass viele Menschen immer wieder nach Hohenwart kommen, zeigt sich auch in den Stimmen der Gäste.
Seit Jahren nutzen Unternehmen, Hochschulen, kirchliche Organisationen und Bildungsträger das Haus für Seminare und Weiterbildungen. Für viele ist das Hohenwart Forum mehr als nur ein Veranstaltungsort.
Ilka Steck fühlt sich im Hohenwart Forum wohl. Foto: privat
Seit vielen Jahren komme ich regelmäßig als Referentin für die Mitarbeitervertretungen der Evangelischen Heimstiftung ins Hohenwart Forum. Und es fühlt sich jedes Mal an, wie nach Hause zu kommen. Besonders schätze ich die herzliche und professionelle Betreuung durch das engagierte Team vor Ort, die gemütlichen Seminarräume mit perfekter Ausstattung sowie die idyllische Lage am Waldrand, die zwischen den Seminarzeiten zu erholsamen Pausen in der Natur einlädt. Das abwechslungsreiche Buffet und die angenehme Atmosphäre in der Bar runden den Aufenthalt ab. Die Organisation – von der Buchung bis zur Rechnung – ist stets unkompliziert, transparent und serviceorientiert. Für mich hebt sich das Hohenwart Forum durch diese persönliche Note und das spürbare Engagement aller Mitarbeitenden deutlich von anderen Tagungshotels ab.
Ilka Steck, Vorsitzende der Konzernmitarbeitervertretung der Evangelischen Heimstiftung
Dr. Thomas D’Souza hat schon viele Veranstaltungen im Hohenwart Forum durchgeführt. Foto: privat
Auch Hochschulen arbeiten seit Jahrzehnten mit dem Haus zusammen.
Seit nunmehr fast 30 Jahren haben wir bisher ca. 420 hochschuldidaktische Weiterbildungen für Hochschullehrende im Hohenwart Forum veranstaltet. Die Herzlichkeit des Personals, die reibungslose Organisation im Vorfeld und vor Ort, die Lage im Grünen und die offene Architektur machen das Hohenwart Forum für mich zu einem idealen Veranstaltungsort. Die angenehme Atmosphäre dort ermöglicht ein konstruktives und intensives Arbeiten abseits von der Hektik des Berufsalltags. Dies, das hervorragende Essen und den professionellen und trotzdem persönlichen Hotel- und Tagungsbetrieb schätzen auch unsere Teilnehmenden sehr. Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit in den nächsten Jahren.
Dr. Thomas D’Souza, Geschäftsstelle der Studienkommission für Hochschuldidaktik an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg (GHD)
Unser Eindruck vom Tagungshaus ist durchweg sehr positiv. Besonders hervorheben möchten wir die hervorragende und unkomplizierte Kommunikation bei der Reservierung und Management unserer Veranstaltungen. Die Abstimmung verlief jederzeit reibungslos und sehr kundenorientiert. Auf Anfragen wurde schnell reagiert und alle Anliegen wurden zuverlässig bearbeitet. Auch die Rechnungstellung war stets korrekt und transparent. Darüber hinaus haben wir das gesamte Team als durchgehend freundlich, hilfsbereit und professionell erlebt. Dadurch wurde die Planung und Durchführung unserer Veranstaltungen deutlich erleichtert.
Angelika Grossmann, Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg Inklusions- und Integrationsamt
Für die Mitarbeitenden im Haus sind solche Rückmeldungen Bestätigung – und Antrieb zugleich.
Eduard Oprea ist 22 Jahre alt und absolviert im Hohenwart Forum eine Ausbildung zum Hotelfachmann. Foto: Sandra Gallian
Ein Tagungshotel? Kannte Eduard Oprea vorher nicht. „Ich kannte Hotels und Restaurants“, sagt er. „Aber ein Tagungshaus hatte ich noch nie gesehen.“ Auch nicht von YouTube oder aus dem Fernsehen, sagt der Auszubildende grinsend. In seiner dreijährigen Ausbildung durchläuft er alle Abteilungen des Hauses – aktuell, ist er im Service tätig. Fünf verschiedene Schichten, unterschiedliche Veranstaltungen, immer neue Gäste. Vieles wiederholt sich – und doch ist kein Tag wie der andere. „Man trifft ständig neue Menschen. Das bricht die Routine.“
Besonders beeindruckt Eduard Oprea die Kultur im Haus. „Viele Betriebe schauen zuerst auf Noten“, sagt er. „Hier war wichtiger, was ich für ein Mensch bin.“ Als Azubi fühlt er sich ernst genommen. Für die Veranstaltungsreihe „Vollmondbar“ durfte er sogar eigene Ideen einbringen. „Da merkt man: Man wird gehört.“
Im Hohenwart Forum lernen derzeit sechs Auszubildende in verschiedenen Berufen – von Hotelfachleuten über Köche bis hin zu dual Studierenden.
Für Eduard Oprea ist klar: „Es ist nicht nur Arbeit. Es bringt Farbe ins Leben.“
Ein Haus im Wandel
Johanna Iskenius, Geschäftsführerin Hohenwart Forum. Foto: Sandra Gallian
Seit September 2023 leitet Johanna Iskenius das Hohenwart Forum gemeinsam mit Pfarrer Uwe Roßwag-Hofmann. Ihre Idee: das Haus nicht nur organisatorisch weiterzuentwickeln – sondern auch kulturell. Seit rund anderthalb Jahren arbeitet das Führungsteam intensiv an der Unternehmenskultur. Vor kurzem gab es dafür einen besonderen Tag: einen sogenannten Kulturtag. Das Haus wurde geschlossen. Alle Mitarbeitenden kamen zusammen.
Ein Graphic Recorder hielt den Tag in einem großen Bild fest.
Grafik: Björn Pertoft
Heute hängt das Bild im modernen Restaurant. Als Erinnerung. Und als Einladung für Gäste zu fragen: Was steckt dahinter?
Am Ende landen wir nochmal bei Maria Hapy. „Wir sind hier schon ein bisschen Quatschköpfe“, sagt sie. Sie meint das liebevoll. Das Team sei bunt, laut, unterschiedlich. Aber genau deshalb funktioniere es.
Vielleicht bleiben deshalb viele länger, als sie ursprünglich geplant haben. Vielleicht ist das Hohenwart Forum deshalb mehr als ein Tagungshaus. Vielleicht ist es tatsächlich ein bisschen wie eine Beziehung.
Eine, die funktioniert, weil Menschen sie jeden Tag neu gestalten.
Hohenwart Forum GmbH Schönbornstraße 25 75181 Pforzheim
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