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Oliver Reitz

Direktor des Eigenbetriebs Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim (WSP)

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Protest gegen Rekordspritpreise: am 11.Mai 2022 stehen im Kreis Calw die Busse still

„Damit hat keiner gerechnet, das ist in keiner Kalkulation drin und ein Ende für niemanden absehbar“, sagt Gisela Volz, Geschäftsführerin der Verkehrsgesellschaft Bäderkreis Calw (VGC).
Gisela Volz informiert Klaus Mack (rechts) und Thomas Blenke über die aktuellen Schwierigkeiten der Busbranche. Foto: Büro Mack

Auf der Tankrechnung sieht Gisela Volz schwarz auf weiß, welche Auswirkungen die hohen Dieselpreise auf Busunternehmen haben. Allein für ihren Betrieb geht sie von gut 280.000 Euro Mehrkosten in diesem Jahr aus. Die Geschäftsführerin der Verkehrsgesellschaft Bäderkreis Calw (VGC). bringt die Sorgen einer ganzen Branche im Gespräch mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten für den Wahlkreis Calw/Freudenstadt, Klaus Mack, und seinem Landtagskollegen Thomas Blenke auf den Punkt: „Die Mehrkosten führen zu steigenden Ticketpreisen, und dass Unternehmen den Linienbetrieb einstellen könnten.“ Das sei eine Gefahr für den ganzen Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), sagt Mack: „Es gilt dringend, die Schlüsselbranchen im Bereich Transport zu unterstützen. Die Bundesregierung hat das bislang nicht ausreichend getan.“

Aus Protest gegen die Rekordspritpreise sollen am 11.Mai 2022 im Kreis Calw die Busse still stehen.

Eine mögliche Hilfe verspricht sich Volz in der Einführung eines ÖPNV-Diesels, ähnlich dem Modell, das der Güterverkehr als Gewerbediesel bezeichnet. Die Idee: Die Regierung erstattet entsprechenden Betrieben die Energiesteuern. „Der Umbau der Busflotten auf alternative Antriebsformen zum Diesel wird noch viele Jahre dauern. Eine Entlastung brauchen wir aber jetzt“, sagt Volz. Unterstützung erhalten sie und ihre Kollegen vom Verband Baden-Württembergischer Omnibusunternehmen (WBO), in dem über 300 private Betriebe zusammengeschlossen sind. „Sie alle bezahlen die Mehrkosten gerade aus eigener Tasche und bekommen auf Dauer ein Liquiditätsproblem. Erhalten die Firmen keine Hilfen, geht es unterm Strich um das Überleben des ÖPNV in der Fläche“, sagt WBO-Pressesprecherin Ulrike Schäfer.

Eine steuerliche Unterstützung für die Busbranche sieht auch Blenke als Lösungsansatz in der aktuellen Situation: „Denn die Energiepreise selbst werden so schnell nicht sinken. In dem Markt steckt viel Spekulation, die das Niveau bewusst hochhält.“

Das geplante Neun-Euro-Ticket bringe in seinen Augen mehr Kosten als Chancen. Die Busbranche brauche eine langfristige Perspektive, um wirtschaftlich agieren zu können.

pm/tm

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