23.07.2025 | von Anika Beck
Es braucht keine große Bühne, um Großes zu bewirken. Manchmal reicht eine rote Clownsnase, ein Lied auf der Ukulele – oder ein echtes Lächeln. Pflegeheimclowns schenken Menschen in Pflegeeinrichtungen genau das, was dort manchmal, aufgrund der hohen Belastung, zu kurz kommt: Zeit, Zuwendung und Lebensfreude.
Seit 2017 bringt die Stiftung „Mit Herz und Hand“ der Sparkasse Pforzheim Calw Clowns in Pflegeheime der Region. „Was mit Überzeugungsarbeit begann, ist heute ein Leuchtturmprojekt “, so Matthias Belser, Geschäftsführer der Stiftung für die Region. Denn mittlerweile werden 14 Einrichtungen zwischen Pforzheim, dem Enzkreis und dem Kreis Calw regelmäßig von den Clownduos besucht – und die Nachfrage wächst stetig.
Nun sollen sechs neue Pflegeheimclowns ausgebildet werden. Die nächste Ausbildungsrunde startet im Oktober 2025, Bewerbungsschluss ist der 15. August 2025. Die Stiftung übernimmt 50 Prozent der Ausbildungskosten.)
Im engen Austausch mit dem Pflegepersonal stimmen sie sich auf Tagesform, Biografie und Persönlichkeit der Bewohner ein. Ziel ist es immer ein gutes Gefühl zu hinterlassen.

Ute Hagel alias Trudi und Sebastian Weber alias Hans sind zwei der erfahrenen Pflegeheimclowns, die 2017 und 2018 ausgebildet wurden. Ihr Arbeitsalltag ist geprägt von echtem Kontakt – von Begegnungen auf Augenhöhe. Dabei gleicht keine Begegnung der anderen: Mal ist ein Besuch leicht, lebendig und voller Musik. Ein anderes Mal ist er still, zurückhaltend, fast wortlos: „Manchmal reicht es auch, einfach nur da zu sein. Eine Hand zu halten. Oder gemeinsam zu schweigen“, sagt Ute Hagel.
„Wenn wir spüren, dass es der letzte Besuch bei einem Menschen ist, bringen wir noch einmal all das mit, was ihm Freude bereitet hat – oft leiser als sonst und manchmal auch ohne Clownsnase“, erzählt Hagel.
Ute Hagel engagierte sich bereits lange vor ihrem Ruhestand für das Projekt – und seit sie im wohlverdienten Rentnerleben angekommen ist, hat sie ihre Besuche in den Pflegeheimen sogar ausgeweitet.
Sebastian Weber, der auf dem landwirtschaftlichen Betrieb seines Sohnes mitarbeitet und in seiner Freizeit gerne mit Senioren musiziert, bringt vielfältige Lebenserfahrung mit – und tiefe Überzeugung:
„Es ist der schönste Job der Welt“, sagt der 62-Jährige über seine Tätigkeit als Pflegeheimclown. Privat mag er es eher geordnet, agiert lieber im Hintergrund. „Aber als Clown darf ich im Vordergrund Chaos stiften – und das mit voller Erlaubnis“, erzählt er schmunzelnd. Die Clownsarbeit hat ihn persönlich verändert: „Man lernt das Wort Einschränkung für sich neu zu definieren und dankbar zu sein“

Für die Clowns selbst wird Musik oft zum Schlüssel – sie schafft Verbindung, öffnet Herzen und ermöglicht Begegnung auf einer Ebene, die jenseits von Worten liegt. Für viele Bewohner ist Musik, egal ob gesummt, gesungen oder vom Band gespielt, ein letzter Zugang zur Welt: Sie beruhigt, erinnert, aktiviert oder spendet einfach nur Nähe. Ein besonders bewegender Moment war der Besuch bei einem schwerkranken Heimbewohner, dessen Zustand sich zusehends verschlechtert hatte. Die Clowns hatten von der Familie erfahren, dass er früher ein großer Fan von Jazzmusik war.
„Beim nächsten Besuch hatten wir eine kleine Musikbox dabei – und Jazz auf der Playlist. Als die Musik erklang, drückte er ganz leicht mit dem Finger. Es war ein stiller, aber deutlicher Moment der Reaktion – und der Verbindung.“
Gesucht werden Menschen mit Herz, Humor, Zeit und Offenheit – idealerweise mit musikalischen Fähigkeiten oder der Bereitschaft, ein Instrument zu lernen. Ein pädagogischer oder künstlerischer Hintergrund ist hilfreich, aber keine Voraussetzung.
Die fundierte Ausbildung vermittelt Grundlagen in Clownsspiel, Kommunikation, Krankheitsbildern und dem besonderen Setting von Pflegeeinrichtungen.

Weitere Informationen gibt es unter www.mitherzundhand.de
23.07.2025 | von Anika Beck
"Es ist der schönste Job der Welt"
Es braucht keine große Bühne, um Großes zu bewirken. Manchmal reicht eine rote Clownsnase, ein Lied auf der Ukulele – oder ein echtes Lächeln. Pflegeheimclowns schenken Menschen in Pflegeeinrichtungen genau das, was dort manchmal, aufgrund der hohen Belastung, zu kurz kommt: Zeit, Zuwendung und Lebensfreude.
Seit 2017 bringt die Stiftung „Mit Herz und Hand“ der Sparkasse Pforzheim Calw Clowns in Pflegeheime der Region. „Was mit Überzeugungsarbeit begann, ist heute ein Leuchtturmprojekt “, so Matthias Belser, Geschäftsführer der Stiftung für die Region. Denn mittlerweile werden 14 Einrichtungen zwischen Pforzheim, dem Enzkreis und dem Kreis Calw regelmäßig von den Clownduos besucht – und die Nachfrage wächst stetig.
Nun sollen sechs neue Pflegeheimclowns ausgebildet werden. Die nächste Ausbildungsrunde startet im Oktober 2025, Bewerbungsschluss ist der 15. August 2025. Die Stiftung übernimmt 50 Prozent der Ausbildungskosten.)
Im engen Austausch mit dem Pflegepersonal stimmen sie sich auf Tagesform, Biografie und Persönlichkeit der Bewohner ein. Ziel ist es immer ein gutes Gefühl zu hinterlassen.

Ute Hagel alias Trudi und Sebastian Weber alias Hans sind zwei der erfahrenen Pflegeheimclowns, die 2017 und 2018 ausgebildet wurden. Ihr Arbeitsalltag ist geprägt von echtem Kontakt – von Begegnungen auf Augenhöhe. Dabei gleicht keine Begegnung der anderen: Mal ist ein Besuch leicht, lebendig und voller Musik. Ein anderes Mal ist er still, zurückhaltend, fast wortlos: „Manchmal reicht es auch, einfach nur da zu sein. Eine Hand zu halten. Oder gemeinsam zu schweigen“, sagt Ute Hagel.
„Wenn wir spüren, dass es der letzte Besuch bei einem Menschen ist, bringen wir noch einmal all das mit, was ihm Freude bereitet hat – oft leiser als sonst und manchmal auch ohne Clownsnase“, erzählt Hagel.
Ute Hagel engagierte sich bereits lange vor ihrem Ruhestand für das Projekt – und seit sie im wohlverdienten Rentnerleben angekommen ist, hat sie ihre Besuche in den Pflegeheimen sogar ausgeweitet.
Sebastian Weber, der auf dem landwirtschaftlichen Betrieb seines Sohnes mitarbeitet und in seiner Freizeit gerne mit Senioren musiziert, bringt vielfältige Lebenserfahrung mit – und tiefe Überzeugung:
„Es ist der schönste Job der Welt“, sagt der 62-Jährige über seine Tätigkeit als Pflegeheimclown. Privat mag er es eher geordnet, agiert lieber im Hintergrund. „Aber als Clown darf ich im Vordergrund Chaos stiften – und das mit voller Erlaubnis“, erzählt er schmunzelnd. Die Clownsarbeit hat ihn persönlich verändert: „Man lernt das Wort Einschränkung für sich neu zu definieren und dankbar zu sein“

Für die Clowns selbst wird Musik oft zum Schlüssel – sie schafft Verbindung, öffnet Herzen und ermöglicht Begegnung auf einer Ebene, die jenseits von Worten liegt. Für viele Bewohner ist Musik, egal ob gesummt, gesungen oder vom Band gespielt, ein letzter Zugang zur Welt: Sie beruhigt, erinnert, aktiviert oder spendet einfach nur Nähe. Ein besonders bewegender Moment war der Besuch bei einem schwerkranken Heimbewohner, dessen Zustand sich zusehends verschlechtert hatte. Die Clowns hatten von der Familie erfahren, dass er früher ein großer Fan von Jazzmusik war.
„Beim nächsten Besuch hatten wir eine kleine Musikbox dabei – und Jazz auf der Playlist. Als die Musik erklang, drückte er ganz leicht mit dem Finger. Es war ein stiller, aber deutlicher Moment der Reaktion – und der Verbindung.“
Gesucht werden Menschen mit Herz, Humor, Zeit und Offenheit – idealerweise mit musikalischen Fähigkeiten oder der Bereitschaft, ein Instrument zu lernen. Ein pädagogischer oder künstlerischer Hintergrund ist hilfreich, aber keine Voraussetzung.
Die fundierte Ausbildung vermittelt Grundlagen in Clownsspiel, Kommunikation, Krankheitsbildern und dem besonderen Setting von Pflegeeinrichtungen.

Weitere Informationen gibt es unter www.mitherzundhand.de