Herzstück der Sparkasse wird 25

Der Sparkassenturm ist für Pforzheim stadtbildprägend – und das schon seit genau 25 Jahren. Am 22. Juni 2001 ist er nach einer Bauzeit von zweieinhalb Jahren eingeweiht worden.
Wegbereiter und Wegbegleiter des 25 Jahre alten Sparkassenturms: (von links) Architekt Hermann Landgräber, PZ-Verleger Albert Esslinger-Kiefer, OB a.D. Dr. Joachim Becker, die ehemalige Vorstandsvorsitzenden Dr. Herbert Müller, Wolfgang Daum und Stephan Scholl sowie Landrat Werner Burckhart (sitzend), Vorstandsvorsitzender Sven Eisele und die Vorstände Kerstin Gatzlaff, Vincenzo Giuliano und Dr. Georg Stickel. Foto: Tilo Keller

20.07.2026

von Claudia Keller

„Egal von welcher Seite aus man in die Stadt fährt, der Sparkassenturm ist sichtbar und bietet Orientierung“, so Sven Eisele, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Pforzheim Calw bei einer kleinen Feierstunde mit Wegbereitern und Wegbegleitern des 25 Jahre alten, markanten Bauwerks. Eisele und seine Vorstandskollegen Kerstin Gatzlaff, Vincenzo Giuliano und Dr. Georg Stickel empfingen Wolfgang Daum, in dessen Amtszeit der Turm entstanden ist, sowie seine Nachfolger Dr. Herbert Müller und Stephan Scholl. Auch Pforzheims ehemaliger Oberbürgermeister Dr. Joachim Becker, der ehemalige Landrat Werner Burckhart, Architekt Hermann Landgräber und Nachbar und Verleger Albert Esslinger-Kiefer waren zu Gast.

„Es ist ein beeindruckendes Gebäude“, so Eisele zu den Dimensionen des Bauwerks. Der Turm mit seinen 16 Stockwerken ist 74,6 Meter hoch und hat einen Durchmesser von 23 Metern. Höher ist in Pforzheim nur der 80 Meter hohe Turm der evangelischen Stadtkirche.

Der Sparkassenturm ist prägend für Stadtbild.

Ein modernes Wahrzeichen

Der Sparkassenturm lastet auf einem zwei Meter dicken und 500 Tonnen schweren Abfangtisch, der das 5.000 Tonnen schwere Gewicht der Stockwerke sechs bis 16 abfängt. Zusätzliche Stützen verteilen die Lasten auf das Fundament. Für Tageslicht sorgen insgesamt 581 Fenster und eine Fassade mit 3.350 Quadratmetern Glas. Im Inneren führen neben vier Aufzügen auch 384 Treppenstufen bis ganz nach oben. Außerdem ist Platz für mehr als 300 Mitarbeitende. Eisele berichtete, wie sich der Turm bei starkem Wind bewegen kann, damit Kräfte sicher aufgenommen werden können. „Durch die runde Form findet der Wind immer seinen Weg um den Turm,“ stellte er fest. Ein Highlight in der Stadt ist der Turm auch in der Nacht, denn der französische Lichtkünstler Yann Kersalé hat eine Fassadenbeleuchtung entworfen, die das Bauwerk nach Einbruch der Dunkelheit lebendig wirken lässt. Vor sieben Jahren wurde das Kunstwerk auf LED-Technik umgerüstet. „Wir haben immer darauf geachtet, dass der Turm auch heute noch jung und frisch wirkt“, erklärte Eisele. Im Jahr 2019 gab es einen schweren Wasserschaden im 13. Stock, der sich bis in die dritte Etage hinunter auswirkte. Bei der Wiederherstellung wurden auch gleich energetische Maßnahmen durchgeführt, um den Turm zukunftsfähig aufzustellen.

Verewigt auf der Dachterrasse: Der ehemalige Vorstandsvorsitzende Wolfgang Daum und die damaligen Vorstandsmitglieder Dr. Herbert Müller und Stephan Scholl sowie Landrat Werner Burckhart (sitzend) und OB a.D. Dr. Joachim Becker.

Mehr als ein Bankgebäude

Nach wie vor steht der Turm auch als Symbol für Transparenz und Offenheit der Sparkasse. Das zeigt sich auch in den weiteren Gebäuden des Areals. Die Hauptstelle der Sparkasse zog im Jahr 2021 in das neu gebaute Turmquartier zu Füßen des Sparkassenturms. Dort finden nicht nur Begegnungen mit den Sparkassenkunden statt, sondern verschiedenste Veranstaltungen und Ausstellungen. Am gesamten Areal gibt es insgesamt 13 Räumlichkeiten, die angemietet werden können. Als Außenstelle des Pforzheimer Standesamtes sind hier sogar Hochzeiten möglich. „Die Sparkasse muss heute ein anderes Rollenverständnis haben und Kundennähe anders definieren, als das vor 25 Jahren üblich war“, stellte der Vorstandsvorsitzende fest. Nebenbei betonte er, dass die Sparkasse Pforzheim Calw in Baden-Württemberg die Sparkasse mit dem größten Marktanteil sei und eine von zweien, die noch immer Zuwächse verzeichne. Angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen hielt Eisele fest, dass die Sparkasse mehr denn je der „Kitt der Gesellschaft“ sei. „Ohne uns würden derzeit viele Räder in der Region stillstehen“, sagte er und sah für die Bank auch einen öffentlichen Auftrag. „Wir haben hier 2.000 Arbeitsplätze und wir sichern vermutlich zigtausende Arbeitsplätze in der Region“, führte er aus. „Und wir halten auch jetzt zu Unternehmen, wo sich größere Banken zurückziehen.“

„Die Sparkasse ist und bleibt verlässliche Partnerin in der Region – das kann ich voll inhaltlich unterschreiben“, bestätigte Daum. „Wichtig ist Kontinuität, Stetigkeit, Berechenbarkeit und Zuverlässigkeit. Das sind die Maßstäbe – wenn die im Haus umgesetzt werden, wird es uns immer gutgehen.“ Dass man in der heutigen Zeit von seinem damaligen Weg etwas abrücken musste, hänge auch mit der Modernisierung zusammen. Die meisten Menschen seien heute nicht mehr auf eine Geschäftsstelle angewiesen. „Es ist aber wichtig, dass der persönliche Kontakt bleibt, denn das verbindet“, betonte Daum.

Die Plakette auf der Dachterrasse zeigt, wer die Wegbereiter des Sparkassenturms waren.

Mut zur Höhe prägt das Stadtbild

„Ein Kreis ist ein Symbol für eine zentrale Organisation“, sagte Architekt Landgräber über den Grundgedanken des Entwurfs. „Es sollte zum Ausdruck kommen, dass man in alle Richtungen offen ist und hier einen zentralen Punkt schafft.“ Um diese Kreisform herum setzen funktionale Bereiche, wie Treppenhaus, Außenaufzug und Flure Akzente. Daum erinnerte sich an die Planungszeit vor dem Bauprojekt. Ursprünglich empfahl das Baudezernat eine Ablehnung des Turms. Der damalige Oberbürgermeister Dr. Becker habe den Vorschlag dann durchgestrichen. „Ihm ist es zu verdanken, dass wir den Durchbruch geschafft haben“, sagte Daum.

„Herr Daum war der Motor, die Stadt nach oben zu öffnen“, betonte Dr. Becker. „Das war eine Abweichung von der tradierten Stadtplanung, dass eine bestimmte Höhe nicht überschritten wird.“ Er habe dann auf der Vorlage die Ablehnung durchgestrichen und „Zeichen der Moderne“ darauf geschrieben. Der Turmbau sei auch eine Initialzündung für die Umgebung gewesen. So habe die Pforzheimer Zeitung als Nachbar mitgemacht, den Stadtkern zu erneuern und zu modernisieren. „Nach 25 Jahren kann man sagen, dass dieses Stadtbild sich positiv verändert hat.“ Die aktuellen Vorstände und ihre Gäste ließen es sich nicht nehmen, dem Ausblick aus dem Panoramasaal noch eines daraufzusetzen und den Blick ins Umland von der Dachterrasse aus zu genießen.

Alle Fotos: Tilo Keller

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