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Oliver Reitz

Direktor des Eigenbetriebs Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim (WSP)

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Offenburg auf dem Weg zu einem führenden Forschungsstandort für Robotik

Kollaborative Roboter, kurz Kobots, arbeiten mit dem Menschen zusammen. Eine der Antworten auf den Fachkräftemangel. 14 Mitgliedsunternehmen des Wirtschaftsverbandes wvib Schwarzwald AG fördern mit 1,2 Millionen Euro eine Professur für Kobotik und soziotechnologische Systeme. Sie startet im Wintersemester 2022/2023 an der Hochschule Offenburg. Der Standort hat den Ehrgeiz, in Süddeutschland die Forschungsführung bei Kobotik und Robotik zu besetzen.
Im Campus West siedelt die Hochschule Offenburg die Forschungsgebiete Robotik und Kobotik an, in denen technologische Innovationen durch den engen Austausch der Hochschule mit Wirtschaft und Gesellschaft entwickelt werden sollen. ©Geralt/Composing_GerdLache

11.07.2022

An Automatisierung und kollaborativer Robotik (Kobotik) führt in der industriellen Produktion kein Weg mehr vorbei, erklärt der Unternehmer Thomas Burger, Präsident des Wirtschaftsverbandes wvib Schwarzwald AG. Systeme würden  immer ausgereifter und komplexer. „Um den Transfer zwischen Forschung und Wirtschaft zu diesen Themen zu verbessern, haben sich die wvib- Gremien 2019 entschieden, dazu eine Professur einzurichten“, so der wvib-Präsident.

Mitglieder des Wirtschaftsverbands wvib Schwarzwald AG unterstützen die Hochschule Offenburg mit einer Stiftungsprofessur (von links): wvib-Präsident Thomas Burger, Rektor Professor Dr. Stephan Trahasch und Professur für Kobotik und soziotechnologische Systeme, Dr. Thomas M. Wendt, sowie wvib-Hauptgeschäftsführer Dr. Christoph Münzer. ©wvib

Und warum ausgerechnet die HSO, die Hochschule Offenburg? Lange hatte der Verband laut Burger überlegt, welche Hochschule dazu in Frage käme. Schließlich sei man zu dem Ergebnis gekommen: „Die pragmatische Herangehensweise und technische Ausrichtung der Hochschule Offenburg bieten optimale Voraussetzungen, um mit ihrer Arbeit zur Wettbewerbsfähigkeit der Industrie beizutragen.“ Professor Dr.Ing. Thomas M. Wendt, der sich an der HSO intensiv mit der Automation von Prozessen befasst, besetzt den Lehrstuhl.

Für Rektor Professor Dr. Stephan Trahasch geht es noch um weit mehr: „Zusammen mit der Erweiterung unserer Kapazitäten im neuen Campus West sind damit beste Voraussetzungen geschaffen, um Offenburg zu einem führenden Forschungsstandort für Robotik und Kobotik in Süddeutschland zu entwickeln.“

VIDEO: Offen für Technologie von morgen | First public chessgame of our humanoid robot Sweaty. ©HSO

Vorzüge von Automation und Robotik

Professor Wendt erklärt: Mit Blick auf die Digitalisierung sowie wettbewerbsintensive Märkte bietet die Automation wichtige Vorzüge. So erlaubt der Einsatz von Robotern und Cobots den Industrieunternehmen, ihre Produktivität dauerhaft zu erhöhen und die Kosten nachhaltig zu senken. Zudem können auch kleine und mittelgroße Unternehmen innovative Arbeitsbereiche schaffen und dadurch hochqualifizierte Fachkräfte binden. „Gerade weil die süddeutsche Wirtschaft mittelständisch strukturiert ist, bietet die digitale Transformation der Industrie den Unternehmen besonderes Potenzial“, macht Wendt deutlich.

Vorteile von Kobots

Gerade kollaborative Robotik biete handfeste Vorteile für die mittelständische Industrie: Herkömmliche Roboter benötigen teure geschützte Zellen, die zugleich Platz und Flexibilität in der Produktion nehmen. Cobots dagegen könnten gemeinsam mit den Menschen flexibel eingesetzt werden, benötigen keine Umzäunung und seien schon bei kleineren Stückzahlen wirtschaftlich interessant.

Kompetenz in der Region

„Fehlende Fachkräfte, Ergonomie, aber auch gestiegene Qualitätsanforderungen gehören zu den Hauptgründen, warum wir unsere Produktion mit Robotern automatisieren“, erklärt wvib-Präsident Burger, geschäftsführender Gesellschafter der Burger Group, Schonach. Und weiter: „Um die hohen Anforderungen an die Arbeitssicherheit zu erfüllen und trotzdem schnell und effizient arbeiten zu können, ist noch viel industrienahe Forschungsarbeit nötig. Mit der Stiftungsprofessur tragen wir gemeinsam mit der Hochschule Offenburg dazu bei und holen Kompetenzen in die Region.“

Kollaborative Roboter arbeiten Seite an Seite mit dem Menschen. ©Geralt

Forschung und Innovation stärken

Weltweit wird in wissenschaftlichen Einrichtungen sowie in Entwicklungsabteilungen der Unternehmen an der industriellen Produktion der Zukunft geforscht. Dabei laufen die Ergebnisse zahlreicher Wissensbereiche insbesondere aus dem Maschinenbau, der Elektrotechnik, der Informatik und der Künstlichen Intelligenz in der Automatisierung und Robotik zusammen.

Diese weltweite Dynamik geht auch an der international orientierten, mittelständischen Industrie in Baden-Württemberg nicht vorbei. Als führende Spezialanbieter mit internationaler Kunden- und Lieferantenstruktur suchen sie den regelmäßigen Austausch mit der Wissenschaft.

Angewandte Spitzenforschung ist ein Motor der wirtschaftlichen Entwicklung und sichert die Wirtschaftskraft im Land. „An der Hochschule Offenburg bauen wir angewandte Forschung in Zukunftsfeldern wie der Robotik und Kobotik aus, damit die Technologieführerschaft und Innovationsfähigkeit der Unternehmen auch zukünftig sichergestellt werden kann“, sagt Rektor Stephan Trahasch.

(pm/gel)


Der neue Campus West: Standort für Spitzenforschung

Im Campus West siedelt die HSO die Forschungsgebiete Robotik und Kobotik an, in denen technologische Innovationen durch den engen Austausch der Hochschule mit der Wirtschaft und Gesellschaft entwickelt werden sollen.

Darunter befindet sich das Work-Life Robotics Institute unter der Leitung von Dr.-Ing. Thomas M. Wendt. Dort entstehen in enger Zusammenarbeit mit dem regionalen Mittelstand innovative Robotik- und Kobotik-Anwendungen für das industrielle Umfeld.

Die neue Stiftungsprofessur „Kobotik und soziotechnologische Systeme“ unterstützt den Transfer wissenschaftlicher Expertise in die regionale Wirtschaft. Dies geschieht durch konkrete Projekte, in denen wissenschaftlich fundierte Automationslösungen für praktische Anforderungen aus der Industrie entwickelt werden.

Überdies findet Transfer über die Aus- und Weiterbildung von Fach- und Führungskräften statt. Absolventinnen und Absolventen technischer Studiengänge an der HSO bekleiden in den Unternehmen der Region interessante Einstiegspositionen.

Wie an der HSO üblich sind Lehre und Forschung der neuen Stiftungsprofessur interdisziplinär angelegt, also als Austausch über die Fachgrenzen der Kobotik hinweg organisiert. (pm)

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