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Oliver Reitz

Direktor des Eigenbetriebs Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim (WSP)

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Drei Monate Auszeit als CEO eines mittelständischen Unternehmens – das geht.

Auszeit als persönliches Geschenk. 1.100 Kilometer und 66.000 Höhenmeter legte Antje von Dewitz, die Chefin des Outdoor-Ausrüsters Vaude, in rund zweieinhalb Monaten zurück. Zum 50.ten Geburtstag erfüllte sie sich selbst einen langersehnten Outdoor-Traum - eine mehrwöchige Trekkingtour quer durch die Alpen.
Vaude-Chefin erfüllte sich einen langersehnten Outdoor-Traum. Wochenlang ging es für sie zu Fuß quer durch die Alpen. Foto: VAUDE

18.10.2022

„Es fühlt sich an, wie eine Kraftquelle, die ich aufgeladen habe. Ich nehme ein Stück Gelassenheit und die Erkenntnis, dass ich auf meinen eigenen Rhythmus achte, mit. Außerdem unglaubliche Dankbarkeit und Wertschätzung – für meine Familie, Freund*innen und Kolleg*innen.“
Antje von Dewitz, Vaude-Chefin

Verliebt in die Berge

Mit vier Kindern und als Geschäftsführerin von Vaude – da ist Antje von Dewitz‘ Alltag gut durchgetaktet. Und genau diesen durchgetakteten Alltag hat sie nun einmal ganz bewusst hinter sich gelassen und sich selbst eine Auszeit geschenkt. Das Ziel, nichts geringeres als eine Alpenüberquerung.

„Ich liebe das Fernwandern und habe immer davon geträumt, eine mehrwöchige Trekkingtour zu machen. Diesen Traum habe ich mir zu meinem 50. Geburtstag erfüllt, dank der Unterstützung meiner Familie und meiner Kolleg*innen“, erzählt Antje von Dewitz, die ihre Tour und die Abwesenheit von VAUDE lange im Voraus geplant hatte. „Einige Unternehmer*innen und Geschäftspartner*innen kamen auf mich zu und meinten: ,Gott sei Dank, dann kommst du mal raus und kannst abschalten‘. Aber so war es nicht“, erzählt Antje von Dewitz. „Ich hatte schon immer eine gute Balance zwischen Arbeit und Freizeit.“

Drei Monate Auszeit als CEO eines mittelständischen Unternehmens – wie kann das funktionieren? „Durch unsere starke Vertrauenskultur, die gelebte Mitverantwortung und die großartige Vertretung durch meine Kolleg*innen“, erklärt VAUDE Geschäftsführerin Antje von Dewitz.

Glücksgefühle, Grenzen spüren, den eigenen Rhythmus finden

Drei Monate in der Natur, kaum Infrastruktur und täglich mindestens 1.000 Höhenmeter – das sind intensive Erfahrungen: „Die meisten Etappen sind steil und lang. Das ist echt anstrengend, da kommt man an seine Grenzen, doch dann, wenn Du oben bist, erfüllt dich dieses wahnsinnige Glücksgefühl. Diese Weitsicht, die Natur… Das ist so intensiv und schön und es macht alles auf. Also, ich habe mich wieder aufs Neue in die Berge verliebt. Die Natur ist meine Kraftquelle.“

Foto: VAUDE
Foto: VAUDE

Eine Auszeit vom Unternehmen sieht sie nicht als „letzte Maßnahme gegen den Burn-Out“, sondern als Geschenk und bereichernden Bestandteil des Berufslebens. „Das hat mich nachdenklich gemacht, denn ich finde es wichtig, darauf zu achten, dass man im Beruf in einer guten Balance steht und es gar nicht erst so weit kommt, dass man dringend eine Auszeit braucht. Dazu gehört auch, dass man sich herausnehmen kann, selbst als Geschäftsführer*in. Wenn ich immer das Gefühl habe, dass ohne mich alles zusammenbricht, stelle ich mir das sehr belastend vor“.

Im Juni 2022 startete Antje von Dewitz ihre Tour auf dem GTA Fernwanderweg, der vom schweizerischen Wallis, quer durch das Piemont und dessen Lepontinische, Grajische und Cottische Alpen, durch die Seealpen und schließlich direkt zur Abkühlung ins ligurische Meer führte. Auf dieser Route, die durch zahlreiche Quertäler und einsames, anspruchsvolles Gelände verläuft, legte sie insgesamt rund 1.100 Kilometer und 66.000 Höhenmeter zurück. Antje von Dewitz ließ sich etappenweise von ihrer Familie und von Freundinnen begleiten, war aber über weite Strecken auch ganz bewusst alleine unterwegs.

Foto: VAUDE
Foto: VAUDE

Ende September 2022 wurde Antje von Dewitz auf dem Firmen-Campus von der versammelten VAUDE Mannschaft herzlich willkommen geheißen – mit einem Geburtstagsständchen, Willkommen-zurück-Plakaten, leckeren Snacks und vielen Umarmungen. Denn nicht nur die Rückkehr von ihrer Alpenüberquerung gab es zu feiern, sondern auch ihren 50. Geburtstag.

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