03.12.2025
Fachkräftemangel, steigende Kosten und zunehmende Anforderungen an IT-Sicherheit stellen Krankenhäuser vor enorme Herausforderungen. Unter dem Dach der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft (BWKG) entstand deshalb der „Kompetenzverbund Qualitätsmedizin und Digitalisierung Baden-Württemberg“ — ein Zusammenschluss, der die Digitalisierung der Kliniken im Land konsequent vorantreiben soll.
Eine zentrale Rolle in der digitalen Transformation spielt die gematik, die bundesweit die Infrastruktur der digitalen Medizin gestaltet. Im Fokus stehen derzeit drei Kernziele:
Damit rücken die Bedürfnisse der Krankenhäuser stärker in den Mittelpunkt. Denn: Kliniken unterscheiden sich in Komplexität, Abläufen und Anforderungen deutlich von ambulanten Praxen.
Ein Leuchtturm ist das durch das Land Baden-Württemberg initiierte Projekt MEDI:CUS („Medizindaten-Infrastruktur: cloudbasiert, universell, sicher“). Ziel dieser Plattform ist es, die Partner im Gesundheitswesen zu vernetzen und die IT-Infrastruktur der Akteure zu flexibilisieren. Profitieren sollen Patientinnen und Patienten, indem zukunftsfähige Rahmenbedingungen für eine optimale Gesundheitsversorgung und die medizinische Forschung geschaffen werden.
„Gleichzeitig sollen die Mitarbeitenden in Kliniken durch digitalisierte Abläufe und verbesserte Prozesse entlastet werden“, ergänzte Prof. Holderried, der auch Sprecher der MEDI:CUS-Arbeitsgruppen ist. „In diesem Großprojekt stellen wir uns gemeinsam der digitalen Transformation des Gesundheitswesens und entwickeln praxisorientierte Lösungen, die perspektivisch auch die sektorübergreifende Versorgung weiter verbessern sollen.
Das Projekt setzt dabei auf einen so genannten Multi-Cloud-Ansatz: Über eine Art App-Store können die beteiligten Krankenhäuser verschiedene IT-Lösungen unabhängig von einzelnen Anbietern beziehen. „Ziel ist eine moderne, zukunftssichere und digitale Infrastruktur für Gesundheitsdaten.“, betonte Prof. Holderried. „Dabei berücksichtigt die Plattform die höchsten Datenschutz- und IT-Sicherheitsstandards, denn es geht um sensible Daten, die wir bestmöglich schützen werden.“
Was Telemedizin in der praktischen Umsetzung bedeuten kann, erklärten Dr. Claus-Detlev Klemke, Direktor der Hautklinik am Klinikum Karlsruhe, und Dr. Manuel Jäger, Oberarzt in der Hautklinik, am Beispiel der Teledermatologie. „Die Telemedizin ermöglicht es uns künftig, Befunde, Befundfotos, Aufklärungsbögen und Fragebögen digital mit unseren Patientinnen und Patienten auszutauschen und damit Wartezeiten auf den nächsten Arzttermin zu überbrücken“, blickte Klemke nach vorne. „Wir möchten perspektivisch auch Videosprechstunden anbieten.“
Ein weiterer Schwerpunkt des Treffens waren Workshops, in denen die Vertreterinnen und Vertreter der Kliniken praxisnah über die Chancen und Potenziale der digitalen Vernetzung in der Region diskutierten. Dabei ging es um Antworten auf die Fragen, wie telemedizinische Kooperationen in der Versorgungsregion sinnvoll ausgebaut werden können, welche digitalen Anwendungen aus der MEDI:CUS Gesundheits-Cloud für die Region hilfreich sind und in welchen Bereichen über MEDI:CUS hinaus eine krankenhausübergreifende Zusammenarbeit den Arbeitsalltag erleichtern könnte – etwa in der Labormedizin, der Fort- und Weiterbildung oder in der Krankenhauslogistik.
pm/tm
03.12.2025
Fachkräftemangel, steigende Kosten und zunehmende Anforderungen an IT-Sicherheit stellen Krankenhäuser vor enorme Herausforderungen. Unter dem Dach der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft (BWKG) entstand deshalb der „Kompetenzverbund Qualitätsmedizin und Digitalisierung Baden-Württemberg“ — ein Zusammenschluss, der die Digitalisierung der Kliniken im Land konsequent vorantreiben soll.
Eine zentrale Rolle in der digitalen Transformation spielt die gematik, die bundesweit die Infrastruktur der digitalen Medizin gestaltet. Im Fokus stehen derzeit drei Kernziele:
Damit rücken die Bedürfnisse der Krankenhäuser stärker in den Mittelpunkt. Denn: Kliniken unterscheiden sich in Komplexität, Abläufen und Anforderungen deutlich von ambulanten Praxen.
Ein Leuchtturm ist das durch das Land Baden-Württemberg initiierte Projekt MEDI:CUS („Medizindaten-Infrastruktur: cloudbasiert, universell, sicher“). Ziel dieser Plattform ist es, die Partner im Gesundheitswesen zu vernetzen und die IT-Infrastruktur der Akteure zu flexibilisieren. Profitieren sollen Patientinnen und Patienten, indem zukunftsfähige Rahmenbedingungen für eine optimale Gesundheitsversorgung und die medizinische Forschung geschaffen werden.
„Gleichzeitig sollen die Mitarbeitenden in Kliniken durch digitalisierte Abläufe und verbesserte Prozesse entlastet werden“, ergänzte Prof. Holderried, der auch Sprecher der MEDI:CUS-Arbeitsgruppen ist. „In diesem Großprojekt stellen wir uns gemeinsam der digitalen Transformation des Gesundheitswesens und entwickeln praxisorientierte Lösungen, die perspektivisch auch die sektorübergreifende Versorgung weiter verbessern sollen.
Das Projekt setzt dabei auf einen so genannten Multi-Cloud-Ansatz: Über eine Art App-Store können die beteiligten Krankenhäuser verschiedene IT-Lösungen unabhängig von einzelnen Anbietern beziehen. „Ziel ist eine moderne, zukunftssichere und digitale Infrastruktur für Gesundheitsdaten.“, betonte Prof. Holderried. „Dabei berücksichtigt die Plattform die höchsten Datenschutz- und IT-Sicherheitsstandards, denn es geht um sensible Daten, die wir bestmöglich schützen werden.“
Was Telemedizin in der praktischen Umsetzung bedeuten kann, erklärten Dr. Claus-Detlev Klemke, Direktor der Hautklinik am Klinikum Karlsruhe, und Dr. Manuel Jäger, Oberarzt in der Hautklinik, am Beispiel der Teledermatologie. „Die Telemedizin ermöglicht es uns künftig, Befunde, Befundfotos, Aufklärungsbögen und Fragebögen digital mit unseren Patientinnen und Patienten auszutauschen und damit Wartezeiten auf den nächsten Arzttermin zu überbrücken“, blickte Klemke nach vorne. „Wir möchten perspektivisch auch Videosprechstunden anbieten.“
Ein weiterer Schwerpunkt des Treffens waren Workshops, in denen die Vertreterinnen und Vertreter der Kliniken praxisnah über die Chancen und Potenziale der digitalen Vernetzung in der Region diskutierten. Dabei ging es um Antworten auf die Fragen, wie telemedizinische Kooperationen in der Versorgungsregion sinnvoll ausgebaut werden können, welche digitalen Anwendungen aus der MEDI:CUS Gesundheits-Cloud für die Region hilfreich sind und in welchen Bereichen über MEDI:CUS hinaus eine krankenhausübergreifende Zusammenarbeit den Arbeitsalltag erleichtern könnte – etwa in der Labormedizin, der Fort- und Weiterbildung oder in der Krankenhauslogistik.
pm/tm