14.07.2025
von Sandra Gallian
In der Pforzheimer Strandbar SP6 traf sich das regionale Start-up-Ökosystem bei bestem Sommerwetter zum inspirierenden Netzwerken und Pitchen. Rund 150 Gäste – darunter Gründungsinteressierte, junge Unternehmerinnen und Unternehmer sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft und Förderung – folgten der Einladung des Start-up Ökosystems Nordschwarzwald.
„Die Veranstaltung hier im SP6 ist sicherlich der Höhepunkt unserer Start-up Night“, begrüßte Jörg Fuchs von der HWK Karlsruhe die Anwesenden.
Organisiert wurde der Abend von einem engagierten Team aus dem Netzwerk: Rebekka Sanktjohanser (IHK), Jörg Fuchs und Frank Schmidt (HWK Karlsruhe), Thomas Schönbucher (Priomold GmbH), Carina Hofmeyer (Wirtschaftsjunioren Nordschwarzwald), Kerstin Weipert, Cornelia Hansen und Jochen Protzer (WFG) sorgten für reibungslose Abläufe. Durch das kurzweilige Programm führte erneut Carina Hofmeyer.

Sieben Gründungsideen wurden jeweils in einem dreiminütigen Pitch präsentiert – von Hightech-Kaffee über mentale Gesundheit bis hin zu Trüffeln aus dem Enzkreis.
Den Auftakt machte Anna-Katharina Mohr mit ihrer Hörakustik-Idee „Mohr hören“. Nervös, aber charmant eröffnete sie ihren Pitch: „Jetzt bin ich die Erste und habe überhaupt keine Ahnung, was ich sagen soll.“ Dann überzeugte sie mit einer klaren Botschaft: Weg vom „Igitt-Faktor“ hin zu stylischen Hörsystemen. Ihre Vision: Hörgeräte, die man gerne zeigt – als glitzernder Ohrschmuck, funktional und optisch attraktiv.
Mit einem bewussten Schritt aufs Land holte sie ihre Zielgruppe näher zu sich. „Jetzt kommen sogar die Pforzheimer zu mir aufs Land, weil sie meine Leidenschaft spüren, dass man gut hören kann und dabei sogar gut aussehen kann!“

Dennis Eideland präsentierte seine vollautomatisierten Kaffeetheken unter dem Namen „ojoo“. Seine Vision: Kaffee wie im Café – in unter 60 Sekunden und ohne Personal. „Wir haben eine Lösung entwickelt, dass es in jedem Gebäude, wo mindestens ein Quadratmeter Raum und Strom existiert, möglich ist, Kaffee in Barista-Qualität zu trinken“, erklärte er. Die Automaten stehen bereits an mehreren Standorten in Pforzheim, darunter Schulen und das Eissportzentrum. Die Kombination aus technischer Innovation, Nachhaltigkeit und Nutzerfreundlichkeit brachte dem Start-up jüngst die Auszeichnung als „Unternehmen der Zukunft“ ein.

Mit einem leidenschaftlichen Appell gegen generische Stellenportale stellte Thomas Augenstein „Augenstein Associates“ vor – eine Agentur, die Unternehmen hilft, passgenaues Fachpersonal zu finden. „Wir schließen die Lücke zwischen der Position, die ihr sucht und dem Personal, das wir dann für euch finden“, erklärte er. Denn: „Nicht jede Stelle ist gleich – also funktioniert auch nicht jede Recruiting-Methode.“
Auch mentale Stärke gehöre zur unternehmerischen Resilienz. Sein Rat an alle Gründerinnen und Gründer: „Mit Leidenschaft gründen, Hilfe suchen beim Struggeln – und vor allem: nicht aufhören!“

Bahar Renschler und Dana Retzlaff stellten die „Business Health Academy“ vor. Ihr Angebot richtet sich gezielt an CEOs und Führungskräfte: Mit einem einzigartigen Konzept aus Mindsetarbeit und Körpertherapie helfen sie, Stressmuster zu erkennen und nachhaltige mentale wie körperliche Gesundheit zu fördern. „Vom unbewussten zum bewussten Agieren“ lautet das Ziel. Workshops und Intensivbegleitungen geben Impulse für neue Energie und klare Entscheidungen – jenseits von Symptombekämpfung.

Mit viel Humor und Leidenschaft präsentierten Juliette Descharmes, Dominik Güneri und Thomas Schäfer ihr Trüffelprojekt „cherpierre.de“. „Eigentlich sind wir ganz verkopfte Menschen“, sagte Juliette Descharmes, „aber wir lieben Trüffel.“ 2010 pflanzten die drei Gründer auf zwei Hektar Land bei Keltern rund 1.000 Bäume – 12 Jahre lang passierte: nichts. Doch dann kam das Trüffel-Jahr 2025.
Dank Trüffelhund Giulietta aus Italien finden sie inzwischen edelste Burgunder- und Perigord-Trüffel. Ihre Produkte gehen an ausgewählte Gastronomiebetriebe – und seit Kurzem auch an Privatkunden in der „Trüffelgarage“ in Pforzheim.

Zum Abschluss stellte Tim Reule sein Angebot im Bereich Inspirationscoaching vor. Der Betriebsrat eines großen Automobilzulieferers durchlief selbst einen Veränderungsprozess – und fand darin seine neue Berufung. „Ich habe mich selbständig gemacht, um Menschen etwas zurückzugeben“, sagte er. Sein Ziel: Menschen helfen, positive Veränderungen in verschiedenen Lebensbereichen zu erreichen. Dazu bietet er klassisches Betriebs- und Life-Coaching – und hat ein Buch veröffentlicht, das zur „besseren Version seiner selbst“ ermutigen soll.
Carina Hofmeyer konnte sich dabei einen kleinen Seitenhieb nicht verkneifen: „Oft bin ich der Meinung, wenn manche nicht mehr beruflich weiterwissen, dann werden sie eben Coach“, sagte sie augenzwinkernd – um gleich hinzuzufügen: „Was natürlich nicht für Tim gilt!“

Den spielerischen Abschluss machten Sergei Walter und Paul Sepke mit ihrem Start-up „Metameeple“. Ihr Ziel: Brettspielbegeisterten neue Spiele vorschlagen – jenseits von Monopoly. „Wie kann es sein, dass man 2025 ein 90 Jahre altes Brettspiel spielt?“, fragten sie provokant.
Ihre Plattform analysiert Vorlieben und Spielverhalten, um passgenaue Empfehlungen zu liefern. Denn: Deutschland ist Brettspielland – und auf der weltweit größten Messe „Spiel“ in Essen wurden zuletzt über 1.500 Neuheiten vorgestellt. Der Markt boomt: Für 2025 wird ein Umsatz von rund 400 Millionen Euro erwartet.

Zwischen Palmen und Pitch präsentierten sechs Start-ups Ideen, die nicht nur wirtschaftlich Potenzial haben – sondern auch persönlich berühren und inspirieren.
Alles Fotos: Sandra Gallian
14.07.2025
von Sandra Gallian
In der Pforzheimer Strandbar SP6 traf sich das regionale Start-up-Ökosystem bei bestem Sommerwetter zum inspirierenden Netzwerken und Pitchen. Rund 150 Gäste – darunter Gründungsinteressierte, junge Unternehmerinnen und Unternehmer sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft und Förderung – folgten der Einladung des Start-up Ökosystems Nordschwarzwald.
„Die Veranstaltung hier im SP6 ist sicherlich der Höhepunkt unserer Start-up Night“, begrüßte Jörg Fuchs von der HWK Karlsruhe die Anwesenden.
Organisiert wurde der Abend von einem engagierten Team aus dem Netzwerk: Rebekka Sanktjohanser (IHK), Jörg Fuchs und Frank Schmidt (HWK Karlsruhe), Thomas Schönbucher (Priomold GmbH), Carina Hofmeyer (Wirtschaftsjunioren Nordschwarzwald), Kerstin Weipert, Cornelia Hansen und Jochen Protzer (WFG) sorgten für reibungslose Abläufe. Durch das kurzweilige Programm führte erneut Carina Hofmeyer.

Sieben Gründungsideen wurden jeweils in einem dreiminütigen Pitch präsentiert – von Hightech-Kaffee über mentale Gesundheit bis hin zu Trüffeln aus dem Enzkreis.
Den Auftakt machte Anna-Katharina Mohr mit ihrer Hörakustik-Idee „Mohr hören“. Nervös, aber charmant eröffnete sie ihren Pitch: „Jetzt bin ich die Erste und habe überhaupt keine Ahnung, was ich sagen soll.“ Dann überzeugte sie mit einer klaren Botschaft: Weg vom „Igitt-Faktor“ hin zu stylischen Hörsystemen. Ihre Vision: Hörgeräte, die man gerne zeigt – als glitzernder Ohrschmuck, funktional und optisch attraktiv.
Mit einem bewussten Schritt aufs Land holte sie ihre Zielgruppe näher zu sich. „Jetzt kommen sogar die Pforzheimer zu mir aufs Land, weil sie meine Leidenschaft spüren, dass man gut hören kann und dabei sogar gut aussehen kann!“

Dennis Eideland präsentierte seine vollautomatisierten Kaffeetheken unter dem Namen „ojoo“. Seine Vision: Kaffee wie im Café – in unter 60 Sekunden und ohne Personal. „Wir haben eine Lösung entwickelt, dass es in jedem Gebäude, wo mindestens ein Quadratmeter Raum und Strom existiert, möglich ist, Kaffee in Barista-Qualität zu trinken“, erklärte er. Die Automaten stehen bereits an mehreren Standorten in Pforzheim, darunter Schulen und das Eissportzentrum. Die Kombination aus technischer Innovation, Nachhaltigkeit und Nutzerfreundlichkeit brachte dem Start-up jüngst die Auszeichnung als „Unternehmen der Zukunft“ ein.

Mit einem leidenschaftlichen Appell gegen generische Stellenportale stellte Thomas Augenstein „Augenstein Associates“ vor – eine Agentur, die Unternehmen hilft, passgenaues Fachpersonal zu finden. „Wir schließen die Lücke zwischen der Position, die ihr sucht und dem Personal, das wir dann für euch finden“, erklärte er. Denn: „Nicht jede Stelle ist gleich – also funktioniert auch nicht jede Recruiting-Methode.“
Auch mentale Stärke gehöre zur unternehmerischen Resilienz. Sein Rat an alle Gründerinnen und Gründer: „Mit Leidenschaft gründen, Hilfe suchen beim Struggeln – und vor allem: nicht aufhören!“

Bahar Renschler und Dana Retzlaff stellten die „Business Health Academy“ vor. Ihr Angebot richtet sich gezielt an CEOs und Führungskräfte: Mit einem einzigartigen Konzept aus Mindsetarbeit und Körpertherapie helfen sie, Stressmuster zu erkennen und nachhaltige mentale wie körperliche Gesundheit zu fördern. „Vom unbewussten zum bewussten Agieren“ lautet das Ziel. Workshops und Intensivbegleitungen geben Impulse für neue Energie und klare Entscheidungen – jenseits von Symptombekämpfung.

Mit viel Humor und Leidenschaft präsentierten Juliette Descharmes, Dominik Güneri und Thomas Schäfer ihr Trüffelprojekt „cherpierre.de“. „Eigentlich sind wir ganz verkopfte Menschen“, sagte Juliette Descharmes, „aber wir lieben Trüffel.“ 2010 pflanzten die drei Gründer auf zwei Hektar Land bei Keltern rund 1.000 Bäume – 12 Jahre lang passierte: nichts. Doch dann kam das Trüffel-Jahr 2025.
Dank Trüffelhund Giulietta aus Italien finden sie inzwischen edelste Burgunder- und Perigord-Trüffel. Ihre Produkte gehen an ausgewählte Gastronomiebetriebe – und seit Kurzem auch an Privatkunden in der „Trüffelgarage“ in Pforzheim.

Zum Abschluss stellte Tim Reule sein Angebot im Bereich Inspirationscoaching vor. Der Betriebsrat eines großen Automobilzulieferers durchlief selbst einen Veränderungsprozess – und fand darin seine neue Berufung. „Ich habe mich selbständig gemacht, um Menschen etwas zurückzugeben“, sagte er. Sein Ziel: Menschen helfen, positive Veränderungen in verschiedenen Lebensbereichen zu erreichen. Dazu bietet er klassisches Betriebs- und Life-Coaching – und hat ein Buch veröffentlicht, das zur „besseren Version seiner selbst“ ermutigen soll.
Carina Hofmeyer konnte sich dabei einen kleinen Seitenhieb nicht verkneifen: „Oft bin ich der Meinung, wenn manche nicht mehr beruflich weiterwissen, dann werden sie eben Coach“, sagte sie augenzwinkernd – um gleich hinzuzufügen: „Was natürlich nicht für Tim gilt!“

Den spielerischen Abschluss machten Sergei Walter und Paul Sepke mit ihrem Start-up „Metameeple“. Ihr Ziel: Brettspielbegeisterten neue Spiele vorschlagen – jenseits von Monopoly. „Wie kann es sein, dass man 2025 ein 90 Jahre altes Brettspiel spielt?“, fragten sie provokant.
Ihre Plattform analysiert Vorlieben und Spielverhalten, um passgenaue Empfehlungen zu liefern. Denn: Deutschland ist Brettspielland – und auf der weltweit größten Messe „Spiel“ in Essen wurden zuletzt über 1.500 Neuheiten vorgestellt. Der Markt boomt: Für 2025 wird ein Umsatz von rund 400 Millionen Euro erwartet.

Zwischen Palmen und Pitch präsentierten sechs Start-ups Ideen, die nicht nur wirtschaftlich Potenzial haben – sondern auch persönlich berühren und inspirieren.
Alles Fotos: Sandra Gallian
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