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Oliver Reitz

Direktor des Eigenbetriebs Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim (WSP)

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Energie neu gedacht. Praxistipps für den Mittelstand.

Tipps für den Mittelstand: Die Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald und die Wirtschaftsjunioren Karlsruhe informierten bei einer ersten, gemeinsamen Onlineveranstaltung über hilfreiche Maßnahmen in Sachen Energiebeschaffung.
Foto: Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald

Laut dem Bundesverband der Deutschen Industrie e.V. (BDI) werden Energiepreise zu einem zentralen Wettbewerbsfaktor für den deutschen Mittelstand. Im produzierenden Gewerbe stellen Energiekosten oft einen großen Block dar – das betrifft zum Beispiel auch schon eine größere Metzgerei.

"Das Event hat gezeigt wie viel monetäres aber auch nachhaltiges Potential im Thema Energiebeschaffung für den Mittelstand steckt. Dieses Potential nicht zu nutzen stellt gleich Mitarbeiter zu beschäftigen und deren Talente nicht zu nutzen."
Herbert Wackenhut, Projektleiter RegioINNO

„Den Großunternehmen sind die Möglichkeiten oft bekannt. Manche haben sogar eigene Abteilungen zum Thema Energie und Energieeinkauf“, sagte Sascha Diemer. Die Energiewirtschaft der eigenen Firma unter die Lupe zu nehmen kann für den Mittelstand wiederum zu einem „Fulltime-Job“ werden weiß der Leiter des Arbeitskreises Technologie & Umwelt der Wirtschaftsjunioren Karlsruhe, der auch Gesellschafter der Firma „Energie am See“ ist. Diemer war einer der Fachreferenten der ersten, von der Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald (WFG) und den Wirtschaftsjunioren Karlsruhe (WJ) initiierten Onlineveranstaltung „Energie neu denken“ am 08. Juni 2021 .

Lohnender Blick auf den Verbrauch

Der Blick auf Energie und Verbrauch kann sich definitiv lohnen. So berichtete Sascha Diemer von einem Kunden, der nach einem Fakten-Check und einigen Veränderungen im Betrieb nun 200.000 Euro im Jahr einspart. Allerdings, so räumte der Fachmann ein, sei der Aufwand erst ab einem Verbrauch von 100.000 Kilowattstunden pro Jahr sinnvoll.

„Strom, Verbrauch, Ressourceneffizienz, Nachhaltigkeit, das sind große Themen“, so Herbert Wackenhut, Projektleiter RegioInno Nordschwarzwald. Sich für Nachhaltigkeit und einen umweltfreundlichen Kurs zu entscheiden könnten nach Darstellung des Veranstalters durchaus Pfründe sein, mit denen man wuchern kann. So sind Sascha Diemer durchaus Kunden bekannt, die mit ihrem „grünen“ Aushängeschild werben und sogar ganz bewusst damit eine Abgrenzung zum asiatischen Markt signalisieren.

Dass das Thema Energie im Mittelstand eher noch eine stiefmütterliche Behandlung erfährt, kann nach Meinung der Fachleute auch damit zusammenhängen, dass es durch seine Komplexität und das sich ständig verändernde Reglement des Energiemarkts zu einer Überforderung kommt. Sich Hilfe an die Seite zu holen – laut Sascha Diemer ist die reine Bestandsaufnahme und Darstellung des „Ist-Zustandes“ meistens kostenlos – kann sich in dreifacher Hinsicht auszahlen: bezüglich der eigenen Ausgaben, eines Beitrags zum Klimaschutz und einer positiven Außenwirkung.

Die Onlineveranstaltung gab einen ersten groben Einblick in das Thema Energiebeschaffung. Es wurde aufgezeigt, wie sich der Strompreis zusammensetzt und welche Hebel Unternehmer im Bereich Arbeitspreis selbst ansetzen können. Denn in den letzten Jahren ist auf dem Markt der Beschaffungsmodelle richtig Bewegung reingekommen. An der Energiebörse seien die Votalitäten groß. Schwankungen zwischen 10 -15% am Tag seien normal. Deshalb sei der klassische Weg, seinen kompletten Bedarf zu einem bestimmten Termin, für die nächsten Jahre einzudecken, nicht mehr der Beste. Der Königsweg sei eine Kombination aus Spot und Tranche.

Screentshot: Tanja Meckler

Beim Tranchenmodell kaufen die Einkäufer einen bestimmten Bedarf scheibchenweise. Dadurch minimiert sich das Risko am falschen Tag gekauft zu haben. Der Spotmarkt ist ein bisschen mit dem Last-Minute Angebot aus dem Reisebüro zu vergleichen. Einkäufern bietet sich hier die Chance, die Energiemenge bis kurz vor der Belieferung dem tatsächlichen Volumen anzupassen.

Sascha Diemer betonte außerdem, dass mittelständische Unternehmen in Sachen Energie auf einen Industriebelieferer setzen sollten, da diese schlankere Strukturen aufweisen und somit die Verwaltungsgebühren nicht so hoch zu Buche schlagen.

Wie kann ein Unternehmen seine Energiebeschaffung professioneller aufstellen?

Kurzcheck:

  • Aufschlauen der Beschaffungsmöglichkeiten
  • Definition einer Beschaffungsstrategie
  • Auswahl der Energieversorger
  • permanente Marktbeobachtung
  • Expertenbegleitung

Das Projekt RegioINNO Nordschwarzwald ist ein prämiertes Projekt des Förderaufrufes „Regionales Innovationsmanagement“ des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg. Mit RegioINNO wird die zielgeführte Vernetzung der Innovationsakteure unterstützt und die Erarbeitung einer regionalen Innovationsstrategie vorangetrieben. Durch die Bündelung von Synergien und die aktive Einbindung aller Beteiligten soll die Zusammenarbeit zwischen der regionalen Wirtschaft und der Wissenschaft intensiviert werden.

pm/tm

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