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Oliver Reitz

Direktor des Eigenbetriebs Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim (WSP)

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Deutsche Schmuck- und Uhrenindustrie mit glänzenden Steigerungsraten

Import und Export laufen auf hohem Niveau: Die deutsche Schmuck- und Uhrenindustrie kann auch mit der Geschäftsentwicklung im dritten Quartal 2022 „sehr zufrieden sein.“ Das meldet der Bundesverband Schmuck + Uhren (BVSU) mit Sitz in Pforzheim, dem Zentrum der deutschen Schmuckindustrie. Allerdings sei die prognostizierte Konsolidierung „in Teilen bereits erkennbar“.
Der Bundesverband Schmuck + Uhren hat optimistische Erwartungen beim Blick auf den Jahresabschluss seiner Mitgliedsunternehmen. ©MixCompany

05.12.2022 | pm/gel

Bis zum Ende des dritten Quartals 2022 wurden Schmuckwaren im Wert von 2,15 Milliarden Euro exportiert. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 2021 (1,65 Milliarden Euro) ergibt dies eine Steigerung um 30,3 Prozent.

Damit zeigt der Export von Produkten der Schmuckindustrie Stärke, erklärt der Bundesverband Schmuck und Uhren, Silberwaren und verwandte Industrien e.V. – so die vollständige Bezeichnung des BVSU.

Zwar sei der Export mit 753,3 Millionen Euro gegenüber den Vergleichszahlen des zweiten Quartals zurückgegangen, im Vergleich zu den Vorjahren habe sich der Export jedoch mit einem Plus von 20,4 Prozent gegenüber 2021 und 61,5 Prozent gegenüber 2020 stark verbessert.

Aufwärtstrend bei Uhren

Auch bei den Uhren und Uhrenteilen sei dieser Aufwärtstrend erkennbar. Im dritten Quartal 2022 wurden Produkte im Wert von 434 Millionen Euro exportiert, ein Plus von 9,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Somit wurden in den ersten drei Quartalen des Jahres 2022 Waren im Gesamtwert von 1,23 Milliarden Euro exportiert. Im Vergleich zu 2021 (1,06 Milliarden Euro) sei dies eine Steigerung um 15,7 Prozent.

Lediglich bei den Großuhren stellt der BVSU „einen Rückwärtstrend“ fest. Im dritten Quartal 2022 lag der Export hier 7,5 Prozent unter den Zahlen des Vorjahreszeitraumes.

Beim Import von Fertigwaren und Zulieferprodukten zeigt sich ähnliches. Der Import von Schmuck lag in den ersten drei Quartalen 2022 bei 1,60 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (1,31 Milliarden Euro) bedeutet eine Steigerung von 22,4 Prozent. Bei den Uhren und Uhrenteilen kommt der Vergleich zu einem Plus von 14,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr, denn in den ersten drei Quartalen 2021 waren es 1,53 Milliarden Euro, im Vergleichszeitraum 2022 1,75 Milliarden Euro.

Die Zahlen des dritten Quartals zeigen laut BVSU „einen leichten Rückgang gegenüber dem zweiten Quartal“. Da sie jedoch zum großen Teil die Ausführung von Aufträgen aus dem ersten Halbjahr des Jahres widerspiegeln, sei der erwartete Konsolidierungseffekt nur schwer erkennbar.

Inflation bremst den Konsum

Spannend werde der Vergleich der Zahlen des vierten Quartals: Hier geht der Verband davon aus, dass die rückgängige Auftragslage erste Auswirkungen zeigen werden. „Die Energiekrise, die Bremse im Konsum durch die Inflation und weitere externe Faktoren werden dann zum ersten Mal deutlich sichtbar werden“, so BVSU-Hauptgeschäftsführer Dr. Guido Grohmann. Stark steigende Preise für die Produzenten, insbesondere in den Bereichen Energieversorgung, Beschaffung und Arbeitnehmerentgelten sowie sinkende Kaufkraft des Endverbrauchers würden ihre ersten Effekte dann zeigen.

Der BVSU und seine Mitglieder, so Verbandspräsident Uwe Staib, sehen dem Jahresabschluss dennoch mit Optimismus entgegen.


Gruppenbild der Vertreter der Europäischen Uhrenverbände, die nach ihrem zweitätigen Fachtreffen in Straßburg das EU Parlament besuchten. ©BVSU

An zwei Tagen im November 2022 trafen sich die europäischen Uhrenverbände EuroTempus und CPHE zu ihrer Jahrestagung in Straßburg. Gastgeber der Tagung war in diesem Jahr der französische Uhrenverband France Horlogerie. Verbandspräsident Pierre Burgun begrüßte seine italienischen, Schweizer und deutschen Kollegen auf Einladung der EU-Abgeordneten Anne Sander (Fraktion der Europäischen Volkspartei Frankreich Les Républicains) im EU-Parlament in Straßburg.

Die deutsche Delegation bestand aus BVSU-Präsident Uwe Staib und BVSU-Hauptgeschäftsführer Dr. Guido Grohmann.

Fachlich tauschten die Verbände unter dem Vorsitz des Präsidenten des italienischen Uhrenverbandes (Assorologi), Mario Peserico, Informationen zu den wichtigen Themen der Industrie aus.

Besonders im Fokus stand der neue Sicherheitsstandard UKCA und seine Auswirkungen auf die Lieferfähigkeit nach Großbritannien, die Neuordnung der Messelandschaft für die Uhrenindustrie sowie eine zukünftig enge Kooperation mit dem Weltschmuckverband CIBJO.


Der BVSU

…Bundesverband Schmuck und Uhren, Silberwaren und verwandte Industrien e.V., wurde 1947 in Pforzheim gegründet. Er ist nach eigenen Angaben die Interessenvertretung von mehr als 170 vorwiegend mittelständisch strukturierten Mitgliedsunternehmen und nimmt deren Interessen auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene wahr.

Er ist Mitglied des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI). Ihm obliegt die Federführung der deutschen Verbände im Weltschmuckverband CIBJO. Zudem vertritt der BVSU die Interessen der deutschen Uhrenindustrie im europäischen Uhrenverband CPHE. Der Bundesverband ist zudem Mitglied des Responsible Jewellery Councils (RJC).

Verbands-Präsident ist Uwe Staib, Hauptgeschäftsführer Dr. Guido Grohmann. pm/gel

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