Lorem ipsum dolor sit amet, consectetuer adipiscing elit. Aenean commodo ligula eget dolor. Aenean massa. Cum sociis natoque penatibus et magnis dis parturient.

Max Mustermann

CEO Musterfirma

Newsletter Anmeldung

+ monatliche Erscheinung
+ aktuelle Themen und wichtige Termine
+ neue Unternehmensportraits und Firmenprofile
Datenverarbeitungshinweis*

PTV Group

Mit dem digitalen Zwilling einer Stadt den Verkehr planen und managen – Softwareschmiede PTV will die Nummer eins im Mobilitätssegment werden
Verkehr sinnvoll planen, modellieren und managen – die Software von PTV wird bereits in mehr als 2500 Städten weltweit genutzt. © PTV

Von Gerd Lache

„Es gehe auch darum, Verkehr zu managen, zu optimieren und zu steuern. Im Ergebnis erhalten wir den digitalen Zwilling einer Stadt.“

Christian Haas, Vorstandsvorsitzender der PTV Group

Was hat Pforzheim mit mehr als 2500 anderen Städten - wie etwa Singapur, Berlin und Hamburg oder Stuttgart - gemeinsam? Sie alle nutzen die Dienste der PTV Group in Karlsruhe, einem der weltweit führenden Softwareanbieter mit Kunden in 120 Ländern und 28 Standorten auf allen Kontinenten. Von den global 900 Mitarbeitenden sind 500 in der Karlsruher Zentrale beschäftigt.

Was sind das für Dienste? Planung, Transport und Verkehr steht hinter dem PTV-Kürzel des badischen Unternehmens. Einige Beispiele nennt Christian Haas, der neue Vorstandsvorsitzende. Er spricht von einem „Was-wäre-wenn-Szenario“: Werde etwa in einer Kommune ein neuer Kreisverkehr, eine Bushaltestelle oder ein Einkaufszentrum geplant, dann erstelle die Software aufgrund von zugefütterten lokalen Daten eine Simulation die zeige, wie sich die vorgesehenen Veränderung etwa auf den Verkehrsfluss und das Verkehrsaufkommen, die Fußgängerführung oder die Emissionen und Immissionen auswirken können. Bei der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika habe PTV-Software eine virtuelle Besucher-Evakuierung durchgespielt, also simuliert wie die Fußballfans im Notfall schnell aus den Stadien gelangen können. „Das führte dazu, dass bautechnisch mehrere Maßnahmen durchgeführt wurden, um die Sicherheit zu gewährleisten.“

Die Softwareschmiede kauft unter anderem Daten von externen Providern wie etwa Navigations-Anbietern ein.  Diese werden mit den Algorithmen in der Software angereichert und optimiert, auch sozio-ökonomische Daten fließen ein. Haas: „Im Ergebnis erhalten wir den digitalen Zwilling einer Stadt.“ Damit könne unter anderem der Verkehr modelliert, geplant und simuliert werden. Nicht nur: Es gehe auch darum, „Verkehr zu managen, zu optimieren und zu steuern.“

Desweiteren plant das Softwarehaus für die Logistik-Branche, wie etwa DHL, die effizientesten Routen. Mehr als eine Million Transporte täglich würden durch PTV-Software optimal gelenkt und  somit über 40.000 Tonnen CO2 eingespart.  Nicht zuletzt ist PTV laut Haas im Consulting-Bereich tätig, in dem vor allem der öffentliche Sektor bei Fragen wie Infrastruktur und Verkehrsplanung beraten wird. Mit zahlreichen nationalen und internationalen Forschungsprojekten, auch mit einem eigenen Labor in der Zentrale, ist das Unternehmen bei Themenfeldern wie autonomes Fahren, Elektromobilität, Mobilität im gesellschaftlichen Wandel, multimodaler Personenverkehr und urbane Logistik, aktiv.

Mit der Kombination seiner Geschäftsfelder, also Mobilität und Transport/Logistik sowie Consulting, sieht der Vorstandsvorsitzende das Unternehmen in dieser Kombination als weltweit führend aufgestellt. Wesentliche Aufgabe bei dem „großen zusammenhängenden Ökosystem Mobilität“ sei es zu gewährleisten, „langfristig eine nachhaltige Mobilität und damit einen lebenswerten Raum in den Städten zu gestalten“.

Knapp zehn Monate nach seinem Amtsantritt als Vorstandschef will Haas das Unternehmen „auf ein neues Level“ hieven. Soll heißen: Vom kommenden Monat an werde eine überarbeitete Unternehmensstrategie und ein neues Geschäftsmodell umgesetzt. Zum einen habe PTV sich von Verlustbringern im Portfolio getrennt. Die Konzentration sei auf die erfolgreichen Kernprodukte gerichtet, beispielsweise Software für die strategische Verkehrsplanung, -simulation und –technik sowie die Routenoptimierung.

Eine weitere wesentliche Maßnahme: Die Produkte werden in die Cloud gesetzt, können also als App online erworben und abgerufen werden. Damit verabschiedet sich PTV vom traditionellen Lizenzmodell und bietet auch Abo-Versionen auf Zeit an. In Verbindung hierzu sollen neue Kundengruppen erschlossen werden. So könnten etwa Architekturbüros für bestimmte Projekte die Software für einen begrenzten Zeitraum nutzen und damit beispielsweise Verkehrssimulationen vornehmen.

In seiner „Vision 2025“ nennt der Vorstandsvorsitzende vier Ziele für die PTV Group:
1. Der weltweite Softwareanbieter Nummer eins für Mobilität werden
2. Nachhaltig handeln
3. Begehrter Arbeitgeber sein
4. zehn Prozent jährliches Wachstum erzielen

Ist mit großen Zielen beim Karlsruher Software-Unternehmen PTV angetreten: Vorstandsvorsitzender Christian Haas. © Gerd Lache

Bedürfnisse der Pforzheimer im Mittelpunkt

Die Herausforderungen für die Goldstadt sind groß: Wie kann der Verkehr entwickelt werden, damit die Bürgerinnen und Bürger „maximal befriedigt werden können“? Themen wir Radverkehr und Innenstadt-Gestaltung spielen eine große Rolle. Das Karlsruher Softwareunternehmen PTV Group hat im Juli von der Stadtverwaltung Pforzheim den Auftrag erhalten, einen integrierten Verkehrsentwicklungsplan zu erstellen. Im Oktober soll der Start sein. „Alles, was bereits angestoßen ist, wird weiter verfolgt. In diesem Projekt wird mit einem Planungshorizont von 15 Jahren, also bis 2035 in die Zukunft geschaut“, erklärt PTV-Vorstandschef Christian Haas auf PZ-Anfrage. Aufgabe seines Unternehmens sei die Fortschreibung des bisherigen Verkehrsentwicklungsplans zu einem integrierten Verkehrskonzept nach den Richtlinien des Sustainable Urban Mobility Plans (SUMP), also einem nachhaltigen städtischen Mobilitätsplan.

Neu sei, dass nicht mehr einzelne Verkehrsmittel oder Träger, „sondern alle Modi gesamtheitlich betrachtet werden“. Im Mittelpunkt stünden nun „die Mobilitäts- und Lebensbedürfnisse der Menschen“, erklärt Haas. Der Prozess sei ergebnisoffen. „Wir schauen uns alles an, was wollen die Bürgerinnen und Bürger, was wollen die Politiker, unter anderem in Sachen Radverkehr oder Parkoptimierung.“ Das Ergebnis werde ein großer Rahmenplan sein, „aus dem die Politik dann die passenden Maßnahmen für die Zukunft von Pforzheim ausgestalten kann“.

Als wichtigen Teil bezeichnete der PTV-Chef die intensive Beteiligung der Öffentlichkeit – von der Online-Beteiligung der Bürger über eine Homepage bis hin zur Organisation von Quartiersradtouren und –spaziergängen.

Headquarter der PTV Group in Karlsruhe © PTV
Verkehr sinnvoll planen, modellieren und managen – die Software von PTV wird bereits in mehr als 2500 Städten weltweit genutzt. © PTV

Die PTV Group

Die 1979 als Startup aus der damaligen Universität Karlsruhe (heute KIT) hervorgegangene Aktiengesellschaft PTV (Planung, Transport und Verkehr) gehört seit 2017 als 100-prozentige Tochter zur Porsche Automobil Holding SE (Stuttgart), die mit einer Summe von rund 300 Millionen Euro eingestiegen ist. Zur Unterscheidung: Während die Porsche AG die Sport- und Geländefahrzeuge baut, ist die börsennotierte SE (Bezeichnung für eine europäische Aktiengesellschaft) eine reine Beteiligungsgesellschaft. Als ihre wichtigste Anlage gilt die 53,3-prozentige Beteiligung an Volkswagen.

Nicht immer sorgte die PTV-Ertragslage für Zufriedenheit bei der Porsche SE. Deren Vorstandschef Hans Dieter Pötsch betrachtet das Engagement jedoch als langfristiges Investment, wie er unlängst betonte.  Indes hat ein starkes letztes Quartal 2019 den Umsatz mit einem zweistelligen Plus auf 117 Millionen Euro gesteigert und ein positives Ergebnis von fünf Millionen Euro ergeben. Aufgrund der Einschränkungen und Projekt-Zurückstellungen durch die Corona-Pandemie rechnet PTV-Vorsitzender Christian Haas für das laufende Jahr mit einem Umsatz knapp unter dem des Vorjahres.

Porsche-Mann ist PTV-Aufsichtsratschef

Porsche-Mann Lutz Meschke ist neuer Vorsitzender des PTV-Aufsichtsrats. © PTV

Lutz Meschke ist neuer Aufsichtsratsvorsitzender der PTV Planung Transport Verkehr AG (PTV AG), Karlsruhe. Die PTV AG ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Porsche Automobil Holding SE (Porsche SE), Stuttgart, in deren Vorstand Meschke seit Juli 2020 das Ressort Beteiligungsmanagement verantwortet. Lutz Meschke ist zudem Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Porsche AG, Stuttgart, mit Zuständigkeit für die Ressorts Finanzen und IT. Weitere Aufsichtsratsmitglieder der PTV AG sind Manfred Döss (Vorstandsmitglied für Recht und Compliance der Porsche SE) sowie Martin Korbmacher (Geschäftsführer der Event Horizon Capital & Advisory GmbH).