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Oliver Reitz

Direktor des Eigenbetriebs Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim (WSP)

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16+ im Gespräch mit Petra Jaschhof

Wirtschaftskraft sprach mit Petra Jaschhof über begrüßenswerte Trends der Generation Z und über Fehler im System.
Petra Jaschhof, CIO BWI GmbH, Foto: BWI GmbH

Petra Jaschhof verantwortet seit dem 1. Februar 2018 den Bereich Chief Information Office der BWI GmbH. Davor war sie fast 30 Jahre im Siemens-Konzern in verschiedenen Positionen tätig, zuletzt als Leiterin Strategie und Projektkommunikation des Konzernforschungsbereichs Energie und Elektronik. Petra Jaschhof startete bei Siemens im kaufmännischen Vertrieb und führte nach einigen Jahren der erfolgreichen Leitung von IT-Projekten als CIO der Siemens Business Services, Region Deutschland, diverse IT-Konsolidierungsprojekte durch. Im Anschluss sammelte sie in ihrer fast zehnjährigen Tätigkeit in Südostasien, insbesondere in Thailand und Singapur, umfangreiche Erfahrungen als Beraterin und Projektleiterin in unterschiedlichsten IT Projekten und anschließend als Innovationsmanagerin IT Solutions für den Bereich Cities.

An meinem Job liebe ich die Arbeit mit den Kolleg*innen und die Herausforderungen, die sich aus dem ständigen technologischen Wandel in Zeiten der digitalen Transformation ergeben.
Petra Jaschhof

Petra Jaschhof ist Mutter von 18-jährigen Zwillingssöhnen und diplomierte Fachjournalistin. In der Freizeit genießt sie gerne die Natur, insbesondere beim Wandern oder als begeisterte (Halb-) Marathon-Läuferin.

1. Wann stehen Sie in der Regel morgens auf?

Tatsächlich bin ich ein „Early Bird“ und stehe meist um 6:00 Uhr auf.

2. Sind Sie ein Frühstückstyp und falls ja, was geht immer?

Nur Kaffee (nicht zu wenig) und dann gibt es im Laufe des Vormittags Porridge mit frischen Früchten. Außer ich bin auf Reisen, dann gibt es oft nur Obst.

3. Was ist Ihr Lieblings Büro-Outfit?

Das EINE Lieblingsoutfit habe ich gar nicht.

Ein Büro-Outfit sollte immer der Situation angemessen sein. Dennoch steht Wohlfühlen und authentisch sein dabei für mich stets im Vordergrund.

Ich bin davon überzeugt, dass Kleidung gerade in der Generation Z immer mehr an Stellenwert verliert, ebenso klassische Statussymbole. Diese Veränderung begrüße ich persönlich sehr. Denn es geht mir vor allem um den Menschen und nicht um seine Kleidung.

4. Der erste Klick am Morgen, gilt welcher Seite?

Von den Online-Nachrichten geht es meist über LinkedIn in mein E-Mail Postfach.

5. Zu welcher Tageszeit sind Sie am produktivsten?

Das ist ganz von meinen Terminen abhängig. Sehr wichtige Dinge erledige ich gerne in den frühen Morgenstunden.

6. Fixer Arbeitsplatz oder smart office?

Aus meiner Sicht sollte der gemeinsame Austausch und die Begegnung im Arbeitsalltag im Vordergrund stehen. Dies muss nicht an einem festen Arbeitsplatz im Büro erfolgen. Viel mehr sind flexible Arbeitslösungen für alle Mitarbeiter*innen sinnvoll.

Mitarbeitergespräche führe ich gerne in eher nicht klassischen Office-Umgebungen und eine gute Diskussion mit Kollegen während eines Spaziergangs hat schon oft zu guten Ergebnissen geführt.

Im Fokus sollte heute nicht mehr stehen, dass Arbeitnehmer möglichst viel Zeit am Arbeitsplatz verbringen, sondern diese effizient nutzen.

In meinem Haus habe ich mir zwei Arbeitsumgebungen eingerichtet: ein abgeschlossenes Büro mit allem drum und dran, wie beispielsweise einem Whiteboard und einem höhenverstellbaren Schreibtisch. Das ist für mich wichtig, um konzentriert über längere Zeit arbeiten zu können. Mein zweiter Arbeitsplatz befindet sich neuerdings mitten im Wohnzimmer mit Blick ins Grüne. Dies ist sehr gut, denn ich bin nicht der Typ, der den ganzen Tag an einem Platz sitzen oder stehen kann. Abwechslung regt meine Kreativität an.

7. Digital Tools gibt es viele, welches ist Ihr Favorit?

Ich habe keine konkreten Favoriten, da ich mich immer wieder für neue Tools und Apps begeistern kann. Durch meine Aufgabe als CIO komme ich selbstverständlich mit vielen aktuellen Technologien, Applikationen und Trends in Berührung, was mich immer wieder aufs Neue begeistert, aber auch herausfordert.

Zusätzlich lerne ich über meine Söhne – Vertreter der Generation Z – was die Jugend umtreibt und welche Tools/Apps deren Interesse gewinnen.

8. Wer war / ist für Sie ein Vorbild?

Für mich waren es immer Führungspersönlichkeiten, die mit inspirierenden und innovativen Ideen voran gehen.

9. Die beste Strategie gegen unproduktive Meetings?

Die eigene Rolle und den Wertbeitrag für jedes Meeting hinterfragen.

Eine gute Vorbereitung, klare Themen- und Zielformulierungen und eine gute Moderation, die das Wesentliche nicht aus den Augen verliert.

Damit ein echter Austausch erreicht werden kann, müssen alle ihren Beitrag leisten und sich an den Inhalten beteiligen.

10. Wie überleben Sie einen richtig schlechten Tag im Büro?

Richtig schlechte Tage habe ich im Grunde nicht. Ich sehe unbequeme Situationen immer als Herausforderung, die es zu meistern gilt. Die innovativsten und kreativsten Ideen entstehen immer dann, wenn auch wirklich der Bedarf nach Lösungen besteht. Alles andere wäre doch langweilig!

Falls es aber dann doch mal am Ende des Tages Bedarf gibt, wieder den Energielevel zu erhöhen, schnüre ich meine Laufschuhe und laufe meine Runde an der Amper.

11. Was inspiriert Sie?

Ich stelle mich immer gerne neuen Herausforderungen und genieße den Austausch mit interessanten Menschen. Meine Neugierde auf Menschen und Herausforderungen treibt mich an und ich schöpfe daraus immer wieder Inspiration und Motivation für meine Aufgaben.

12. Beruf und Familie lässt sich gut vereinbaren? Wo sehen Sie Handlungsbedarf?

Tatsächlich ermöglicht die fortschreitende Digitalisierung, besonders in der IT Branche, eine immer bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Aber es gibt mit Sicherheit noch eine Menge zu tun. Um Familie und Beruf zu vereinbaren, müssen die Ziele und Aufgaben in der jeweiligen Rolle klar sein. Darauf aufbauend lassen sich oft viele Gestaltungsmöglichkeiten finden, um die notwendige Flexibilität für beide Bereiche zu erhalten.

13. Was ist Ihnen mal gehörig misslungen?

Meine Karriere lief natürlich nicht immer geradlinig, aber das ist auch gut so.

Ich habe viele wichtige Erfahrungen gesammelt und sicherlich auch so manche Fehler gemacht, aber genau aus diesen lernt man am meisten. Ein konkretes Beispiel fällt mir aber gerade nicht ein. Mein Glück war immer, dass ich in Unternehmen und mit Vorgesetzten gearbeitet habe, die eine gute Fehlerkultur vorgelebt haben.

14. Lieblingsfilm?

Caroline Link – Jenseits der Stille

15. Wen würden Sie gerne einmal treffen und was würden Sie dann gerne mit dieser Person diskutieren?

Ich habe keine spezielle Person im Kopf, treffe aber immer gerne auf interessante Menschen, auch aus anderen Branchen und mit sehr unterschiedlichem Erfahrungshorizont. Ein guter Austausch regt dazu an, auch mal „out of the box“ zu denken, um den eigenen Gedanken einen größeren kreativen Spielraum zu geben und und die die Perspektive zu wechseln.

16. Was wollten Sie als Kind werden?

Eine klare Vorstellung hat man als Kind ja meist noch nicht, sondern kann sich für viele Dinge ganz unbedarft begeistern. Eine solche Einstellung sollte man sich auch als Erwachsener bewahren. Und wenn ich meinen Werdegang so betrachte, habe ich das auch geschafft.

+ Angenommen Sie treffen auf eine fremde Person, die sie besser kennt, als Sie sich selbst, fänden Sie das spannend oder gruselig?

Ein bisschen von Beidem: Eine spannende Gelegenheit, sich selbst besser kennenzulernen und weiterzuentwickeln. Die Frage ist natürlich, kann man so jemandem vertrauen?

+ Welche Chancen bietet die digitale Transformation insbesondere auch Frauen?

Im Zeitalter der Digitalisierung, ist die IT der Hebel für viele neue Möglichkeiten. Frauen sollten es sich nicht nehmen lassen, diese zu nutzen und so die Zukunft aktiv mitzugestalten.

+ Eine Frau, die in der IT Karriere macht, gilt auch heute noch eher als exotisch, wie erklären Sie sich das?

Vielleicht steckt der Fehler im System? Auch heute wird noch viel zu viel in traditionellen und veralteten Rollenbildern und Mustern gedacht. Während Frauen noch immer die „weichen“ Themen zugeschrieben werden, assoziiert man Männern eher mit Eigenschaften wie „analytisch“, „zielstrebig“ oder einer Stärke in Mathe. Obwohl diese Denkweise natürlich längst überholt sein sollte, findet sich im wahren Leben noch viel davon wieder. So wird die IT Mädchen und jungen Frauen möglicherweise immer noch weniger nahegebracht als Jungen. Hier sollten wir ansetzen und beginnen, unsere Einstellung gegenüber festgelegten Rollenbildern zu verändern.

Dadurch sind Frauen in der IT, insbesondere auf Führungsebene, leider weiterhin noch stark unterrepräsentiert – was es zu verändern gilt. Es muss früh damit begonnen werden Schülerinnen und Berufseinsteigerinnen zu vermitteln, dass sie viel in der IT erreichen können. Auch die Vermarktung von Ausbildungs- und Studiengängen in der MINT Branche sollte dem Zeitgeist entsprechend angepasst werden.

Das Interview führte Tanja Meckler

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