05.01.2026
Solche Bilder wirken weit über die Hauptstadt hinaus. Sie erinnern daran, wie verletzlich eine hochvernetzte Gesellschaft ist und wie zentral eine funktionierende Stromversorgung für den Alltag geworden ist.
Auch in Pforzheim wird diese Entwicklung aufmerksam verfolgt. Bei den Stadtwerken Pforzheim (SWP) gilt die Stabilität des Stromnetzes seit Jahren als strategische Kernaufgabe. Nicht erst seit den aktuellen Ereignissen in Berlin fließen hohe Millionenbeträge in den Ausbau und die Absicherung der Infrastruktur. Die Gründe dafür sind vielfältig: klassische Alterungsprozesse im Netz, zunehmende Einspeisung aus Photovoltaikanlagen, eine wachsende Zahl an Wallboxen – und nicht zuletzt die Erkenntnis, dass kritische Infrastruktur auch Ziel mutwilliger Angriffe werden kann.
„Unsere Strategie ist hier schon seit Jahren eindeutig: Wir benötigen einen massiven Ausbau des Netzes und die Installation sogenannter Redundanzen, also Doppelstrukturen, wo immer diese für die Netzstabilität notwendig sind“, erklärt SWP-Geschäftsführer Aik Wirsbinna. Diese Maßnahmen seien aufwändig und kostspielig, aber unverzichtbar. Der Aufwand zahlt sich aus: Während Stromkunden in Deutschland im Durchschnitt zwölf bis fünfzehn Minuten pro Jahr ohne Versorgung auskommen müssen, liegt dieser Wert in Pforzheim nur bei etwa der Hälfte.
Die Berliner Vorfälle zeigen aus Sicht der SWP zudem, dass es nicht allein um Technik geht, sondern auch um Organisation und Reaktionsfähigkeit. „Die aktuellen Ereignisse in Berlin machen zudem deutlich, wie wichtig eine stabile Stromversorgung und ein entsprechendes Störungsmanagement sind. Denn auch wenn es hundertprozentige Sicherheit niemals geben wird: Kritische Infrastruktur bekommt immer mehr Bedeutung“, so Dr. Wirsbinna. Die Konsequenz: nicht nachlassen, sondern weiter investieren.
Konkret sichtbar wird diese Strategie derzeit an mehreren Stellen im Stadtgebiet. Im Umspannwerk Rennfeld wurde ein neuer Transformator installiert – ein Koloss von 60 Tonnen Gewicht, der große Teile der Innenstadt absichert. Parallel dazu wird die Schaltstation in der Emilienstraße umfassend modernisiert. Die Kosten sind beträchtlich: Rund 1,3 Millionen Euro für den Trafo im Rennfeld, dazu mehrere Hunderttausend Euro für die Arbeiten in der Emilienstraße, ergänzt durch umfangreiche Sicherheitstechnik.
Doch die Investitionen bringen messbare Vorteile. Der neue Transformator kann Spannungsschwankungen eigenständig ausgleichen – ein entscheidender Faktor in einem Netz, das durch wetterabhängige Stromerzeugung immer volatiler wird. Die modernisierte Schaltstation ist vollständig fernsteuerbar, Störungen lassen sich schneller lokalisieren und beheben, ohne dass sofort Personal vor Ort sein muss.
Es sind Maßnahmen, die selten Schlagzeilen machen – solange alles funktioniert. Doch gerade die aktuellen Ereignisse zeigen, wie wertvoll diese stille Vorsorge ist. Wenn das Licht ausgeht, entscheidet sich, wie gut eine Stadt vorbereitet ist.
pm/tm
05.01.2026
Solche Bilder wirken weit über die Hauptstadt hinaus. Sie erinnern daran, wie verletzlich eine hochvernetzte Gesellschaft ist und wie zentral eine funktionierende Stromversorgung für den Alltag geworden ist.
Auch in Pforzheim wird diese Entwicklung aufmerksam verfolgt. Bei den Stadtwerken Pforzheim (SWP) gilt die Stabilität des Stromnetzes seit Jahren als strategische Kernaufgabe. Nicht erst seit den aktuellen Ereignissen in Berlin fließen hohe Millionenbeträge in den Ausbau und die Absicherung der Infrastruktur. Die Gründe dafür sind vielfältig: klassische Alterungsprozesse im Netz, zunehmende Einspeisung aus Photovoltaikanlagen, eine wachsende Zahl an Wallboxen – und nicht zuletzt die Erkenntnis, dass kritische Infrastruktur auch Ziel mutwilliger Angriffe werden kann.
„Unsere Strategie ist hier schon seit Jahren eindeutig: Wir benötigen einen massiven Ausbau des Netzes und die Installation sogenannter Redundanzen, also Doppelstrukturen, wo immer diese für die Netzstabilität notwendig sind“, erklärt SWP-Geschäftsführer Aik Wirsbinna. Diese Maßnahmen seien aufwändig und kostspielig, aber unverzichtbar. Der Aufwand zahlt sich aus: Während Stromkunden in Deutschland im Durchschnitt zwölf bis fünfzehn Minuten pro Jahr ohne Versorgung auskommen müssen, liegt dieser Wert in Pforzheim nur bei etwa der Hälfte.
Die Berliner Vorfälle zeigen aus Sicht der SWP zudem, dass es nicht allein um Technik geht, sondern auch um Organisation und Reaktionsfähigkeit. „Die aktuellen Ereignisse in Berlin machen zudem deutlich, wie wichtig eine stabile Stromversorgung und ein entsprechendes Störungsmanagement sind. Denn auch wenn es hundertprozentige Sicherheit niemals geben wird: Kritische Infrastruktur bekommt immer mehr Bedeutung“, so Dr. Wirsbinna. Die Konsequenz: nicht nachlassen, sondern weiter investieren.
Konkret sichtbar wird diese Strategie derzeit an mehreren Stellen im Stadtgebiet. Im Umspannwerk Rennfeld wurde ein neuer Transformator installiert – ein Koloss von 60 Tonnen Gewicht, der große Teile der Innenstadt absichert. Parallel dazu wird die Schaltstation in der Emilienstraße umfassend modernisiert. Die Kosten sind beträchtlich: Rund 1,3 Millionen Euro für den Trafo im Rennfeld, dazu mehrere Hunderttausend Euro für die Arbeiten in der Emilienstraße, ergänzt durch umfangreiche Sicherheitstechnik.
Doch die Investitionen bringen messbare Vorteile. Der neue Transformator kann Spannungsschwankungen eigenständig ausgleichen – ein entscheidender Faktor in einem Netz, das durch wetterabhängige Stromerzeugung immer volatiler wird. Die modernisierte Schaltstation ist vollständig fernsteuerbar, Störungen lassen sich schneller lokalisieren und beheben, ohne dass sofort Personal vor Ort sein muss.
Es sind Maßnahmen, die selten Schlagzeilen machen – solange alles funktioniert. Doch gerade die aktuellen Ereignisse zeigen, wie wertvoll diese stille Vorsorge ist. Wenn das Licht ausgeht, entscheidet sich, wie gut eine Stadt vorbereitet ist.
pm/tm
Jetzt Newsletter abonnieren und von vielen Vorteilen profitieren!