Urlaub vor der Haustür: Schwarzwald und Pforzheim setzen auf Regionaltourismus

Die Lust auf Reisen ist ungebrochen – und immer mehr Menschen entdecken die Vorteile von Urlaub in der eigenen Region. Auf der weltgrößten Reisemesse CMT in Stuttgart präsentieren sich noch bis Sonntag, 26. Januar, Städte und Regionen aus Baden-Württemberg ihre Angebote für den Inlands- und Auslandsmarkt. Besonders Pforzheim und der nördliche Schwarzwald wollen vom Trend zum „Daheim-Urlaub“ profitieren.
Der Schwarzwald behauptet sich weiterhin als eines der beliebtesten Urlaubsziele Deutschlands. Foto: Sandra Gallian

23.1.2026

von Sandra Gallian

Von Samstag bis Sonntag, 26. Januar, dreht sich in zehn Hallen der Messe Stuttgart alles ums Reisen. Mehr als 1.600 Aussteller stellen neue Reiseziele, Camping- und Caravaning-Angebote vor. 500 Millionen Übernachtungen in Deutschland belegen, dass die Deutschen auch in turbulenten Zeiten viel unterwegs sind. Campingplätze erzielten dabei 44 Millionen Übernachtungen – ein Marktanteil von rund zehn Prozent.

Christine Schönhuber, Geschäftsführerin der Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg, betont: „Der Tourismus ist ein wirtschaftlicher Schwergewicht im Land – 60 Millionen Übernachtungen und eine Wertschöpfung von 26 Milliarden Euro sprechen für sich.“

Immer mehr Menschen entdecken die Vorteile von Urlaub in der eigenen Region und machen Urlaub in Deutschland. Foto: Sandra Gallian

Pforzheim und der nördliche Schwarzwald: Kultur, Natur und Design

Die Goldstadt Pforzheim zeigte sich auf der CMT in Halle 6 zusammen mit der Region Nördlicher Schwarzwald und Karlsruhe. Hier verbinden sich Kultur, Design und Natur auf eine Weise, die sowohl Einheimische als auch Gäste ansprechen soll. Highlights wie die Figuren „Bertha Benz“ und „Ferdinand Oechsle“ sowie der Gasometer mit dem „Amazonien Panorama“ und das neue Asisi-Panorama „Konzil“ sollen die Stadt als Reiseziel sichtbarer machen.

Die Tourismus GmbH Nördlicher Schwarzwald präsentierte sich in zwei Hallen. Am Kooperationsstand mit Pforzheim standen Aktivurlaub, Naturerlebnisse und kulinarische Highlights im Mittelpunkt. Besonders die Wiederaufnahme der Hermann-Hesse-Bahn mit Anbindung an Stuttgart stieß auf großes Interesse. Auch Partner wie Bad Liebenzell, Dobel oder der Baumwipfelpfad unterstützten den Auftritt.

Schwarzwald: Beliebtes Reiseziel mit steigender Nachfrage

Der Schwarzwald behauptet sich weiterhin als eines der beliebtesten Urlaubsziele Deutschlands. Von Januar bis November 2025 besuchten rund 8,6 Millionen Gäste die Region – ein Plus von 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Übernachtungen stiegen auf 21,7 Millionen. „Tourismus ist eine der resilientesten Branchen überhaupt“, sagt Hansjörg Mair, Geschäftsführer der Schwarzwald Tourismus GmbH. „Selbst in unsicheren Zeiten kommen Menschen in unsere Region.“

Der Großteil der Übernachtungen entfiel auf inländische Gäste. Mit 16,8 Millionen Übernachtungen verzeichnete der Inlandstourismus ein leichtes Plus, während internationale Gäste leicht rückläufig waren. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer lag bei 2,5 Tagen.

V.l.n.r.: Hansjörg Mair (Geschäftsführer STG), Patrick Schreib (Geschäftsführer Hochschwarzwald Tourismus GmbH), Landrat Thorsten Erny (Vorsitzender des Aufsichtsrats STG), Landrat Dr. Christian Ante (Vorsitzender der Gesellschafterversammlung STG). Foto: Sandra Gallian

Schwarzwald-Pressefrühstück: Qualität und internationale Strahlkraft

Auf dem Schwarzwälder Pressefrühstück betonte Landrat Christian Ante die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus: „Tourismus verbindet Wirtschaft, Kultur und Lebensqualität. Veränderung bietet die Chance, die Zukunft aktiv mitzugestalten.“

Hansjörg Mair nutzte die Gelegenheit, die internationale Bekanntheit der Region hervorzuheben: „Wo auch immer man weltweit ‚Black Forest‘ sagt, die Menschen wissen sofort, worum es geht. Selbst wenn jemand nicht genau weiß, wo der Schwarzwald liegt, kann er die Region verorten – und das allein ist ein enormer Vorteil.“

Er unterstrich die Notwendigkeit von marktgerechten und hochwertigen Angeboten: „Gastronomie und Hotellerie profitieren nach wie vor, aber nur, wenn sie Qualität liefern. Wer ein gutes Angebot hat, muss sich keine Sorgen um Auslastung machen.“

Um die Qualität weiter zu steigern, startet die Schwarzwald Tourismus GmbH einen Wettbewerb: Vom 1. März bis 1. Mai können Betriebe teilnehmen und gewinnen – vom ersten Platz mit kompletter Planung und Umsetzung eines Zimmers inklusive Bad bis zu Ausstattungen für einzelne Zimmer oder Bäder. „Bessere Ausstattung führt zu besseren Preisen und höheren Margen. Qualität ist der entscheidende Faktor für den europäischen Tourismus – vor allem im Wettbewerb mit Zielen wie Ägypten oder der Türkei“, erläutert Mair.

Auch Staatssekretär Patrick Rapp hob die wirtschaftliche Kraft des Schwarzwaldes hervor: „Mit 370.000 Beschäftigten übertrifft der Tourismus im Schwarzwald sogar die Automobilindustrie. Der Jahresumsatz liegt bei 26 Milliarden Euro. Die Region konkurriert weltweit auf Augenhöhe mit Ikonen wie dem Grand Canyon – darauf können wir stolz sein.“

Kulturdenkmäler stehen ebenfalls hoch im Kurs bei den Reisezielen in Baden-Württemberg. Foto: Sandra Gallian

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