Tourismus im Nordschwarzwald: Zwischen Millioneninvestition und neuen Hotelkonzepten

Wie bleibt der Schwarzwald für Gäste attraktiv und die Tourismusbranche wettbewerbsfähig? Auf ihrer Sommerreise machte Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut Station in Bad Liebenzell und Freudenstadt-Lauterbad. Dabei zeigte sich: Gefragt sind Investitionen in die Infrastruktur ebenso wie zeitgemäße Konzepte in Hotellerie und Gastronomie.
Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut besuchte im Rahmen ihrer Sommerreise das frisch sanierte Kurhaus in Bad Liebenzell und tauschte sich vor Ort mit Vertreterinnen und Vertretern aus Tourismus, Kommune und Wirtschaft aus.. Foto: Ministerium für Wirtschaft, Handwerk und Tourismus Baden-Württemberg

20.08.2026

Es sind zwei unterschiedliche Beispiele dafür, wie sich der Tourismus im Nordschwarzwald weiterentwickelt. Auf der einen Seite steht das grundlegend sanierte Kurhaus in Bad Liebenzell, auf der anderen ein familiengeführtes Vier-Sterne-Superior-Hotel, das Naturerlebnis, Wellness und Kulinarik miteinander verbindet. Beide besuchte Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut am 19. August im Rahmen ihrer diesjährigen Sommerreise zum Thema Tourismus.

Rund 2,9 Millionen Euro Landesförderung für das Kurhaus

Erste Station war Bad Liebenzell. Dort besichtigte Hoffmeister-Kraut das Kurhaus mit dem integrierten Restaurant „DAS Kurhaus“. Nach einer umfassenden Sanierung wurde das Gebäude am 12. März 2026 offiziell wiedereröffnet.

Das Land unterstützte die Sanierung über das Tourismusinfrastrukturprogramm (TIP) mit insgesamt rund 2,9 Millionen Euro. Das Kurhaus ist Veranstaltungs- und Kulturort, beherbergt mehrere Säle sowie Gastronomie und spielt zugleich eine wichtige Rolle für das touristische Angebot des Heilbades.

„Die Sanierung ist wirklich toll gelungen. Ich freue mich sehr, dass wir Bad Liebenzell bei der Sanierung des Kurhauses finanziell über unser Förderprogramm TIP unterstützen konnten. Das Kurhaus ist nicht nur ein wichtiger Veranstaltungs- und Kulturort mit mehreren Sälen und einer Gastronomie, sondern auch für den Tourismus des Heilbades Bad Liebenzell von enormer Bedeutung. Daher sind Investitionen in die touristische Infrastruktur unerlässlich, um wettbewerbsfähig zu bleiben und den Gästen in Baden-Württemberg eine hohe Qualität bieten zu können“, sagte Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Handwerk und Tourismus.

Mit dem Restaurant „DAS Kurhaus“ gehört auch ein gastronomisches Konzept zum erneuerten Haus, das auf regionale Qualität und heimische Produkte setzt.

Familiengeführtes Hotel setzt auf Natur, Wellness und Kulinarik

Von Bad Liebenzell führte die Sommerreise weiter nach Freudenstadt-Lauterbad. Dort besuchte die Ministerin das Hotel Grüner Wald. Das familiengeführte Vier-Sterne-Superior-Hotel verbindet sein klassisches Beherbergungsangebot mit Naturerlebnissen, Wellness und Kulinarik.

Nach einer Vorstellung des Hotelkonzepts besichtigte Hoffmeister-Kraut die Anlage. Dabei rückte eine Frage in den Mittelpunkt, die viele Betriebe der Branche beschäftigt: Wie lässt sich das touristische Angebot kontinuierlich weiterentwickeln und an veränderte Erwartungen der Gäste anpassen?

„Das Gastgewerbe ist eine zentrale Säule des Tourismus in Baden-Württemberg und trägt maßgeblich zur wirtschaftlichen Stärke und Attraktivität des Landes bei. Entscheidend ist dabei das gesamte Aufenthaltserlebnis, das den Gästen vor Ort geboten wird. Das Hotel Grüner Wald zeigt eindrucksvoll, wie sich aktive Naturerlebnisse, Wellness und Kulinarik in einer besonderen Wohlfühlatmosphäre miteinander verbinden lassen. Es ist beeindruckend wie das Hotel sein Angebot kontinuierlich weiterentwickelt und dabei auf moderne und innovative Konzepte setzt, um ein hochwertiges und zeitgemäßes touristisches Angebot für die Gäste zu schaffen“, so die Ministerin.

Tourismus ist ein Milliardenmarkt

Dass Investitionen und neue Konzepte wirtschaftlich relevant sind, zeigt die Größenordnung der Branche. Baden-Württemberg verzeichnete 2025 rund 60 Millionen Übernachtungen und etwas mehr als 24 Millionen Gästeankünfte.

Der Tourismus ist dabei weit mehr als ein Geschäft für Hotels und Ausflugsziele. Als Querschnittsbranche sorgt er für Nachfrage in Gastronomie, Handel und zahlreichen Dienstleistungsbereichen. Rund 374.000 rechnerische Vollzeitbeschäftigte sind dem Tourismus im Land zuzurechnen. Mehr als 7.000 Menschen befanden sich 2024 in einer touristischen Ausbildung.

Auch der Umsatz unterstreicht die Bedeutung: Der Bruttoumsatz aller touristisch bedingten Leistungen in Baden-Württemberg belief sich 2023 auf rund 25,9 Milliarden Euro.

tm/pm