Tanzende Trophäen

Bereits zum 63. Mal zieht der Goldstadtpokal die internationale Tanzelite nach Pforzheim. In diesem Jahr hat der Künstler Kurt Tassotti die individuellen Siegertrophäen gestaltet. Erstmals wurden nicht nur für die beiden Lateinwettbewerbe Pokale kreiert, sondern auch für das Standardturnier.
Freuen sich über die neue Pokale für das Goldstadtpokal-Tanzturnier: (von links) Oliver Reitz (WSP), Mark S. Pace und Petra Pace (beide Dentaurum), Kurt Tassotti (Künstler), Bernd Roßnagel (Schwarz-Weiß Club Pforzheim), Sven Eisele (Sparkasse Pforzheim Calw) und Pforzheims Oberbürgermeister Peter Boch. Foto: Tilo Keller

26.01.2026

„Die Ambition meiner Kunst ist, eine Brücke zwischen der Ästhetik und der Form der emotionalen Resonanz des Tanzes zu schlagen“
Kurt Tassotti, Künstler der neuen Trophäe

In jedem Jahr werden kurz vor dem großen Tanzturnier in Pforzheim die künstlerisch gestalteten Trophäen präsentiert, die die Sieger des Pforzheimer Goldstadtpokals entgegennehmen dürfen. Die Siegerpokale werden stets von Künstlerhand neu entworfen und sind damit echte Unikate. Dieses Mal hat sich der in Mühlacker lebende Bildhauer Kurt Tassotti von den Bewegungen der Tanzpaare inspirieren lassen. „Ich freue mich sehr, mit meiner Arbeit Teil der beeindruckenden Geschichte zu sein“, sagte Tassotti bei der Vorstellung der drei Sieger-Trophäen. Er hob hervor, dass er als figürlich arbeitender Bildhauer erzählerisch unterwegs sei und Mensch, Bewegung und Figur genau sein Thema sei. Der Künstler beschrieb seine Arbeiten als Hommage an die Ausdruckskraft der Tänzer und deren geradezu akrobatischer Leistung. „Die Ambition meiner Kunst ist, eine Brücke zwischen der Ästhetik und der Form der emotionalen Resonanz des Tanzes zu schlagen“, sagte er. Und so haben seine Pokale sehr deutlich jeweils die Form elegant tanzender Paare angenommen. Dabei unterstützen die Gewandfalten die Dynamik der Bewegung.

Kurt Tassotti hat die Goldstadtpokale 2026 gestaltet. Foto: Tilo Keller

Ausgeklügeltes Kunstobjekt

Zu den besonderen Raffinessen des Goldstadtpokals gehört, dass er zweigeteilt werden kann. Die beiden Figuren des tanzenden Paares können auch einzeln gestellt werden. Somit kann beim Siegerpaar sowohl der Herr als auch die Dame jeweils die Hälfte des Ehrenpreises mit nach Hause nehmen. Das ist besonders praktisch, falls das Paar nur sportlich und nicht auch noch privat verbunden sein sollte. Eine weitere Raffinesse bleibt dem Betrachter auf dem ersten Blick verborgen. Im historischen Sinne ist ein Pokal eigentlich ein Trinkgefäß. Das hat der Künstler aufgegriffen und im Sockel einen kleinen herausnehmbaren Becher integriert. Für den Aluminiumguss der Figuren waren 20 verschiedene Arbeitsgänge nötig. Teilweise wurde das Aluminium auch noch vergoldet, was den Eindruck des flirrenden Tanzes unterstützt.

„Wir sind ein langjähriger Sponsor des Goldstadtpokals“, so Marc S. Pace, Geschäftsführer von Dentaurum in Ispringen. „Ich glaube, wir haben auch viel dazu beigetragen, dass diese tolle Veranstaltung in Pforzheim die Zeiten übersteht.“ Der große Goldstadtpokal geht traditionell an die Sieger im Latein-Tanz.

Internationale Aufmerksamkeit

„Die Bürgerschaft und die Tanzpaare freuen sich immer darauf, dass der Goldstadtpokal Anfang jeden Jahres stattfindet“, so Pforzheims Oberbürgermeister Peter Boch. „Es ist ein tanzsportliches Aushängeschild für unsere Stadt und die Region.“ Organisiert wird das Turnier vom Schwarz-Weiß-Club Pforzheim (SWC). „Wir brauchen unsere Sponsoren“, so SWC-Präsident Bernd Roßnagel, der Dentaurum, Sparkasse Pforzheim Calw und WSP (Wirtschaft- und Stadtmarketing Pforzheim) als Hauptsponsoren bezeichnete. Er hob hervor, dass in den Turnieren Weltklassepaare an den Start gehen. Zum Rahmenprogramm gehören Razvan Dumitrescu und Jacky Joos, die Vizeweltmeister und Europameister im Show-Dance Latein sowie die mehrfachen YoYo-Weltmeister Naoto Okada und Shu Takada aus Japan.

Seit letztem Jahr können auch die Standard-Paare Weltranglistenpunkte in Pforzheim sammeln. Da Pforzheim aber als Latein-Hochburg bekannt ist, sei die Anzahl der antretenden Standard-Paare noch geringer als im Latein. „Standardpaare wissen noch nicht, dass man bei uns auch ein Weltranglistenturnier tanzen kann“, sagte Roßnagel. „Das muss langsam bekannt werden, da arbeiten wir dran.“

Weltranglistenpunkte in drei Wettbewerben

In diesem Jahr werden die Sieger im Standardtanz erstmals ein Pokal in den Händen halten. „Als ich letztes Jahr nur einen Blumenstrauß übergeben habe, habe ich gesagt, das müssen wir ändern“, so WSP-Geschäftsführer Oliver Reitz zum neuen Pokal im Standard-Turnier. Er freute sich besonders, dass durch das sportliche Ereignis die Welt offenherzig nach Pforzheim eingeladen werde. Die dritte Trophäe, der „red young cup“, lobt auch in diesem Jahr wieder die Sparkasse Pforzheim Calw für das Jugendturnier im Lateintanz aus. „Der Goldstadtpokal trägt den Namen Pforzheims und den Namen der Region auf wunderbare Art und Weise in die ganze Welt“, sagte Sven Eisele, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Pforzheim Calw und freute sich besonders, den sportlichen Nachwuchs zu fördern.

Der Goldstadtpokal findet am 31. Januar 2026 im CongressCentrum Pforzheim statt.

In den Goldstadtpokalen wird die fließende Bewegung der Tänzer sichtbar. Foto: Tilo Keller