Archivartikel 29.09.2025
von Sandra Gallian
Der Einstieg in die Welt der Fahrzeugbeschriftung kam früh: Bereits in der achten Klasse absolvierte Nicole Neuweiler ein Praktikum bei einer Werbeagentur in Gräfenhausen – ein Zufallstreffer, den ihre Mutter in den Gelben Seiten entdeckt hatte. Was dort begann, ließ sie nicht mehr los.
„Ich habe schon in den Schulferien dort gearbeitet – das war mein Ding“, erinnert sie sich.
Trotzdem wählte sie zunächst den klassischen Weg, machte eine kaufmännische Ausbildung – als solide Grundlage. Doch direkt nach der Ausbildung kehrte sie 2005 zurück in die Werbeagentur. Neun Jahre lang arbeitete sie dort festangestellt als Werbetechnikerin, spezialisierte sich immer stärker auf Fahrzeugbeschriftungen – und folierte schließlich nebenbei Autos für Freunde und Bekannte. 2014 meldete sie ihr erstes Kleingewerbe an – die Nachfrage stieg kontinuierlich.

In einem männerdominierten Handwerksbereich zu arbeiten, war für Nicole Neuweiler nie ein Hindernis – im Gegenteil: „Ich glaube eher, dass das die Leute gereizt hat“, sagt sie schmunzelnd. „Für mich war das völlig normal.“ Zwar gebe es im deutschsprachigen Raum nur sehr wenige Frauen in ihrem Metier, doch das habe sie nie gestört.
Seit 2019 ist die Folienexpertin Einzelunternehmerin. Ihr Fachwissen erwarb sie in mehreren Schulungen direkt Folienlieferanten – unter anderem im Bereich CarWrapping. Heute bringt die 39-jährige Know-how und Fingerspitzengefühl in Einklang: „Während des Folierens versinke ich fast in einen meditativen Zustand.“

Vor der Pandemie war Nicole tief in der Tuningszene verankert, arbeitete u. a. mit PP Performance, einem international führenden Tuning-Unternehmen. Damals waren ausgefallene Digitaldruck-Folien in knalligen Farben gefragt.
Doch mit Corona kam der Umbruch: Die Szene brach ein – und damit auch ein Teil ihres Kerngeschäfts. Nicole passte sich an, fokussierte sich stärker auf klassische Vollfolierungen.
„Heute sind es eher Kunden, die ihre Autofarbe einfach nicht mehr mögen – oder Firmen, die ihren Fuhrpark in der Brandfarbe gestalten möchten“, erklärt Nicole Neuweiler. Aktuelle Trends? Farben die Auffallen- die sonst keiner hat wie z.B. Satin Jade, Green Envy oder auch Shift-Effekt Folien die je nach Lichteinfall ihre Farbe ändern, sind wieder gefragt.

Seit Mitte 2025 arbeitet Nicole Neuweiler in einer eigenen Halle in Schömberg – viel Platz, viel Potenzial. Die Ausstattung wird nach und nach erweitert: Geplant sind u. a. eine Hebebühne für ein bequemeres Arbeiten, ein neuer Schneideplotter, ein zweiter Arbeitsplatz sowie Büro und Materiallager. „Ich will das alles in Ruhe, ohne Druck aufbauen – on-the-going“, sagt sie. Aktuell stemmt sie fast alles alleine: Angebote schreiben, Kundenberatung, Entwürfe, Buchhaltung – und natürlich das Folieren selbst. „Ich nehme mir lieber bewusst Zeit – für ein geiles Ergebnis“, so Nicole Neuweiler. Eine Vollfolierung dauert bei ihr rund fünf Tage, inklusive Vor- und Nachbereitung.

Die Jungunternehmerin ist Mutter zweier Teenager-Jungs im Alter von 14 und 16 Jahren. Und ja: Die finden es ziemlich cool, was Mama da macht. „Wenn hier eine geile Karre steht, sind sie die ersten, die reinschauen wollen“, sagt sie lachend. Das Moped des Älteren? Natürlich komplett foliert. Die Vereinbarkeit von Familie und Handwerk gelingt ihr durch eine klare Struktur – und viel Leidenschaft. „Drei Tage die Woche bin ich mindestens halbtags in der Werkstatt. Ich liebe es, in Ruhe zu arbeiten.“
Bis heute lebt ihr Geschäft fast ausschließlich von Mund-zu-Mund-Propaganda – und das seit mittlerweile über 11 Jahren. Dazu kommt ihre steigende Reichweite auf Instagram und TikTok, wo sie mit kreativen Einblicken in ihre Arbeit zunehmend Follower gewinnt. Nicole Neuweiler denkt langfristig: „Wenn die Anfragen weiter so steigen, will ich auf jeden Fall noch jemanden einstellen.“

Alle Fotos: Sandra Gallian
Archivartikel 29.09.2025
„Während des Folierens versinke ich fast in einen meditativen Zustand.“
von Sandra Gallian
Der Einstieg in die Welt der Fahrzeugbeschriftung kam früh: Bereits in der achten Klasse absolvierte Nicole Neuweiler ein Praktikum bei einer Werbeagentur in Gräfenhausen – ein Zufallstreffer, den ihre Mutter in den Gelben Seiten entdeckt hatte. Was dort begann, ließ sie nicht mehr los.
„Ich habe schon in den Schulferien dort gearbeitet – das war mein Ding“, erinnert sie sich.
Trotzdem wählte sie zunächst den klassischen Weg, machte eine kaufmännische Ausbildung – als solide Grundlage. Doch direkt nach der Ausbildung kehrte sie 2005 zurück in die Werbeagentur. Neun Jahre lang arbeitete sie dort festangestellt als Werbetechnikerin, spezialisierte sich immer stärker auf Fahrzeugbeschriftungen – und folierte schließlich nebenbei Autos für Freunde und Bekannte. 2014 meldete sie ihr erstes Kleingewerbe an – die Nachfrage stieg kontinuierlich.

In einem männerdominierten Handwerksbereich zu arbeiten, war für Nicole Neuweiler nie ein Hindernis – im Gegenteil: „Ich glaube eher, dass das die Leute gereizt hat“, sagt sie schmunzelnd. „Für mich war das völlig normal.“ Zwar gebe es im deutschsprachigen Raum nur sehr wenige Frauen in ihrem Metier, doch das habe sie nie gestört.
Seit 2019 ist die Folienexpertin Einzelunternehmerin. Ihr Fachwissen erwarb sie in mehreren Schulungen direkt Folienlieferanten – unter anderem im Bereich CarWrapping. Heute bringt die 39-jährige Know-how und Fingerspitzengefühl in Einklang: „Während des Folierens versinke ich fast in einen meditativen Zustand.“

Vor der Pandemie war Nicole tief in der Tuningszene verankert, arbeitete u. a. mit PP Performance, einem international führenden Tuning-Unternehmen. Damals waren ausgefallene Digitaldruck-Folien in knalligen Farben gefragt.
Doch mit Corona kam der Umbruch: Die Szene brach ein – und damit auch ein Teil ihres Kerngeschäfts. Nicole passte sich an, fokussierte sich stärker auf klassische Vollfolierungen.
„Heute sind es eher Kunden, die ihre Autofarbe einfach nicht mehr mögen – oder Firmen, die ihren Fuhrpark in der Brandfarbe gestalten möchten“, erklärt Nicole Neuweiler. Aktuelle Trends? Farben die Auffallen- die sonst keiner hat wie z.B. Satin Jade, Green Envy oder auch Shift-Effekt Folien die je nach Lichteinfall ihre Farbe ändern, sind wieder gefragt.

Seit Mitte 2025 arbeitet Nicole Neuweiler in einer eigenen Halle in Schömberg – viel Platz, viel Potenzial. Die Ausstattung wird nach und nach erweitert: Geplant sind u. a. eine Hebebühne für ein bequemeres Arbeiten, ein neuer Schneideplotter, ein zweiter Arbeitsplatz sowie Büro und Materiallager. „Ich will das alles in Ruhe, ohne Druck aufbauen – on-the-going“, sagt sie. Aktuell stemmt sie fast alles alleine: Angebote schreiben, Kundenberatung, Entwürfe, Buchhaltung – und natürlich das Folieren selbst. „Ich nehme mir lieber bewusst Zeit – für ein geiles Ergebnis“, so Nicole Neuweiler. Eine Vollfolierung dauert bei ihr rund fünf Tage, inklusive Vor- und Nachbereitung.

Die Jungunternehmerin ist Mutter zweier Teenager-Jungs im Alter von 14 und 16 Jahren. Und ja: Die finden es ziemlich cool, was Mama da macht. „Wenn hier eine geile Karre steht, sind sie die ersten, die reinschauen wollen“, sagt sie lachend. Das Moped des Älteren? Natürlich komplett foliert. Die Vereinbarkeit von Familie und Handwerk gelingt ihr durch eine klare Struktur – und viel Leidenschaft. „Drei Tage die Woche bin ich mindestens halbtags in der Werkstatt. Ich liebe es, in Ruhe zu arbeiten.“
Bis heute lebt ihr Geschäft fast ausschließlich von Mund-zu-Mund-Propaganda – und das seit mittlerweile über 11 Jahren. Dazu kommt ihre steigende Reichweite auf Instagram und TikTok, wo sie mit kreativen Einblicken in ihre Arbeit zunehmend Follower gewinnt. Nicole Neuweiler denkt langfristig: „Wenn die Anfragen weiter so steigen, will ich auf jeden Fall noch jemanden einstellen.“

Alle Fotos: Sandra Gallian
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