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WirtschaftsKRAFTplus ist in der Tat ein „Plus“ – ein Mehr an Themen, an Hintergründen und an Aktualität. Mit dieser Plattform wird die wirtschaftliche Kompetenz des Standortes Pforzheim medial begleitet und weit in die Region getragen.

Oliver Reitz

Direktor des Eigenbetriebs Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim (WSP)

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Region wirbt für Künstliche Intelligenz

WFG Nordschwarzwald beteiligt sich am KI-Projekt des Landes. Innovationspark soll digitale Transformation vorantreiben.

Das Kirchturmdenken überwinden – das ist ein zentrales Anliegen des Calwer Landrats Helmut Riegger. Als Aufsichtsratsvorsitzender der Wirtschaftsförderung (WFG) Nordschwarzwald fordert er deshalb: „Das regionale Zentrum für Künstliche Intelligenz (KI) muss nach Pforzheim.“ Als Oberzentrum der Region sei der Standort mit seiner Autobahnanbindung und der Nähe zur Hochschule Pforzheim ideal (die PZ berichtete). Hintergrund: Mit bis zu 50 Millionen Euro Fördergeld will das Land Baden-Württemberg die Infrastruktur zum Ausbau Künstlicher Intelligenz unterstützen. Unter anderem haben sich die Regionen Stuttgart, Karlsruhe und NeckarAlb haben sich kurz vor Toreschluss für den Landeswettbewerb „Innovationspark KI BadenWürttemberg“ beworben. Die Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald wurde von diesem Konsortium eingeladen, sich an der Bewerbung zu beteiligen.

„Nicht in Flächen denken“

Das Konzept basiert auf einem räumlich verteilten Ansatz mit mehreren Standorten. „Wir müssen in Köpfen denken und nicht in Flächen“, so Riegger. Der Aufsichtsrat habe inzwischen zugestimmt, dass sich die WFG in einem ersten Schritt als Gründungs-Mitglied in der Dachorganisation des „Innovationspark Künstliche Intelligenz Baden-Württemberg eG“ mit 25000 Euro beteiligt. „Unsere Beteiligung setzt ein starkes überregionales Zeichen im Land, erhöht die Chancen der Bewerbung und bietet einen Mehrwert für alle Beteiligten“, betont WFG-Geschäftsführer Jochen Protzer. Die Regionen wollen ihre Kompetenzen bündeln, gemeinsam ein KI-Ökosystem schaffen, sich als optimaler Standort eines Innovationsparks für Künstliche Intelligenz präsentieren.

In diesem Bereich habe die Region Nordschwarzwald noch Nachholbedarf. Die WFG habe mit den Projekten DigitalHub und RegionWIN die Weichen gestellt, „Mit Hub-Standorten in Pforzheim, Nagold und Horb bieten wir vor allem kleinen und mittleren Unternehmen, sowie Existenzgründern und Start-ups passgenaue Angebote und Unterstützungsmöglichkeiten für die Umsetzung der digitalen Transformation“, sagte Protzer. Ziel sei es KI-basierte Lösungen im Produktionsprozess einzusetzen.

Entstehen soll im Zentrum Baden-Württembergs eine europaweit einzigartige KI-Innovationsinfrastruktur, in der Unternehmen in Kooperation mit Wissenschaft, Gesellschaft und der öffentlichen Verwaltung KI-Anwendungen, Produkte und Geschäftsmodelle entwickeln, erproben und international vermarkten können.

„KI ist der Schlüssel für die künftige Entwicklung unserer Wirtschaft“, sind Riegger und Protzer überzeugt. Und schließlich gehe es auch um Fördermittel. Parallel zum Engagement in der Dachorganisation werde ein möglicher inhaltlicher Beitrag in der Region Nordschwarzwald ausgearbeitet. Denkbar wäre ein regionales KI-Zentrum in räumlicher Anbindung an das Zentrum für Präzisionstechnik (ZPT) in unmittelbarer Nähe zur Hochschule Pforzheim. Nicht zuletzt geht es auch um Arbeitsplätze der Zukunft und Hinzugewinnung von Fachkräften. Die hohe Quote bei der Kurzarbeit – im Enzkreis sind 14,6 Prozent der Beschäftigten betroffen und damit doppelt so viele wie im Landesdurchschnitt – mache auch die große Abhängigkeit der regionalen Unternehmen von der Automobilindustrie deutlich.

Das KI-Projekt biete der Region Nordschwarzwald – im Verbund mit anderen Partnern – die große Chance, dem Thema Künstliche Intelligenz sowohl in Forschung und Entwicklung als auch in Transfer und Anwendungsgebieten einen wesentlichen Schub zu geben, bekräftigt Protzer. Pforzheims Oberbürgermeister Peter Boch unterstützt das Vorhaben ebenfalls: „Gemeinsam können wir unsere Kräfte bündeln und dadurch unsere Chancen im Wettbewerb steigern. Außerdem müssen wir nicht schon sofort eine sehr große Fläche an der Hand haben, sondern können kleinteiligere Beiträge in den jeweiligen Regionen leisten und trotzdem den eigenen Standort bei diesem so wichtigen Zukunftsthema stärken.“

Lothar Neff

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