Pforzheim gibt rote Laterne ab

Goldstadt liegt in der Arbeitslosenstatistik wieder vor Mannheim. Kurzarbeit kann Anstieg der Erwerbslosigkeit lediglich bremsen.

Trotz der stabilisierenden Wirkung von Kurzarbeitergeld ist die Zahl der Arbeitslosen im Nordschwarzwald binnen Jahresfrist um 4058 oder 33,5 Prozent gestiegen. Die Arbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, hat sich gegenüber Dezember 2020 um 0,3 Prozentpunkte auf 4,7 Prozent erhöht. Vor einem Jahr lag sie noch bei 3,5 Prozent.

Immerhin konnte sich die Goldstadt im landesweiten Vergleich wieder vor Manheim schieben. Die Arbeitslosenquote im Stadtkreis Pforzheim ist von Dezember auf Januar um 0,2 Prozentpunkte auf 7,7 Prozent gestiegen. Damit hat Pforzheim, erstmals seit April 2020, den letzten Platz unter allen Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg verlassen und die rote Laterne wieder an Mannheim (7,8 Prozent) abgegeben.

Insgesamt waren in der Goldstadt 5311 Menschen arbeitslos gemeldet, davon 2724 (51,3 Prozent) in der Arbeitslosenversicherung und 2587 (48,7 Prozent) in der Grundsicherung (Hartz IV).

„Der Arbeitsmarkt hält der Corona-Pandemie stand. Der zweite Lockdown hat dank Kurzarbeitergeld kaum zu einem weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit geführt. Pandemiebedingte Entlassungen erfolgten in erster Linie im zweiten Quartal 2020“, so die Einschätzung der Chefin der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim, Martina Lehmann. Der aktuelle Anstieg ist vor allem saisonal bedingt. Nach dem Wintereinbruch haben sich die jahreszeitlich üblichen Entlassungen in den saison- und witterungsabhängigen Wirtschaftszweigen auf den Arbeitsmarkt ausgewirkt. Auf vielen Baustellen sowie in der Land- und Forstwirtschaft musste bei Schnee und Frost die Arbeit ruhen. Trotz einem robusten Arbeitsmarkt wird es noch ein langer Weg bis zur Rückkehr auf das Vorkrisenniveau. Die Zahlen zur geplanten Kurzarbeit, liegen der Agentur für Arbeit von März 2020 bis Januar 2021 vor. Insgesamt zeigten in diesen elf Monaten 7872 Betriebe Kurzarbeit für 125975 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer an. Nach der aktuellen Hochrechnung zur tatsächlich realisierten Kurzarbeit haben im August 2020 im Bezirk der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim 24608 Arbeitnehmer in 2089 Unternehmen kurzgearbeitet. Unternehmen haben drei Monate Zeit, den Antrag auf Kurzarbeitergeld bei der Arbeitsagentur einzureichen.

Unter den sieben Geschäftsstellen der Arbeitsagentur Nagold-Pforzheim hat Calw mit 3,6 Prozent den besten Wert. Es folgen Nagold mit 3,9 Prozent, Freudenstadt, Horb und Mühlacker mit jeweils 4,1 Prozent, Bad Wildbad mit 5,2 Prozent. Im Enzkreis liegt die Arbeitslosenquote insgesamt bei 3,7 Prozent und damit um 0,2 Prozentpunkte höher als im Vormonat. Damit belegt der Enzkreis, gemeinsam mit Schwäbisch-Hall und dem Bodenseekreis Platz neun in Baden-Württemberg. Insgesamt waren 4242 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet, davon 2.977 (70,2 Prozent) in der Arbeitslosenversicherung und 1.265 (29,8 Prozent) in der Grundsicherung.

Lothar Neff