Neujahrsempfang: Pforzheims Zukunft fest im Blick

Oberbürgermeister Peter Boch hat beim Neujahrsempfang 2026 über aktuelle Themen aus Pforzheim berichtet und dazu aufgerufen, gemeinsam an der Zukunft der Stadt zu bauen.
Beim Neujahrsempfang überreicht Pforzheims Oberbürgermeister Peter Boch die Bürgermedaille an Daniela Vogel. Foto: Tilo Keller

13,01.2026

von Claudia Keller

Außerdem ist im Rahmen der Veranstaltung die Ehrenmedaille der Stadt Pforzheim an Daniela Vogel, Vorsitzende der Verkehrswacht Pforzheim und Enzkreis, überreicht worden.

Das Südwestdeutsche Kammerorchester begleitet den Neujahrsempfang der Stadt Pforzheim. Foto: Tilo Keller

Mit den Klängen des Goldstadt Fanfarenzugs vor dem CongressCentrum Pforzheim startete der Neujahrsempfang der Stadt. Im Großen Saal stimmte das Südwestdeutsche Kammerorchester Pforzheim unter der Leitung von Douglas Bostock mit Mozarts Divertimento in F-Dur (KV 138) auf die Neujahrsrede von Oberbürgermeister Peter Boch ein. Gleich zu Beginn nahm er sich einem Thema an, bei dem er zuletzt einige Kritik geerntet hatte. Er schickte voraus, dass er bereits seit 3.085 Tagen Vollzeit-Oberbürgermeister sein dürfe und das auch mindestens die nächsten 2.760 Tage sein werde. „Andere Kolleginnen und Kollegen verbringen ihre Freizeit in Talkshows, gehen auf den Golfplatz oder spielen Tennis. Ich hingegen gebe mein Wissen an die nächste Generation von Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern weiter“, sagte er über seine Nebentätigkeit als Berater.

Vorrang für die Stadt

Gleichwohl könne die Arbeit an der Spitze der Verwaltung nur mit voller Aufmerksamkeit und Kraft geleistet werden. Er versprach, dass sein Amt und die Stadt mit ihren Bürgerinnen und Bürgern immer oberste Priorität habe. „Alles andere muss dahinter zurückstehen, oftmals auch meine Frau und unsere drei Kinder“, sagte er. „Deshalb schlage ich vor, beurteilen sie mich weiterhin nach meiner Leistung, so wie sie es die ersten acht Jahre meiner Amtszeit getan haben. Sie werden feststellen, ich werde keinesfalls nachlassen.“

Erreichtes und Ziele

Der Oberbürgermeister zählte eine ganze Reihe von Projekten auf, die in den letzten Jahren vorangebracht wurden. Dazu gehörte unter anderem das Thema Bäder. „Was war das für ein jahrelanges Ringen“, sagte Boch. „Und nun schauen sie auf 2025 zurück, das wie angekündigt zum Bäderjahr wurde.“ Das neue Stadtteilbad in Huchenfeld wurde eröffnet, die Sanierung des Nagoldbads in Dillweißenstein läuft und der Spatenstich für das Panoramabad am Wartberg ist erfolgt. Außerdem kündigte er an, dass in diesem Jahr die Sanierung des Fritz-Erler-Bades starten soll. Auch das Projekt Schlossberghöfe ließ er nicht aus, mit Verweis auf das erste fertiggestellte Gebäude und der erneut emotional geführten Debatte über das alte Technische Rathaus. Er plädierte dafür, zu getroffenen Entscheidungen und geschlossenen Verträgen als verlässlicher Vertragspartner zu stehen.

Oberbürgermeister Peter Boch spricht in seiner Neujahrsrede über die Herausforderungen der Stadt Pforzheim. Foto: Tilo Keller

Impulse für die Innenstadt

„Das Projekt Schlossberghöfe betrifft schließlich nicht nur den östlichen Teil der Fußgängerzone, sondern hat auch ganz erheblichen Einfluss auf andere Investitionen in unserer Innenstadt“, sagte Boch und stellte in Aussicht, dass es für zwei weitere zentrale Gebäude im Herzen der Stadt noch in diesem Jahr positive Nachrichten geben werde. Den Rückbau des alten Sinn-Leffers Gebäudes für ein neues Sozialrathaus mit Supermarkt bezeichnete er als weiteren Grundstein für die Attraktivierung der Innenstadt.

Investition in die Zukunft

Boch sprach außerdem über die Investitionsoffensive für Bildung und Betreuung für die bis zum Jahr 2030 rund 40 Millionen investiert werden. Dazu gehört unter anderem der Insel-Campus, den er als größtes Bildungsinfrastrukturprojekt bezeichnete, das es jemals in der Stadt gegeben habe. Als Beispiel für die Unterstützung von Sport und Vereinen durch die Stadt nannte er die Erhöhung der Fördermittel für den Sportkreis und die derzeit im Bau befindliche Skateranlage im Enzauenpark. Als Kommunalpolitiker appellierte er an die Abgeordneten aus der Region, die Kommunen weiter zu stärken. „Wir sind die Basis unseres demokratischen Rechtsstaates“, sagte er. „Hier vor Ort sehen die Bürgerinnen und Bürger unmittelbar, ob der Staat funktioniert oder nicht. Ihre Erlebnisse mit uns, der Kommune, formen ihre politischen Ansichten und ihre Haltung zur Demokratie, wie wir sie in Deutschland leben.“

Hohe Sicherheit

Als er das Sicherheitsempfinden ansprach, wies er darauf hin, dass Pforzheim die zweitsicherste Großstadt Baden-Württembergs ist. Hierzu erwähnte er den Neubau des Führungs- und Lagezentrums für die Polizei in Pforzheim, das beständige Wachsen des Kommunalen Ordnungsdienstes und die Bewerbung für ein Pilotprojekt beim Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt für eine datenkonforme Überwachung am Leopoldplatz. Zudem investiere die Stadt in ein neues Katastrophenschutzlager und auch das Sirenennetz werde ertüchtigt.

Gemeinsam für die Stadt

Der Oberbürgermeister stellte außerdem fest, dass auch Privatmenschen und Unternehmen an der Zukunft der Stadt mitbauen. Hierzu hob er den Neubau des Eingangsbereichs am Wildpark durch den Förderverein hervor sowie verschiedene Investitionen von Unternehmen am Standort Pforzheim. Zu den Stärken des Wirtschaftsstandortes Pforzheim zählte er auch das hochwertige Kultur- und Freizeitangebot und machte neben den bewährten Formaten auf den Erfolg von „Enz live“ am Waisenhausplatz aufmerksam, das im letzten Jahr erstmals an den Start gegangen war. Für die Bewerbung zur Landesgartenschau ab dem Jahr 2038 warb er um eine breite Beteiligung der Öffentlichkeit und lud dazu ein Ideen und Wünsche einzubringen. Eine entsprechende Veranstaltung dazu kündigte er für den 14. März an. Zuletzt sprach er den direkt vor dem Neujahrsempfang gegründeten Unterstützerkreis für einen möglichen Standort einer Landesuniversität in Pforzheim an. „Ob es am Ende soweit kommt, steht noch in den Sternen, aber lassen sie uns auch hier unser Bestes geben, für unsere Stadt“, sagte er. „Das gilt im Übrigen für alle Themen, die uns in Pforzheim bewegen.“

Herausragendes Engagement

Im Rahmen der Veranstaltung wurde außerdem die Bürgermedaille der Stadt Pforzheim an Daniela Vogel, Vorsitzende der Verkehrswacht Pforzheim und Enzkreis überreicht. „Sie stehen für Verantwortung, Verlässlichkeit und den festen Willen, Dinge voranzubringen“, sagte er und lobte ihren großen persönlichen Einsatz. Seit dem Jahr 2008 setzt sich Daniela Vogel für die Verkehrswacht ein und steht seit dem Jahr 2012 an der Spitze des Vereins. Als besonders eindrucksvoll bezeichnete er ihr Wirken beim Neubau der Jugendverkehrsschule Pforzheim, der im September 2020 eingeweiht wurde. Dank ihrer beruflichen Expertise als geschäftsführende Gesellschafterin eines Immobilienunternehmens konnte sie dabei ihre bautechnische Kompetenz bei der Planung und während der Bauphase einbringen. „Heute ist die Jugendverkehrsschule ein modernes Zentrum der Verkehrserziehung“, freute sich Boch, dass dort Jahr für Jahr weit über tausend Kinder ihre Radfahrprüfung ablegen und praxisnah auf die Teilnahme am Straßenverkehr vorbereitet werden. „Was hier entsteht, ist weit mehr als Unterricht: Es ist Sicherheit, Selbstvertrauen und ein verantwortungsbewusster Umgang miteinander im öffentlichen Raum.“ Er hob hervor, dass die Verkehrswacht Pforzheim und Enzkreis zu den aktivsten im Land gehöre. Zudem bringe sich Daniela Vogel auch in Gremien auf Landes- und Bundesebne mit ihrer Erfahrung ein. „Ich bin schwer bewegt, sehr erfreut und sehr dankbar für diese Auszeichnung, die ich stellvertretend für den ganzen Verein entgegennehme“, sagte die Geehrte. „Vielen Dank für die Wertschätzung unserer Arbeit, das bedeutet mir sehr viel.“

Das Team am Stand der Verkehrswacht Pforzheim und Enzkreis freut sich über die Auszeichnung ihrer Vorsitzenden. (von links) Christoph Senger, Klaus Bechtold, Daniela Vogel und Dieter Kull. Foto: Tilo Keller

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