Neuer Zugang zum Medizinstudium: ÖGD-Quote startet im April 2026

Baden-Württemberg setzt stärker auf Eignung statt Abiturnote – und will gezielt Nachwuchs für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) gewinnen.
Symbolbild. Foto: ©KI-gestützter Inhalt

31.03.2026

Ab dem 1. April 2026 eröffnet sich für angehende Medizinerinnen und Mediziner in Baden-Württemberg ein neuer Weg ins Studium: Mit der sogenannten ÖGD-Quote werden erstmals zehn Studienplätze für Humanmedizin unabhängig von der Abiturnote vergeben. Die Bewerbungsfrist läuft bis zum 30. April, die Regelung gilt erstmals für das Wintersemester 2026/2027.

Im Fokus steht dabei nicht die schulische Abschlussnote, sondern die persönliche Eignung. Entscheidend sind ein Auswahlgespräch, das Ergebnis des medizinischen Eignungstests (TMS) sowie bereits gesammelte praktische Erfahrungen im Gesundheitsbereich – etwa durch Ausbildung, Beruf oder ehrenamtliches Engagement.

Die neue Quote ist Teil der Bemühungen des Landes, den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) langfristig zu stärken. Gesundheitsminister Manne Lucha betont: „Mit der Vorabquote für den Öffentlichen Gesundheitsdienst setzen wir ein klares Signal: Wir gewinnen gezielt Nachwuchs für einen Bereich, der für unser Gemeinwesen unverzichtbar ist. Wer sich für den ÖGD entscheidet, stärkt Prävention, Krisenfestigkeit und Gesundheitsversorgung für alle.“

Auch Wissenschaftsministerin Petra Olschowski sieht in der neuen Regelung großes Potenzial: „Die Arbeit im Öffentlichen Gesundheitsdienst ist gesellschaftlich hochrelevant – von Gesundheitsförderung und Prävention bis zum Bevölkerungsschutz. Die neue ÖGD-Vorabquote und zusätzliche Veranstaltungen zu Public Health im Medizinstudium bieten die große Chance, unsere Gesundheitsämter zu stärken und junge Menschen für die erfüllende ärztliche Tätigkeit im Öffentlichen Gesundheitsdienst zu begeistern.“

Die ÖGD-Quote ergänzt bestehende Sonderwege wie die Landarztquote und basiert auf dem Gesundheitsdienst-Fachkräftegesetz. Bewerberinnen und Bewerber verpflichten sich im Gegenzug für einen Studienplatz, nach Studium und Facharztweiterbildung mindestens zehn Jahre im Öffentlichen Gesundheitsdienst zu arbeiten.

Regierungspräsidentin Susanne Bay unterstreicht die strategische Bedeutung: „Der Öffentliche Gesundheitsdienst für Bürgerinnen und Bürger muss nachhaltig gestärkt werden, damit wir auch weiterhin alle gemeinsam gesund leben können. Mit der neuen Vorabquote wollen wir dafür den Grundstein legen.“

Das Berufsbild im ÖGD ist vielfältig und reicht von Infektionsschutz und Hygieneüberwachung bis hin zu Umweltmedizin und Gesundheitsberatung. Ziel ist es, langfristig mehr Ärztinnen und Ärzte für diese Aufgaben zu gewinnen – und damit die Gesundheitsversorgung auf Bevölkerungsebene zu sichern.

Die Bewerbung erfolgt online über das Portal der Landarztquote Baden-Württemberg. Nach einer Vorauswahl werden rund 20 Kandidatinnen und Kandidaten zu persönlichen Gesprächen eingeladen.

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