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Oliver Reitz

Direktor des Eigenbetriebs Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim (WSP)

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Mittelstand will bei der Öffnungsstrategie der Regierung mitreden – IHK Nordschwarzwald legt Maßnahmenpaket vor

Die Arbeitsgemeinschaft Mittelstand, in der unter anderem der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) sowie der Handelsverband Deutschland (HDE) Mitglieder sind, fordert Bund und Länder auf, den Mittelstand eng in die Erarbeitung einer Öffnungsstrategie einzubinden. Nur aus der unternehmerischen Praxis heraus können die erforderlichen Impulse formuliert werden, die ein Wiederhochfahren der Wirtschaft gelingen lassen. Dabei hat der Gesundheitsschutz oberste Priorität.
Martin Keppler, Hauptgeschäftsführer der IHK Nordschwarzwald. ©DorisLöffler

Den Unternehmen müsse ein verlässlicher Weg aus dem Lockdown gewiesen werden, fordert Martin Keppler, Hauptgeschäftsführer der IHK Nordschwarzwald. Denn der wirtschaftliche Druck drohe zahlreiche Existenzen im Handel zu vernichten – trotz der Corona Hilfen, die noch schneller und umfassender für den Handel fließen müssten.

Viele Betriebe des Einzelhandels in der Region Nordschwarzwald sind wegen des Lockdowns in der Corona Pandemie in eine existenzielle Notlage gedrängt worden. Die Politik ist jetzt gefordert.
Martin Keppler, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Nordschwarzwald

Keppler wies auf „dramatische Anrufe, Briefe und E-Mails“ hin, die tagtäglich bei der IHK eintreffen würden. Es dürfe nicht sein, dass Händler die finanziellen Hilfen erst zeitversetzt erhalten und so unter extremen Kostendruck gelangen.  Der Handel müsse als prägende Branche mit Freizeit- und Kultureinrichtungen sowie Dienstleistung und Gastronomie unterstützt werden, um die Innenstädte zu beleben.

Dass Gesundheitsschutz für Mitarbeiter und Kunden im Mittelpunkt einer Öffnungsstrategie stehen müssten, sei unbestritten. Der Handel habe bereits im ersten Lockdown umfangreiche und vorbildliche Hygienekonzepte zur Kontaktreduzierung erarbeitet und umgesetzt, die sich bewährt haben, so Keppler. In der Öffnungsstrategie könnten diese mit weiteren Maßnahmen ergänzt werden – etwa mit der Möglichkeit einer persönlichen Terminvergabe oder dem ,Personal Shopping‘ als Wege, um Kundenströme und Kontakte Corona-konform zu steuern.

Auch im öffentlichen Raum bestünden Möglichkeiten, Kundenanzahl und -ströme zu beeinflussen. Als weitere Bestandteile der Öffnungsstrategie nennt der IHK-Chef eine wirksame Impfstrategie und mehr Tests sein. „Die sinkenden Inzidenzzahlen stellen die Grundlage für eine dringend notwendige Öffnungsperspektive für den Handel dar“, erklärt Keppler.

Unterdessen fordert auch die Arbeitsgemeinschaft Mittelstand: „Die Öffnungsstrategie darf nicht hinter verschlossenen Türen erarbeitet werden. Sie muss die Expertise der mittelständischen Betriebe und ihrer Verbände entscheidend berücksichtigen und sowohl die Erfahrung mit der Pandemie wie die gesellschaftlichen Debatten einbeziehen.“

Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes HDE weist darauf hin, dass gerade die derzeit geschlossenen Unternehmen wüssten, welche konkreten Maßnahmen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens vor Ort geeignet und realistisch umsetzbar seien. Es müssten alle Bereiche des Mittelstandes in die Öffnungsstrategie einbezogen werden.

Die Risiken eines fehlgeschlagenen Hochfahrens seien beachtlich, macht die Arbeitsgemeinschaft Mittelstand in einer Mitteilung deutlich: „Kleine und mittlere Unternehmen sind die zentrale Stütze der deutschen Volkswirtschaft. Und mehr noch – sie haben eine wichtige Stabilisierungsfunktion für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, auch und gerade in ländlichen Regionen. Hier geht es um eine besondere Struktur und Kultur.“

Insgesamt brauche der Mittelstand neben einer Perspektive zur Öffnung dringend politische Signale der Zuversicht, damit möglichst viele Unternehmen durch die Krise kommen und durchhalten. „Ein Wiederhochfahren ist nicht per Knopfdruck möglich, sondern muss sorgfältig vorbereitet werden“, heißt es von der Arbeitsgemeinschaft.

pm/gel


Arbeitsgemeinschaft Mittelstand

Der Mittelstand in Deutschland repräsentiert die rund 3,5 Millionen kleinen und mittleren Unternehmen aus Handel, Handwerk, dem Dienstleistungssektor, Gastronomie und Hotellerie, den Freien Berufen und der Industrie sowie, als wichtigste Finanzierungspartner der kleinen und mittleren Unternehmen, die Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Diese Unternehmen beschäftigen sechs von zehn sozialversicherungspflichtigen Mitarbeitern (mehr als 17 Millionen), bilden vier von fünf der insgesamt mehr als 1,2 Millionen Auszubildenden aus und zählen zu den Innovationstreibern in Europa.

Mitglieder in der Arbeitsgemeinschaft Mittelstand:

https://www.arbeitsgemeinschaft-mittelstand.de/die-ag-mittelstand/

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