30.06.2025
von Sandra Gallian
Seit 2016 steht die Schreinerei Starkholz für individuelles, kreatives Handwerk aus massivem Holz: langlebige Spielplätze, Möbelstücke und Außenanlagen – funktional, nachhaltig und oft mit einem Hauch Poesie. Doch das, was Starkholz wirklich besonders macht, sind nicht nur die Produkte, sondern vor allem die Menschen dahinter.
Die Geschichte von Starkholz beginnt mit einem Umbauprojekt in einem Musik-Club in Ludwigsburg. „Ich war damals Künstler und Freigeist mit einer starken Affinität zu Holz“ erzählt Firmeninhaber Thomas Renner. Bei diesem Projekt traf er einen alten Freund wieder, der später in Berlin eine Schreinerlehre absolvierte – mit Schwerpunkt Spielplatzbau. Als dieser seinen Meister machen wollte, fragte er Renner, ob sie gemeinsam ein Unternehmen gründen wollten. So entstand 2016 Starkholz.
„Wir haben zweieinhalb Jahre lang an unserem Businessplan gefeilt – und am Ende doch einfach gemacht“, sagt Renner. Der passende Werkstattstandort fand sich wie von selbst, genau wie viele weitere Puzzlestücke, die seitdem ins Bild gefallen sind.
Nach dem plötzlichen Tod seines Mitgründers im Jahr 2019, übernahm Thomas Renner allein die Verantwortung. „Ich habe die Azubis übernommen und durch die Ausbildung gebracht. Das war mir wichtig.“
Heute beschäftigt Starkholz rund 15 Mitarbeitende, darunter sechs Frauen – Tendenz steigend. Im September beginnt noch eine weitere Auszubildende. Die Atmosphäre im Betrieb ist offen, wertschätzend und teamorientiert. „Ich bin mit starken Frauen aufgewachsen – meine Mutter war alleinerziehend. Für mich gab es nie eine Trennung zwischen Männern und Frauen im Kopf“, so Renner.
„Grundsätzlich freue ich mich über jede Bewerbung“, sagt Thomas Renner. „Ich denke mir dann: Der oder die wirkt sympathisch – und lade die Person einfach ein. Ob jemand zu uns passt, entscheide ich aus dem Bauch heraus. Wichtig ist, dass es menschlich stimmt und jemand gut ins Team passt.“

Was die tägliche Arbeit betrifft, sieht Renner keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen: „Bei uns zählen sauberes und ordentliches Arbeiten, mitdenken, die richtigen Fragen stellen – und das können alle gleichermaßen gut.“
Lediglich bei der körperlichen Kraft könne es Unterschiede geben, räumt er ein – aber auch das sei kein Thema: „Wenn irgendwo Hilfe gebraucht wird, packt eben jemand mit an. Ob das ein Mann oder eine Frau ist, spielt bei uns keine Rolle.“
Im Gegenteil: „Ich habe manchmal sogar das Gefühl, dass sich die Frauen im Team besonders ins Zeug legen. Vielleicht, weil das Handwerk immer noch als Männerdomäne gilt. Und was die Kommunikation angeht – da erlebe ich mit den Frauen oft sogar weniger Reibung.“
Von typischem Konkurrenzdenken oder Rollenklischees spürt er in seiner Werkstatt nichts: „Hier geht’s um den Menschen, nicht um Geschlechter. Vielleicht ist es auch einfach Typsache – eine Frau, die sich fürs Handwerk entscheidet, bringt meist eine gewisse Klarheit und Entschlossenheit mit. Und vielleicht sind manche Jungs technikaffiner, stehen eher auf 3D-Pläne oder spezielles Werkzeug – aber das heißt nicht, dass sie besser sind. Am Ende zählt das Miteinander.“

Dass Frauen im Handwerk oft unterschätzt werden, kann Gesellin Lisa Taut nicht nachvollziehen: „Viele glauben, Frauen seien körperlich nicht stark genug fürs Handwerk. Aber im Team hilft man sich – und was an Kraft fehlt, macht man mit Köpfchen wett.“
Helen Blau, Auszubildende im ersten Lehrjahr und frühere Mediengestalterin sagt: „In meiner Berufsschulklasse sind es sogar mehr Frauen als Männer. Und hier bei Starkholz wird absolut kein Unterschied gemacht.“
Auch Sophia Piepenbrock, die gerade ihr Gesellenstück fertigt, erzählt: „Ich wollte schon als Kind Dachdeckerin werden. Jetzt bin ich angehende Schreinerin – ein Traumberuf, weil man kreativ und handwerklich arbeiten kann.“ Ihr Rat an andere junge Frauen: „Einfach machen! Man wächst mit der Aufgabe.“

Rund 85 Prozent der Projekte bei Starkholz drehen sich heute um Spielplätze – oft individuell gestaltete Unikate für Städte, Kindergärten oder Schulen. Etwa 100 Projekte pro Jahr entstehen in Teamarbeit.
„Spielplatzbau kann man nicht einfach irgendwo lernen – das ist eine Nische“, sagt Renner. „Die besten Ideen entstehen bei uns im Miteinander. Wir schauen uns Gegebenheiten an, sammeln Ideen im Team und setzen dann um.“
Dass Kreativität und handwerkliches Können hier aufeinandertreffen, zeigt auch die Geschichte von Lisa Taut. Sie war früher Erzieherin – heute entwirft sie Spielplätze. „Ich habe schon während ihrer Ausbildung gemerkt, dass sie tolle Ideen hat – und ein unglaubliches zeichnerisches Talent. Warum das nicht nutzen?“, erzählt Renner. Schon als Auszubildende hat Lisa bei uns Spielplätze gezeichnet.

Bei aller handwerklichen Präzision steht bei Starkholz der Mensch im Mittelpunkt. Viele der Mitarbeitenden bei Starkholz haben einen ungewöhnlichen Lebenslauf. Einige kommen aus anderen Berufen oder sogar aus einer akademischen Laufbahn. Dass Renner ihnen eine neue Perspektive bietet, ist Teil seines Selbstverständnisses: „Viele kommen unfertig – und gehen mit einem ganz anderen Selbstbewusstsein. Ich versuche einfach, die Stärken zu sehen, die schon da sind, und ihnen Raum zu geben.“
„Wertschätzung, Offenheit und gelebte Flexibilität gehören bei uns zum Arbeitsalltag – besonders, wenn es um Familien geht. So haben wir kürzlich eine Mitarbeiterin eingestellt, die Mutter von Zwillingen ist. Dank individuell angepasster Arbeitszeiten gelingt es ihr, Familie und Beruf gut zu vereinbaren – und für uns ist es ebenso eine Bereicherung“ erklärt Thomas Renner.
Darüber hinaus engagiert sich das Unternehmen für soziale Projekte – etwa durch Unterstützung von Viva con Agua, einem Verein, der sich weltweit für den Zugang zu sauberem Trinkwasser einsetzt.
„Ich will, dass die Welt ein bisschen besser wird“, sagt Thomas Renner. „Und ich glaube, das fängt im Kleinen an – in Werkstätten wie dieser.“
Zu guter Letzt bleibt Thomas Renner ganz bei sich – und bei dem, was ihm wirklich wichtig ist: „Ich wünsche mir mehr Frieden in der Welt – und dass wir uns öfter bewusst machen, wie viel gut läuft.“ Statt immer nur über das Negative zu sprechen, sollten wir auch die guten Geschichten erzählen – über Zusammenhalt, Vertrauen und das, was Menschen miteinander möglich machen.

Alle Fotos: Sandra Gallian
30.06.2025
von Sandra Gallian
Seit 2016 steht die Schreinerei Starkholz für individuelles, kreatives Handwerk aus massivem Holz: langlebige Spielplätze, Möbelstücke und Außenanlagen – funktional, nachhaltig und oft mit einem Hauch Poesie. Doch das, was Starkholz wirklich besonders macht, sind nicht nur die Produkte, sondern vor allem die Menschen dahinter.
Die Geschichte von Starkholz beginnt mit einem Umbauprojekt in einem Musik-Club in Ludwigsburg. „Ich war damals Künstler und Freigeist mit einer starken Affinität zu Holz“ erzählt Firmeninhaber Thomas Renner. Bei diesem Projekt traf er einen alten Freund wieder, der später in Berlin eine Schreinerlehre absolvierte – mit Schwerpunkt Spielplatzbau. Als dieser seinen Meister machen wollte, fragte er Renner, ob sie gemeinsam ein Unternehmen gründen wollten. So entstand 2016 Starkholz.
„Wir haben zweieinhalb Jahre lang an unserem Businessplan gefeilt – und am Ende doch einfach gemacht“, sagt Renner. Der passende Werkstattstandort fand sich wie von selbst, genau wie viele weitere Puzzlestücke, die seitdem ins Bild gefallen sind.
Nach dem plötzlichen Tod seines Mitgründers im Jahr 2019, übernahm Thomas Renner allein die Verantwortung. „Ich habe die Azubis übernommen und durch die Ausbildung gebracht. Das war mir wichtig.“
Heute beschäftigt Starkholz rund 15 Mitarbeitende, darunter sechs Frauen – Tendenz steigend. Im September beginnt noch eine weitere Auszubildende. Die Atmosphäre im Betrieb ist offen, wertschätzend und teamorientiert. „Ich bin mit starken Frauen aufgewachsen – meine Mutter war alleinerziehend. Für mich gab es nie eine Trennung zwischen Männern und Frauen im Kopf“, so Renner.
„Grundsätzlich freue ich mich über jede Bewerbung“, sagt Thomas Renner. „Ich denke mir dann: Der oder die wirkt sympathisch – und lade die Person einfach ein. Ob jemand zu uns passt, entscheide ich aus dem Bauch heraus. Wichtig ist, dass es menschlich stimmt und jemand gut ins Team passt.“

Was die tägliche Arbeit betrifft, sieht Renner keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen: „Bei uns zählen sauberes und ordentliches Arbeiten, mitdenken, die richtigen Fragen stellen – und das können alle gleichermaßen gut.“
Lediglich bei der körperlichen Kraft könne es Unterschiede geben, räumt er ein – aber auch das sei kein Thema: „Wenn irgendwo Hilfe gebraucht wird, packt eben jemand mit an. Ob das ein Mann oder eine Frau ist, spielt bei uns keine Rolle.“
Im Gegenteil: „Ich habe manchmal sogar das Gefühl, dass sich die Frauen im Team besonders ins Zeug legen. Vielleicht, weil das Handwerk immer noch als Männerdomäne gilt. Und was die Kommunikation angeht – da erlebe ich mit den Frauen oft sogar weniger Reibung.“
Von typischem Konkurrenzdenken oder Rollenklischees spürt er in seiner Werkstatt nichts: „Hier geht’s um den Menschen, nicht um Geschlechter. Vielleicht ist es auch einfach Typsache – eine Frau, die sich fürs Handwerk entscheidet, bringt meist eine gewisse Klarheit und Entschlossenheit mit. Und vielleicht sind manche Jungs technikaffiner, stehen eher auf 3D-Pläne oder spezielles Werkzeug – aber das heißt nicht, dass sie besser sind. Am Ende zählt das Miteinander.“

Dass Frauen im Handwerk oft unterschätzt werden, kann Gesellin Lisa Taut nicht nachvollziehen: „Viele glauben, Frauen seien körperlich nicht stark genug fürs Handwerk. Aber im Team hilft man sich – und was an Kraft fehlt, macht man mit Köpfchen wett.“
Helen Blau, Auszubildende im ersten Lehrjahr und frühere Mediengestalterin sagt: „In meiner Berufsschulklasse sind es sogar mehr Frauen als Männer. Und hier bei Starkholz wird absolut kein Unterschied gemacht.“
Auch Sophia Piepenbrock, die gerade ihr Gesellenstück fertigt, erzählt: „Ich wollte schon als Kind Dachdeckerin werden. Jetzt bin ich angehende Schreinerin – ein Traumberuf, weil man kreativ und handwerklich arbeiten kann.“ Ihr Rat an andere junge Frauen: „Einfach machen! Man wächst mit der Aufgabe.“

Rund 85 Prozent der Projekte bei Starkholz drehen sich heute um Spielplätze – oft individuell gestaltete Unikate für Städte, Kindergärten oder Schulen. Etwa 100 Projekte pro Jahr entstehen in Teamarbeit.
„Spielplatzbau kann man nicht einfach irgendwo lernen – das ist eine Nische“, sagt Renner. „Die besten Ideen entstehen bei uns im Miteinander. Wir schauen uns Gegebenheiten an, sammeln Ideen im Team und setzen dann um.“
Dass Kreativität und handwerkliches Können hier aufeinandertreffen, zeigt auch die Geschichte von Lisa Taut. Sie war früher Erzieherin – heute entwirft sie Spielplätze. „Ich habe schon während ihrer Ausbildung gemerkt, dass sie tolle Ideen hat – und ein unglaubliches zeichnerisches Talent. Warum das nicht nutzen?“, erzählt Renner. Schon als Auszubildende hat Lisa bei uns Spielplätze gezeichnet.

Bei aller handwerklichen Präzision steht bei Starkholz der Mensch im Mittelpunkt. Viele der Mitarbeitenden bei Starkholz haben einen ungewöhnlichen Lebenslauf. Einige kommen aus anderen Berufen oder sogar aus einer akademischen Laufbahn. Dass Renner ihnen eine neue Perspektive bietet, ist Teil seines Selbstverständnisses: „Viele kommen unfertig – und gehen mit einem ganz anderen Selbstbewusstsein. Ich versuche einfach, die Stärken zu sehen, die schon da sind, und ihnen Raum zu geben.“
„Wertschätzung, Offenheit und gelebte Flexibilität gehören bei uns zum Arbeitsalltag – besonders, wenn es um Familien geht. So haben wir kürzlich eine Mitarbeiterin eingestellt, die Mutter von Zwillingen ist. Dank individuell angepasster Arbeitszeiten gelingt es ihr, Familie und Beruf gut zu vereinbaren – und für uns ist es ebenso eine Bereicherung“ erklärt Thomas Renner.
Darüber hinaus engagiert sich das Unternehmen für soziale Projekte – etwa durch Unterstützung von Viva con Agua, einem Verein, der sich weltweit für den Zugang zu sauberem Trinkwasser einsetzt.
„Ich will, dass die Welt ein bisschen besser wird“, sagt Thomas Renner. „Und ich glaube, das fängt im Kleinen an – in Werkstätten wie dieser.“
Zu guter Letzt bleibt Thomas Renner ganz bei sich – und bei dem, was ihm wirklich wichtig ist: „Ich wünsche mir mehr Frieden in der Welt – und dass wir uns öfter bewusst machen, wie viel gut läuft.“ Statt immer nur über das Negative zu sprechen, sollten wir auch die guten Geschichten erzählen – über Zusammenhalt, Vertrauen und das, was Menschen miteinander möglich machen.

Alle Fotos: Sandra Gallian
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