Karlsbader Wirtschaft trifft Sport

Beim zweiten KarlsbadConnect Business Abend haben sich Unternehmer von Kickbox-Weltmeister Ramin Abtin und Kickbox-Lehrer Dirk Effenberger zu den Themen Motivation, Disziplin und mentale Stärke inspirieren lassen. Zuvor hat Bürgermeister Björn Kornmüller über die Entwicklung und Perspektive der Gemeinde Karlsbad berichtet.
Beim KarlsbadConnect Business Abend im Hörsaal des SRH Klinikums Karlsbad-Langensteinbach zeigen Kickbox-Weltmeister Ramin Abtin (links) und Kickbox-Lehrer und Ernährungsexperte Dirk Effenberger die Gemeinsamkeiten von Sport und unternehmerischem Alltag. Fotos: Tilo Keller

09.03.2026

von Claudia Keller

Karlsbads Wirtschaftsförderer Tobias Brehm stellt interessante Umfrageergebnisse vor. Foto: Tilo Keller

Karlsbads Wirtschaftsförderer Tobias Brehm freute sich bei der Eröffnung des zweiten KarlsbadConnect Business Abend über den vollen Hörsaal im SRH Klinikum Karlsbad-Langensteinbach. Über 130 Teilnehmer hatten sich im Vorfeld angemeldet. Zum Auftakt berichtete er über eine IHK-Umfrage zu Standortfaktoren, an der sich über 700 Firmen beteiligt haben. Die Fragen betrafen die Kategorien Verkehr und Infrastruktur, Arbeitsmarkt und Qualifizierungsangebote, Kosten und Flächen, Lebensqualität sowie Verwaltung und Wirtschaftsförderung. „Wir waren überrascht“, stellte er fest. Im Vergleich mit anderen Städten und Kommunen belegte Karlsbad in einigen Kategorien Spitzenplätze. „Wir haben einen außergewöhnlichen Standort, auf den wir alle stolz sein können“, sagte Brehm. „Das ist natürlich auch das Ergebnis ihrer Arbeit, den Wirtschaftsunternehmen.“

Jörg Schwarzer, Geschäftsführer des SRH Klinikums Karlsbad-Langensteinbach begrüßt die Unternehmer am  KarlsbadConnect Business Abend. Foto: Tilo Keller

Erfolgreiche Entwicklungen

„Die Bewertung zeigt, es ist eine tolle Kommune – das sehe ich ganz genauso“, so Gastgeber Jörg Schwarzer, Geschäftsführer des SRH Klinikums Karlsbad-Langensteinbach. In seiner Begrüßung lobte er die Entwicklung neuer Formate durch die Wirtschaftsförderung. Als Beispiel dafür, welche beachtlichen Entwicklungen daraus entstehen können führte er ein großes Projekt zum betrieblichen Gesundheitsmanagement an. Dieses sei nach seinem Vortrag beim ersten KarlsbadConnect Business Abend vor einem Jahr entstanden und wird durch eine Krankenkasse unterstützt. Karlsbads Bürgermeister Björn Kornmüller hob hervor, dass Unternehmer regelmäßig durch schwierige Zeiten gehen. „Man muss sich immer wieder aufs Neue entscheiden, ob man einen Schritt gehen möchte oder nicht“, sagte er. „Möchte ich Wachstum einschlagen oder Stagnation – und Wachstum bedeutet Mut.“ Er betonte, dass Zukunft nicht zufällig entstehe, sondern aktiv angegangen werden müsse. „Wirtschaftliche Stärke entsteht nicht im Rathaus, sondern im Zusammenspiel“, sagte er. „KarlsbadConnect steht dafür, dass wir gemeinsam etwas entwickeln wollen“ Der Bürgermeister betonte, dass es in Karlsbad einen sehr breiten Branchenmix gebe, darunter innovative Unternehmen mit globaler Reichweite. Zudem sei Karlsbad als Standort attraktiv durch die Nähe zur Autobahn und die gute Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr. Er zählte außerdem attraktive Arbeits- und Lebenswelten auf sowie unterstützende kommunale Strukturen.

Karlsbads Bürgermeister Björn Kornmüller berichtet über die Herausforderungen der Gemeinde. Foto: Tilo Keller

Investitionen in Bestand wichtig

Die Gemeinde habe grundsätzlich ähnliche Probleme wie die Städte und Gemeinden im Landkreis und darüber hinaus. „Die finanzielle Situation der Städte und Gemeinden ist katastrophal schlecht“, sagte Kornmüller. „In Karlsbad ist es stabil, aber es ist fragil.“ Deshalb plädierte er für Strukturreformen. In vielen Gemeinden gebe es Investitionsstau. „Wenn wir zuschauen, dass bestimmte Dinge schlechter werden oder irgendwann nicht mehr nutzbar werden, haben wir nichts gewonnen“, sagte er. Deshalb müsse das, was bereits da sei, in Schuss gehalten werden. Neue unterhaltspflichtige Strukturen sollen nur entstehen, wenn es unbedingt notwendig sei. Der Bürgermeister führte eine ganze Reihe von laufenden Projekten an, wie die Glasfaserversorgung, Investitionen in Feuerwehrhäuser oder die Wasserversorgung. „Die Gemeinde Karlsbad bewegt sich“, sagte der Bürgermeister. „Wir haben Karlsbad 2030 im Blick, wir wollen einen verlässlichen Standort bieten und Raum für Innovation lassen.“ Wichtig seien die Rückmeldungen der Unternehmer zum Standort Karlsbad. Ziel sei eine Partnerschaft auf Augenhöhe.

Ramin Abtin (links) und Dirk Effenberger von der Kampfsportakademie Karlsbad sprechen über Motivation und Disziplin. Foto: Tilo Keller

Prinzipien für Sportler und Unternehmer

Ein besonderer Höhepunkt des Abends war die Keynote von Kickbox-Weltmeister Ramin Abtin und Kickbox-Lehrer und Ernährungsexperte Dirk Effenberger. Zusammen führen sie seit dem Jahr 2016 die Kampfsportakademie Karlsbad und sind als Coaches aus dem TV-Format „The Biggest Looser“ bekannt. In ihrem Vortrag schlugen sie die Brücke zwischen Spitzensport und Unternehmertum und zeigten, welche mentalen Strategien aus dem Sport auch im beruflichen Alltag zum Erfolg führen können. „Disziplin, Motivation und Durchhaltevermögen sind für sie als Unternehmer auch sehr wichtig“, sagte Effenberger. „Jeder Tag ist ein neuer Kampf, ob jetzt im Sport oder als Unternehmer.“ Um auch nach Niederlagen aufzustehen und seine Ziele zu erreichen, sei ein gewisses „Mindset“ erforderlich. In zehn Jahren konnten in der Sportakademie Karlsbad 13 baden-württembergische Meistertitel, 14 Deutsche Meistertitel, zehn Gold-Medaillen und sieben Silber-Medaillen bei Weltmeisterschaften sowie einige Bronze-Medaillen erreicht werden. Bei Biggest Looser wurden acht Finalisten gestellt, darunter zwei Frauen. „Es erfordert viel Einsatz und Konsistenz, um solche Ziele zu erreichen“, stellte Effenberger fest.

Leitlinien für das Miteinander

Abtin berichtete, dass in der Kampfsportakademie Höflichkeit, gegenseitiger Respekt, Loyalität und Disziplin wichtig seien und gefördert werden. „Das kann man ruhig im täglichen Leben forcieren, im Betrieb und im persönlichen Miteinander“, sagte Abtin. „Unsere Erfolge geben uns recht.“ Ob Wettkämpfer oder Fitnesssportler, jeder werde in der Kampfsportakademie so gefördert, dass er sein Trainingsziel erreicht. Wichtig sei eine klare Zielsetzung. Effenberger erklärte, dass Ziele, die man sich gesetzt hat, kontinuierlich verfolgt werden müssen, und dafür müsse man sich auch die entsprechende Zeit geben. „Hinfallen und wieder aufstehen, das sind Prinzipien, die wir versuchen, weiterzugeben“, sagte Abtin. Und Effenberger betonte, dass es weder im Sport noch beim Abnehmen Abkürzungen gebe. Er empfahl strukturiert zu arbeiten. „Dann stellt sich der Erfolg auch ein“, sagte er. Im Kampfsport sei das Gürtelprüfungssystem Teil der Motivation. „Wenn ich in einem handwerklichen Beruf einen Meister habe, ist das auch nicht im Vorbeilaufen passiert“, ergänzte Abtin. Zum Abschluss des Abends hatten die Teilnehmer Gelegenheit sich untereinander auszutauschen und zu vernetzen sowie mit den beiden Sportlern ins Gespräch zu kommen.

Inspirierender Austausch und starke Vernetzung beim KarlsbadConnect Business Abend. Foto: Tilo Keller

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