23.2.2026
von Sandra Gallian
Mit rund 900 Ausstellern, 1.200 Marken aus 35 Ländern und 65.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche in sechs Hallen unterstreicht die Inhorgenta ihre gefestigte Position als bedeutendste Schmuck- und Uhrenmesse im deutschsprachigen Raum. Für zahlreiche Unternehmen aus der Goldstadt Pforzheim ist sie zentrale Plattform, Marktplatz und Stimmungsbarometer zugleich. Zwischen internationaler Vernetzung, steigenden Edelmetallpreisen und veränderten Kundenansprüchen zeigt sich: Die Branche bleibt in Bewegung – und Pforzheim spielt als Goldstadt weiterhin eine prägende Rolle.
In den vergangenen drei Jahren verzeichnete die Messe ein kumuliertes Ausstellerplus von zwölf Prozent. Der internationale Ausstelleranteil liegt inzwischen bei 55 Prozent – ein deutliches Signal für die globale Relevanz. Partnerinitiativen aus Italien, der Schweiz, Frankreich, Indien und weiteren Märkten stärken die internationale Vernetzung zusätzlich.
Damit positioniert sich die Inhorgenta als strategisches Tor zum europäischen Markt mit seiner enormen Kaufkraft – und als wichtigste Plattform für den DACH-Raum.
Trotz geopolitischer Unsicherheiten und volatiler Märkte zeigt sich die Schmuck- und Uhrenbranche stabil. Dr. Guido Grohmann, Geschäftsführer des Industrieverbandes Schmuck und Uhren, spricht von „glänzenden Zahlen bei anspruchsvoller operativer Lage“.
Die Exporte stiegen bei Uhren um 5,9 Prozent, bei Schmuckwaren sogar um 13,3 Prozent. Auch die Importe legten zu. Ein Teil dieses Wertzuwachses sei jedoch preisgetrieben – insbesondere durch die stark gestiegenen Edelmetallpreise. „Kundinnen und Kunden kaufen bewusster. Sie hinterfragen Herkunft, Wertigkeit und Preislogik stärker. Hier hilft das Leitthema Craftsmanship, Transparenz und Verständnis zu schaffen“, so Grohmann.

Fischer Trauringe zählt seit Jahrzehnten zu den festen Größen auf der Inhorgenta. Firmeninhaber Wolfgang Fischer verbindet mehr als 30 Jahre Messeerfahrung mit dem Branchentreff in München. Die Messe sei klar die Leitmesse für den DACH-Raum, wenngleich er sich eine noch stärkere internationale Ausrichtung wünsche.
Mit dem diesjährigen Verlauf zeigt sich die Pforzheimer Trauringfirma zufrieden, trotz deutlicher Marktverschiebungen: Die Ringe würden schmaler, und anstatt in 750er Gold häufig in 585er Gold gefertigt. Gold sei nach wie vor die bevorzugte Farbe bei Eheringen, erklärt Wolfgang Fischer.
Auch Geschäftsführerin Ines Vuillermin von der August Gerstner Trauringmanufaktur unterstreicht die Bedeutung der Inhorgenta für das Unternehmen: „Ich kann mich schon als Kind an die Teilnahme auf der Inhorgenta erinnern.“ Mit dem Messeverlauf sei man sehr zufrieden, auch wenn der Standort in Halle B1 aus ihrer Sicht nicht ganz optimal sei.

Chris Roy Rauschmayer bezeichnet die Messe ebenfalls nach wie vor als relevant. Der hohe Goldpreis sei auch für viele Juweliere kein zentrales Problem, erklärte Rauschmayer, da sich durch Lagerbestände und das Einschmelzen von Altgold Wertpotenziale ergäben. Die Firma Rauschmayer präsentierte eine neue Legierung für Eheringe aus Silber mit Platin, die durch das Verfahren von Diffusionsverschweißen außen mit einer 14-Karat-Gelbgoldschicht kombiniert werden kann. In Verbindung mit synthetischen Steinen entstünden so optisch hochwertige Trauringe zu einem bezahlbaren Preis.
Auch die Binder Gruppe präsentiert sich mit den Marken Binder Jewellery, FBM und acredo auf der Inhorgenta und zieht eine positive Bilanz. Nach der Vicenzaoro ist München die zweite große Messe des Jahres. Zwar sei die Frequenz gefühlt etwas geringer gewesen als im Vorjahr, dafür habe die Qualität der Gespräche überzeugt: gute Termine, konkrete Verkäufe, neue Kundenkontakte und zahlreiche Pressegespräche. „Unterm Strich war es eine gute Messe für uns“, so Binder.

Barbara Haas-Giorgi präsentiert auf der Inhorgenta jährlich eine neue Kollektion ihrer mit echtem Lack bemalten Goldschmiedearbeiten, jedes Schmuckstück ein Unikat. Gemeinsam mit ihrer Mutter Ruthild Haas-Kölmel nutz sie die Messe gezielt zur Kundenansprache und erklärt, dass vor allem der persönliche Kontakt zu Kunden von hoher Wichtigkeit sei.
Auch Martin und Elisabeth Guthmann teilen diese Ansicht. Die Pforzheimer Manufaktur steht für Kleinserien mit großer handwerklicher Tiefe. Mit der Platzierung ihres Messestands zeigten sich die beiden jedoch nicht ganz glücklich. Dennoch überwiege das Positive: Als langjährige Aussteller auf der Inhorgenta schätze man die persönliche Nähe zu Kunden.
Für das Pforzheimer Unternehmen Drachenfels sei die Inhorgenta der zentrale Termin im Messekalender, erklärt Inhaberin Franziska von Drachenfels. Sie selbst reise heute nicht mehr zu internationalen Messen – „aber zur Inhorgenta kommen meine Kunden“, erklärt sie. „Auf der Inhorgenta machen wir im Grunde das Geschäft für das ganze Jahr“, so von Drachenfels und ihre märchenhafte Schmuckkollektion.
Nach fünfjähriger Pause ist auch die Firma Hans Rivoir wieder auf der Messe vertreten. Für Inhaber Stephan Rivoir ist die Inhorgenta „nicht die bedeutendste weltweit, aber die Hauptmesse für den DACH-Bereich“. Die Kundschaft habe sich gewandelt: Statt klassischer Juweliere ließen zunehmend Marken ihre Designs in Pforzheim produzieren. Mit der Platzierung des Messestands inmitten großer Marken zeigt sich Stephan Rivoir sehr zufrieden – ebenso mit der Chance, neue Kontakte zu knüpfen und alte zu reaktivieren.

Heimerle + Meule verzeichnete laut eigener Aussage eine überraschend starke Nachfrage. „Die Interessenten kommen gezielt und wissen oft schon, was sie bestellen möchten“, berichtet Max Hlebnikov. Besonders gefragt seien Colorit-Lösungen sowie Ringrohlinge, auch aus außergewöhnlichen Materialien wie dem dunklen Tantal.
Positiv äußern sich auch Chris Richardson, Leitung Innendienst bei der Schmuckketten-Manufaktur Eugen Rühle, zusammen mit Firmeninhaber Peter Hell. Die Resonanz sei bisher gut gewesen, das Interesse an hochwertigem Schmuck bleibe bestehen. „Es gibt junge Menschen, die auf ein echtes Goldarmband sparen. Qualitätsbewusstsein und Retro-Trend spielen uns in die Karten“, so Richardson. Starke Märkte seien aktuell unter anderem die Niederlande, Norwegen und Dänemark. „Unsere Stärke ist der Service und die Menschlichkeit – und das spüren die Menschen.“
Marc Buelling, Inhaber der Firma Buelling, beobachtete einen zunächst verhaltenen Start aufgrund von Schnee und Wetterbedingungen. Insgesamt habe sich die Messe jedoch positiv entwickelt. Buelling verarbeitet ausschließlich 18 Karat Gold hauptsächlich in Form von Ketten und setzt konsequent auf echte Diamanten. „Wir stehen komplett für Wertigkeit“, betont er.
Auch beim Inhorgenta Award war Pforzheim vertreten: Als „Design Newcomer of the Year“ wurde Georg Schiller, Student der Hochschule für Gestaltung Pforzheim, für sein „Affinity Bracelet“ ausgezeichnet. Die Jury lobte das klare Designkonzept, die unverwechselbare Handschrift sowie die präzise Ausarbeitung, die dem Schmuckstück eine zeitgenössische Präsenz verleihe.
Die Inhorgenta bleibt somit die zentrale Messeplattform im deutschsprachigen Raum – und ein wichtiger Gradmesser für die Branche.

23.2.2026
Trotz geopolitischer Unsicherheiten und volatiler Märkte zeigt sich die Schmuck- und Uhrenbranche stabil.
von Sandra Gallian
Mit rund 900 Ausstellern, 1.200 Marken aus 35 Ländern und 65.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche in sechs Hallen unterstreicht die Inhorgenta ihre gefestigte Position als bedeutendste Schmuck- und Uhrenmesse im deutschsprachigen Raum. Für zahlreiche Unternehmen aus der Goldstadt Pforzheim ist sie zentrale Plattform, Marktplatz und Stimmungsbarometer zugleich. Zwischen internationaler Vernetzung, steigenden Edelmetallpreisen und veränderten Kundenansprüchen zeigt sich: Die Branche bleibt in Bewegung – und Pforzheim spielt als Goldstadt weiterhin eine prägende Rolle.
In den vergangenen drei Jahren verzeichnete die Messe ein kumuliertes Ausstellerplus von zwölf Prozent. Der internationale Ausstelleranteil liegt inzwischen bei 55 Prozent – ein deutliches Signal für die globale Relevanz. Partnerinitiativen aus Italien, der Schweiz, Frankreich, Indien und weiteren Märkten stärken die internationale Vernetzung zusätzlich.
Damit positioniert sich die Inhorgenta als strategisches Tor zum europäischen Markt mit seiner enormen Kaufkraft – und als wichtigste Plattform für den DACH-Raum.
Trotz geopolitischer Unsicherheiten und volatiler Märkte zeigt sich die Schmuck- und Uhrenbranche stabil. Dr. Guido Grohmann, Geschäftsführer des Industrieverbandes Schmuck und Uhren, spricht von „glänzenden Zahlen bei anspruchsvoller operativer Lage“.
Die Exporte stiegen bei Uhren um 5,9 Prozent, bei Schmuckwaren sogar um 13,3 Prozent. Auch die Importe legten zu. Ein Teil dieses Wertzuwachses sei jedoch preisgetrieben – insbesondere durch die stark gestiegenen Edelmetallpreise. „Kundinnen und Kunden kaufen bewusster. Sie hinterfragen Herkunft, Wertigkeit und Preislogik stärker. Hier hilft das Leitthema Craftsmanship, Transparenz und Verständnis zu schaffen“, so Grohmann.

Fischer Trauringe zählt seit Jahrzehnten zu den festen Größen auf der Inhorgenta. Firmeninhaber Wolfgang Fischer verbindet mehr als 30 Jahre Messeerfahrung mit dem Branchentreff in München. Die Messe sei klar die Leitmesse für den DACH-Raum, wenngleich er sich eine noch stärkere internationale Ausrichtung wünsche.
Mit dem diesjährigen Verlauf zeigt sich die Pforzheimer Trauringfirma zufrieden, trotz deutlicher Marktverschiebungen: Die Ringe würden schmaler, und anstatt in 750er Gold häufig in 585er Gold gefertigt. Gold sei nach wie vor die bevorzugte Farbe bei Eheringen, erklärt Wolfgang Fischer.
Auch Geschäftsführerin Ines Vuillermin von der August Gerstner Trauringmanufaktur unterstreicht die Bedeutung der Inhorgenta für das Unternehmen: „Ich kann mich schon als Kind an die Teilnahme auf der Inhorgenta erinnern.“ Mit dem Messeverlauf sei man sehr zufrieden, auch wenn der Standort in Halle B1 aus ihrer Sicht nicht ganz optimal sei.

Chris Roy Rauschmayer bezeichnet die Messe ebenfalls nach wie vor als relevant. Der hohe Goldpreis sei auch für viele Juweliere kein zentrales Problem, erklärte Rauschmayer, da sich durch Lagerbestände und das Einschmelzen von Altgold Wertpotenziale ergäben. Die Firma Rauschmayer präsentierte eine neue Legierung für Eheringe aus Silber mit Platin, die durch das Verfahren von Diffusionsverschweißen außen mit einer 14-Karat-Gelbgoldschicht kombiniert werden kann. In Verbindung mit synthetischen Steinen entstünden so optisch hochwertige Trauringe zu einem bezahlbaren Preis.
Auch die Binder Gruppe präsentiert sich mit den Marken Binder Jewellery, FBM und acredo auf der Inhorgenta und zieht eine positive Bilanz. Nach der Vicenzaoro ist München die zweite große Messe des Jahres. Zwar sei die Frequenz gefühlt etwas geringer gewesen als im Vorjahr, dafür habe die Qualität der Gespräche überzeugt: gute Termine, konkrete Verkäufe, neue Kundenkontakte und zahlreiche Pressegespräche. „Unterm Strich war es eine gute Messe für uns“, so Binder.

Barbara Haas-Giorgi präsentiert auf der Inhorgenta jährlich eine neue Kollektion ihrer mit echtem Lack bemalten Goldschmiedearbeiten, jedes Schmuckstück ein Unikat. Gemeinsam mit ihrer Mutter Ruthild Haas-Kölmel nutz sie die Messe gezielt zur Kundenansprache und erklärt, dass vor allem der persönliche Kontakt zu Kunden von hoher Wichtigkeit sei.
Auch Martin und Elisabeth Guthmann teilen diese Ansicht. Die Pforzheimer Manufaktur steht für Kleinserien mit großer handwerklicher Tiefe. Mit der Platzierung ihres Messestands zeigten sich die beiden jedoch nicht ganz glücklich. Dennoch überwiege das Positive: Als langjährige Aussteller auf der Inhorgenta schätze man die persönliche Nähe zu Kunden.
Für das Pforzheimer Unternehmen Drachenfels sei die Inhorgenta der zentrale Termin im Messekalender, erklärt Inhaberin Franziska von Drachenfels. Sie selbst reise heute nicht mehr zu internationalen Messen – „aber zur Inhorgenta kommen meine Kunden“, erklärt sie. „Auf der Inhorgenta machen wir im Grunde das Geschäft für das ganze Jahr“, so von Drachenfels und ihre märchenhafte Schmuckkollektion.
Nach fünfjähriger Pause ist auch die Firma Hans Rivoir wieder auf der Messe vertreten. Für Inhaber Stephan Rivoir ist die Inhorgenta „nicht die bedeutendste weltweit, aber die Hauptmesse für den DACH-Bereich“. Die Kundschaft habe sich gewandelt: Statt klassischer Juweliere ließen zunehmend Marken ihre Designs in Pforzheim produzieren. Mit der Platzierung des Messestands inmitten großer Marken zeigt sich Stephan Rivoir sehr zufrieden – ebenso mit der Chance, neue Kontakte zu knüpfen und alte zu reaktivieren.

Heimerle + Meule verzeichnete laut eigener Aussage eine überraschend starke Nachfrage. „Die Interessenten kommen gezielt und wissen oft schon, was sie bestellen möchten“, berichtet Max Hlebnikov. Besonders gefragt seien Colorit-Lösungen sowie Ringrohlinge, auch aus außergewöhnlichen Materialien wie dem dunklen Tantal.
Positiv äußern sich auch Chris Richardson, Leitung Innendienst bei der Schmuckketten-Manufaktur Eugen Rühle, zusammen mit Firmeninhaber Peter Hell. Die Resonanz sei bisher gut gewesen, das Interesse an hochwertigem Schmuck bleibe bestehen. „Es gibt junge Menschen, die auf ein echtes Goldarmband sparen. Qualitätsbewusstsein und Retro-Trend spielen uns in die Karten“, so Richardson. Starke Märkte seien aktuell unter anderem die Niederlande, Norwegen und Dänemark. „Unsere Stärke ist der Service und die Menschlichkeit – und das spüren die Menschen.“
Marc Buelling, Inhaber der Firma Buelling, beobachtete einen zunächst verhaltenen Start aufgrund von Schnee und Wetterbedingungen. Insgesamt habe sich die Messe jedoch positiv entwickelt. Buelling verarbeitet ausschließlich 18 Karat Gold hauptsächlich in Form von Ketten und setzt konsequent auf echte Diamanten. „Wir stehen komplett für Wertigkeit“, betont er.
Auch beim Inhorgenta Award war Pforzheim vertreten: Als „Design Newcomer of the Year“ wurde Georg Schiller, Student der Hochschule für Gestaltung Pforzheim, für sein „Affinity Bracelet“ ausgezeichnet. Die Jury lobte das klare Designkonzept, die unverwechselbare Handschrift sowie die präzise Ausarbeitung, die dem Schmuckstück eine zeitgenössische Präsenz verleihe.
Die Inhorgenta bleibt somit die zentrale Messeplattform im deutschsprachigen Raum – und ein wichtiger Gradmesser für die Branche.
