In vielen Satelliten steckt ein Stück Bad Wildbad

Bad Wildbad. Wer künftig den Blick zum Himmel richtet, schaut vielleicht auch ein wenig in den Schwarzwald. Denn in vielen Satelliten, die hochauflösende Bilder der Erde liefern, steckt Präzisionstechnik aus Bad Wildbad – genauer gesagt optomechanische Bauteile der Firma Hittech Prontor.
Mit höchster Präzision fertigt Hittech Prontor Bauteile. Klaus Mack (Zweiter von rechts) erhält von Kristof Kellermann, Volker Kiefer und Wenko Süptitz (von links) Einblick in die Produktion in Bad Wildbad. Fotoquelle: Büro Mack

07.01.2026

Auf neuen Umlaufbahnen zum Erfolg

Das traditionsreiche Unternehmen, gegründet 1902, fertigt heute Hightech-Produkte für den Weltmarkt und ist in den Bereichen Medizintechnik, Halbleiterindustrie sowie Luft- und Raumfahrt gefragt.

Davon konnte sich kürzlich auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Klaus Mack bei einem Besuch vor Ort überzeugen. Als ehemaliger Bürgermeister von Bad Wildbad ist ihm das Unternehmen seit vielen Jahren vertraut – inklusive der wirtschaftlich schwierigen Phase im Jahr 2020. Umso bemerkenswerter ist die Entwicklung seither.

Vom Traditionsbetrieb zum Hightech-Zulieferer

Geschäftsführer Volker Kiefer sieht Hittech Prontor heute bestens aufgestellt – auch dank der Zugehörigkeit zur internationalen Hittech-Gruppe:
„Die Eingliederung in die Hittech-Gruppe hat unsere Wettbewerbsfähigkeit enorm gestärkt. In internationaler Zusammenarbeit bieten wir unseren Kunden maßgeschneiderte Systeme aus einer Hand – von der ersten Skizze bis zum Serienprodukt.“

Tatsächlich hat sich das Profil des Unternehmens in den vergangenen Jahrzehnten stark gewandelt. In den 1960er Jahren wurde Prontor mit mechanischen Fotoverschlüssen bekannt, heute zählen Medizintechnik und Halbleiterindustrie zu den wichtigsten Standbeinen. Für Klaus Mack ein Paradebeispiel mittelständischer Stärke:
„Es ist beeindruckend, wie sich das Unternehmen nach der Restrukturierung entwickelt hat. Bekannt geworden in den 1960er Jahren mit Fotoverschlüssen, ist es heute ein wichtiger Akteur in der Medizintechnik und Halbleiterindustrie. Das zeigt die Stärke unseres Mittelstands, seine Innovationskraft und Anpassungsfähigkeit. Das sichert Arbeitsplätze und gibt Hoffnung für die Zukunft.“

Wachstum mit angezogener Handbremse

Großes Wachstumspotenzial sieht Hittech Prontor insbesondere im Halbleiterbereich – befeuert durch Künstliche Intelligenz und Digitalisierung. Doch die aktuelle weltwirtschaftliche Lage sorgt für Zurückhaltung bei Investitionen. „Die Chiphersteller sind zurückhaltend, in neue Fabriken zu investieren“, erklärt Geschäftsführer Kiefer. Sollte der Markt wie erwartet anziehen, wäre am Standort Calmbach sogar eine Verdopplung der Produktionskapazitäten denkbar.

Auch die Medizintechnik bietet Chancen – allerdings nicht ohne Risiken. „In einer älter werdenden Gesellschaft und angesichts medizinischer Fortschritte gewinnt die Medizintechnik an Bedeutung. Hier liegt großes Potenzial, aber auch viel Planungsunsicherheit“, sagt Kristof Kellermann, Key Account Manager bei Hittech Prontor.

Knackpunkt ist das geplante EU-Verbot für Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen (PFAS). „Stoffregulierung ist wichtig, aber ein generelles Verbot ist die Holzhammermethode und verursacht viele Kollateralschäden. Es geht um mehr als 10.000 Stoffe, die in vielen Industrieprozessen, die extreme Bedingungen erfordern, unverzichtbar sind“, sagt Wenko Süptitz, Leiter des Fachverbands Photonik beim Industrieverband Spectaris, dem auch Hittech Prontor angehört. Es gibt bereits Teilverbote, etwa für PFASin Feuerlöschschaum. Weitere Bereiche werden geprüft. „Eine einheitliche EU-Regelung ist essenziell. Statt eines Pauschalverbots sollte ein differenzierter, risikobasierter Ansatz verfolgt werden, der auf einer fundierten Bewertung der Risiken und Nutzen basiert. Auch muss geprüft werden, ob es geeignete Ersatzstoffe gibt“, sagt der Abgeordnete Mack.

pm/tm

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