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Oliver Reitz

Direktor des Eigenbetriebs Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim (WSP)

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IHK-Chef: Radzentrum Nagold setzt Meilenstein in der Handelslogistik

Wie man den stationären Handel erfolgreich auf die Zukunft ausrichtet, darüber informierte sich Martin Keppler, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nordschwarzwald im Nagolder Radzentrum. Dessen Gründer Falko Borkhart spiele perfekt auf der Online-Klaviatur.
IHK-Hauptgeschäftsführer Martin Keppler (links) und Falko Borkhart im neuen robotergesteuerten Logistikzentrum des Radzentrums in Nagold. ©k-w

18.11.2022 | k-w/gel

Nach Ansicht von Martin Keppler setzt Falko Borkhart mit seinem neuen, robotergesteuerten Logistikzentrum einen „Meilenstein in der Handelslogistik“. Borkhart, dessen Rat im Handelsausschuss der IHK sehr geschätzt werde, verknüpfe klug das stationäre Einkaufserlebnis mit dem Online-Geschäft.

Bis zu 1000 Sendungen täglich verlassen schon wenige Wochen nach dem Start das neue Logistikzentrum, um die Kundinnen und Kunden zu beliefern, die im hauseigenen Internetshop oder auf anderen Online-Plattformen aus 3000 unterschiedlichen Artikeln wählen.

„Online-Handel war noch nie so einfach“, kommentiert Falko Borkhart die Ausgangslage für investitionsfreudige Unternehmer. Er hat dafür einen hohen sechsstelligen Betrag in die Hand genommen. Grundvoraussetzung sei allerdings, dass die erforderlichen Daten vom Kundenstamm bis zum Warenbestand digitalisiert sind.

Die Abläufe in der Logistik ließen sich hervorragend automatisieren, sodass ein mit künstlicher Intelligenz gesteuertes Warenlager, das sehr effizient und so gut wie fehlerfrei arbeite, sogar eine Arbeitserleichterung für das Verkaufsteam darstelle, das doppelt so schnell reagieren könne und mehr Zeit für die Beratung der 14.000 lokalen Kunden im Laden übrighabe. Außerdem helfe das Logistikzentrum dabei, Lagerfläche zu sparen.

Online-Shop des Radzentrums Nagold. ©Screenshots:GerdLache

Sieben der insgesamt 35 Mitarbeitenden kümmern sich um den reibungslosen Ablauf des Online-Handels, der relativ wenig Platzbedarf hat. Auf rund 170 Quadratmeter lagern über 110.000 codierte Artikel in 2300 zugeordneten Boxen, auf die das Robotersystem Zugriff hat. Der Bestellvorgang, die Kaufabwicklung und die Nachbestellung laufen vollautomatisch ab.

Für kleinere Einzelhändler werde der Online-Handel zunehmend zur Belastungsprobe, weiß Falko Borkhart um die Sorge der Geschäfte in den Innenstädten; gleichwohl weiß er auch, dass „es uns ohne den Online-Handel in drei Jahren nicht mehr geben würde.“

Denn der Internetboom, der durch die Corona-Pandemie noch beschleunigt worden sei, lasse sich nicht aufhalten und werde weitere Branchen, so auch den Lebensmitteleinkauf, erfassen. Ergo hat der Geschäftsführer des Radzentrums die Flucht nach vorne angetreten und in ein robotergesteuertes Logistikzentrum investiert, das sechs Monate nach Planungsbeginn an den Start gegangen ist.

Einzig die Pakete, die viermal täglich vom Kurierdienst abgeholt werden, werden noch von Hand gepackt. Sieben von 35 Arbeitsplätzen seien ausschließlich für den Online-Handel eingerichtet.

Sehr zufrieden ist Falko Borkhart angesichts der Lieferengpässe mit seiner Entscheidung, Waren wohlweislich im Vorfeld in größerer Stückzahl eingekauft zu haben. Sobald der Großhandel wieder besser bestückt sei, „sind wir richtig stark.“ Dann könne man das Portfolio auch weiter ausbauen. Wenngleich zu befürchten sei, dass die derzeitige Inflationsrate und die Folgen des Ukraine-Krieges sowohl den stationären als auch den Online-Handel noch ausbremsen werden.

In Martin Kepplers Augen verkörpert Falko Borkhart den modernen, serviceorientierten Unternehmer, der Dienstleistung vorlebe und Antworten auf die Frage gebe, wie der Handel durch Innovationen überleben könne.

Darüber hinaus rät der Nagolder Unternehmer dem Handel, sich künftig individueller aufzustellen und gezielter in die Kundenbindung zu investieren.

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