12.12.2025
von Sandra Gallian
Was als spontaner Einfall über laute Nachbarn begann, wurde zum Durchbruch: Heute folgen ihm 200.000 Menschen, Marken werden auf ihn aufmerksam – und 2026 ist er sogar im Kino zu sehen. Ein Gespräch über Entschleunigung, Kreativität und ein Leben zwischen Caféjob, Kurzfilmset und viralen Ideenlisten.
Şükrü-Can Fener wirkt im Gespräch genauso wie in seinen Videos: ruhig, warm, reflektiert.
„Diese Art, wie ich die Videos mache – das bin einfach ich“, sagt er. „Ich war schon mein ganzes Leben lang eher ruhig. Nie der Laute.“
Obwohl er bereits seit einigen Jahren Videos veröffentlichte, fand er seine heutige Art erst Anfang 2025. Ein langsamer Prozess, erzählt er, doch plötzlich ergab alles Sinn: nicht lauter, schneller, bunter werden – sondern authentischer.
„Ich habe mich irgendwann wohler gefühlt, mich genauso zu zeigen, wie ich bin. Und das fanden die Leute wohl sympathisch.“

Sein erstes virales Video entstand aus einem völlig alltäglichen – wenn auch lauten – Moment. Fener hörte seine Nachbarn im Obergeschoss herumgehen und formte daraus eine satirische „Ausbildung zum Wohnen im Obergeschoss“. Das Video ging viral.
„Da habe ich verstanden: Ich muss mich nicht verstellen. Ich muss einfach so sein, wie ich privat bin.“
Sein Humor war schon früh da: Als Kind nahm er seine Mutter spielerisch aufs Korn – ernste Sätze, die plötzlich ins Absurde kippen. Genau diese Mischung bringt heute das Netz zum Lachen.
Fener stammt aus Schenkenzell, irgendwo zwischen Baden und Schwaben – und seine Dialektmischung ist Teil seines Charmes. „Nicht so krass“, sagt er, aber deutlich genug, um seinen Videos eine eigene Farbe zu geben.
Vor seinem Social-Media-Erfolg arbeitete er in einer Hausverwaltung, reiste 2024 arbeitslos durch Indien, Sri Lanka und Thailand, zog danach nach Karlsruhe und nahm erneut eine Stelle in einer Hausverwaltung an. Parallel drehte er weiter Videos – mit wachsendem Erfolg.
Ab Ende 2024 gingen Clips viral, im Januar 2025 explodierte sein Account.
Weil der Bürojob zu viel Energie abzog, wechselte er bewusst ins Café: weniger Verantwortung, mehr kreativer Freiraum. „Der Kern ist das Kreative“, sagt er. „Das will ich beschützen.“

Nachbarn, umfallende Regale, Plastiktüten-Sammler, WG-Chaos – Fener verwandelt Alltagsabsurditäten in pointierte Miniaturen. Menschen und Gegenstände bekommen in seinem Kosmos gleichermaßen eine Stimme: Schneidebretter, Haare, Schnecken, Spinnen.
„Die besten Ideen sind die spontanen“, erzählt er. „Wenn ein Gedanke kommt und ich das Gefühl habe: Das muss ich jetzt sofort machen – dann entsteht ein gutes Video.“
Er filmt mit Stativ, improvisiert viel und arbeitet in Ruhe. Ruhe, sagt er, sei Grundvoraussetzung.
Alle Einfälle sammelt er auf seinem Handy. Eine lange Liste, in die er spontan schreibt, was ihm zufliegt. „Wenn ich ein Video drehen will, schaue ich rein und nehme, was sich gerade richtig anfühlt.“

So verspielt seine Videos wirken: Dahinter steckt ein klarer Tagesrhythmus. Fener arbeitet mit Mindmaps, plant seine Woche, hält Routinen ein. „Balance ist für mich das Wichtigste. Wenn die stimmt, bringe ich meinen besten Output.“ Jeden Tag entsteht mindestens ein Video – mal in 30 Minuten, mal in drei Stunden, je nach Aufwand und Anzahl der Figuren, die er alle selbst spielt.
Mittlerweile steht er bei Manager Filippo Duelk unter Vertrag. „Er hat mir die Social-Media-Welt erklärt“, sagt Fener. Duelk übernimmt E-Mails, Kooperationen, Verhandlungen – damit Fener sich auf Inhalte konzentrieren kann.
Er spielte bereits in Kurzfilmen, u. a. in Berlin, und auch in einem Kinoprojekt von Regisseur David Helmut. Schauspiel scheint eine neue Leidenschaft zu werden: „Ich habe gemerkt: Das macht mir voll Spaß.“ Auch Marken kooperieren mit ihm – etwa die Sparkasse oder der Streamingdienst „WOW“. Aber: „Was ich nicht fühle, mache ich nicht.“
Der finanzielle Erfolg wächst – aus einem Minijob-Einkommen wurden mehrere Tausend Euro im Monat. Trotzdem will er nicht ausschließlich vom Content leben, um den Druck niedrig zu halten.
200.000 Follower – eine Zahl, die er selbst kaum greifen kann. Doch auf der Straße erkannt zu werden, macht es real. „Wenn mich jemand erkennt, freue ich mich jedes Mal.“
Wäre er einen Tag lang Herr über den Algorithmus, würde er Negativität reduzieren:
„Die Welt braucht mehr Positivität. Negatives verbreitet sich schneller – wir müssen die Balance wiederfinden.“
Pläne? Ja – aber nicht zu starr. Fener vertraut darauf, dass Dinge passieren, wenn sie passieren sollen.
„Schauspiel, Bühne, Videos, Schreiben, Menschen treffen – das fühlt sich gerade alles richtig an. Wenn es in fünf Jahren so weitergeht wie jetzt, wäre das schön.“

12.12.2025
„Die Welt braucht mehr Positivität. Negatives verbreitet sich schneller – wir müssen die Balance wiederfinden.“
von Sandra Gallian
Was als spontaner Einfall über laute Nachbarn begann, wurde zum Durchbruch: Heute folgen ihm 200.000 Menschen, Marken werden auf ihn aufmerksam – und 2026 ist er sogar im Kino zu sehen. Ein Gespräch über Entschleunigung, Kreativität und ein Leben zwischen Caféjob, Kurzfilmset und viralen Ideenlisten.
Şükrü-Can Fener wirkt im Gespräch genauso wie in seinen Videos: ruhig, warm, reflektiert.
„Diese Art, wie ich die Videos mache – das bin einfach ich“, sagt er. „Ich war schon mein ganzes Leben lang eher ruhig. Nie der Laute.“
Obwohl er bereits seit einigen Jahren Videos veröffentlichte, fand er seine heutige Art erst Anfang 2025. Ein langsamer Prozess, erzählt er, doch plötzlich ergab alles Sinn: nicht lauter, schneller, bunter werden – sondern authentischer.
„Ich habe mich irgendwann wohler gefühlt, mich genauso zu zeigen, wie ich bin. Und das fanden die Leute wohl sympathisch.“

Sein erstes virales Video entstand aus einem völlig alltäglichen – wenn auch lauten – Moment. Fener hörte seine Nachbarn im Obergeschoss herumgehen und formte daraus eine satirische „Ausbildung zum Wohnen im Obergeschoss“. Das Video ging viral.
„Da habe ich verstanden: Ich muss mich nicht verstellen. Ich muss einfach so sein, wie ich privat bin.“
Sein Humor war schon früh da: Als Kind nahm er seine Mutter spielerisch aufs Korn – ernste Sätze, die plötzlich ins Absurde kippen. Genau diese Mischung bringt heute das Netz zum Lachen.
Fener stammt aus Schenkenzell, irgendwo zwischen Baden und Schwaben – und seine Dialektmischung ist Teil seines Charmes. „Nicht so krass“, sagt er, aber deutlich genug, um seinen Videos eine eigene Farbe zu geben.
Vor seinem Social-Media-Erfolg arbeitete er in einer Hausverwaltung, reiste 2024 arbeitslos durch Indien, Sri Lanka und Thailand, zog danach nach Karlsruhe und nahm erneut eine Stelle in einer Hausverwaltung an. Parallel drehte er weiter Videos – mit wachsendem Erfolg.
Ab Ende 2024 gingen Clips viral, im Januar 2025 explodierte sein Account.
Weil der Bürojob zu viel Energie abzog, wechselte er bewusst ins Café: weniger Verantwortung, mehr kreativer Freiraum. „Der Kern ist das Kreative“, sagt er. „Das will ich beschützen.“

Nachbarn, umfallende Regale, Plastiktüten-Sammler, WG-Chaos – Fener verwandelt Alltagsabsurditäten in pointierte Miniaturen. Menschen und Gegenstände bekommen in seinem Kosmos gleichermaßen eine Stimme: Schneidebretter, Haare, Schnecken, Spinnen.
„Die besten Ideen sind die spontanen“, erzählt er. „Wenn ein Gedanke kommt und ich das Gefühl habe: Das muss ich jetzt sofort machen – dann entsteht ein gutes Video.“
Er filmt mit Stativ, improvisiert viel und arbeitet in Ruhe. Ruhe, sagt er, sei Grundvoraussetzung.
Alle Einfälle sammelt er auf seinem Handy. Eine lange Liste, in die er spontan schreibt, was ihm zufliegt. „Wenn ich ein Video drehen will, schaue ich rein und nehme, was sich gerade richtig anfühlt.“

So verspielt seine Videos wirken: Dahinter steckt ein klarer Tagesrhythmus. Fener arbeitet mit Mindmaps, plant seine Woche, hält Routinen ein. „Balance ist für mich das Wichtigste. Wenn die stimmt, bringe ich meinen besten Output.“ Jeden Tag entsteht mindestens ein Video – mal in 30 Minuten, mal in drei Stunden, je nach Aufwand und Anzahl der Figuren, die er alle selbst spielt.
Mittlerweile steht er bei Manager Filippo Duelk unter Vertrag. „Er hat mir die Social-Media-Welt erklärt“, sagt Fener. Duelk übernimmt E-Mails, Kooperationen, Verhandlungen – damit Fener sich auf Inhalte konzentrieren kann.
Er spielte bereits in Kurzfilmen, u. a. in Berlin, und auch in einem Kinoprojekt von Regisseur David Helmut. Schauspiel scheint eine neue Leidenschaft zu werden: „Ich habe gemerkt: Das macht mir voll Spaß.“ Auch Marken kooperieren mit ihm – etwa die Sparkasse oder der Streamingdienst „WOW“. Aber: „Was ich nicht fühle, mache ich nicht.“
Der finanzielle Erfolg wächst – aus einem Minijob-Einkommen wurden mehrere Tausend Euro im Monat. Trotzdem will er nicht ausschließlich vom Content leben, um den Druck niedrig zu halten.
200.000 Follower – eine Zahl, die er selbst kaum greifen kann. Doch auf der Straße erkannt zu werden, macht es real. „Wenn mich jemand erkennt, freue ich mich jedes Mal.“
Wäre er einen Tag lang Herr über den Algorithmus, würde er Negativität reduzieren:
„Die Welt braucht mehr Positivität. Negatives verbreitet sich schneller – wir müssen die Balance wiederfinden.“
Pläne? Ja – aber nicht zu starr. Fener vertraut darauf, dass Dinge passieren, wenn sie passieren sollen.
„Schauspiel, Bühne, Videos, Schreiben, Menschen treffen – das fühlt sich gerade alles richtig an. Wenn es in fünf Jahren so weitergeht wie jetzt, wäre das schön.“

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