High-Tech, Herzblut und der „WOW-Effekt“: Auf Firmenbesuch in Wimsheim

WIMSHEIM/ENZKREIS. Zwei Unternehmen, zwei völlig unterschiedliche Welten – und doch ein gemeinsamer Nenner: Innovationskraft aus der Region. Bei einem Firmenbesuch in Wimsheim machten sich Landrat Bastian Rosenau und Bürgermeister Mario Weisbrich ein Bild davon, wie vielfältig und leistungsfähig die Wirtschaft im Enzkreis ist.
Landrat Bastian Rosenau (rechts) und Wimsheims Bürgermeister Mario Weisbrich (Mitte) erhalten von Geschäftsführer Dieter Stähle Einblicke in die Fahrrobotik. Foto: : Enzkreis; Fotograf: Jochen Enke

16.03.2026

egleitet wurden sie von Wirtschaftsförderer Jochen Enke, Herbert Wackenhut von der Cluster-Initiative Hochform sowie Silvia Storzer vom Jobcenter.

Der Besuch führte zu einem Unternehmen, das weltweit Maßstäbe in der Fahrzeugerprobung setzt – und zu einem, das spektakuläre technische Sonderlösungen mit Show-Effekt baut.

Wenn der Roboter das Steuer übernimmt

Erster Halt: die Stähle GmbH. Das Wimsheimer Familienunternehmen entwickelt seit Jahrzehnten Autopiloten und hochpräzise Robotik für die Fahrzeugerprobung – und das in Zusammenarbeit mit Größen wie BMW und der Fraunhofer-Gesellschaft.

„Wer denkt, Autopiloten seien eine Erfindung der Neuzeit, wurde hier eines Besseren belehrt.“

Denn bereits seit 1985 entwickelt das Familienunternehmen in Kooperation mit BMW und der Fraunhofer-Gesellschaft Autopiloten sowie hochpräzise Roboterlösungen für die Fahrzeugerprobung und hat sich hier als weltweit führender Spezialist etabliert.

Überall dort, wo Autos auf Herz und Nieren geprüft werden – etwa auf Teststrecken in den USA, in China oder Südkorea – sorgen die Systeme aus Wimsheim für absolut reproduzierbare Ergebnisse ohne menschliches Fehlerrisiko. „Unsere Kunden nennen uns ‚Switzerland‘, weil wir neutral für alle Anwender entwickeln“, erklärten die Geschäftsführer Dieter und Klaus Stähle.

Landrat Bastian Rosenau zeigte sich nicht nur von der technologischen Präzision beeindruckt, sondern auch von der Philosophie des Unternehmens: langlebige Produkte, enge Kooperationen und ein starkes regionales Netzwerk. So bildet Stähle gemeinsam mit dem Ausbildungsnetzwerk BANG Nordschwarzwald Nachwuchskräfte aus und arbeitet bewusst mit Lieferanten aus der Region zusammen. Rund 30 Beschäftigte sorgen dafür, dass High-Tech aus dem Nordschwarzwald weltweit gefragt bleibt.

Technik für den großen Auftritt

ASP-Geschäftsführer Sascha Fölster (Dritter von rechts) präsentiert mit Marcel Riegert (links) und Carolin Hörning die innovative Plug&Play-Technologie eines ausgebauten Abroll-Containers. Ihnen lauschen gespannt (von links) Bürgermeister Mario Weisbrich, Landrat Bastian Rosenau und Wirtschaftsförderer Jochen Enke. Foto: Enzkreis; Fotograf: Jochen Enke

Nur wenige Straßen weiter wartete dann eine völlig andere Art von Ingenieurskunst: die ASP Tech GmbH & Co. KG. Das Unternehmen ist erst seit September 2025 in Wimsheim ansässig – und hat sich einem klaren Motto verschrieben:

„We build the WOW“.

Gründer und Geschäftsführer Sascha Fölster und sein Team realisieren technische Sonderlösungen, die ebenso komplex wie spektakulär sind. Dazu gehören mobile Escape Rooms für Recruiting-Trucks, Showbühnen für das Legoland, aufwendige Markeninszenierungen oder hochspezialisierte Einsatzleitwagen für den Bevölkerungsschutz.

Mit einer ungewöhnlich großen Fertigungstiefe – vom Metallbau über 3D-Druck bis zur Elektrotechnik – entstehen hier jährlich rund 200 Projekte. Für Fölster ist das mehr als ein Job: „mein Beruf ist mein Hobby“, strahlte Fölster, als er den Besuchern die neuesten Werke seiner Firma vorstellte.

„Als sich das Unternehmen hier in Wimsheim ansiedeln wollte, haben wir zusammen mit dem Team des Landratsamtes umgehend eine Besichtigung durchgeführt“, wie Bürgermeister Weisbrich berichtet. „ASP führt ja viele Tätigkeiten, auch im Kleinen, selbst durch, und da war es nötig, dass wir verstehen, wie der Betrieb arbeitet, damit wir die Vorschriften aus der Verwaltung mit der Vielfältigkeit des Unternehmens in Einklang bringen können. Und das ist uns letztlich auch gelungen.“

Rückgrat der regionalen Wirtschaft

Für Landrat Bastian Rosenau zeigte der Besuch eindrucksvoll, wie breit das wirtschaftliche Spektrum im Enzkreis ist – von hochpräziser Robotik bis zu kreativen Speziallösungen.

„Ob die hochpräzise Robotik von Stähle oder die kreativen Sonderbauten von ASP Tech – solche Unternehmen sind das Rückgrat unseres Kreises.“

Ziel der Wirtschaftsförderung sei es, genau diese Unternehmen zu unterstützen und miteinander zu vernetzen.

„Das Ziel unserer Wirtschaftsförderung ist es, genau diesen Machern den Rücken freizuhalten und sie mit den richtigen Partnern, etwa über unser Hochform-Netzwerk oder die Hochschule Pforzheim, zusammenzubringen.“

Die Innovationskraft in den Wimsheimer Betrieben sei deutlich spürbar gewesen, so Rosenau. Für Verwaltung und Wirtschaftsförderung stelle sich dabei immer auch eine zentrale Frage:

„Und der Fokus für uns als Verwaltung lag natürlich auf der Frage: Wie können wir Firmen generell bei der Transformation und Fachkräftesicherung unterstützen?“

pm/tm

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