Großer Andrang bei der Jobmesse in Pforzheim

Auf großes Interesse ist die dritte Jobmesse im CongressCentrum Pforzheim (CCP) gestoßen. Organisiert wurde die Veranstaltung vom städtischen Eigenbetrieb Wirtschaft und Stadtmarketing (WSP) sowie der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim.
Ein voller Erfolg war die dritte Auflage der Jobmesse Pforzheim. Foto: Tilo Keller

20..03.2026

von Claudia Keller

Der große Zuspruch zeichnete sich schon vor Beginn der Veranstaltung ab: Geduldig warteten zahlreiche Interessierte auf den Einlass zur Jobmesse Pforzheim, um sich bei potentiellen Arbeitgebern aus völlig unterschiedlichen Bereichen über Karriere- und Einstiegsmöglichkeiten zu informieren. Innerhalb der ersten Stunde wurden bereits über 1.500 Besucher gezählt, die die Stände im CCP dicht umringten.

Daniel Schuch, Vertriebsleiter des CCP und Organisator der Jobmesse Pforzheim, freut sich mit Kerstin Weipert, Projektmanagement Fachkräftesicherung (beide WSP), über die große Anzahl an Teilnehmern.

 „Es geht um Jobs für alle, die von Jobverlust bedroht oder auf Jobsuche sind oder ihre Karriere voranbringen möchten“, so Daniel Schuch, Vertriebsleiter des CCP. Er freute sich, dass in diesem Jahr über 70 Aussteller ihre Angebote präsentierten, im letzten Jahr waren es 50 Aussteller. Schuch erinnerte daran, dass die erste Jobmesse im Jahr 2023 im Zuge der Insolvenz des Pforzheimer Versandhauses Klingel ins Leben gerufen wurde, wovon über 1.000 Mitarbeitende betroffen waren. „Damals brauchte es eine schnelle Maßnahme“, erinnerte er sich. „Da hatten wir nur drei Wochen Zeit, um die erste Jobmesse vorzubereiten.“

Große Vielfalt auf der Jobmesse – Laboratoire Biosthetique Kosmetik neben Enayati Oberflächentechnik.

Vielfältige Jobangebote

Mittlerweile hat sich die Veranstaltung offenbar sehr gut etabliert. Trotzdem zeigte sich WSP-Direktor Oliver Reitz überrascht vom großen Zuspruch. „Ich finde die Durchmischung sehr gut, dass zum Beispiel Laboratoire Biosthetique Kosmetik neben Enayati Oberflächentechnik steht“, sagte er. „So sieht man auch die große Vielfalt hier.“ Dies wurde auch an der „Jobwall“ deutlich.

An der Jobwall gab es viele offene Stellen zu entdecken.

An insgesamt 18 Stellwänden wurden zahlreiche offene Stellenangebote angepinnt. Interessierte konnten die entsprechenden Stände der anbietenden Unternehmen direkt aufsuchen. Ob Chemikant, Lagerfachkraft, Sachgebietsleiter, Bauleiter oder Psychologen – gesucht wurden Fachkräfte für ganz unterschiedliche Aufgabenfelder und Qualifikationsbereiche.

Martina Lehmann, Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim, möchte mit der Jobmesse die Arbeitslosigkeit verringern oder so kurz wie möglich halten.

Unterstützung für Jobsuchende

„Die Resonanz ist fantastisch und die Stimmung ist klasse“, freute sich Martina Lehmann, Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit Nagold-Pforzheim. „Wir haben wieder eine schöne Mischung, von Dienstleistung über Handwerk, Pflege und Industrie – es ist wirklich ein breites Spektrum.“ Das sei auch wichtig, da unterschiedlichste Menschen derzeit ihre Arbeit verlieren. „Wir wollen mit der Jobmesse, die wir unter dem Stichwort Arbeitsmarktdrehscheibe ins Leben gerufen haben, möglichst schnell diejenigen, die ihren Job verlieren werden, mit Unternehmen, die Mitarbeiter suchen zusammenbringen“, sagte Lehmann. „Von Personalabbaumaßnahmen sind unterschiedlichste Berufsgruppen betroffen.“ Die Agentur für Arbeit war auch wieder mit einem Bewerbungsmappen-Check vertreten sowie mit der Berufsberatung für Erwachsene. „Beschäftigte, die sich für einen Arbeitsplatz interessieren, für den sie nicht die entsprechende Qualifikation mitbringen, könne sich beraten lassen, inwieweit wir mit Qualifizierung helfen können.“ Auch Arbeitgeber konnten sich beraten lassen, welche Unterstützung die Agentur für Arbeit bei der Qualifizierung potentieller Arbeitnehmer bietet.

Gute Gespräche an den Ständen

„Wir hoffen mit der Veranstaltung die Strategie weiter fortzusetzen, Arbeitslosigkeit entweder komplett zu vermeiden oder möglichst kurz zu halten“, sagte Lehmann. „Wenn es den Menschen gut geht, wenn es Wohlstand, Sicherheit und Perspektiven gibt, ist das der beste Beitrag zur Demokratie.“ Deshalb sei es wichtig, dass Betriebe Beschäftigungsperspektiven anbieten. An den Ständen bildeten sich mitunter lange Schlangen von Interessierten, die geduldig auf einen freien Gesprächspartner warteten. Ergänzend dazu gab es Vorträge zu verschiedenen Themen sowie die Möglichkeit, sich direkt vor Ort Bewerbungsbilder machen zu lassen.

Stephan Viereckel, Bereichsleiter im Hornbach Baumarkt Pforzheim, freut sich über den regen Zuspruch auf der Jobmesse Pforzheim.

Breiter Branchenmix

Zu den Neulingen auf der Jobmesse Pforzheim gehörte unter anderem Hornbach Baumarkt. „Sonst waren wir bei der Arbeitgebermesse der Agentur für Arbeit vertreten. Wir haben gedacht, wir wagen uns heute auch mal auf die große Bühne“, so Stephan Viereckel, Bereichsleiter des Hornbach Baumarktes in Pforzheim. „Momentan suchen wir Fachverkäufer.“ Mit dem großen Ansturm auf die Messe hatte er nicht gerechnet. „Wahnsinn, was hier los ist“, freute er sich. Vor allem Pflegefachkräfte aber auch Ärzte, Ergotherapeuten und ähnliche Fachkräfte waren beim Deutschen Zentrum für Kinderneurologie und Sozialpädiatrie gesucht, einem Zusammenschluss aus Kinderzentrum Maulbronn und der Kinderklinik Schömberg. „Es könnten ruhig mehr sein“, sagte Sina Reuter, stellvertretende Pflegedienstleiterin der Kinderklinik Schömberg mit Blick auf die Qualifikationen. „Viele haben leider nicht die passende Ausbildung. Dafür haben wir schon einige Flyer für das freiwillige soziale Jahr rausgegeben.“ Aktuell eher nicht auf der Suche nach neuen Mitarbeitern war das Schmuck- und Uhrenunternehmen Karl Scheufele – Chopard. „Grundsätzlich suchen wir handwerkliche und technische Berufe, haben aktuell aber keine Stellen ausgeschrieben“, so Joel Wagner, Junior Personalreferent bei Karl Scheufele – Chopard. „Die Goldstadt Pforzheim verbindet man mit Schmuck und wir möchten heute präsent für die Schmuckindustrie in Pforzheim sein. Wir sind der größte Betrieb, das größte Überbleibsel der Schmuckindustrie in Pforzheim und sehen es als Pflicht, auch auf der Jobmesse vertreten zu sein.“

Joel Wagner, junior Personalreferent bei Karl Scheufele – Chopard, informiert Jeanette Däschle aus Pforzheim.

Alle Fotos: Tilo Keller

Jetzt Newsletter abonnieren und von vielen Vorteilen profitieren!