Gläser GmbH: International erfolgreich mit Prüftechnik aus dem Nordschwarzwald

Technologische Spezialisierung, internationale Präsenz und eine starke Verwurzelung in der Region: Die Gläser GmbH in Horb zeigt, wie sich ein mittelständisches Familienunternehmen erfolgreich in anspruchsvollen Märkten positioniert. Beim Unternehmensbesuch standen neben der positiven Entwicklung in Hydraulik und Technischer Sauberkeit auch die zunehmenden Herausforderungen für den Wirtschaftsstandort Deutschland im Mittelpunkt.
Jochen Protzer (Geschäftsführer Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald GmbH), Landrat Andreas Junt (Landkreis Freudenstadt), die geschäftsführende Gesellschafterin Claudia Gläser, IHK-Hauptgeschäftsführerin Tanja Traub und Ralf Bohnet (Wirtschaftsbeauftragter des Landkreises Freudenstadt) vor dem Firmensitz des Unternehmens anlässlich des Unternehmensbesuchs der Gläser GmbH am 30. Juli 2026. Bildrechte: Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald GmbH

07.08.2026

Unternehmensbesuch in Horb: Positive Geschäftsentwicklung und klare Hinweise auf die nachlassende Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland

Die Gläser GmbH in Horb steht beispielhaft für einen spezialisierten und international tätigen Mittelständler aus dem Nordschwarzwald. Bei einem Unternehmensbesuch Ende Juli informierten sich Landrat Andreas Junt, der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald GmbH, Jochen Protzer, sowie die Hauptgeschäftsführerin der IHK Nordschwarzwald, Tanja Traub, über die aktuelle Geschäftsentwicklung, technologische Innovationen und die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen.

Gastgeberin war die geschäftsführende Gesellschafterin Claudia Gläser, die seit 2017 ehrenamtlich Präsidentin der Industrie- und Handelskammer Nordschwarzwald ist.
Das familiengeführte Unternehmen ist seit 1976 in Horb ansässig und verfügt über 50 Jahre Erfahrung in der Konstruktion, Fertigung und Prüfung von Hydraulik-Steuerblöcken. Mit dem Geschäftsfeld Technische Sauberkeit hat sich die Gläser GmbH zugleich ein technologisch anspruchsvolles und international ausgerichtetes zweites Standbein aufgebaut.
Unter der Marke CleanTec entwickelt und produziert das Unternehmen Prüfmaschinen zur Extraktion und Analyse partikulärer Verunreinigungen. Hinzu kommen Labordienstleistungen, Analytik, Beratung sowie Trainings und Workshops. Ein besonderes Alleinstellungsmerkmal besteht darin, dass Gläser die Maschinen nicht nur selbst entwickelt und baut, sondern auch in eigenen Prüflaboren betreibt. Erkenntnisse aus der praktischen Anwendung können dadurch unmittelbar in die Weiterentwicklung der Technik einfließen.

Neben dem akkreditierten Prüflabor am Unternehmenssitz in Horb verfügt Gläser über eigene Laborstandorte in China, Mexiko und den USA. Nach Unternehmensangaben wurden bereits mehr als 100.000 Restschmutzanalysen durchgeführt und über 1.000 Prüfmaschinen weltweit installiert. Die Lösungen kommen unter anderem in der Automobilindustrie, der Batterie- und Wasserstofftechnik, der Luft- und Raumfahrt, der Elektronik sowie der Medizintechnik zum Einsatz.

Zwei Geschäftsfelder mit positiver Entwicklung

Im Gespräch berichtete Claudia Gläser trotz der großen wirtschaftlichen Herausforderungen von einer positiven Entwicklung in beiden zentralen Geschäftsfeldern. Die Hydraulik bildet weiterhin eine verlässliche Grundlage des Unternehmens. Gleichzeitig wächst die Bedeutung der Technischen Sauberkeit. Neben den etablierten Nass-Extraktionsmaschinen entwickelt Gläser inzwischen auch Trocken- und Hybridlösungen.

Weltweit beschäftigt die Gläser Gruppe rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Für die weitere Entwicklung strebt das Unternehmen ein angemessenes und wirtschaftlich tragfähiges Wachstum an. Gesucht werden insbesondere engagierte Beschäftigte, die sich für anspruchsvolle technische Aufgaben und die Entwicklung neuer Lösungen begeistern.

Die Gläser GmbH verbindet klassisches Maschinenbauwissen mit spezialisierter Prüftechnik, Analytik und internationaler Marktpräsenz. Das Unternehmen zeigt, wie durch Spezialisierung, eigene Entwicklungskompetenz und Kundennähe neue Märkte erschlossen werden können. Diese Verbindung aus regionaler Verwurzelung und internationaler Ausrichtung ist eine besondere Stärke des Wirtschaftsstandorts Nordschwarzwald.

Jochen Protzer, WFG-Geschäftsführer

Unternehmen können Standortnachteile nicht dauerhaft allein ausgleichen

Neben den betrieblichen Entwicklungen standen die allgemeinen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Mittelpunkt des Gesprächs. Thematisiert wurden insbesondere die wachsenden bürokratischen Belastungen, steigende Kosten, die Gewinnung und Motivation von Beschäftigten sowie die insgesamt nachlassende internationale Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland.
Claudia Gläser machte deutlich, dass leistungsfähige Unternehmen auch unter schwierigen Bedingungen nach Lösungen suchen und ihre Entwicklung aktiv vorantreiben. Zugleich brachte sie eine grundsätzliche Sorge auf den Punkt.

Wir als Unternehmen finden bei allen Herausforderungen unseren Weg. Aber eine Volkswirtschaft kann nicht dauerhaft darauf bauen, dass Unternehmen allein die Nachteile des Standorts ausgleichen. Deutschland muss insgesamt wieder verlässlicher, schneller und wettbewerbsfähiger werden.

Claudia Gläser

Landrat Andreas Junt unterstrich die Bedeutung eines engen Austauschs mit den Unternehmen im Landkreis:

Die Gläser GmbH steht für Innovationskraft, unternehmerische Verantwortung und eine starke Verbundenheit mit dem Standort Horb. Solche Unternehmen sichern industrielle Wertschöpfung und qualifizierte Arbeitsplätze. Umso wichtiger ist es, ihre Hinweise auf bestehende Standortnachteile ernst zu nehmen und auf allen politischen Ebenen für bessere Rahmenbedingungen einzutreten.

Andreas Junt, Landrat

Auch IHK-Hauptgeschäftsführerin Tanja Traub verwies auf die Notwendigkeit, Unternehmen wieder mehr Freiraum für Investitionen, Innovationen und Wachstum zu geben.

Unsere Unternehmen übernehmen Verantwortung und stellen sich den Veränderungen mit großem Engagement. Bürokratie, lange Verfahren und hohe Kosten dürfen jedoch nicht immer mehr Zeit, Kapital und personelle Ressourcen binden. Wir brauchen Rahmenbedingungen, die unternehmerisches Handeln erleichtern und die internationale Wettbewerbsfähigkeit stärken.

Tanja Traub, IHK-Hauptgeschäftsführerin

Der Besuch machte deutlich, dass die mittelständischen Unternehmen im Nordschwarzwald über eine hohe Anpassungs- und Innovationsfähigkeit verfügen. Zugleich können betriebliche Anstrengungen strukturelle Nachteile eines Wirtschaftsstandorts nicht dauerhaft kompensieren. Die Vertreter des Landkreises, der IHK und der Wirtschaftsförderung Nordschwarzwald vereinbarten, den Austausch über die wirtschaftlichen Herausforderungen und mögliche Unterstützungsansätze fortzusetzen.

Über die Gläser GmbH

Die 1976 gegründete Gläser GmbH mit Sitz in Horb am Neckar ist ein familiengeführtes Maschinenbauunternehmen. Zu den Geschäftsfeldern gehören Hydraulik-Steuerblöcke sowie die Technische Sauberkeit unter der Marke CleanTec. Das Unternehmen verbindet Maschinenbau, Prüftechnik, eigene Laboranalytik, Beratung und Qualifizierung. Neben dem Standort Horb verfügt Gläser über Prüflabore in China, Mexiko und den USA.

pm / mm