04.02.2026
von Claudia Keller
Am Tag vor dem Start des regulären Fahrbetriebes haben Verkehrsminister Winfried Hermann, Landrat Helmut Riegger und der Calwer Oberbürgermeister Florian Kling die Jungfernfahrt der Hermann-Hesse-Bahn begleitet. Von Calw ging es nach Weil der Stadt mit Zwischenstopps in Heumaden, Althengstett und Ostelsheim und wieder zurück nach Calw. An allen Stationen wurde die leuchtend gelbe Bahn von vielen Interessierten freudig begrüßt. Auch das Bahnhofsfest in Calw war sehr gut besucht.
„Jetzt haben wir es wirklich endlich geschafft“, so Landrat Helmut Riegger im Gespräch mit WirtschaftsKRAFT. „Wir haben so viel Kraft und Energie in das Projekt gesteckt – das war kein Marathon, sondern ein Langstrecken-Hürdenlauf.“ Bei der Jungfernfahrt habe man an den Haltestellen gesehen, dass die Bahn angenommen wird und sich die Bürger damit identifizieren. Er erklärte, dass mit der Hermann-Hesse-Bahn die Region nun Teil der Wirtschaftsregion Stuttgart sei, wovon die Wirtschaft, Arbeitskräfte und Pendler profitieren – und das auch noch klimaneutral mit einem batterieelektrischen Zug.

Im Gespräch mit WirtschaftsKRAFT bezeichnete Verkehrsminister Winfried Hermann die Jungfernfahrt als verkehrspolitischen Meilenstein für die Reaktivierung von Strecken.
Ich habe ja schon zu Beginn meiner Amtszeit vor fast 15 Jahren gesagt, solange ich Minister bin, wird keine Strecke stillgelegt, im Gegenteil, wir reaktivieren.
Winfried Hermann, Verkehrsminister
Als das Projekt ausgerufen wurde, hätten sich über 40 Regionen gemeldet, deren Bahnstrecken reaktiviert werden könnten. Nach einer Machbarkeitsstudie seien noch 30 in der Überlegung und Planung. Gefragt nach der Nutzen-Kosten-Relation der Hermann-Hesse-Bahn erklärte der Minister, dass die Finanzierungszusage zu einem Zeitpunkt gemacht wurde, als die Rechnung positiv ausfiel. Erst danach seien die Kosten hoch gegangen. Er glaube allerdings, dass die konservativ gerechneten Fahrgastzahlen weit übertroffen werden. Gelernt habe man aus dem Projekt, dass man rechtzeitig daran denken müsse, dass stillgelegte Trassen Biotope sind und sich seltene Tiere und Pflanzen ansiedeln. Für die Hermann-Hesse-Bahn sei im Konsens mit dem Naturschutz eine Lösung erarbeitet worden.
In seiner offiziellen Ansprache dankte Landrat Riegger insbesondere Verkehrsminister Winfried Hermann, ohne den es die Hermann-Hesse-Bahn nicht gebe. „Sie haben uns immer unterstützt, immer vermittelt und geholfen“, sagte der Landrat.
Dass Sie Ihre Politik, die Nebenstrecken für den ländlichen Raum zu ertüchtigen, ernst nehmen, haben Sie hier bewiesen. Wir haben erlebt, dass Landespolitik im Verkehrsministerium verlässlich ist.
Helmut Riegger, Landrat zu Winfried Hermann
Dass es für die Reaktivierung einer bestehenden Bahnstrecke, die der württembergische König in den Jahren 1868 bis 1872 bauen ließ, einen sehr langen Atem braucht, sei ihm bewusst gewesen.
Die alte Bahnstrecke wurde im Jahr 1988 zum letzten Mal befahren. Im Jahr 1994 wurde die Strecke zwischen Weil der Stadt und Calw vom Landkreis Calw gekauft und bis zum Jahr 2013 ein Konzept zur Wiederinbetriebnahme ausgearbeitet. Im Jahr 2015 einigten sich das Landesverkehrsministerium, die Region Stuttgart, die Landkreise Calw und Böblingen sowie fünf Anrainerkommunen auf die Realisierung des Bahnprojektes. Im Verfahrensverlauf klagte der NABU gegen die Reaktivierung, da sich in einem Bestandstunnel geschützte Fledermäuse angesiedelt hatten. Eine neuartige „Tunnel in Tunnel“-Konstruktion ermöglichte, dass die Fledermäuse bleiben und der Zugverkehr trotzdem rollen kann. Im Jahr 2020 fand schließlich der Spatenstich für die Sanierung und den Ausbau der Strecke statt. Seit 1. Februar 2026 gilt der reguläre Fahrplan für die Hermann-Hesse-Bahn. Von Calw fährt man mit nur einem Ticket in 59 Minuten nach Stuttgart.

„Wir freuen uns, dass wir jetzt 18,5 Kilometer Strecke haben mit fünf Bahnhöfen“, sagte Landrat Riegger. Dabei wurden 30.000 Schwellen neu verlegt, zwei Tunnel ertüchtigt und ein Tunnel neu gebaut sowie zwei Eisenbahnbrücken und eine Straßenbrücke. Erwartet wird, dass täglich rund 3.000 Menschen die Strecke nutzen. „Die Hermann-Hesse-Bahn ist ein Leuchtturm für die ganze Region“, hob Riegger hervor.
Sie stärkt diesen ländlichen Raum, den Wirtschaftsstandort, die Tourismusregion, verbessert die Lebensqualität der Menschen, die hier leben und sie ist ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz, weil wir batterieelektrisch fahren.
Helmut Riegger, Landrat
In seiner Rede beglückwünschte Minister Hermann die Region zum Start der Hermann-Hesse-Bahn. „Calw und die Region haben wieder eine moderne Schienenanbindung“, freute er sich. „Man hat an jedem einzelnen Haltepunkt gemerkt, wie begeistert die Leute waren, das war ein schönes Zeichen.“ Dem Landrat überreichte er eine alte Eisenbahnlaterne. Die Frau des Landrats, Iris Riegger, hatte in der Bauzeit die Tunnelpatenschaft bei Ostelsheim übernommen. Und so bekam sie von Hermann eine Figur der Heiligen Barbara, der Schutzpatronin der Tunnelbauer, überreicht.

„Es ist ein Jahrhundertprojekt für diese Stadt und diese Stadt hat sehr lange darauf gewartet“, sagte Calws Oberbürgermeister Florian Kling und dankte allen Beteiligten für ihre Mühen. Er berichtete, dass die Stadtstrategie schon vor Jahren auf die Herman-Hesse-Bahn ausgerichtet worden sei. Dafür wurde der Stadtgarten saniert, das Nagoldufer neu angelegt, Stadtbegrünungsprojekte umgesetzt und auch das Hermann-Hesse-Museum saniert. Er freute sich schon auf die Menschen, die mit der Hermann-Hesse-Bahn kommen, um Calw zu besuchen.

04.02.2026
„Jetzt haben wir es wirklich endlich geschafft. Wir haben so viel Kraft und Energie in das Projekt gesteckt – das war kein Marathon, sondern ein Langstrecken-Hürdenlauf.“
von Claudia Keller
Am Tag vor dem Start des regulären Fahrbetriebes haben Verkehrsminister Winfried Hermann, Landrat Helmut Riegger und der Calwer Oberbürgermeister Florian Kling die Jungfernfahrt der Hermann-Hesse-Bahn begleitet. Von Calw ging es nach Weil der Stadt mit Zwischenstopps in Heumaden, Althengstett und Ostelsheim und wieder zurück nach Calw. An allen Stationen wurde die leuchtend gelbe Bahn von vielen Interessierten freudig begrüßt. Auch das Bahnhofsfest in Calw war sehr gut besucht.
„Jetzt haben wir es wirklich endlich geschafft“, so Landrat Helmut Riegger im Gespräch mit WirtschaftsKRAFT. „Wir haben so viel Kraft und Energie in das Projekt gesteckt – das war kein Marathon, sondern ein Langstrecken-Hürdenlauf.“ Bei der Jungfernfahrt habe man an den Haltestellen gesehen, dass die Bahn angenommen wird und sich die Bürger damit identifizieren. Er erklärte, dass mit der Hermann-Hesse-Bahn die Region nun Teil der Wirtschaftsregion Stuttgart sei, wovon die Wirtschaft, Arbeitskräfte und Pendler profitieren – und das auch noch klimaneutral mit einem batterieelektrischen Zug.

Im Gespräch mit WirtschaftsKRAFT bezeichnete Verkehrsminister Winfried Hermann die Jungfernfahrt als verkehrspolitischen Meilenstein für die Reaktivierung von Strecken.
Ich habe ja schon zu Beginn meiner Amtszeit vor fast 15 Jahren gesagt, solange ich Minister bin, wird keine Strecke stillgelegt, im Gegenteil, wir reaktivieren.
Winfried Hermann, Verkehrsminister
Als das Projekt ausgerufen wurde, hätten sich über 40 Regionen gemeldet, deren Bahnstrecken reaktiviert werden könnten. Nach einer Machbarkeitsstudie seien noch 30 in der Überlegung und Planung. Gefragt nach der Nutzen-Kosten-Relation der Hermann-Hesse-Bahn erklärte der Minister, dass die Finanzierungszusage zu einem Zeitpunkt gemacht wurde, als die Rechnung positiv ausfiel. Erst danach seien die Kosten hoch gegangen. Er glaube allerdings, dass die konservativ gerechneten Fahrgastzahlen weit übertroffen werden. Gelernt habe man aus dem Projekt, dass man rechtzeitig daran denken müsse, dass stillgelegte Trassen Biotope sind und sich seltene Tiere und Pflanzen ansiedeln. Für die Hermann-Hesse-Bahn sei im Konsens mit dem Naturschutz eine Lösung erarbeitet worden.
In seiner offiziellen Ansprache dankte Landrat Riegger insbesondere Verkehrsminister Winfried Hermann, ohne den es die Hermann-Hesse-Bahn nicht gebe. „Sie haben uns immer unterstützt, immer vermittelt und geholfen“, sagte der Landrat.
Dass Sie Ihre Politik, die Nebenstrecken für den ländlichen Raum zu ertüchtigen, ernst nehmen, haben Sie hier bewiesen. Wir haben erlebt, dass Landespolitik im Verkehrsministerium verlässlich ist.
Helmut Riegger, Landrat zu Winfried Hermann
Dass es für die Reaktivierung einer bestehenden Bahnstrecke, die der württembergische König in den Jahren 1868 bis 1872 bauen ließ, einen sehr langen Atem braucht, sei ihm bewusst gewesen.
Die alte Bahnstrecke wurde im Jahr 1988 zum letzten Mal befahren. Im Jahr 1994 wurde die Strecke zwischen Weil der Stadt und Calw vom Landkreis Calw gekauft und bis zum Jahr 2013 ein Konzept zur Wiederinbetriebnahme ausgearbeitet. Im Jahr 2015 einigten sich das Landesverkehrsministerium, die Region Stuttgart, die Landkreise Calw und Böblingen sowie fünf Anrainerkommunen auf die Realisierung des Bahnprojektes. Im Verfahrensverlauf klagte der NABU gegen die Reaktivierung, da sich in einem Bestandstunnel geschützte Fledermäuse angesiedelt hatten. Eine neuartige „Tunnel in Tunnel“-Konstruktion ermöglichte, dass die Fledermäuse bleiben und der Zugverkehr trotzdem rollen kann. Im Jahr 2020 fand schließlich der Spatenstich für die Sanierung und den Ausbau der Strecke statt. Seit 1. Februar 2026 gilt der reguläre Fahrplan für die Hermann-Hesse-Bahn. Von Calw fährt man mit nur einem Ticket in 59 Minuten nach Stuttgart.

„Wir freuen uns, dass wir jetzt 18,5 Kilometer Strecke haben mit fünf Bahnhöfen“, sagte Landrat Riegger. Dabei wurden 30.000 Schwellen neu verlegt, zwei Tunnel ertüchtigt und ein Tunnel neu gebaut sowie zwei Eisenbahnbrücken und eine Straßenbrücke. Erwartet wird, dass täglich rund 3.000 Menschen die Strecke nutzen. „Die Hermann-Hesse-Bahn ist ein Leuchtturm für die ganze Region“, hob Riegger hervor.
Sie stärkt diesen ländlichen Raum, den Wirtschaftsstandort, die Tourismusregion, verbessert die Lebensqualität der Menschen, die hier leben und sie ist ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz, weil wir batterieelektrisch fahren.
Helmut Riegger, Landrat
In seiner Rede beglückwünschte Minister Hermann die Region zum Start der Hermann-Hesse-Bahn. „Calw und die Region haben wieder eine moderne Schienenanbindung“, freute er sich. „Man hat an jedem einzelnen Haltepunkt gemerkt, wie begeistert die Leute waren, das war ein schönes Zeichen.“ Dem Landrat überreichte er eine alte Eisenbahnlaterne. Die Frau des Landrats, Iris Riegger, hatte in der Bauzeit die Tunnelpatenschaft bei Ostelsheim übernommen. Und so bekam sie von Hermann eine Figur der Heiligen Barbara, der Schutzpatronin der Tunnelbauer, überreicht.

„Es ist ein Jahrhundertprojekt für diese Stadt und diese Stadt hat sehr lange darauf gewartet“, sagte Calws Oberbürgermeister Florian Kling und dankte allen Beteiligten für ihre Mühen. Er berichtete, dass die Stadtstrategie schon vor Jahren auf die Herman-Hesse-Bahn ausgerichtet worden sei. Dafür wurde der Stadtgarten saniert, das Nagoldufer neu angelegt, Stadtbegrünungsprojekte umgesetzt und auch das Hermann-Hesse-Museum saniert. Er freute sich schon auf die Menschen, die mit der Hermann-Hesse-Bahn kommen, um Calw zu besuchen.

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