30.07.2025
von Sandra Gallian
VIOLAs Wurzeln reichen zurück an die Mittelmeerküste bei Barcelona. Dort ist sie aufgewachsen, dort liegen viele ihrer Inspirationen. „Ich habe das Meer inhaliert, die Farben, die Wärme“, sagt sie. Und doch: Ihr Lebensmittelpunkt ist heute fest in Pforzheim verankert. „Dort würde ich es maximal eine Woche aushalten“, sagt sie über ihre Wohnung in Spanien. „Ich arbeite lieber, als dass ich nicht arbeite. Ich laufe lieber, als dass ich sitze.“
Die heute 63-Jährige ist eine, die in Bewegung bleibt – innerlich wie äußerlich. „Ich bin der freiste Mensch überhaupt“, sagt sie mit leuchtenden blauen Augen – und dem Stoffband, das wie eine kreative Krone auf ihrem Kopf thront.
Im Jahr 2017 entdeckt VIOLA online die Jugendstilvilla im Rodgebiet. Drei Etagen, Baujahr 1911, Sandsteintreppe, hohe Decken. Drei Dinge mussten für sie stimmen – und alle drei erfüllte die Villa auf Anhieb: „Erstens musste es gut riechen. Kein Muff – das geht bei einem alten Haus gar nicht. Zweitens: Ich musste mir meine Bilder darin vorstellen können, schließlich wollte ich nicht nur wohnen und arbeiten, sondern auch ausstellen. Und drittens: Würde ich überhaupt den Kredit bekommen?“ Als freischaffende Künstlerin sei das nie sicher, sagt sie. Doch mit der Sparkasse Pforzheim Calw verbindet sie seit Jahren eine vertrauensvolle Zusammenarbeit – sie hatten sogar schon Werke von ihr gekauft. Und so war die Entscheidung in nur drei Tagen gefallen: Kaufpreis, Finanzierung, Sanierungspläne – alles steht. „Ich wusste sofort: Hier kann ich wohnen, arbeiten und ausstellen.“

Die Sanierung wird zur Herzensaufgabe. VIOLA packt mit an, reicht Kaffee auf der Baustelle, legt Fliesenmuster, gräbt mit im Garten. Der Umbau dauert eineinhalb Jahre. Der größte Posten: das neue Dach, allein 120.000 Euro – inklusive Denkmalauflagen.
Doch VIOLA denkt nicht nur an Wände und Fenster. Noch bevor sie drinnen Hand anlegt, gestaltet sie den Garten – ihre zweite große Leidenschaft. „Alles, was da wächst, habe ich pflanzen lassen: alte Obstsorten, Kirsch- und Apfelbäume, eine Trauerweide, Kastanien“, erzählt sie. „Ich wollte Bäume, die es auch 1911 schon gegeben hat.“
„Das Haus ist wie ein Bild entstanden, Schicht für Schicht“, erklärt die studierte Schmuckdesignerin. Jeder Raum hat seine Farbe, sein Gefühl: Blau im Eingangsbereich, Grüntöne im Wohnraum, Gelb in der Küche. „Farbige Wände umarmen dich“, sagt sie. „Weiß ist mir zu hart – das Leben ist schon hart genug.“
Innen wie außen wächst ein Ensemble, das ganz VIOLA ist: bunt, warm, verspielt und kraftvoll. Der Garten bleibt dabei nicht Dekoration, sondern Teil des Ganzen. „Ich hole mir den Garten über grüne Wände ins Haus“, sagt sie. Selbst eine Distel darf bleiben, wenn sie schön blüht. „Wie bei meinen Bildern – manchmal ist es der gewollte Zufall, der wirkt.“

VIOLA ist nicht nur Künstlerin, sondern Unternehmerin: „Das Malen macht vielleicht 30 Prozent meiner Arbeit aus“, sagt sie. „Man muss sich das wie eine Firma vorstellen: mit Einkauf, Verkauf, Marketing.“ Dennoch: Die Kunst steht im Zentrum. Rund 30 großformatige Bilder entstehen jedes Jahr – farbintensiv, ausdrucksstark, oft geprägt von Frauenkörpern, Dekolletés, übergossen mit Farbe, geschichtet mit Pinseln, Walzen, Fingern.
Ihre Werke verkauft VIOLA direkt aus dem Haus heraus. Galerien? „Nicht mehr“, sagt sie. „Ich brauche die Freiheit, selbst zu entscheiden. Und ich will wissen, wo meine Bilder hängen.“ Deshalb lädt sie regelmäßig zu Art-Events in ihre Villa. „Ich liebe es, die Menschen kennenzulernen, die meine Kunst kaufen“, sagt sie. „Da findet ein echter Austausch statt.“
Und dieser Austausch wirkt. Ihre Bilder finden sich in ganz Deutschland, Europa und darüber hinaus – in privaten Wohnungen ebenso wie in öffentlichen Räumen. Ihre Handschrift ist wiedererkennbar, ihr Stil einzigartig.

„Ich wollte nie reich und berühmt werden“, sagt VIOLA. „Ich wollte mein Ding machen und davon leben können.“ Auch in schwierigen Zeiten wie der Corona-Pandemie war ihre Kunst gefragt: „Das war mein bestes Jahr. Die Leute hatten Zeit, kamen zu mir – und fanden hier einen Lichtblick.“
Vielleicht ist das das Geheimnis ihres Erfolgs: Echtheit, gepaart mit Talent – und einem Haus, das nicht nur ein Zuhause ist, sondern ein Erlebnis. Ein Ort, der einlädt, zu verweilen, zu entdecken und zum Staunen.

Alle Fotos: Sandra Gallian
30.07.2025
„Ich weiß irgendwann einfach, wann ein Bild fertig ist. Manche sind schneller, manche strengen mich richtig an. Weil sie Konzentration brauchen – wie ein gutes Gespräch.“
von Sandra Gallian
VIOLAs Wurzeln reichen zurück an die Mittelmeerküste bei Barcelona. Dort ist sie aufgewachsen, dort liegen viele ihrer Inspirationen. „Ich habe das Meer inhaliert, die Farben, die Wärme“, sagt sie. Und doch: Ihr Lebensmittelpunkt ist heute fest in Pforzheim verankert. „Dort würde ich es maximal eine Woche aushalten“, sagt sie über ihre Wohnung in Spanien. „Ich arbeite lieber, als dass ich nicht arbeite. Ich laufe lieber, als dass ich sitze.“
Die heute 63-Jährige ist eine, die in Bewegung bleibt – innerlich wie äußerlich. „Ich bin der freiste Mensch überhaupt“, sagt sie mit leuchtenden blauen Augen – und dem Stoffband, das wie eine kreative Krone auf ihrem Kopf thront.
Im Jahr 2017 entdeckt VIOLA online die Jugendstilvilla im Rodgebiet. Drei Etagen, Baujahr 1911, Sandsteintreppe, hohe Decken. Drei Dinge mussten für sie stimmen – und alle drei erfüllte die Villa auf Anhieb: „Erstens musste es gut riechen. Kein Muff – das geht bei einem alten Haus gar nicht. Zweitens: Ich musste mir meine Bilder darin vorstellen können, schließlich wollte ich nicht nur wohnen und arbeiten, sondern auch ausstellen. Und drittens: Würde ich überhaupt den Kredit bekommen?“ Als freischaffende Künstlerin sei das nie sicher, sagt sie. Doch mit der Sparkasse Pforzheim Calw verbindet sie seit Jahren eine vertrauensvolle Zusammenarbeit – sie hatten sogar schon Werke von ihr gekauft. Und so war die Entscheidung in nur drei Tagen gefallen: Kaufpreis, Finanzierung, Sanierungspläne – alles steht. „Ich wusste sofort: Hier kann ich wohnen, arbeiten und ausstellen.“

Die Sanierung wird zur Herzensaufgabe. VIOLA packt mit an, reicht Kaffee auf der Baustelle, legt Fliesenmuster, gräbt mit im Garten. Der Umbau dauert eineinhalb Jahre. Der größte Posten: das neue Dach, allein 120.000 Euro – inklusive Denkmalauflagen.
Doch VIOLA denkt nicht nur an Wände und Fenster. Noch bevor sie drinnen Hand anlegt, gestaltet sie den Garten – ihre zweite große Leidenschaft. „Alles, was da wächst, habe ich pflanzen lassen: alte Obstsorten, Kirsch- und Apfelbäume, eine Trauerweide, Kastanien“, erzählt sie. „Ich wollte Bäume, die es auch 1911 schon gegeben hat.“
„Das Haus ist wie ein Bild entstanden, Schicht für Schicht“, erklärt die studierte Schmuckdesignerin. Jeder Raum hat seine Farbe, sein Gefühl: Blau im Eingangsbereich, Grüntöne im Wohnraum, Gelb in der Küche. „Farbige Wände umarmen dich“, sagt sie. „Weiß ist mir zu hart – das Leben ist schon hart genug.“
Innen wie außen wächst ein Ensemble, das ganz VIOLA ist: bunt, warm, verspielt und kraftvoll. Der Garten bleibt dabei nicht Dekoration, sondern Teil des Ganzen. „Ich hole mir den Garten über grüne Wände ins Haus“, sagt sie. Selbst eine Distel darf bleiben, wenn sie schön blüht. „Wie bei meinen Bildern – manchmal ist es der gewollte Zufall, der wirkt.“

VIOLA ist nicht nur Künstlerin, sondern Unternehmerin: „Das Malen macht vielleicht 30 Prozent meiner Arbeit aus“, sagt sie. „Man muss sich das wie eine Firma vorstellen: mit Einkauf, Verkauf, Marketing.“ Dennoch: Die Kunst steht im Zentrum. Rund 30 großformatige Bilder entstehen jedes Jahr – farbintensiv, ausdrucksstark, oft geprägt von Frauenkörpern, Dekolletés, übergossen mit Farbe, geschichtet mit Pinseln, Walzen, Fingern.
Ihre Werke verkauft VIOLA direkt aus dem Haus heraus. Galerien? „Nicht mehr“, sagt sie. „Ich brauche die Freiheit, selbst zu entscheiden. Und ich will wissen, wo meine Bilder hängen.“ Deshalb lädt sie regelmäßig zu Art-Events in ihre Villa. „Ich liebe es, die Menschen kennenzulernen, die meine Kunst kaufen“, sagt sie. „Da findet ein echter Austausch statt.“
Und dieser Austausch wirkt. Ihre Bilder finden sich in ganz Deutschland, Europa und darüber hinaus – in privaten Wohnungen ebenso wie in öffentlichen Räumen. Ihre Handschrift ist wiedererkennbar, ihr Stil einzigartig.

„Ich wollte nie reich und berühmt werden“, sagt VIOLA. „Ich wollte mein Ding machen und davon leben können.“ Auch in schwierigen Zeiten wie der Corona-Pandemie war ihre Kunst gefragt: „Das war mein bestes Jahr. Die Leute hatten Zeit, kamen zu mir – und fanden hier einen Lichtblick.“
Vielleicht ist das das Geheimnis ihres Erfolgs: Echtheit, gepaart mit Talent – und einem Haus, das nicht nur ein Zuhause ist, sondern ein Erlebnis. Ein Ort, der einlädt, zu verweilen, zu entdecken und zum Staunen.

Alle Fotos: Sandra Gallian
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