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Oliver Reitz

Direktor des Eigenbetriebs Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim (WSP)

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Ein Schwergewicht stemmt bald Container im „Black Forest Terminal“ Horb

Offiziell heißt das Horber Kombi-Terminal jetzt „Black Forest Terminal“ (BFT). Dort hat dieser Tage ein 800.000-Euro-Schwergewicht Einzug gehalten: Der 82-Tonnen-Reachstacker wird von Januar 2023 an bei der Verladung der Container eingesetzt. Das BFT beflügelt den Umstieg von der Straße auf die Schiene, was eine deutliche CO2-Einsparung und kürzere Lieferwege ermöglicht.
Ein Reachstacker oder auf Deutsch auch Greifstapler, dient zum Stapeln und Umschlagen von Containern. Das erste von zwei dieser gewichtigen Arbeitstiere für das „Black Forest Terminal“ ist jetzt in Horb eingetroffen. ©Kalmar

19.11.2022 | k-w/gel

Im polnischen Stargard war der Reachstacker auf einen Tieflader gehievt und auf die 900 Kilometer lange Reise ins Horber Industriegebiet Heiligenfeld geschickt worden. Aufgrund seiner Breite von rund 4,50 Meter durfte der Schwertransporter nur bei Nacht fahren. Unter Polizeibegleitung lief er in den frühen Morgenstunden bei Dunkelheit in die Großbaustelle ein, wo er vollends einsatzfähig gemacht wurde. Dazu wurde der mit einem weiteren Spezialtransporter angelieferte, 8,50 Meter lange Ausleger montiert, der an seiner Spitze mit einem Spreader, also einem speziellen Greifarm, ausgestattet ist. Im März 2023 wird ein zweiter Reachstacker nach Horb geliefert.

Der Reachstacker der schwedischen Firma Kalmar kann dank eines Gegengewichts am Heck maximal 34 Tonnen Bruttogewicht in acht Meter Entfernung stemmen und bei Bedarf auch komplette Lkw-Aufleger versetzen.

Der rote Reachstacker des „Black Forest Terminals“ nach dem Abladen vom Schwertransporter im Horber Industriegebiet. Vorne  der Tragarm, der bis zu acht Meter ausgefahren werden kann und der Spreader zum Greifen der Container. ©k-w

Schon am 9. Januar 2023 soll der erste Container-Zug mit 640 Meter Gesamtlänge im Hamburger Hafen starten und in der Nacht im Horber Güterbahnhof einlaufen. Die 22 Waggons werden mit 88 TEU (Twenty Foot Equivalent Unit) beladen sein. Das ist die Einheit zum Messen der Kapazität von Containerschiffen, Häfen und Terminals. Sie besagt, wie viele Container mit 20 oder 40 Zoll Länge umgeschlagen werden können.

Im Horber Güterbahnhof wird der Containerzug, der von einer eigens für die Strecke hergestellten Siemens-Elektrolok gezogen wird, nach seiner Ankunft am 9. Januar 2023 in zwei Hälften geteilt, die von einer Rangierlok ins Terminal geschoben werden.  Danach werden sich zweimal wöchentlich Containerzüge in den deutschen Nordseehäfen Richtung Horb in Bewegung setzen, die dienstags und freitags im BFT entladen und zurück Richtung Norden fahren werden. Später sollen auch Container aus Triest in Horb ankommen.  

Mit dem Black Forest Terminal wurde laut Investor Kurt Plathe aus Neubulach, der gemeinsam mit BFT-Geschäftsführer Richard Lagger aus Haiterbach bei der Anlieferung und dem Aufbau des Reachstackers vor Ort war, eine Plattform für die Verladung von Containern von der Straße auf die Schiene geschaffen.

Siehe auch Bericht vom Spatenstich des Kombi-Terminals.

Das Horber Terminal für den kombinierten Verkehr sei also nicht ursächlich für zusätzlichen Lkw-Verkehr, machte Plathe nochmals deutlich, sondern trage zur Entlastung der Straßen bei.  Mit ihm werde sich der Standort Horb weiterentwickeln und als deutsches Klimaschutz-Projekt in aller Munde sein.

Mit der Fertigstellung des Terminals zum Ende des Jahres 2022 endet die Aufgabe der Plathe Grundbesitz, ein solches Kombi-Terminal im Nordschwarzwald zu etablieren, indem das Gelände der Black Forest Terminal GmbH anvertraut wird. Die BFT überzeugte im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung als Betreibergesellschaft.  

Insgesamt werden für das Kombi-Terminal Horb (KTH) und das Intermodale Servicezentrum Horb (Depot) rund 30 Millionen Euro investiert.  Mit dem neuen Terminal können eine seeseitige Umfahrung von halb Europa und damit Tonnen von CO2 eingespart werden. Pro Containerschiff werden rund 4000 Kilometer Wegstrecke vermieden, was eine Lieferzeitverkürzung von bis zu acht Tagen bedeutet. Die Horber Verladestation liegt dafür günstig in der Mitte der Schienenverbindung zwischen den deutschen Nordhäfen und den Seehäfen an der italienischen Adriaküste, wodurch die Logistikketten nachhaltiger und effizienter gestaltet werden können.

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