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Wirtschaftskraft ist in der Tat ein „Plus“ – ein Mehr an Themen, an Hintergründen und an Aktualität. Mit dieser Plattform wird die wirtschaftliche Kompetenz des Standortes Pforzheim medial begleitet und weit in die Region getragen.

Oliver Reitz

Direktor des Eigenbetriebs Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim (WSP)

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Business Hack by KB Consultants: Wachstumsschmerzen

In unserer Serie #Business Hack! teilt Karin Bacher, renommierte Expertin und Geschäftsführerin von Karin Bacher Consultants, ihr Fachwissen zu spannenden Themen in der Arbeitswelt, wie beispielsweise "Wachstumsschmerzen".
Karin Bacher, Geschäftsführerin von KB Consulting & Coaching e. K.. Foto: Tobias Fröhner

24.07.2024

Wachstumsschmerzen – warum Wachstum geplant werden muss

Wachstumsschmerzen sind Herausforderungen und Schwierigkeiten, die Unternehmen während Zeiten schnellen Wachstums erleben. Diese Phasen können durch eine Vielzahl von Faktoren ausgelöst werden, beispielsweise eine steigende Nachfrage nach Produkten oder Dienstleistungen, hohe Nachfrage nach innovativen Technologien, Expansion in neue Märkte oder Fusionen und Übernahmen. Wachstum ist zwar ein Zeichen für den Erfolg eines Unternehmens, bringt jedoch auch eine Reihe von Herausforderungen mit sich, die, wenn sie nicht effektiv bewältigt werden, den langfristigen Erfolg gefährden können.

Was sind typische Wachstumsschmerzen? 

1. Kapazitätsengpässe

Während der Wachstumsphase können Unternehmen feststellen, dass ihre bestehenden Kapazitäten – sei es in Bezug auf Produktionsmittel, Lagerflächen oder Personal – nicht ausreichen, um die erhöhte Nachfrage zu bewältigen. Dies kann zu Lieferverzögerungen, Qualitätsproblemen und letztlich zu Kundenzufriedenheitseinbußen führen. Unzufriedene Kunden wandern ab.

2. Organisatorische Komplexität

Mit zunehmendem Wachstum wird die Unternehmensstruktur komplexer. Neue Abteilungen entstehen, Hierarchien werden erweitert, und die Kommunikationswege verlängern oder komplizieren sich. Dies kann zu ineffizienten Prozessen, Entscheidungsverzögerungen und mangelnder Flexibilität führen. 

3. Finanzielle Herausforderungen 

Schnelles Wachstum erfordert häufig erhebliche finanzielle Investitionen. Ob für die Anschaffung neuer Maschinen, die Einstellung zusätzlicher Mitarbeitende oder die Erschließung neuer Märkte – das Wachstum muss finanziert werden. Dies kann zu Liquiditätsengpässen oder einer übermäßigen Verschuldung führen. 

4. Kultur- und Wertewandel

Mit dem Wachstum eines Unternehmens verändert sich oft auch die Unternehmenskultur. Neue Mitarbeitende bringen andere Arbeitsweisen und Werte mit, was zu Konflikten mit bestehenden Personen führen kann. Die ursprüngliche Unternehmenskultur kann verwässert oder verloren gehen. Insbesondere, wenn die Mitarbeitenden kritisch dem Wachstum gegenüberstehen und lieber in gewohnten Strukturen bleiben würden.

5. Kundenbeziehungen

Eine rasche Expansion kann die Fähigkeit eines Unternehmens beeinträchtigen, bestehende Kundenbeziehungen zu pflegen. Die Konzentration auf Neukundengewinnung kann dazu führen, dass treue Bestandskunden vernachlässigt werden, was zu Enttäuschungen und damit zu einem Verlust an Loyalität und Umsatz führen kann. 

Diese Strategien zur Vermeidung von Wachstumsschmerzen helfen!

  • Die Strategie oder: vorausschauende Planung

 „Eine umfassende Wachstumsstrategie ist unerlässlich“ darauf besteht die Beraterin Karin Bacher und rät: „Unternehmen sollen ihre Kapazitäten regelmäßig überprüfen und vorausschauend planen, um Engpässe zu vermeiden. Szenarioanalysen wie sie im Krisenmanagement eingesetzt werden und flexible Pläne helfen, auf unerwartete Herausforderungen schnell zu reagieren“. 

Dazu gehört:

  • Skalierbare Prozesse entwickeln und implementieren, die mitwachsen.
  • Planung: Detaillierter Wachstumsplan, der sowohl kurz- als auch langfristige Ziele umfasst und regelmäßig überprüft wird. 
  • Personalmanagement 

Schulung und Entwicklung: Ein Invest in kontinuierliche Schulung und Entwicklung der Mitarbeitenden, um sie auf Herausforderungen vorzubereiten, zahlt sich aus. Dazu gehören Softskills, wie z. B. Flexibilität und Change-Management gerade bei Führungspersonen, genauso wie Know-how rund um Digitalisierung und KI. Begleitet von einer professionellen Talentakquise, am besten verbunden mit einer starken Arbeitgebermarke. Dabei gilt: gute Mitarbeitende zu halten und neue gut ins Unternehmen einzubinden.

  • Finanzielle Gesundheit

Kapitalmanagement: Sicherstellen, dass ausreichend Kapital vorhanden ist, um Wachstum zu finanzieren, ohne die Liquidität zu gefährden. Hier kann ein Business-Plan helfen.

  • Technologische Infrastruktur

„Bei einigen Unternehmen bin ich wirklich überrascht, wie wenig sie sich um ihre eigene Skalierbarkeit und Automatisierung kümmern. Dies ist für ein Wachstum aber unerlässlich“, wundert sich Karin Bacher, die als Aufsichtsrätin immer auch an Zukunftsthemen dran ist. „In einigen Betrieben wird über ein neues CRM seit zwei Jahren diskutiert und die Digitalisierung der Buchhaltung stockt eben solange, gleichzeitig wird der Facharbeitermangel beklagt“.

  • Kulturelle Anpassung 

Eine Unternehmenskultur, die Veränderungen und Wachstum unterstützt, etabliert sich nicht über Nacht. Hier ist es ratsam, früh Mitarbeitende und Führungspersonen mitzunehmen und sich ggfs. von extern Unterstützung holen.

Dazu gehört, dass sich eine offene und regelmäßige Kommunikation innerhalb des Unternehmens etabliert hat, um Missverständnisse und Konflikte zu minimieren. 

Genauso wichtig ist es, Führungskompetenzen auszubauen. Also starke Führungspersonen zuzulassen, die in der Lage sind, das Unternehmen durch Wachstumsphasen zu navigieren.  Dazu gehört beispielsweise eine dezentralisierten Entscheidungsfindung, um Flexibilität und Reaktionsfähigkeit zu erhöhen. 

  • Kundenzentrierung

Kundenzufriedenheit: Es ist entscheidend, dass die Qualität und Zufriedenheit der Kunden nicht unter dem Wachstum leiden. Dazu gehört, die Prozesse kritisch zu hinterfragen und zu optimieren. Auch regelmäßige Feedback-Schleifen mit den Kunden sind immens wichtig, um rechtzeitig reagieren zu können.

  • Risikomanagement

Risikobewertung bedeutet, potenzielle Risiken, die mit dem Wachstum verbunden sind, zu identifizieren und zu bewerten, um daraus Strategien zu deren Minderung zu entwickeln. Wichtig:  flexibel und anpassungsfähig bleiben, um auf unerwartete Herausforderungen reagieren zu können. 

  • Externe Partnerschaften

Ein starkes Netzwerk von Partnern, Lieferanten und Beratern können das Unternehmen unterstützen, den Herausforderungen im Wachstum gerecht zu werden.

Durch Outsourcing von Aufgaben, die sinnvoll ausgelagert werden können, werden interne Ressourcen entlastet.  Karin Bacher ist sich sicher: „Durch die Kombination dieser Strategien können Unternehmen typische Wachstumsschmerzen minimieren und einen reibungsloseren Übergang zu größeren und erfolgreicheren Operationen gewährleisten“. 

Zur Person Karin Bacher:

Karin Bacher, Gründerin der Managementberatungsfirma KB Consultants in Pforzheim und Autorin zahlreicher Fachpublikationen, bringt langjährige Erfahrung mit. Ihr Team aus erfahrenen BeraterInnen, Trainern und Coaches unterstützt Unternehmen bei der Bewältigung von Krisen, der Entwicklung von Wachstumsstrategien und der Förderung von Führungskräften.

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kb / mm

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