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Oliver Reitz

Direktor des Eigenbetriebs Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim (WSP)

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Bozidarka Zimmermann aus Freiburg ist Pflegerin des Jahres

Der Pflege-Award geht 2022 an eine Freiburgerin. Bozidarka Zimmermann ist Deutschlands Pflegerin des Jahres 2022. Die 36-jährige Fachgesundheits- und Krankenpflegerin arbeitet im OP des Universitätsklinikums Freiburg und engagiert sich neben ihrer eigentlichen Tätigkeit stark bei der Ausbildung des Nachwuchses.
Freiburgerin Bozidarka Zimmermann macht einen grandiosen Job und ist Pflegerin des Jahres 2022. Foto: Jobtour medical

Am 12. Mai ist Tag der Pflege. Der Pflege-Award „Pfleger/Pflegerin des Jahres“ wurde 2022 bereits zum sechsten Mal verliehen.

„Ich wollte einen Beruf lernen, den ich überall auf der Welt ausüben kann.“
Bozidarka Zimmermann, Pflegerin des Jahres 2022

Eine gute Ausbildung und ein umfangreiches Fachwissen sind die Grundvoraussetzung dafür, einen bestmöglichen Job zum Wohl der Patienten zu machen.

Bozidarka Zimmermann

Bozidarka Zimmermann wurde von der Initiative „Herz & Mut“
unter rund 1.000 Pflegekräften für die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung ausgewählt.

In Bosnien geboren ist Zimmermann als achtjähriges Kind mit ihrer Familie vor dem Krieg in der Heimat geflohen. Ein Jahr waren sie auf der Flucht, bis sie 1994 nach Deutschland gekommen sind. In der Nähe von Gütersloh lebte dann die Familie, und Boba, wie sich Bozidarka bis heute selbst nennt, hatte schon früh den Wunsch, Krankenschwester zu werden. „Ich wollte einen Beruf lernen, den ich überall auf der Welt ausüben kann“, erzählt
sie. Ein Schüler-Praktikum in der Chirurgie verstärkte den Wunsch – und so absolvierte sie die Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin mit Fachweiterbildung OP-Pflege. Direkt nach ihrem Abschluss konnte sie im OP-Bereich der Universitätsklinik Münster arbeiten.
Auch nach ihrem Umzug in den Breisgau im Jahr 2009 ist sie den OP-Sälen treu geblieben. Im Universitätsklinikum Freiburg wurde sie im Zentral-OP angestellt, und nur wenige Wochen darauf, hat sie parallel dazu die Weiterbildung zur Fach-, Gesundheits- und Krankenpflegerin
für operative Medizin und Endoskopie begonnen und 2011 angeschlossen.

Dies war auch ihre Motivation, junge Menschen bei der Ausbildung zu unterstützen, Fachwissen und Erfahrung weiterzugeben und sie für den Beruf der Operationstechnischen Assistenz (OTA) zu begeistern. Mehrere Jahre war sie Dozentin für OP-Lehre an der Akademie für medizinische Berufe an der Uniklinik. Darüber hinaus startete sie ihr Engagement als Mentorin für Pflege-Schülerinnen und -Schüler. Wohlgemerkt: Alles
zusätzlich zum eigentlichen Beruf im OP.

Nach der Geburt der Tochter beendete sie die Dozentinnen-Tätigkeit – aber die Mentorinnen-Aufgabe als Praxisanleiterin für junge Menschen ist ihr so ans Herz gewachsen, dass sie diese weiter ausfüllt. „Es geht darum, die Schülerinnen und Schüler an die tägliche Arbeit im OP heranzuführen, ihnen die Strukturen und Abläufe zu vermitteln oder in die Geräte einzuweisen. Es geht um den Transfer der Theorie in die Praxis“, erklärt
Zimmermann. Doch es geht auch darum, den künftigen Fachkräften mental bei schwierigen Situationen im OP zur Seite zu stehen, ihnen zu vermitteln, wie sie auch in Stresssituationen professionell und ruhig bleiben. Außerdem: „Man muss lernen, nach dem Dienst abschalten zu können“, macht die Pflegerin des Jahres deutlich und ergänzt: „Es ist wichtig, auf sich selbst zu achten, wertschätzend und verantwortungsvoll gegenüber sich selbst zu sein und seine eigenen Grenzen zu akzeptieren. Man muss und darf in der Pflege auch mal nein sagen.“


Um dies zu erkennen, hat sie selbst einige Jahre gebraucht. „Die Geburt unserer Tochter und die Elternzeit haben zu einem Umdenken geführt“, berichtet Boba Zimmermann, die mit ihrem Mann in Teningen wohnt und wie am ersten Tag begeistert von ihrem Beruf ist.

„Im OP ist man ganz nah an der Anatomie und Physiologie des Menschen dran und erkennt, was für ein Wunderwerk der Körper ist. Zu sehen, zu was er alles fähig ist und wie Operationen den Patienten helfen können und ihnen ein deutlich besseres Leben ermöglichen, ist immer wieder aufs Neue eine unbeschreibliche Erfahrung.“

Nominiert wurde Zimmermann von einer Arbeitskollegin, die neben der hohen fachlichen Kompetenz und dem großen Engagement für die Ausbildung besonders die Fähigkeit der Pflegerin des Jahres hervorhebt, für ihren Beruf zu begeistern, zu motivieren und Wissen zu vermitteln. „Trotz Schichtdienst, Wochenendarbeit und 16 Stunden Bereitschaftsdiensten ist
sie stets positiv und liebt ihren Job“, hieß es in der Nominierung.


Der zweite Platz (3.000 Euro) ging an die Palliativ-Pflegefachkräfte Michaela Bayer und Sara Loy vom Münchner Universitätsklinikum. Die beiden informieren auf ihrem InstagramKanal elsa.palliative.care über ihre sensible Arbeit. Mit dem dritten Platz (2.000 Euro) wurde Giovanica Fois aus Düsseldorf ausgezeichnet, die als Pflegehelferin in einem Altenheim mit
Schwerpunkt Demenz arbeitet. Darüber hinaus erhielt die Comedian Ramona Schukraft für ihre Figur der Pflegerin „Sybille Bullatschek“ einen Sonderpreis (1.500 Euro) für Humor in der Pflege. Insgesamt ist der vom Baden-Badener Personaldienstleister „Jobtour medical“ initiierte Pflege-Award mit 11.500 Euro dotiert.

Ausgezeichnet werden die Preisträgerinnen und Preisträger anlässlich des Internationalen Tags der Pflege, der immer am 12. Mai gefeiert wird. Er geht auf den Geburtstag der im 19. Jahrhundert wirkenden britischen Pionierin der modernen Krankenpflege Florence Nightingale zurück.

Unter dem Motto „Herz & Mut“ wurden bundesweit Pflegekräfte gesucht, die auf besondere Weise Herz und Mut täglich unter Beweis stellen. Insbesondere Angehörige, Patienten und Arbeitskollegen haben Pflegerinnen und Pfleger vorgeschlagen. Rund 1.000 Teilnehmerinnen
und Teilnehmer verzeichnete der Wettbewerb 2022. Eine siebenköpfige Fachjury wählte unter den teils sehr berührenden Vorschlägen die Pflegerinnen und Pfleger aus, die ihre Arbeit auf besonders vorbildliche und nachahmenswerte Weise ausüben.

tm/pm

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