Boysen übernimmt Mehrheit an KI-Energieoptimierer Olmatic

Die Boysen Gruppe steigt beim Stuttgarter KI-Spezialisten Olmatic ein. Das Unternehmen zieht im Oktober ins Boysen Innovationszentrum nach Nagold – und kehrt damit an seinen Gründungsort zurück.
Zurück zu den Wurzeln von Olmatic: Die Brüder (von links) Patrick, Tobias und Christian Olma vor dem neuen Unternehmenssitz in Nagold. Foto: Boysen/Kern

30.09.2026

Die Boysen Gruppe aus Altensteig baut ihr Geschäft jenseits des angestammten Automotive-Bereichs weiter aus. Das Unternehmen übernimmt die Mehrheit an der Olmatic GmbH, einem auf KI-gestützte Energieoptimierung spezialisierten Unternehmen aus Stuttgart. Mit dem Einstieg erschließt sich Boysen ein Geschäftsfeld, das angesichts hoher und schwankender Energiepreise für die Industrie an Bedeutung gewinnt.

Olmatic wurde 2016 von der Familie Olma gegründet und beschäftigt derzeit 20 Mitarbeiter. Kern des Geschäfts ist die KI-Plattform „visions“. Sie soll Energieflüsse in Industriebetrieben nicht nur analysieren, sondern im laufenden Betrieb automatisch steuern und optimieren.

Das reicht von der Strombeschaffung an den Energiemärkten über das Lastmanagement in der Produktion bis zur Steuerung von Batteriespeichern und selbst erzeugtem Strom. Ziel ist es, Energie möglichst dann einzukaufen, zu speichern oder einzusetzen, wenn es wirtschaftlich sinnvoll ist – und zugleich den CO₂-Ausstoß zu senken.

„Olmatic hilft Industrieunternehmen und Großgewerben, ihre Stromkosten signifikant zu reduzieren und gleichzeitig die Dekarbonisierung wesentlich voranzutreiben, was heute und in Zukunft einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil eröffnet“, sagt Boysen-Aufsichtsratsvorsitzender Rolf Geisel. Er hatte das Unternehmen bereits während seiner Zeit als Geschäftsführer der Boysen Gruppe ins Auge gefasst. „Wir sprechen hier von einer Schlüsseltechnologie, in der Deutschland weltweit führend ist und die die energieintensive Produktion der Zukunft maßgeblich prägen wird.“

Für Olmatic bringt der Einstieg vor allem finanzielle und industrielle Rückendeckung für die weitere Expansion. „Mit Boysen gewinnen wir einen erfahrenen Partner und Global Player, der Industrie versteht und langfristig denkt. Unter dem neuen Dach eröffnet sich uns die Chance, KI-gestützte Energieoptimierung in eine neue Größenordnung zu bringen – technologisch, wirtschaftlich und vor allem in der Reichweite“, sagt Olmatic-CEO Patrick Olma.

Auch räumlich rücken beide Unternehmen zusammen. Im Oktober verlegt Olmatic seinen Firmensitz von Stuttgart ins BIN Boysen Innovationszentrum Nagold. Dort soll auch Platz für den Ausbau der derzeit 20-köpfigen Belegschaft sein.

Für die Brüder Patrick, Christian und Tobias Olma schließt sich damit ein Kreis: Olmatic wurde 2016 in Nagold gegründet, bevor das Unternehmen nach Stuttgart wechselte. „Wir haben unser Unternehmen 2016 in Nagold gegründet und kehren nun – mit einem starken Industriepartner an unserer Seite – in die Region zurück, in der die ersten technologischen Grundlagen unserer Vision gelegt wurden.“

Boysen will Olmatic dabei nicht lediglich als Technologiezulieferer für das eigene Geschäft nutzen. „Wir sehen in Olmatic ein eigenständiges, starkes Standbein für die Zukunft unserer Unternehmensgruppe“, sagt Geisel.

tm/pm

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