04.05.2026
von Lothar Neff / PZ
Bretten. Die Betriebsräte des Neff-Standorts Bretten stellten am Donnerstag gemeinsam mit ihren Beratern ihr Alternativkonzept zur von BSH geplanten Schließung des Werks in Bretten Teilen des Vorstandes der BSH vor.
Das Konzept wurde in Zusammenarbeit mit dem INFO-Institut und der IG Metall Geschäftsstelle Bruchsal erarbeitet und zeigt aus Sicht der Arbeitnehmervertreter eine wirtschaftlich tragfähige und nachhaltige Perspektive, auch aufgrund verbesserter Marktentwicklungen auf, die eine Weiterführung großer Teile der Produktion am Standort Bretten ermöglicht.
Nach Angaben der Betriebsräte erfüllt das vorgelegte Konzept im Zielbild die vom Konzern geforderten Zielmargen. Gleichzeitig seien die notwendigen Einmalkosten deutlich reduziert und die wirtschaftlichen Risiken geringer als bei der vom Unternehmen vorgesehenen Verlagerung der Produktion von Öfen und Dunstabzugshauben an andere Standorte.
Mit unserem Konzept zeigen wir, dass eine wirtschaftliche Fortführung der Produktion in Bretten ohne betriebsbedingte Kündigungen möglich ist. Wir sehen realistische Chancen, große Teile der Produktion dauerhaft am Standort zu halten.
Kristian Kipcic-Suta, Betriebsratsvorsitzender bei Neff
Das gemeinsam mit dem INFO-Institut erarbeitete Konzept sieht insbesondere vor, die Produktion der Dunstabzugshauben fortzuführen und deutlich auszubauen. Durch weitere Standardisierung und Automatisierung soll das Volumen gesteigert werden, um so die geforderten Margen nachhaltig zu erwirtschaften. Der Standort Bretten stehe innerhalb des Konzerns und des Produktionsverbunds der BSH für besondere Kompetenz im Bereich Ventilation. Dies sei ein sicheres Standbein des Standortes und auch des Konzerns.
Eine Verlagerung der Produktion sei mit zu vielen Risiken behaftet und würde aus Sicht des Betriebsrates Zukunftspotenziale mindern. Für den Ofenbereich sehen die Verfasser des Konzepts eine zeitliche Verlängerung der Fertigung am Standort vor.
Die Wachstumsstrategie des Konzerns sehen wir gefährdet, wenn gleichzeitig Produktionskapazitäten im Netzwerk drastisch reduziert werden. Unser Ziel ist es, die Verlagerung der Ofenfertigung zu strecken, um dadurch betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden. Gleichzeitig bieten wir damit dem Konzern ein verlässliches Backup, wenn zukünftig weitere Kapazitäten benötigt werden.
Thomas Rudolph, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender
Dirk Becker, Geschäftsführer der IG Metall Geschäftsstelle Bruchsal, würdigt die Arbeit der Beteiligten.
Das vorgelegte Konzept ist eine hervorragende gemeinsame Leistung aller Beteiligten – insbesondere der betrieblichen Akteure. Sie kennen den Produktionsverbund im Konzern, ihren Standort und vor allem ihre Produkte. Ohne dieses Wissen wäre ein so fundiertes und tragfähiges Zukunftskonzept nicht möglich gewesen.
Dirk Becker, Geschäftsführer der IG Metall Geschäftsstelle Bruchsal
Becker richtet zugleich einen Appell an die Unternehmensleitung der BSH sowie an den Mutterkonzern Bosch: „Wir fordern die Geschäftsführung auf, mit den Arbeitnehmervertretern und der IG Metall nicht über die Vernichtung von Arbeitsplätzen zu verhandeln, sondern über deren Erhalt. Wir bieten der Arbeitgeberseite einen Pakt zum Erhalt der Industriearbeitsplätze in Bretten an. Die Belegschaft ist bereit, ihren Beitrag zu leisten, wenn es notwendig ist. Das ist eine Chance zu zeigen, dass der Erhalt industrieller Wertschöpfung in Baden-Württemberg wirtschaftlich sinnvoll ist und zugleich ausreichend Gewinne ermöglicht.“
Der Gewerkschafter sieht am Beispiel Neff die Chance, Deindustrialisierung zu stoppen und Beschäftigung zu sichern. Gemeinsam können Arbeitnehmervertreter und Arbeitgeber ein positives Signal setzen und zeigen, dass sich industrielle Produktion auch unter schwierigen Bedingungen am Standort Deutschland weiterhin lohnt.
04.05.2026
„Wir fordern die Geschäftsführung auf, mit den Arbeitnehmervertretern und der IG Metall nicht über die Vernichtung von Arbeitsplätzen zu verhandeln, sondern über deren Erhalt.“
von Lothar Neff / PZ
Bretten. Die Betriebsräte des Neff-Standorts Bretten stellten am Donnerstag gemeinsam mit ihren Beratern ihr Alternativkonzept zur von BSH geplanten Schließung des Werks in Bretten Teilen des Vorstandes der BSH vor.
Das Konzept wurde in Zusammenarbeit mit dem INFO-Institut und der IG Metall Geschäftsstelle Bruchsal erarbeitet und zeigt aus Sicht der Arbeitnehmervertreter eine wirtschaftlich tragfähige und nachhaltige Perspektive, auch aufgrund verbesserter Marktentwicklungen auf, die eine Weiterführung großer Teile der Produktion am Standort Bretten ermöglicht.
Nach Angaben der Betriebsräte erfüllt das vorgelegte Konzept im Zielbild die vom Konzern geforderten Zielmargen. Gleichzeitig seien die notwendigen Einmalkosten deutlich reduziert und die wirtschaftlichen Risiken geringer als bei der vom Unternehmen vorgesehenen Verlagerung der Produktion von Öfen und Dunstabzugshauben an andere Standorte.
Mit unserem Konzept zeigen wir, dass eine wirtschaftliche Fortführung der Produktion in Bretten ohne betriebsbedingte Kündigungen möglich ist. Wir sehen realistische Chancen, große Teile der Produktion dauerhaft am Standort zu halten.
Kristian Kipcic-Suta, Betriebsratsvorsitzender bei Neff
Das gemeinsam mit dem INFO-Institut erarbeitete Konzept sieht insbesondere vor, die Produktion der Dunstabzugshauben fortzuführen und deutlich auszubauen. Durch weitere Standardisierung und Automatisierung soll das Volumen gesteigert werden, um so die geforderten Margen nachhaltig zu erwirtschaften. Der Standort Bretten stehe innerhalb des Konzerns und des Produktionsverbunds der BSH für besondere Kompetenz im Bereich Ventilation. Dies sei ein sicheres Standbein des Standortes und auch des Konzerns.
Eine Verlagerung der Produktion sei mit zu vielen Risiken behaftet und würde aus Sicht des Betriebsrates Zukunftspotenziale mindern. Für den Ofenbereich sehen die Verfasser des Konzepts eine zeitliche Verlängerung der Fertigung am Standort vor.
Die Wachstumsstrategie des Konzerns sehen wir gefährdet, wenn gleichzeitig Produktionskapazitäten im Netzwerk drastisch reduziert werden. Unser Ziel ist es, die Verlagerung der Ofenfertigung zu strecken, um dadurch betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden. Gleichzeitig bieten wir damit dem Konzern ein verlässliches Backup, wenn zukünftig weitere Kapazitäten benötigt werden.
Thomas Rudolph, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender
Dirk Becker, Geschäftsführer der IG Metall Geschäftsstelle Bruchsal, würdigt die Arbeit der Beteiligten.
Das vorgelegte Konzept ist eine hervorragende gemeinsame Leistung aller Beteiligten – insbesondere der betrieblichen Akteure. Sie kennen den Produktionsverbund im Konzern, ihren Standort und vor allem ihre Produkte. Ohne dieses Wissen wäre ein so fundiertes und tragfähiges Zukunftskonzept nicht möglich gewesen.
Dirk Becker, Geschäftsführer der IG Metall Geschäftsstelle Bruchsal
Becker richtet zugleich einen Appell an die Unternehmensleitung der BSH sowie an den Mutterkonzern Bosch: „Wir fordern die Geschäftsführung auf, mit den Arbeitnehmervertretern und der IG Metall nicht über die Vernichtung von Arbeitsplätzen zu verhandeln, sondern über deren Erhalt. Wir bieten der Arbeitgeberseite einen Pakt zum Erhalt der Industriearbeitsplätze in Bretten an. Die Belegschaft ist bereit, ihren Beitrag zu leisten, wenn es notwendig ist. Das ist eine Chance zu zeigen, dass der Erhalt industrieller Wertschöpfung in Baden-Württemberg wirtschaftlich sinnvoll ist und zugleich ausreichend Gewinne ermöglicht.“
Der Gewerkschafter sieht am Beispiel Neff die Chance, Deindustrialisierung zu stoppen und Beschäftigung zu sichern. Gemeinsam können Arbeitnehmervertreter und Arbeitgeber ein positives Signal setzen und zeigen, dass sich industrielle Produktion auch unter schwierigen Bedingungen am Standort Deutschland weiterhin lohnt.
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