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Oliver Reitz

Direktor des Eigenbetriebs Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim (WSP)

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Am Online-Geschäft führt kein Weg vorbei - Projekte für den Einzelhandel

„Lokale Online-Marktplätze ermöglichen intelligente Brückenlösungen zwischen digitalem und stationärem Geschäft lokaler Händler“, sagt Peter Hauck, baden-württembergischer Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz. Er hat zu dem Thema den Abschlussbericht einer Studie vorgelegt. Derweil berichtet die Stadt Pforzheim von guten Erfahrungen ihres digitalen Shopping-Formats für den stationären Einzelhandel.
Der Trend zum Shoppen via Internet ist unumkehrbar, sagt der oberste Wirtschaftsförderer der Stadt Pforzheim und hat ein digitales Format für den Einzelhandel initiiert. ©Quince/Composing_GerdLache

Von Gerd Lache | 29.12.2021

Das Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz hatte im November 2018 sieben Kommunen mit Fördermitteln in Höhe von insgesamt 1.227.400 Euro zum Aufbau von lokalen Online-Marktplätzen im Ländlichen Raum unterstützt. Die örtlichen Nahversorger, Händler und Dienstleister werden auf den Plattformen so miteinander vernetzt, dass Bestellungen und Dienstleistungen mit gleichem Komfort und regionaler Qualität wie bei etablierten Online-Plattformen erfolgen können. Partner des Projekts sind der Gemeindetag Baden-Württemberg und der Handelsverband Baden-Württemberg.

Begleitet wurde das Modellprojekt aus wissenschaftlicher Sicht von der Hochschule Ludwigsburg. „An den sieben prämierten lokalen Online-Marktplätzen wird eindrucksvoll sichtbar, dass in der Digitalisierung auch große Chancen für die Stärkung des Ländlichen Raums liegen“, resümiert Steffen Jäger, Präsident des Gemeindetags Baden-Württemberg. Er sieht in dem Projekt „einen ganz konkreten praktischen Nutzen für das alltägliche Leben der Menschen“.

Stellt das Untersuchungsergebnis eines Modellprojekts „Lokale Online-Marktplätze“ vor: Der baden-württembergische Minister Peter Hauck (CDU). ©KDBusch

Dem Ergebnis der Hochschule Ludwigsburg zufolge kann der Erfolg nicht allein anhand des erwirtschafteten Umsatzes bemessen werden. Hauck sagt: „Lokale Online-Marktplätze sind keine reine Handelsplattform. Wie auf einem echten Marktplatz sind neben dem Schaufensterbummel auch Informationsaustausch und das kommunale Miteinander möglich.“


Studie „Lokale Online-Marktplätze“ als PDF: Download


Zwar liege die Kernkompetenz des stationären Einzelhandels auch in Zukunft im eigenen Ladengeschäft. Allerdings nehme die Digitalisierung eine immer größere Rolle ein, macht Hermann Hutter deutlich. Der Präsident des Handelsverbands Baden-Württemberg (HBW) sieht im Online-Geschäft auf der einen Seite die Funktion, um Waren zu verkaufen. Andererseits gehe es aber auch darum, „Sichtbarkeit für das eigene Geschäft und die eigene Innenstadt zu schaffen und für Kundinnen und Kunden auch online erreichbar zu sein“.

Die Stadt Pforzheim gehört zwar nicht zu dem Modellprojekt für den ländlichen Raum, hat aber historisch bedingt durch die seit vielen Jahrzehnten angesiedelten Versandhäuser weitreichende Erfahrungen im Distanzhandel. „Was früher per Katalog bestellt wurde und von Pforzheim aus Kunden in aller Welt erreichte, wird heute in Webportalen oder per App gesucht und landet nach wenigen Klicks im virtuellen Warenkorb“, sagt Oliver Reitz, Direktor des städtischen Eigenbetriebs Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim (WSP). „Den Trend zum Shoppen per Internet werden wir nicht umkehren können“, ist er überzeugt.

Initiator des vielbeachteten Home-Shopping-Formats für den Einzelhandel von Pforzheim: WSP-Direktor Oliver Reitz, oberster Wirtschaftsförderer der Stadt. ©DorisLöffler

Deshalb initiierte Reitz zunächst einen „Golden Sunday“, einen digitalen verkaufsoffenen Sonntag, um den Pforzheimer Einzelhandel zu unterstützen. Mit im Boot: das PZ-Medienhaus als Premiumpartner. Als Sponsoren gewann der Premiumpartner die Sparkasse Pforzheim Calw als größtes öffentlich-rechtliches Institut in Baden-Württemberg sowie die Firmen Streb (Gartencenter, Pforzheim) und Rutronik (elektronische Bauelemente, Ispringen) für das Projekt.

An diesem Homeshopping-Nachmittag hätten einige der beteiligten Händler mehr Umsatz generiert, als an herkömmlichen verkaufsoffenen Sonntagen, so der WSP-Direktor: „Und als ich am Abend des Golden Sunday unmittelbar in meiner Nachbarschaft beobachten konnte, wie auch bei Senioren im neunten Lebensjahrzehnt die kurz zuvor online bestellten Artikel an der Haustür zugestellt wurden, wurde mir bewusst, dass wir eine wirklich breite Zielgruppe mit diesem innovativen und digitalen Format ansprechen konnten.“

Die Rückmeldungen seien so positiv gewesen, dass Reitz zum Beginn des Weihnachtsgeschäfts ein Nachfolge-Format geschaffen hat: den „Golden Friday“. Für die teilnehmenden Fachhändler hat Premium-Partner PZ-Medien ein Teilnahme-Paket geschnürt, das unter anderem das Filmen von kurzweiligen Shopping-Videos mit Produktpräsentationen beinhaltet. Neu eingeführt wurde die Bezahlmöglichkeit per PayPal.

Laut Digitalmanager Magnus Schlecht, Chief Digital Officer (CDO) des PZ-Medienhauses, konnten die teilnehmenden Händler an diesem „Golden Friday“ insgesamt mehr als 300 Produkte verkaufen.


So funktioniert der „Golden Friday“ – Link zu pz-news.de


Die Pforzheimer Aktion hat hohe Wellen weit über die Stadtgrenzen hinaus geschlagen. Neben Anfragen von größeren Städten ist der oberste Wirtschaftsförderer der Stadt nun auch ein begehrter Referent, um das Home-Shopping-Format vorzustellen.


„Golden Friday“ wirkt nach: Bestellen weiterhin möglich

©GeorgMoritz

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