Abschalten? Für viele Beschäftigte bleibt der Job auch im Urlaub präsent

Es gibt diese kleinen Momente im Urlaub, die fast jeder kennt: Ob am Pool, auf dem Campingplatz oder im Hotel, das Smartphone vibriert. Eine Nachricht aus dem Büro.
Künstliche Intelligenz macht Hörhilfen immer leistungsfähiger. Davon profitieren auch die Kunden von BÖHM Hörakustik. Foto: ©KI-gestützter Inhalt

21.07.2026

„Wer sich wirklich erholen kann, lebt nicht nur gesünder, sondern arbeitet anschließend auch produktiver."
Bernhard Rohleder, Bitkom-Hauptgeschäftsführer

Für viele Beschäftigte gehört das längst zum Ferienalltag. Die Arbeit reist mit – nicht mehr im Koffer, sondern in der Hosentasche. Dass das kein Einzelfall ist, zeigt eine repräsentative Befragung des Digitalverbands Bitkom. Für die Umfrage wurden bundesweit 1.004 Menschen ab 16 Jahren telefonisch befragt, darunter 358 Berufstätige, die in diesem Sommer verreisen. Das Ergebnis: 66 Prozent von ihnen bleiben auch im Urlaub beruflich erreichbar – nahezu genauso viele wie in den beiden Vorjahren (2025: 67 Prozent, 2024: 66 Prozent).

Bemerkenswert ist dabei weniger, dass Beschäftigte erreichbar bleiben, sondern wie. Die klassische E-Mail verliert selbst im Urlaub an Bedeutung. Stattdessen dominieren die Kommunikationswege des Alltags: 62 Prozent beantworten Kurznachrichten per SMS oder Messenger-Dienste wie WhatsApp, 61 Prozent reagieren auf Anrufe. Nur 22 Prozent lesen oder beantworten berufliche E-Mails. Videokonferenzen (14 Prozent) oder Kollaborationsplattformen wie Microsoft Teams oder Slack (7 Prozent) spielen dagegen kaum eine Rolle.

Die Bereitschaft, selbst zwischen Strandkorb und Bergwanderung erreichbar zu sein, entsteht allerdings selten aus eigenem Antrieb. 53 Prozent derjenigen, die im Urlaub erreichbar sind, sagen, Kolleginnen und Kollegen erwarteten ihre Verfügbarkeit. Fast jeder Zweite (47 Prozent) sieht diese Erwartung bei den eigenen Vorgesetzten. Erst mit deutlichem Abstand folgen Kundinnen und Kunden (34 Prozent), Geschäftspartner (16 Prozent) oder die eigenen Mitarbeitenden (15 Prozent). Lediglich 16 Prozent geben an, auch ohne äußeren Druck beruflich erreichbar bleiben zu wollen.

„Wer sich wirklich erholen kann, lebt nicht nur gesünder, sondern arbeitet anschließend auch produktiver“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Mobile Arbeit und digitale Kommunikation hätten zwar mehr Flexibilität geschaffen. Sie dürften jedoch nicht dazu führen, dass Beschäftigte das Gefühl hätten, selbst im Urlaub ständig verfügbar sein zu müssen. Aus Sicht des Verbands helfen klare Vertretungsregelungen und transparente Absprachen – idealerweise so, dass das Diensthandy während der Ferien gar nicht erst klingeln muss.

pm/tm

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