4.11.2026
von Sandra Gallian
„Ohne diese Menschen hätte das SCHWARZWALD PANORAMA keine Existenzgrundlage, die Zukunfssicherung würde fehlen“, sagt Stephan Bode, Inhaber und Geschäftsführer des Hotels in Bad Herrenalb. Für ihn ist die internationale Belegschaft weit mehr als eine Antwort auf den Fachkräftemangel. Sie ist das Herzstück des Unternehmens und prägt zunehmend dessen ganz eigene Identität.
Besonders stolz ist Bode darauf, wie sich die jungen Menschen im Haus entwickeln. „Das ist eine Freude, zuzuschauen. Die sind so engagiert bei der Sache, mit so einer Dankbarkeit. Sie sehen hier eine Chance.“ Damit diese Chance für alle bestmöglich genutzt werden kann und das Ankommen in Deutschland und im Berufsalltag leichter fällt, wird auch ganz praktisch Unterstützung geboten: Die Nachwuchstalente erhalten jede Woche zwei zusätzliche private Sprachstunden bei einem eigenen Mentor.
Was sich dabei entfaltet, habe er in dieser Form gar nicht bewusst geplant. Aus den vielen unterschiedlichen Herkunftsländern, Kulturen und Lebensvorstellungen wachse im SCHWARZWALD PANORAMA eine ganz eigene Unternehmenskultur heran. Eine Kultur, die von Weltoffenheit, Spiritualität und neuen Denkweisen geprägt sei und sich mit europäischen, bisweilen sehr rationalen deutschen Vorstellungen verbinde.
Wie unterschiedlich die Menschen sind, die diese Kultur mit Leben füllen, zeigen vier ganz persönliche Geschichten.

AFGHANISTAN | SEIT 2003 IM SCHWARZWALD PANORAMA
Wenn Stephan Bode über Mehro Nadjimi spricht, gerät er ins Schwärmen. „Ich habe in 47 Berufsjahren, davon 28 als Geschäftsführer, noch nie eine Mitarbeiterin erlebt wie Mehro“, sagt er. „Sie erfüllt ihre Aufgabe aus einem ganz tiefen Inneren heraus. Sie handelt wirklich aus der Kraft der Liebe.“
Mehro ist die gute Seele des Frühstücksservices. Eine Frau, die nicht einfach nur Gäste bedient, sondern sich um sie kümmert. Und manchmal auch um ihren Chef. „Wenn ich erkältet bin, stellt sie mir schon mal ein Getränk hin, das ganz normal wie Tee aussieht. Aber dann sind da besondere Gewürze und Knoblauch drin“, erzählt Bode lachend. „Sie kümmert sich einfach um alle wie eine Mutti. Auch um unsere Gäste.“
1996 floh Mehro Nadjimi mit ihrer Familie aus politischen Gründen aus Afghanistan. In ihrer Heimat hatte sie drei Berufe erlernt, darunter Bankkauffrau und Journalistin. Als sie in Deutschland ihre Arbeitserlaubnis erhielt, fand sie 2003 eine Stelle im SCHWARZWALD PANORAMA. Zwei Jahre später zog die gesamte Familie nach Bad Herrenalb.
Wie lange sie inzwischen im Hotel arbeitet? Das weiß sie erstaunlich genau: „Seit 23 Jahren, drei Monaten und sieben Tagen“, antwortet sie ohne zu zögern.
Ihr Mann ist mittlerweile im Ruhestand, die Kinder sind erwachsen. Trotzdem wohnen alle noch im „Hotel Mama“, wie Mehro lachend erzählt.
Und auch ihr Arbeitsplatz ist für sie längst zu einem zweiten Zuhause geworden. „Wenn ich hier reinkomme, denke ich, es ist mein Privathotel“, sagt sie. Dieses Gefühl bekommen auch die Gäste zu spüren. Denn Gastfreundschaft ist für sie nicht nur eine berufliche Aufgabe, sondern tief in ihrer Herkunft verwurzelt.
„In Afghanistan sind wir alle sehr gastfreundlich. Wenn wir Besuch bekommen, muss zuerst etwas getrunken und gegessen werden.“ Genau diese Haltung bringt sie jeden Morgen mit an ihren Arbeitsplatz. „Mir ist wichtig, dass die Gäste zufrieden sind. Ich möchte sie glücklich machen. Dann kommen sie auch wieder.“
Gerade das Frühstück sei schließlich der Beginn eines Urlaubstages. Und den möchte sie ihren Gästen so schön wie möglich gestalten.
Auf die Frage, welche drei Worte sie mit dem SCHWARZWALD PANORAMA verbindet, muss sie nicht lange überlegen: Liebe, Familie und Dankbarkeit. Dann fügt sie hinzu: „Das SchwaPa ist mein Baby.“
Dass sie sich hier so wohlfühlt, schreibt sie auch der Führung von Stephan Bode zu. Dazu zitiert sie ein afghanisches Sprichwort: „Wenn das Wasser von der Quelle hell ist, ist es bis zum Ende hell.“
Für ihre eigene Zukunft hat Mehro vor allem zwei Wünsche: Gesundheit für ihre Familie und Frieden auf der Welt. Und wenn sie ein Stück Afghanistan nach Bad Herrenalb bringen könnte? Dann wäre es die Küche ihrer Heimat. Das Essen, der Reis, das Fleisch und die besonderen Gewürze.

VIETNAM | AUSZUBILDENDE ZUR HOTELFACHFRAU
Für Stephan Bode ist sie schon jetzt eine „absolute Allzweckwaffe“. Ob an der Rezeption, auf der Etage oder im Service – Thi Tu Nhi Nguyen ist überall mit Begeisterung bei der Sache.
Die 22-Jährige kam vor rund zwei Jahren aus Vietnam nach Deutschland. Inzwischen ist sie im dritten Ausbildungsjahr zur Hotelfachfrau und hat bereits die unterschiedlichsten Bereiche des Hotels kennengelernt.
Den Grundstein für ihren Weg nach Deutschland legte sie schon in ihrer Heimat. Dort begann sie, Deutsch zu lernen, und fand schließlich über eine Vermittlungsagentur ihren Ausbildungsplatz in Bad Herrenalb.
Heute lebt sie gemeinsam mit anderen jungen Menschen, darunter auch einige aus Vietnam, in einer Wohnung. So hat sie sich ein kleines Stück Heimat im Schwarzwald bewahrt.
Im Hotel selbst fühlt sie sich ebenfalls angekommen. Ob Restaurant, Housekeeping oder Rezeption – ihr gefallen alle Bereiche gleichermaßen, erzählt sie begeistert. Besonders schätzt sie die Hilfsbereitschaft ihrer Kolleginnen und Kollegen und die Möglichkeit, von erfahrenen Mitarbeitenden zu lernen.
Drei Worte beschreiben für sie das SCHWARZWALD PANORAMA: Familie, Professionalität und Lernen.
Zunächst möchte sie ihre Ausbildung erfolgreich abschließen und weitere Berufserfahrung sammeln. Danach? Da gibt es noch viele Träume, die sie verwirklichen möchte.
Und was vermisst sie aus ihrer Heimat am meisten? Auch bei ihr führt die Antwort durch den Magen: das vietnamesische Essen.

MADAGASKAR | HOTELFACHFRAU
Manchmal hört man sie schon, bevor man sie sieht. Denn Onimamy Rakotonjatovo, von allen nur Oni genannt, singt leidenschaftlich gerne. Für Stephan Bode ist die 28-Jährige deshalb „der Blumenstrauß, der das ganze Unternehmen füllt“.
„Sie ist immer am Singen. Man hört sie und spürt sie im Raum, sobald sie da ist“, erzählt er.
Dass die junge Frau aus Madagaskar einmal in einem Hotel im Schwarzwald arbeiten würde, war ursprünglich keineswegs geplant.
Nach dem Abitur in ihrer Heimat wusste Oni zunächst nicht genau, welchen beruflichen Weg sie einschlagen wollte. Über einen Bekannten, der in Deutschland als Au-pair arbeitete, entstand die Idee, selbst nach Europa zu gehen.
Sie begann, Deutsch zu lernen, studierte ein Jahr Germanistik und wartete auf die notwendigen Genehmigungen. Im Januar 2020 kam sie schließlich nach Deutschland, zunächst als Au-pair nach München. Anschließend absolvierte sie ein Freiwilliges Soziales Jahr.
Aus Neugier auf die Hotellerie bewarb sie sich schließlich um eine Ausbildung im SCHWARZWALD PANORAMA. Dort arbeitet sie inzwischen seit rund fünf Jahren. Ihre Ausbildung zur Hotelfachfrau schloss sie 2024 erfolgreich ab.
Was sie an ihrem Arbeitsplatz besonders schätzt, sind die Menschen. „Die Atmosphäre ist so herzlich. Man fühlt sich total willkommen und wertgeschätzt im Haus.“
Aus Kolleginnen und Kollegen seien Freunde geworden, aus dem Arbeitsplatz ein Ort, an dem sie sich zu Hause fühlt. Ihre drei Worte für das SchwaPa lauten deshalb: Familie, Wertschätzung und Wohlgefühl.
Beruflich kann sie sich vorstellen, sich in der Gastronomie weiterzubilden. Doch eines wird sie ganz sicher auch in Zukunft begleiten: ihre Liebe zur Musik.
„Bei uns in Madagaskar singt man sehr viel“, erzählt sie. „Und das habe ich auch hierher mitgebracht. Man hört mich hier immer singen. Das macht einfach gute Laune.“
So ist ein Stück madagassischer Lebensfreude längst Teil des Hotelalltags in Bad Herrenalb geworden.

INDIEN | HOTELFACHMANN
Bangalore gilt als das Silicon Valley Indiens. Die IT-Branche boomt, viele junge Menschen träumen von einer Karriere in der Technologiebranche. Auch Santhosh Kumar schlug zunächst diesen Weg ein. Doch nach zwei Jahren wusste der heute 28-Jährige: Das ist nicht das Leben, das er führen möchte.
„Viele sehen nur das viele Geld, das man verdienen kann“, erzählt er. Doch den ganzen Tag vor einem Computer zu sitzen, habe ihn nicht glücklich gemacht.
Er wollte etwas Sinnhafteres tun, mit Menschen arbeiten, sich austauschen und Neues erleben. „Wir sind soziale Wesen“, sagt er.
Und er wollte reisen, die Welt entdecken. Dabei hatte er bis dahin selbst noch nie eine größere Reise unternommen. „Ich habe noch nie eine Reise gemacht, noch nie in einem Hotel übernachtet“, erzählt er.
Seine Verbindung zu Deutschland entstand zunächst über die Musik. Santhosh spielt Violine und kannte das Land durch seine Beschäftigung mit deutschen Komponisten.
Im September 2023 wagte er schließlich den großen Schritt: von Bangalore direkt nach Bad Herrenalb, wo er seine Ausbildung zum Hotelfachmann im SCHWARZWALD PANORAMA begann.
Größer könnte der Kontrast zwischen den beiden Orten kaum sein. Hier die Millionenmetropole mit ihrer pulsierenden Technologiebranche, dort die bewaldeten Höhen und die Ruhe des Schwarzwalds.
„Ich finde die Landschaft hier im Schwarzwald immer noch beeindruckend“, sagt Santhosh.
Doch nicht nur die Natur begeistert ihn. Besonders die konsequente Nachhaltigkeitsphilosophie des Hotels hat es ihm angetan.
Für ihn ist das SCHWARZWALD PANORAMA ein Ort, an dem aus einer Idee gelebte Realität wird. Lebensmittel werden bewusst verwendet, Verschwendung wird vermieden, auf unnötige To-go-Produkte verzichtet. Das Zero-Waste-Prinzip begeistert ihn bis heute.
Schon in Indien hatte er sich mit Nachhaltigkeit beschäftigt. Sein Vater arbeitet als Redakteur bei einer Tageszeitung, und in der Familie wurden gesellschaftliche und ökologische Themen diskutiert.
Im SCHWARZWALD PANORAMA erlebt er nun, wie sich diese Überzeugungen im Alltag umsetzen lassen. „Ich fühle mich sehr angesprochen von diesen Ideen und bin stolz, hier mitwirken zu dürfen.“
Nachhaltigkeit ist für ihn dabei weit mehr als ein ökologisches Konzept. Er versteht sie auch als Ausdruck von Menschlichkeit und Verantwortung.
Ebenso wichtig ist ihm die offene Unternehmenskultur. Besonders schätzt er die Transparenz der Geschäftsleitung. Die Mitarbeitenden würden informiert und in Entwicklungen einbezogen. Das vermittle ihm das Gefühl, ernst genommen zu werden und Teil des Ganzen zu sein.
Seine drei Worte für das SchwaPa: Nachhaltigkeit, Diversität und Vielseitigkeit.
Für die Zukunft wünscht sich Santhosh, noch mehr von Deutschland und der Welt kennenzulernen. Schließlich hat seine Reise gerade erst begonnen.
Und welches Stück seiner indischen Heimat würde er gerne mitbringen? Seine Antwort fällt anders aus als bei den Kolleginnen: keine Speise, keine Musik, sondern zwei Eigenschaften, die ihm besonders wichtig sind – Geduld und Gastfreundschaft.
Vier Menschen, vier Herkunftsländer und vier ganz unterschiedliche Wege nach Bad Herrenalb. Die eine hat in Deutschland nach ihrer Flucht eine neue Heimat gefunden. Die andere steht noch am Anfang ihrer beruflichen Laufbahn. Eine Dritte bringt mit ihrer Stimme jeden Tag ein Stück Madagaskar ins Hotel. Und ein junger Mann aus Indien hat im Schwarzwald eine Arbeit gefunden, die seinen persönlichen Überzeugungen entspricht.
So unterschiedlich ihre Geschichten auch sind, in ihren Antworten tauchen immer wieder dieselben Begriffe auf: Familie, Wertschätzung, Dankbarkeit und Zusammenhalt.
„Wir möchten unseren Talenthelden nicht einfach nur einen Arbeitsplatz geben. Wir möchten ihnen Möglichkeiten eröffnen, ihre eigenen Potenziale zu entdecken, ihren Weg zu gehen und ihre – sowie unsere gemeinsame – Zukunft aktiv mitzugestalten.“ Genau darin liegt für Stephan Bode die besondere Qualität seines internationalen Teams. Menschen, die nicht nur ihre Arbeitskraft mitbringen, sondern auch ihre Kultur, ihre Erfahrungen und ihre Sicht auf die Welt.
Im SCHWARZWALD PANORAMA treffen diese unterschiedlichen Perspektiven jeden Tag aufeinander. Und aus 22 Nationen entsteht etwas, das sich nicht allein durch gemeinsame Arbeitsabläufe oder Unternehmensleitlinien erklären lässt: eine eigene Kultur, die von ihren vielfältigen Persönlichkeiten lebt, stätig weiterwächst und zugleich einen wertvollen Beitrag zu sinnvollen Lebens- und Arbeitswelten leistet.
Vielleicht ist es gerade das, was die „SchwaPajaner“ verbindet: Sie kommen aus ganz unterschiedlichen Teilen der Welt. Aber in Bad Herrenalb haben sie einen Ort gefunden, an dem sie nicht nur arbeiten, sondern auch ein Stück weit zu Hause sind.
4.11.2026
Wir möchten unseren Talenthelden nicht einfach nur einen Arbeitsplatz geben. Wir möchten ihnen Möglichkeiten eröffnen, ihre eigenen Potenziale zu entdecken, ihren Weg zu gehen und ihre - sowie unsere gemeinsame - Zukunft aktiv mitzugestalten.
von Sandra Gallian
„Ohne diese Menschen hätte das SCHWARZWALD PANORAMA keine Existenzgrundlage, die Zukunfssicherung würde fehlen“, sagt Stephan Bode, Inhaber und Geschäftsführer des Hotels in Bad Herrenalb. Für ihn ist die internationale Belegschaft weit mehr als eine Antwort auf den Fachkräftemangel. Sie ist das Herzstück des Unternehmens und prägt zunehmend dessen ganz eigene Identität.
Besonders stolz ist Bode darauf, wie sich die jungen Menschen im Haus entwickeln. „Das ist eine Freude, zuzuschauen. Die sind so engagiert bei der Sache, mit so einer Dankbarkeit. Sie sehen hier eine Chance.“ Damit diese Chance für alle bestmöglich genutzt werden kann und das Ankommen in Deutschland und im Berufsalltag leichter fällt, wird auch ganz praktisch Unterstützung geboten: Die Nachwuchstalente erhalten jede Woche zwei zusätzliche private Sprachstunden bei einem eigenen Mentor.
Was sich dabei entfaltet, habe er in dieser Form gar nicht bewusst geplant. Aus den vielen unterschiedlichen Herkunftsländern, Kulturen und Lebensvorstellungen wachse im SCHWARZWALD PANORAMA eine ganz eigene Unternehmenskultur heran. Eine Kultur, die von Weltoffenheit, Spiritualität und neuen Denkweisen geprägt sei und sich mit europäischen, bisweilen sehr rationalen deutschen Vorstellungen verbinde.
Wie unterschiedlich die Menschen sind, die diese Kultur mit Leben füllen, zeigen vier ganz persönliche Geschichten.

AFGHANISTAN | SEIT 2003 IM SCHWARZWALD PANORAMA
Wenn Stephan Bode über Mehro Nadjimi spricht, gerät er ins Schwärmen. „Ich habe in 47 Berufsjahren, davon 28 als Geschäftsführer, noch nie eine Mitarbeiterin erlebt wie Mehro“, sagt er. „Sie erfüllt ihre Aufgabe aus einem ganz tiefen Inneren heraus. Sie handelt wirklich aus der Kraft der Liebe.“
Mehro ist die gute Seele des Frühstücksservices. Eine Frau, die nicht einfach nur Gäste bedient, sondern sich um sie kümmert. Und manchmal auch um ihren Chef. „Wenn ich erkältet bin, stellt sie mir schon mal ein Getränk hin, das ganz normal wie Tee aussieht. Aber dann sind da besondere Gewürze und Knoblauch drin“, erzählt Bode lachend. „Sie kümmert sich einfach um alle wie eine Mutti. Auch um unsere Gäste.“
1996 floh Mehro Nadjimi mit ihrer Familie aus politischen Gründen aus Afghanistan. In ihrer Heimat hatte sie drei Berufe erlernt, darunter Bankkauffrau und Journalistin. Als sie in Deutschland ihre Arbeitserlaubnis erhielt, fand sie 2003 eine Stelle im SCHWARZWALD PANORAMA. Zwei Jahre später zog die gesamte Familie nach Bad Herrenalb.
Wie lange sie inzwischen im Hotel arbeitet? Das weiß sie erstaunlich genau: „Seit 23 Jahren, drei Monaten und sieben Tagen“, antwortet sie ohne zu zögern.
Ihr Mann ist mittlerweile im Ruhestand, die Kinder sind erwachsen. Trotzdem wohnen alle noch im „Hotel Mama“, wie Mehro lachend erzählt.
Und auch ihr Arbeitsplatz ist für sie längst zu einem zweiten Zuhause geworden. „Wenn ich hier reinkomme, denke ich, es ist mein Privathotel“, sagt sie. Dieses Gefühl bekommen auch die Gäste zu spüren. Denn Gastfreundschaft ist für sie nicht nur eine berufliche Aufgabe, sondern tief in ihrer Herkunft verwurzelt.
„In Afghanistan sind wir alle sehr gastfreundlich. Wenn wir Besuch bekommen, muss zuerst etwas getrunken und gegessen werden.“ Genau diese Haltung bringt sie jeden Morgen mit an ihren Arbeitsplatz. „Mir ist wichtig, dass die Gäste zufrieden sind. Ich möchte sie glücklich machen. Dann kommen sie auch wieder.“
Gerade das Frühstück sei schließlich der Beginn eines Urlaubstages. Und den möchte sie ihren Gästen so schön wie möglich gestalten.
Auf die Frage, welche drei Worte sie mit dem SCHWARZWALD PANORAMA verbindet, muss sie nicht lange überlegen: Liebe, Familie und Dankbarkeit. Dann fügt sie hinzu: „Das SchwaPa ist mein Baby.“
Dass sie sich hier so wohlfühlt, schreibt sie auch der Führung von Stephan Bode zu. Dazu zitiert sie ein afghanisches Sprichwort: „Wenn das Wasser von der Quelle hell ist, ist es bis zum Ende hell.“
Für ihre eigene Zukunft hat Mehro vor allem zwei Wünsche: Gesundheit für ihre Familie und Frieden auf der Welt. Und wenn sie ein Stück Afghanistan nach Bad Herrenalb bringen könnte? Dann wäre es die Küche ihrer Heimat. Das Essen, der Reis, das Fleisch und die besonderen Gewürze.

VIETNAM | AUSZUBILDENDE ZUR HOTELFACHFRAU
Für Stephan Bode ist sie schon jetzt eine „absolute Allzweckwaffe“. Ob an der Rezeption, auf der Etage oder im Service – Thi Tu Nhi Nguyen ist überall mit Begeisterung bei der Sache.
Die 22-Jährige kam vor rund zwei Jahren aus Vietnam nach Deutschland. Inzwischen ist sie im dritten Ausbildungsjahr zur Hotelfachfrau und hat bereits die unterschiedlichsten Bereiche des Hotels kennengelernt.
Den Grundstein für ihren Weg nach Deutschland legte sie schon in ihrer Heimat. Dort begann sie, Deutsch zu lernen, und fand schließlich über eine Vermittlungsagentur ihren Ausbildungsplatz in Bad Herrenalb.
Heute lebt sie gemeinsam mit anderen jungen Menschen, darunter auch einige aus Vietnam, in einer Wohnung. So hat sie sich ein kleines Stück Heimat im Schwarzwald bewahrt.
Im Hotel selbst fühlt sie sich ebenfalls angekommen. Ob Restaurant, Housekeeping oder Rezeption – ihr gefallen alle Bereiche gleichermaßen, erzählt sie begeistert. Besonders schätzt sie die Hilfsbereitschaft ihrer Kolleginnen und Kollegen und die Möglichkeit, von erfahrenen Mitarbeitenden zu lernen.
Drei Worte beschreiben für sie das SCHWARZWALD PANORAMA: Familie, Professionalität und Lernen.
Zunächst möchte sie ihre Ausbildung erfolgreich abschließen und weitere Berufserfahrung sammeln. Danach? Da gibt es noch viele Träume, die sie verwirklichen möchte.
Und was vermisst sie aus ihrer Heimat am meisten? Auch bei ihr führt die Antwort durch den Magen: das vietnamesische Essen.

MADAGASKAR | HOTELFACHFRAU
Manchmal hört man sie schon, bevor man sie sieht. Denn Onimamy Rakotonjatovo, von allen nur Oni genannt, singt leidenschaftlich gerne. Für Stephan Bode ist die 28-Jährige deshalb „der Blumenstrauß, der das ganze Unternehmen füllt“.
„Sie ist immer am Singen. Man hört sie und spürt sie im Raum, sobald sie da ist“, erzählt er.
Dass die junge Frau aus Madagaskar einmal in einem Hotel im Schwarzwald arbeiten würde, war ursprünglich keineswegs geplant.
Nach dem Abitur in ihrer Heimat wusste Oni zunächst nicht genau, welchen beruflichen Weg sie einschlagen wollte. Über einen Bekannten, der in Deutschland als Au-pair arbeitete, entstand die Idee, selbst nach Europa zu gehen.
Sie begann, Deutsch zu lernen, studierte ein Jahr Germanistik und wartete auf die notwendigen Genehmigungen. Im Januar 2020 kam sie schließlich nach Deutschland, zunächst als Au-pair nach München. Anschließend absolvierte sie ein Freiwilliges Soziales Jahr.
Aus Neugier auf die Hotellerie bewarb sie sich schließlich um eine Ausbildung im SCHWARZWALD PANORAMA. Dort arbeitet sie inzwischen seit rund fünf Jahren. Ihre Ausbildung zur Hotelfachfrau schloss sie 2024 erfolgreich ab.
Was sie an ihrem Arbeitsplatz besonders schätzt, sind die Menschen. „Die Atmosphäre ist so herzlich. Man fühlt sich total willkommen und wertgeschätzt im Haus.“
Aus Kolleginnen und Kollegen seien Freunde geworden, aus dem Arbeitsplatz ein Ort, an dem sie sich zu Hause fühlt. Ihre drei Worte für das SchwaPa lauten deshalb: Familie, Wertschätzung und Wohlgefühl.
Beruflich kann sie sich vorstellen, sich in der Gastronomie weiterzubilden. Doch eines wird sie ganz sicher auch in Zukunft begleiten: ihre Liebe zur Musik.
„Bei uns in Madagaskar singt man sehr viel“, erzählt sie. „Und das habe ich auch hierher mitgebracht. Man hört mich hier immer singen. Das macht einfach gute Laune.“
So ist ein Stück madagassischer Lebensfreude längst Teil des Hotelalltags in Bad Herrenalb geworden.

INDIEN | HOTELFACHMANN
Bangalore gilt als das Silicon Valley Indiens. Die IT-Branche boomt, viele junge Menschen träumen von einer Karriere in der Technologiebranche. Auch Santhosh Kumar schlug zunächst diesen Weg ein. Doch nach zwei Jahren wusste der heute 28-Jährige: Das ist nicht das Leben, das er führen möchte.
„Viele sehen nur das viele Geld, das man verdienen kann“, erzählt er. Doch den ganzen Tag vor einem Computer zu sitzen, habe ihn nicht glücklich gemacht.
Er wollte etwas Sinnhafteres tun, mit Menschen arbeiten, sich austauschen und Neues erleben. „Wir sind soziale Wesen“, sagt er.
Und er wollte reisen, die Welt entdecken. Dabei hatte er bis dahin selbst noch nie eine größere Reise unternommen. „Ich habe noch nie eine Reise gemacht, noch nie in einem Hotel übernachtet“, erzählt er.
Seine Verbindung zu Deutschland entstand zunächst über die Musik. Santhosh spielt Violine und kannte das Land durch seine Beschäftigung mit deutschen Komponisten.
Im September 2023 wagte er schließlich den großen Schritt: von Bangalore direkt nach Bad Herrenalb, wo er seine Ausbildung zum Hotelfachmann im SCHWARZWALD PANORAMA begann.
Größer könnte der Kontrast zwischen den beiden Orten kaum sein. Hier die Millionenmetropole mit ihrer pulsierenden Technologiebranche, dort die bewaldeten Höhen und die Ruhe des Schwarzwalds.
„Ich finde die Landschaft hier im Schwarzwald immer noch beeindruckend“, sagt Santhosh.
Doch nicht nur die Natur begeistert ihn. Besonders die konsequente Nachhaltigkeitsphilosophie des Hotels hat es ihm angetan.
Für ihn ist das SCHWARZWALD PANORAMA ein Ort, an dem aus einer Idee gelebte Realität wird. Lebensmittel werden bewusst verwendet, Verschwendung wird vermieden, auf unnötige To-go-Produkte verzichtet. Das Zero-Waste-Prinzip begeistert ihn bis heute.
Schon in Indien hatte er sich mit Nachhaltigkeit beschäftigt. Sein Vater arbeitet als Redakteur bei einer Tageszeitung, und in der Familie wurden gesellschaftliche und ökologische Themen diskutiert.
Im SCHWARZWALD PANORAMA erlebt er nun, wie sich diese Überzeugungen im Alltag umsetzen lassen. „Ich fühle mich sehr angesprochen von diesen Ideen und bin stolz, hier mitwirken zu dürfen.“
Nachhaltigkeit ist für ihn dabei weit mehr als ein ökologisches Konzept. Er versteht sie auch als Ausdruck von Menschlichkeit und Verantwortung.
Ebenso wichtig ist ihm die offene Unternehmenskultur. Besonders schätzt er die Transparenz der Geschäftsleitung. Die Mitarbeitenden würden informiert und in Entwicklungen einbezogen. Das vermittle ihm das Gefühl, ernst genommen zu werden und Teil des Ganzen zu sein.
Seine drei Worte für das SchwaPa: Nachhaltigkeit, Diversität und Vielseitigkeit.
Für die Zukunft wünscht sich Santhosh, noch mehr von Deutschland und der Welt kennenzulernen. Schließlich hat seine Reise gerade erst begonnen.
Und welches Stück seiner indischen Heimat würde er gerne mitbringen? Seine Antwort fällt anders aus als bei den Kolleginnen: keine Speise, keine Musik, sondern zwei Eigenschaften, die ihm besonders wichtig sind – Geduld und Gastfreundschaft.
Vier Menschen, vier Herkunftsländer und vier ganz unterschiedliche Wege nach Bad Herrenalb. Die eine hat in Deutschland nach ihrer Flucht eine neue Heimat gefunden. Die andere steht noch am Anfang ihrer beruflichen Laufbahn. Eine Dritte bringt mit ihrer Stimme jeden Tag ein Stück Madagaskar ins Hotel. Und ein junger Mann aus Indien hat im Schwarzwald eine Arbeit gefunden, die seinen persönlichen Überzeugungen entspricht.
So unterschiedlich ihre Geschichten auch sind, in ihren Antworten tauchen immer wieder dieselben Begriffe auf: Familie, Wertschätzung, Dankbarkeit und Zusammenhalt.
„Wir möchten unseren Talenthelden nicht einfach nur einen Arbeitsplatz geben. Wir möchten ihnen Möglichkeiten eröffnen, ihre eigenen Potenziale zu entdecken, ihren Weg zu gehen und ihre – sowie unsere gemeinsame – Zukunft aktiv mitzugestalten.“ Genau darin liegt für Stephan Bode die besondere Qualität seines internationalen Teams. Menschen, die nicht nur ihre Arbeitskraft mitbringen, sondern auch ihre Kultur, ihre Erfahrungen und ihre Sicht auf die Welt.
Im SCHWARZWALD PANORAMA treffen diese unterschiedlichen Perspektiven jeden Tag aufeinander. Und aus 22 Nationen entsteht etwas, das sich nicht allein durch gemeinsame Arbeitsabläufe oder Unternehmensleitlinien erklären lässt: eine eigene Kultur, die von ihren vielfältigen Persönlichkeiten lebt, stätig weiterwächst und zugleich einen wertvollen Beitrag zu sinnvollen Lebens- und Arbeitswelten leistet.
Vielleicht ist es gerade das, was die „SchwaPajaner“ verbindet: Sie kommen aus ganz unterschiedlichen Teilen der Welt. Aber in Bad Herrenalb haben sie einen Ort gefunden, an dem sie nicht nur arbeiten, sondern auch ein Stück weit zu Hause sind.