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WirtschaftsKRAFTplus ist in der Tat ein „Plus“ – ein Mehr an Themen, an Hintergründen und an Aktualität. Mit dieser Plattform wird die wirtschaftliche Kompetenz des Standortes Pforzheim medial begleitet und weit in die Region getragen.

Oliver Reitz

Direktor des Eigenbetriebs Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim (WSP)

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16+ im Gespräch mit Patrick Walz, Leiter der Akademie für Innovation der IHK Nordschwarzwald

Innovationen sind seine Welt. Im Interview verriet uns Patrick Walz, aber zum Beispiel auch, warum er gerne einmal Warren Buffet treffen würde, wie er einen schlechten Tag im Büro überlebt und wo er Handlungsbedarf bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie sieht.
Patrick Walz, Leiter der Akademie für Innovation der IHK Nordschwarzwald. Foto: Florian Alber

11.08.2022

„Den ersten Businessplan habe ich vor über 12 Jahren für ein Elektrofachgeschäft geschrieben."
Patrick Walz, Leiter der Akademie für Innovation der IHK Nordschwarzwald

In der komplexen VUCA-Welt sollte man eine gesunde Neugierde und Motivation daran haben, Dinge anders machen zu wollen. Dabei ist ein „Growth-Mindset“ hilfreich, welches offen für neue Herausforderungen ist und dabei die Bereitschaft für Lebenslanges Lernen aufzeigt. Neues zu lernen, meine eigenen Erfahrungen weiterzugeben, mit motivierten Unternehmen an innovativen digitalen Geschäftsmodellen zu arbeiten, und so gemeinsam einen Beitrag für die nachhaltige Wirtschaftsentwicklung der Region Nordschwarzwald zu leisten, ist meine große Motivation.

Patrick Walz

Patrick Walz berät, informiert und vernetzt als Leiter der Akademie für Innovation der IHK Nordschwarzwald Unternehmen in der Region bei Fragen rund um die Themen Innovation und Digitalisierung. Zudem entwickelt er innovative Weiterbildungsformate und unterstützt Start-ups bei der Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle. Zuvor leitete er über drei Jahre lang den Digital Hub Nagold.

Walz bezeichnet sich als „echten schwäbischen Nordschwarzwälder“, der in der Region aufgewachsen ist und schon während seiner akademischen Laufbahn u. a. an der Hochschule Konstanz und der Universität Hohenheim Start-up Unternehmen im Bereich Business Development beraten hat. Während seines Studiums der Wirtschaftswissenschaften entdeckte er zudem seine Begeisterung für das Thema „Weiterbildung“ und spezialisierte sich dann im Master-Studium noch im Bereich der Wirtschaftspädagogik. Auch heute ist er gerne als Dozent an Hochschulen und Kammern im Einsatz. Auch soziales Engagement ist für den Innovationsberater sehr wichtig. Er ist Gründer und Vorsitzender von Charity Events Nagold e. V., in seiner Freizeit veranstaltete Walz in den letzten acht Jahren mehrere Wohltätigkeitsveranstaltungen und Projekte. Fast 50.000 Euro konnte er so für gemeinnützige Organisationen (z. B. DMKS) in der Region spenden. Als Gegenpol zur digitalen Welt geht Walz gerne mit seiner Familie im Schwarzwald wandern.

Patrick Walz bei einem Vortrag. Foto: Florian Alber

1.Wann stehen Sie in der Regel morgens auf?

In der Regel zwischen 06:00 und 06:30 Uhr. Meistens wecken mich meine Kinder aber früher auf 😊

2. Sind Sie ein Frühstückstyp und falls ja, was geht immer?

Ich bin eher der „Abendesser-Typ“. Morgens gibt es meist nur einen schnellen Kaffee. Sonntags sieht es dann anders aus. Hier ist es bei uns ein Ritual, dass ich immer Pfannkuchen mache und wir uns als Familie viel Zeit für ein ausgewogenes Frühstück nehmen.

3. Was ist Ihr Lieblings Büro-Outfit?

Sportliches kombiniert mit Klassischem.

4. Der erste Klick am Morgen, gilt welcher Seite?

Die erste halbe Stunde nach dem Aufstehen konsumiere ich bewusst keine Medien. Dann klicke ich auf verschiedene News-Seiten wie z. B. n-tv.de und checke kurz die relevanten Feeds in Social Media. 

5. Zu welcher Tageszeit sind Sie am produktivsten?

Die Produktivität hängt bei mir mehr davon ab, ob die Aufgaben herausfordernd und motivierend sind, als von der Uhrzeit. Ich würde aber generell sagen, dass ich morgens und abends (auch spätabends) am produktivsten bin.

6. Fixer Arbeitsplatz oder Smart Office?

Der Trend geht eindeutig zum Smart Office, welches auch viele Vorteile für Unternehmen und Mitarbeitende mit sich bringt. Aktuell bevorzuge ich allerdings einen festen Arbeitsplatz im Office. Für kreative Denkprozesse gehe ich gerne mal raus ins Freie oder wechsle bewusst die Arbeitsumgebung. 

7. Digital Tools gibt es viele, welches ist Ihr Favorit?

Ich habe viele Favoriten und teste regelmäßig neue Tools. Je nach Kontext präferiere ich unterschiedliche Tools. Mit MS Teams lassen sich aber fast alle anderen Apps (Trello, Asana, Monday…) integrieren. MS OneNote und Journal sind auch unterschätzte Tools.  Für den Bereich Social Media sind Canva und Later eine sehr gute Unterstützung.

8. Wer war / ist für Sie ein Vorbild?

Ich hatte einige Vorbilder. Daher ist es schwer hier eine bestimmte Person zu nennen. Imponiert haben mir immer Menschen, die in ausweglosen Situationen ihren Mut und die Hoffnung nicht verloren haben, schwere Krisen erfolgreich gemeistert haben oder sich für Schwächere eingesetzt haben.

9. Die beste Strategie gegen unproduktive Meetings?

Die erste Frage sollte sein, ob ein Meeting überhaupt notwendig ist. Viele Problemstellungen lassen sich z. B. über Slack asynchron schneller lösen. Ein Sprichwort besagt, dass „Meetings wie Salz sein sollten – eine Zutat, die Bedacht über eine Speise gestreut wird und nicht in Kübeln ausgeschüttet wird. Zu viel Salz zerstört jedes Gericht – zu viele Meetings zerstören Moral und Motivation“. Ist ein Meeting notwendig, benötigt es eine aussagekräftige Agenda, ein klar definiertes Zeitfenster (welches einzuhalten ist!) und Ergebnisse. Nichts ist schlimmer als mit vielen offenen Fragen aus einem langwierigen Meeting zu gehen.

10. Wie überleben Sie einen richtig schlechten Tag im Büro?

Leckere Pasta, ein doppelter Espresso und ein kurzes Telefonat mit meinen Kindern in der Mittagspause heitern mich schnell wieder auf. Nach Feierabend folgt dann meist eine intensive Sporteinheit.

11. Was inspiriert Sie?

Mich inspirieren mutige GründerInnen, die eine Vision haben, bereit sind Risiken einzugehen und nach Rückschlägen trotzdem wieder weitermachen.

12. Beruf und Familie lässt sich gut vereinbaren? Wo sehen Sie Handlungsbedarf?

Hier gibt es leider noch Aufholbedarf. Ich selbst habe diesbezüglich eigene Erfahrungen gemacht. Meine Frau war selbstständige Unternehmerin und hat dann für die Kindererziehung eine Pause eingelegt. Die ersten Schritte danach wieder ins Berufsleben zu starten waren nicht so einfach, da die Arbeitszeiten und Kinderbetreuungszeiten nicht optimal zueinander gepasst haben. In ihrem Berufszweig ist Home-Office leider nicht möglich. Hier haben wir zum Glück eine gute Lösung finden können. Allerdings kann mobiles und flexibles Arbeiten für Berufstätige eine große Erleichterung sein, um die Kindererziehung und Karriere unter einen Hut zu bekommen. Die Kontaktstelle „Frau und Beruf Nordschwarzwald“ der IHK Nordschwarzwald bietet diesbezüglich auch unterstützende Beratungen für „Wiedereinsteigerinnen“ an.

13. Was ist Ihnen mal gehörig misslungen?

Die Mathearbeiten in der 11. Klasse. Ich bin damals sogar wegen dem Fach Mathe sitzen geblieben. Glücklicherweise entdeckte ich später noch mein Talent für Zahlen und wurde gar Mathetutor an der Uni.

14. Lieblingsfilm?

Ich habe einige Lieblingsfilme. Aber ein Klassiker, den ich immer anschauen kann, ist Top Gun.

15. Wen würden Sie gerne einmal treffen und was würden Sie dann gerne mit dieser Person diskutieren?

Ich würde gerne mal Warren Buffet treffen, um so vielleicht an ein paar gute Anlagetipps zu kommen 😉.

16. Was wollten Sie als Kind werden?

Pilot.

Angenommen Sie treffen auf eine fremde Person, die sie besser kennt, als Sie sich selbst, fänden Sie das spannend oder gruselig?

Spannend, könnte ein interessanter Austausch und langer Abend werden.

Das Interview führte Tanja Meckler.

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