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Oliver Reitz

Direktor des Eigenbetriebs Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim (WSP)

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16+ im Gespräch mit Kenza Ait Si Abbou, Digitalexpertin

Diesmal im Gespräch mit einer echten Engineer Power Woman. Kenza Ait Si Abbou ist schon seit über 15 Jahren in der IT tätig und gilt in dieser Domäne als eine der wenigen „sichtbaren“ Frauen. Sie ist eine gefragte Speakerin und jetzt auch Buchautorin.
Kenza Ait Si Abbou, Digitalexpertin, Speakerin und Buchautorin. Foto: © Hendrik Gergen

Über sich selbst hat Kenza Ait Si Abbou einmal gesagt, sie sei: „Eine Afrikanerin mit asiatischer Entspannungshaltung, die in Europa Robotics- und Künstliche-Intelligenz-Lösungen vorantreibt“. Als Frau bringt sie oft andere Sichtweisen ein als ihre männlichen Kollegen. Ihre internationale Erfahrung und ihre Begeisterung für Sprachen (sie spricht sieben Sprachen fließend) ermöglichen ihr öfter einen Perspektivwechsel. Als Female Leader und Digitalexpertin ist sie regelmäßig auf Podiumsdiskussionen und Preisverleihungen vertreten. Für sie ist Künstliche Intelligenz definitiv auch ein Frauenthema. Weil nach ihren Erfahrungen viele bei KI immer gleich an den Terminator denken, hat sie ein Buch geschrieben: „Keine P@nik, ist nur Technik“. Ihr Wunsch ist es, mit Ängsten und Vorurteilen aufzuräumen, die KI salonfähig zu machen und sie gleichzeitig zu entmythisieren.

Das macht für mich Digitalisierung aus: die absolut starke Mischung aus technischem Fortschritt und neugierigen, mutigen Menschen mit ihren Emotionen.
Kenza Ait Si Abbou

1. Wann stehen Sie in der Regel morgens auf?

Normalerweise um 7.00 Uhr oder früher.

2. Sind Sie ein Frühstückstyp und falls ja, was geht immer?

Tee.

3. Was ist Ihr Lieblings-Büro-Outfit?

Meistens Jeans und Bluse, ich mag es leger – und bequeme Schuhe, die werden immer wichtiger.

4. Der erste Klick am Morgen gilt welcher Seite?

Outlook.

5. Zu welcher Tageszeit sind Sie am produktivsten?

Abends. Ich bin eine Nachteule.

6. Fixer Arbeitsplatz oder smart office?

Smart office.

7. Digital Tools gibt es viele, welches ist Ihr Favorit?

Ich nutze mein Handy für alles.

8. Wer war / ist für Sie ein Vorbild?

Ich habe keine konkreten Vorbilder. Indirekt meine Mutter.

9. Die beste Strategie gegen unproduktive Meetings?

Eine klare Agenda aufstellen, Verantwortlichkeiten vorab klären, das Ziel definieren, Erwartungen vorher abfragen und am besten mit Timeboxing arbeiten.

10. Wie überleben Sie einen richtig schlechten Tag im Büro?

Ich versuche tief ein- und auszuatmen. Es gilt, Ruhe zu bewahren, meistens übernehme ich auch die Rolle des Mediators, um die Hintergründe des Verhaltens der Menschen zu verstehen.

11. Was inspiriert Sie?

Ich bin neugierig. Also immer, wenn ich das Gefühl habe, dass ich über ein Thema etwas lernen kann, ist das für mich motivierend. Beim Laufen kommen mir die besten Ideen. Ich jogge gerne regelmäßig, das ist für mich der Moment, wo mein Gehirn Freilauf hat.

12. Beruf und Familie lässt sich gut vereinbaren? Wo sehen Sie Handlungsbedarf?

Man muss es wollen, dann lässt es sich gut vereinbaren. Alle Beteiligten in der Familie müssen es wollen. Es ist ein Zusammenspiel, es ist viel Organisation, aber die hat man auch ohne Beruf. Wer nicht will, findet Argumente – und wer will, findet (meistens) Wege.

13. Was ist Ihnen mal gehörig misslungen?

Ja natürlich ging mal was schief. Während meiner Zeit in China, hat eine Mitarbeiterin in mein Team gewechselt. Vor ihr hatten mich vorab schon einige gewarnt. Es war dann auch wirklich ein Albtraum. Aber vermutlich würde ich sie heute trotzdem wieder in das Team nehmen. Wenn etwas schief läuft, sehe ich das nicht wirklich als Misserfolg, weil ich auch immer etwas daraus lernen kann.

14. Lieblingsfilm?

Habe ich nicht wirklich.

15. Wen würden Sie gerne einmal treffen und was würden Sie dann gerne mit dieser Person diskutieren?

Die Kanzlerin, ich bin begeistert von ihrer Art: immer diplomatisch zu bleiben und so deeskalierend zu wirken. Die Weltpolitik ist ja sehr komplex, aber sie bleibt ruhig und findet einen Weg. Da würde ich gerne etwas dazu lernen und im Rückblick auch gerne etwas über ihre wichtigsten Erfahrungen hören. Ich hoffe, dass irgendwer sie einmal dazu interviewen wird.

16. Was wollten Sie als Kind werden?

Ich habe mich als Kind immer im weißen Kittel in irgendeinem Labor gesehen. Also ohne zu wissen, was das damals bedeutete, aber Wissenschaftlerin war irgendwie klar.

16. Angenommen, Sie treffen auf eine fremde Person, die Sie besser kennt, als Sie sich selbst – fänden Sie das spannend oder gruselig?

Das ist ja google. Ich glaube, wenn das ein Mensch wäre, würde ich das vielleicht gruselig finden. Aber, aus der Branche kommend weiß ich, dass facebook und google diese Informationen tatsächlich haben, und ich finde es jetzt nicht mehr gruselig, weil ich mir erklären kann, wie. Ich finde es zwar nicht schön, und ich versuche auch, sehr sparsam mit meinen Daten umzugehen, aber ja das ist so.

Das Interview führte Tanja Meckler.

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