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Oliver Reitz

Direktor des Eigenbetriebs Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim (WSP)

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16+ im Gespräch mit Isabelle Possehl, Gründerin von mabottie GmbH

Wir sprachen mit der Unternehmerin Isabelle Possehl über Vorbilder, arbeitende Mütter und den Mut zur Lücke.
Isabelle Possehl, mabottie GmbH. Foto: Cécile Zahorka

Hinter dem Pforzheimer Unternehmen mabottie stehen Isabelle Possehl und ihre Mutter Claudine Vigouroux. Die Jungunternehmerin und Mutter von drei Kindern studierte Visuelle Kommunikation an der Hochschule Pforzheim. Nach dem Studium im Jahr 2010 folgte die Gründung des Designstudios DMBO und des Tape Art Kollektivs DUMBO AND GERALD. 2016 entstand die mabottie GmbH. Bei dem Start-up dreht sich alles um DIY Schuhe. Wie viele andere Frauen stand Isabelle Possehl schon oft vor dem Problem, sich entscheiden zu müssen, welche und wie viele Schuhe sie in den Urlaubskoffer packt. Die Lösung: ein modulares Schuhkonzept und die Freiheit selbst kreativ zu gestalten. Die Botties Sohlen verfolgen einen nachhaltigen Zweck: das sehr robuste Material verspricht eine enorme Langlebigkeit, so dass die Sohlen mehrmals neu gestaltet werden können.

"Die Möglichkeit meine eigenen Visionen umzusetzen empfinde ich als eine große Freiheit."
Isabelle Possehl, Gründerin mabottie GmbH

Seit Mai 2021 ist ein neuer Investor an Bord, die MEZ Crafts Group GmbH, der das junge Unternehmen beim Skalieren von nun an unterstützend begleitet. Gemeinsam wollen sie auch im Ausland Fuß fassen. Ob Europa, Japan oder die USA – die Botties sollen die Welt erobern. Nicht nur beruflich, auch in ihrer Freizeit reist Isabelle Possehl gerne rund um den Globus, aktuell aber am liebsten per Wohnmobil durch Europa.

1. Wann stehen Sie in der Regel morgens auf?

Zwischen 6:30 und 7 Uhr. Um 8:30 bringe ich die Kids in Kita und Schule.

2. Sind Sie ein Frühstückstyp und falls ja, was geht immer?

Nur am Wochenende. Ich mag es dann gerne herzhaft.

3. Was ist Ihr Lieblings Büro-Outfit?

Causal: Jeans, Shirt und eine Strickjacke oder ein lockerer Pullover.

4. Der erste Klick am Morgen, gilt welcher Seite?

Übers Handy verschaffe ich mir immer einen schnellen (beruflichen) Überblick: erst checke ich meine Emails, dann Instagram, Facebook und LinkedIn.

5. Zu welcher Tageszeit sind Sie am produktivsten?

Ganz früh morgens oder am Abend. Eigentlich immer dann, wenn ich niemanden um mich herum habe.

6. Fixer Arbeitsplatz oder smart office?

Beides.

7. Digital Tools gibt es viele, welches ist Ihr Favorit?

Ich habe schon mehrere Apps zum Thema Produktivität ausprobiert. Letztendlich brauche ich aber nicht mehr als meine Apple-Geräte, die wunderbar miteinander vernetzt sind. Und das kleine Programm „Notizen“ als mein digitaler Notizblock.

8. Wer war / ist für Sie ein Vorbild?

Ich habe kein konkretes Vorbild. Aber ich lese gerne Exit-Geschichten von erfolgreichen Gründer:innen und wie sie ihr Leben DANACH gestalten.

9. Die beste Strategie gegen unproduktive Meetings?

Unproduktive Meetings gibt es nicht, wenn man sie als Teil eines Prozesses versteht. Nicht immer muss sofort ein Ergebnis stehen. Wenn es hängt, wird vertagt.

10. Wie überleben Sie einen richtig schlechten Tag im Büro?

Unmotivierte Phasen, weil unliebsame Aufgaben anstehen, versuche ich mit antreibender Musik und einer Powereinheit Schokolade hinter mich zu bringen. So richtig schlechte Tage kenne ich eigentlich gar nicht.

11. Was inspiriert Sie?

Bücher, Serien und Filme, Reisen, die Natur, das Leben, meine eigenen Träume.

12. Beruf und Familie lässt sich gut vereinbaren? Wo sehen Sie Handlungsbedarf?

Unsere Familie ist ein tolles Team, so dass die Kinder eine sehr ausgeglichene Betreuung im familiären Umfeld erleben. Aber natürlich auch in ihren Kitas, Schulen und im Hort, wo sie allesamt sehr gerne hingehen und gut aufgehoben sind. Mir ist bewusst, dass meine Situation ein großes Privileg darstellt. Denn ohne das soziale und institutionelle Umfeld hätte ich wenig Chancen, mich beruflich auf diese Weise zu entfalten. Ich denke, dass Deutschland in Sachen Familienfreundlichkeit und Kinderbetreuung noch einiges zu optimieren hat. Auch gesellschaftlich dürfte das Bild der arbeitenden Mutter gerne einen neuen Anstrich erhalten, um mehr Akzeptanz, vor allem unter den Frauen, zu erfahren.

13. Was ist Ihnen mal gehörig misslungen?

Vieles. Aber es ist ok. Ich habe den Mut zur Lücke und akzeptiere, dass ich eben nicht alles können muss. Außerdem sind vor allem die Missgeschicke und Fehlentscheidungen im Leben die beste Grundlage für gute Anekdoten 🙂

14. Lieblingsfilm?

Es gibt nicht DEN einen Lieblingsfilm. Ich mag aber gerne Filme, die auf geschichtlichen Fakten basieren. Ich bin ein großer Geschichts-Fan und könnte mich in manche Epochen „reinknien“, um sie besser kennen zu lernen und zu verstehen.

15. Wen würden Sie gerne einmal treffen und was würden Sie dann gerne mit dieser Person diskutieren?

Im Moment würde ich mich freuen, einfach mal wieder ungehindert Freunde und Familie zu treffen und über Sinn und Unsinn des Lebens zu sprechen, bei gutem Essen und Wein. Prominente Menschen interessieren mich ansonsten wenig. Oder zählen auch die Toten? Dann würde ich gerne meine Ahnen besuchen und mich über ihre Sicht auf ihr Leben, ihre „Epoche“, unterhalten.

16. Was wollten Sie als Kind werden?

Archäologin, um Dinos auszubuddeln.

+ Angenommen Sie treffen auf eine fremde Person, die sie besser kennt, als Sie sich selbst, fänden Sie das spannend oder gruselig?

Da ich sehr reflektiert bin, kenne ich mich ziemlich gut. Ich fände es daher eher überraschend. Aber tatsächlich auch sehr spannend.

Das Interview führte Tanja Meckler.

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